Sie sind hier:
 

Schnüffelprogramm: Anti-Viren-Software erkennt den Bundestrojaner Ausspäh-Werkzeug kommt aus Bayern

SHARES

Auf die Bedrohung durch den Bundestrojaner haben namhafte Anti-Viren-Programm-Hersteller reagiert: Die Sicherheitsprogramme erkennen den Schädling. Unterdessen ist klar, dass der Bundestrojaner aus Bayern stammt.

Entwarnung für Anwender: Namhafte Anti-Viren-Programm-Hersteller haben auf die Sicherheitsbedrohung durch den Bundestrojaner reagiert und die Signatur des Schädlings in ihre Datenbanken aufgenommen. Mittlerweile ist klar, dass die Ausspäh-Software von bayerischen Behörden eingesetzt wurde.

Spiegel Online berichtete am Montag über entprechende Maßnahmen von Anti-Viren-Software-Herstellern wie Sophos, Avira und GData. Sie alle haben die Signatur des Schädlings mittlerweile in ihre Datenbanken aufgenommen. Damit erkennt die Software die Späh-Software und blockiert entsprechende Angriffe.

Neben den drei oben genannten Herstellern aktualisierten nach derzeitigem Kenntnisstand von netzwelt auch die Sicherheitsexperten von Symantec und Kaspersky ihre Datenbanken, um die Ausspäh-Software unschädlich zu machen. Es ist davon auszugehen, dass auch andere Unternehmen nach dem Bericht des Chaos Computer Clubs (CCC) von Sonnabend den Schädling mit ihrer Datenbank abglichen und ihre Viren-Signaturen auf den neuesten Stand brachten.

Der Chaos Computer Club überprüfte den Schädling und veröffentlichte die Ergebnisse auf seiner Webseite. (Quelle: CCC)

Software sei schlampig programmiert

Die Hersteller nennen den enttarnten Bundestrojaner "TR/GruenFink", "backdoor.R2D2" oder auch "backdoor.Win32.R2D2.a". Wie Symantec in einem Blogbeitrag schreibt, öffnet der Schädling eine Hintertür und ermöglicht Angreifern Zugang zu dem verseuchten Rechner. Der Trojaner kann die Internettelefonie überwachen, weitere Software nachladen und den infizierten Rechner fernsteuern.

Mehrere Quellen bestätigen, dass die Software allerdings schlampig programmiert worden sei. Das kann dem Vernehmen nach dazu führen, dass auch Dritte Zugang zum verseuchten Computer erlangen.

Bundestrojaner ist Bayerntrojaner

Mittlerweile ist auch klar, woher der Bundestrojaner genannte Schädling kam: Der bayerische Innenminister Joachim Hermannn von der CSU bestätigte die Verwendung des Programms am Montag. Hermann zufolge sei die Software von den Ermittlern bei einem Fall in Landshut eingesetzt worden.

Dem Verdächtigen wurde Drogenhandel vorgworfen und die Software bei einer Zollkontrolle am Münchner Flughafen auf seinen Rechner aufgespielt. Das Spionage-Werkzeug hatte Bildschirmfotos gemacht, die das Landgericht Landshut aber als nicht rechtskonform ansah. Dem Landeskriminalamt wurden daraufhin weitere Überwachungsaktionen untersagt. In Bayern kam ein Trojaner in der Vergangenheit schon häufiger zum Einsatz.

Diesen Artikel weiterempfehlen

SHARES
Das könnte dich auch interessieren
Kommentare zu diesem Artikel

Unsere Kommentare werden moderiert. Verdächtige Links, die wir als Spam einstufen, werden kommentarlos gelöscht. Zudem behalten wir uns vor IP-Adressen von Pseudo-SEOs und Crowd-Agenturen zu speichern und intern für böse Zwecke weiterzuverwenden.
  • marcoo schrieb Uhr
    AW: Schnüffelprogramm: Anti-Viren-Software erkennt den Bundestrojaner

    Dem Verdächtigen wurde Drogenhandel vorgworfen und die Software bei einer Zollkontrolle am Münchner Flughafen auf seinen Rechner aufgespielt....hatte Bildschirmfotos gemacht.... ja nee ist klar Drogengeschäfte am PC! Wie bitte? Wegen Drogen? Mein Gott, da kann ich nur hoffen das der keine Zigarette geraucht hat vor dem Bildschirm nachher ist das noch ein Joint in den Augen des eifrigen Staatsangestellten. Jetzt mal ersthaft. Sieht eher wie Industriespionage aus. Also in Zukunft einen Siegel am Notebook anbringen oder sich den Spass erlauben und die Festplatte ausbauen! In einer Cloud sind die Daten sowieso nicht sicher. Dann besser vom Zielort an die Daten zu Hause per Internet zugreifen. Weiss irgendjemand eigentlich welchen Beruf der hatte?
  • Anton Werler schrieb Uhr
    AW: Schnüffelprogramm: Anti-Viren-Software erkennt den Bundestrojaner

    Lächerlich. Erst jetzt nehmen die Antiviremprogramme den Trojaner auf, nachdem er öffentlich gemacht wurde? Er ist doch, nach eigenen Angaben, seit 2 Jahren im Einsatz. Ergo: Antivirenprogramme sind nutzlos gegen Staatstrojaner.
Infos zum Artikel
Autor
Alexander Zollondz
Datum
Kontakt
Leserbrief
Kommentare
Alle anzeigen
Dieser Artikel enthält die folgenden Schlagworte.
Anzeige
netzwelt Newsletter

Immer gut informiert mit unserem Newsletter! Der Versand erfolgt am Dienstag, Donnerstag und Samstag vormittags.

Powered by
DSL- & LTE-Speedtest Teste Deine DSL- oder LTE-Geschwindigkeit
Der große Android-Update-Fahrplan Nie mehr ein Android-Update verpassen
Gratis Software Acht kostenlose Vollversionen
Störungsmelder Prüfe hier, ob eine Webseite down ist
Fußball live - Alle Spiele & Infos Alle Fußball Partien im Überblick