Anonym im Netz: Kostenlose Proxy-Dienste im Vergleich
Der Feind trotz Proxy: JavaScript
Welchen Proxy-Dienst Sie letztlich verwenden, hängt vor allem von Ihren Surf-Gewohnheiten ab: Wenn Sie bereits über ein hohes Grundmaß an Paranoia verfügen und permanent anonym unterwegs sein möchten, führt kein Weg an Proxy-Netzwerken vorbei. Derzeit macht hier im direkten Vergleich Tor den besseren Eindruck, aber auch JAP ist als softwareseitige Lösung für einen dauerhaften Blickschutz den Rewebbern vorzuziehen. Möchten Sie hingegen nur gelegentlich anonym sein oder vom Arbeitsplatz aus surfen, ohne dass der System-Administrator der Firma Ihnen auf die Finger klopft, sind Rewebber die Proxy-Dienste Ihrer Wahl. Praktisch ist hier zudem, dass auch die Spuren auf dem Computer selbst mit bedacht werden.
Grundsätzlich können Sie den Komfort und Funktionsumfang der Proxys durch Erweiterungen noch verbessern: Wenn Sie also mit dem Firefox unterwegs sind, können Sie sowohl Tor anonymer gestalten als auch die Rewebber leichter bedienen. Ein Hinweis noch zum Filesharing über Proxys: Zwar ist der Gedanke interessant, mit verschleierter Identität Daten zu tauschen, doch meistens macht diesem Bestreben die reduzierte Bandbreite beim Proxy-Betreib schnell einen Strich durch die Rechnung. Rewebber unterstützen diese Möglichkeit sowieso nicht, da sie sich nur um das HTTP-Protokoll kümmern - und bei Tor und JAP würde es der Ideologie dieser Projekte widersprechen, freiwillig angebotene Bandbreite mit Filesharing zu belasten und so anderen Usern die Möglichkeit des anonymen Surfens zu nehmen. Lesen Sie zu anonymem Filesharing in einem netzwelt-Artikel mehr.
Komplette Anonymität bietet trotz aller Mühen aber auch das Surfen über einen Proxy-Server nicht - zumindest so lange, bis JavaScript unter Kontrolle ist. Aktiviertes JavaScript öffnet dem Browser nämlich Tür und Tor, um Informationen über installierte Plugins, zuletzt besuchte Seiten, Dauer der Surf-Session und weitere beunruhigende Details preiszugeben. Was Sie - unter Umständen sogar mit aktiviertem Proxy - dank JavaScript alles der Außenwelt mitteilen, können Sie mit einem Java-Check überprüfen. Den Link dorthin finden Sie im Kasten am Ende des Artikels.
Zum Glück gibt es mehrere Möglichkeiten, JavaScript den Mund zu verbieten: Als Firefox-Nutzer sollten Sie unbedingt die Erweiterung NoScript installieren. So bestimmen nämlich Sie, welche Websites JavaScript ausführen dürfen und welche nicht. Beim Internet Explorer hilft das Tool XP-Antispy weiter: Hier können Sie Java- und ActiveX-Komponenten deaktivieren und den Browser so mundtot machen. Und denken Sie bei allen Vorsichtsmaßnahmen unbedingt daran, dass Ihre Sicherheit und Anonymität auch davon abhängen, wohin Sie so surfen und was Sie dort tun - denn eine verschleierte Identität soll Ihrem Computeralltag nutzen, nicht anderen schaden.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Proxydienste hier.
Links zum Thema
- Anonymitäts-Check
- IP-Tracking
- JavaScript-Test
- Firefox anonym: Unerkannt surfen mit Tor, FoxyProxy und NoScript
