Vater im Clinch mit Tochter
Polizei-Hack: Angriff geht auf Familienstreit zurück
Wenn Vater und Tochter sich streiten: Der Polizei-Hack vom Sommer 2011 geht laut Medienberichten auf einen Familienstreit zurück. Ein Polizeibeamter spielte seiner Tochter einen Trojaner auf den Rechner, ihr Freund rächte sich dafür mit einem Hacker-Angriff.

Von einem komplizierten "Vater-Tochter-Verhältnis" spricht der Spiegel in einem Vorabbericht. Ein angeblich hoher Beamter der Bundespolizei aus Frankfurt am Main soll seiner Tochter eine Spionagesoftware auf ihren Computer gespielt haben, um die Internetnutzung zu kontrollieren. Dem Freund fielen die Observationen auf, wohl auch, weil er selbst aus der Hacker-Szene kommen soll.
Die Maßnahmen des Vaters blieben nicht ungesühnt: Der Freund der Tochter soll laut Berichten des Spiegels in den Computer des Vaters eingedrungen sein. Dort habe er bemerkt, dass der berufliche E-Mail-Verkehr auf den Privatrechner weitergeleitet worden sei. Aus diesen Informationen konnte der Freund der Tochter offenbar seinen Hack auf die "Patras"-Server starten. Bei den "Patras"-Servern handelt es sich um ein Observationssystem, mit dem die Verfolgung Verdächtiger über GPS-Positionsdaten ausgewertet werden kann.
Server wurden zweimal gehackt
Nach dem Angriff mussten die "Patras"-Server vom Netz genommen werden. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich reagierte auf die Cyberattacke und machte die Abwehr von Hackerangriffen zur Chefsache. In der Folge nahm das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen zwei 23-Jährige fest. Sie sollen der Gruppe "No-Name-Crew" angehören.
Bereits vor der Festnahme bekannte sich diese Gruppe zum Hackerangriff und stellte Daten ins Netz, darunter Namen von Beamten und Informationen zu observierten Fahrzeugen. Dies steht nur auf den ersten Blick in Widerspruch zur Cyberattacke, die aus Familienstreitigkeiten folgte: Der Spiegel berichtet, dass die Server der Bundespolizei zweimal gehackt wurden.
