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Windows 10: Systemstart mit diesen 6 Tipps beschleunigen und optimieren

Ihr wollt den Windows 10-Bootvorgang beschleunigen, Systemstart optimieren und euren PC anschließend deutlich schneller hochfahren. Mit diesen 6 Tipps und Tricks zeigt euch netzwelt, wie ihr Windows 10 in wenigen Sekunden startet und die Boot-Ladezeiten reduziert.

Windows 10: Systemstart mit diesen 6 Tipps beschleunigen und optimieren

Nicht nur rein optisch sondern auch technisch bringt das Windows 10-Betriebssystem einige Verbesserungen gegenüber seinen Vorgängern mit sich. Durch unnötige Dienste und lähmende Einstellungen bleibt aber viel Power auf der Strecke und das Microsoft-Betriebssystem bremst sich stellenweise selbst aus.

Deshalb erklären wir in diesem Artikel, wie ihr selbst Hand anlegen und euer Windows 10-System tunen könnt. So könnt ihr verschwendete Ressourcen freigeben, den Bootvorgang beschleunigen und Windows 10 einen spürbaren Leistungsschub verpassen:

  1. Tipp 1: Sekunden-Start dank Ruhezustand und Standy-Modus
  2. Tipp 2: Den Kaltstart und Bootvorgang beschleunigen
  3. Tipp 3: Unnötige Dienste deaktivieren und Autostart bereinigen
  4. Tipp 4: Aufräumen mit dem Windows Performance Toolkit
  5. Tipp 5: Windows 10-Festplatte defragmentieren und optimieren
  6. Tipp 6: Programme deinstallieren und Registry bereinigen
  7. Windows 10 beschleunigen: Und wie geht's weiter?

Windows 10-Backup erstellen und Einstellungen sichern

Auch wenn die nachfolgenden Tuning-Tipps eine deutliche Leistungssteigerung mit sich bringen, birgt das Experimentieren am Windows-Betriebssystem immer gewisse Risiken. Deshalb solltet ihr zunächst eine Windows 10-Datensicherung erstellen, anhand derer ihr euer System im Problemfall wiederherstellen könnt. Die dafür nötigen Tipps findet ihr auf unserer Backup-Themenseite.

Windows 10-Bootvorgang beschleunigen: Tipps zum Systemstart in Rekordzeit

Mit den nachfolgenden 6 Tipps und Tricks zeigen wir euch, wie ihr den Windows 10-Bootvorgang beschleunigen und euer System in Rekordzeit startet.

Tipp 1: Sekunden-Start dank Ruhezustand und Standy-Modus

Anstatt euren Computer gänzlich herunterzufahren, könnt ihr euren Windows-PC in verschiedene Energiesparmodi versetzen. Diese verbrauchen zwar minimal Strom, lassen euren Computer aber in wenigen Sekunden booten. Für Laptops und Desktop-Computer eignen sich dabei zwei unterschiedliche Einstellungen:

Der Ruhezustand für Laptops: Im Ruhezustand speichert euer Windows-Laptop eure geöffneten Dokumente und Programme auf eurer Festplatte und fährt dann normal herunter. Beim Booten werden die zuletzt geöffneten Fenster dann aus der temporären Datei geladen. Eventuell müsst ihr den Ruhezustand zunächst in den Einstellungen durch einen Rechtsklick auf das Windows-Symbol in den "Energieoptionen" unter "Auswählen, was beim Zuklappen geschehen soll" aktivieren, indem ihr einen Haken bei "Ruhezustand" setzt.

Der hybride Standby-Modus für Desktop-PCs: Im hybriden Standby-Modus werden eure geöffneten Dokumente und Programme sowohl im Arbeitsspeicher als auch auf der Festplatte gesichert. Durch die zusätzliche Speicherung auf der Festplatte verhindert der hybride Standby-Modus Datenverlust. Wie ihr den Ruhezustand oder hybriden Energiesparmodus aktiviert, zeigen wir euch in der verlinkten Anleitung.

Euer Windows-Computer verbraucht in den obigen Modi nur minimal Strom und überzeugt dennoch durch einen schnellen Sekunden-Start.

Tipp 2: Den Kaltstart und Bootvorgang beschleunigen

Vor dem eigentlichen Windows-Bootvorgang initialisiert das sogenannte BIOS ("basic input/output system"), beziehungsweise bei neueren Geräten das UEFI, die grundlegenden Systemkomponenten, was bei falschen Einstellungen unerwartet lange dauern kann.

Um den Vorgang zu beschleunigen, könnt ihr vor dem Booten eures Computers nicht umgehend benötigte, externe Komponenten entfernen. Dazu zählen beispielsweise am USB-Port angeschlossene Festplatten, auf denen das BIOS sonst nach bootfähigen Partitionen für den Systemstart suchen würde.

Zusätzlich könnt ihr im BIOS selbst einige Einstellungen vornehmen. Um in das Boot-Menü zu gelangen, müsst ihr kurz nach Anschalten des Computers die angezeigte Taste, meist F12, DEL oder eine andere F-Taste, drücken. Am BIOS solltet ihr nur mit äußerster Vorsicht und Genauigkeit experimentieren. Folgende Einstellungen solltet ihr aber ohne Bedenken vornehmen können, um den Systemstart zu beschleunigen:

Bezeichnung Funktion Pfad Status
USB UEFI BIOS Support USB-Geräte auf Boot-Partitionen überprüfen Config > USB Deaktivieren
USB FDD Boot-Reihenfolge: Booten per USB Startup > Boot Deaktivieren
USB HDD Boot-Reihenfolge: Booten per USB Startup > Boot Deaktivieren
USB-ZIP Boot-Reihenfolge: Booten per USB Startup > Boot Deaktivieren
PCI LAN Boot-Reihenfolge: Booten per ein Netzwerk Startup > Boot Deaktivieren
ATAPI Cdx Boot-Reihenfolge: Booten per CD Startup > Boot Deaktivieren
Other CD Boot-Reihenfolge: Booten über eine andere CD Startup > Boot Deaktivieren
Other HDD Boot-Reihenfolge: Booten über eine andere Festplatte Startup > Boot Deaktivieren
Systempartition Primäres Boot-Medium Startup > Boot An oberste Stelle setzen
Windows 10 Bootvorgang beschleunigen BIOS Einstellungen

Hinweis: Falls ihr euer System beispielsweise von einem USB-Stick startet, solltet ihr diese Einstellung natürlich nicht deaktivieren. Die Änderungen lassen sich jederzeit wieder rückgängig machen.

Tipp 3: Unnötige Dienste deaktivieren und Autostart bereinigen

Durch das Deaktivieren von unnötigen Diensten könnt ihr dem Windows 10-Betriebssystem einen deutlichen Tempo-Boost verpassen und euer System durch das zusätzliche Optimieren der Autostart-Einträge in erstaunlicher Rekordzeit booten lassen.

In einer separaten Anleitung widmen wir uns dem umfangreichen Thema und verraten euch im Detail, welche Windows-Dienste ihr deaktivieren und wie ihr den Programm-Autostart aufräumen könnt.

Tipp 4: Aufräumen mit dem Windows Performance Toolkit

Die Optimierung von Diensten und Autostart kann Windows zwar beschleunigen, greift aber oftmals nicht den Kern von Performance-Problemen auf. Um den Windows-Start wirklich tiefgreifend zu optimieren, bietet sich das Microsoft-eigene Windows Performance Tool an. Dieses analysiert euer System sehr ausführlich und räumt den Startprozess von Grund auf auf. Die Bedienung bedarf einiger Aufmerksamkeit.

Das Windows Performance Toolkit (WPT) ist Teil der Windows-SDK - einem Programmier-Kit für Software-Entwickler, welche ihr je nach verwendetem Betriebssystem in unterschiedlichen Varianten herunterladen müsst. Die Windows 10-SDK ist Abwärtskompatibel zu Windows 7 und 8/8.1. Windows Vista-Nutzer greifen auf die Windows 7-SDK zurück. Wichtig: Je nach eurem System ladet ihr entweder die 32- oder 64-Bit-Version der SDK herunter. Welche Windows-Variante ihr nutzt, findet ihr auf diesem Wege heraus.

Windows SDK
Windows SDK

Die Windows SDK ist eine Entwicklungsumgebung, die für die Programmierung von Windows-Anendungen eingesetzt wird. Wir bieten das Paket zum kostenlosen Download an.

Nach dem Download führt ihr die SDK aus, im Setup-Prozess werdet ihr gefragt, welche Bestandteile installiert werden sollen. Für unsere Zwecke genügt ein einziger Haken bei "Windows Performance Toolkit". Bestätigt ihr mit "Install", benötigt Windows einige Minuten für Download und Installation.

Windows Performance Toolkit - Installation.
Windows Performance Toolkit - Installation. (Quelle: Screenshot)

Nach erfolgreicher Installation lässt sich das WPT per Eingabeaufforderung (dazu "cmd" in das Suchfeld eintippen) mit "xbootmgr" ansprechen. Als erstes solltet ihr hier eine Analyse des Startvorgangs durchführen, die ihr per

startet. Obigen Befehl könnt ihr kopieren und in die Eingabeaufforderung einfügen. Der Pfad "C:\WPT" bestimmt den Speicherort des Analyseprotokolls. Diesen könnt ihr auf eurer Festplatte frei wählen und gegebenenfalls im Pfad anpassen.

Nach einem Neustart findet ihr die Analyseergebnisse im zuvor gewählten Ordner - etwa C:\WPT - wieder. Ein Doppelklick auf die enthaltene .etl-Datei ruft die Ergebnisse auf.

Die Ergebnisse sind sehr umfangreich, tiefgreifende Interpretationen bleiben Experten vorbehalten. Elemente aus der linken Fensterhälfte zieht ihr mit der Maus in das Feld weiter rechts, um diese im Detail einzusehen. Interessant könnte etwa die Info unter "CPU Usage by Process" sein - hier ermittelt ihr, welche Prozesse euren Computer beim Start besonders beanspruchen. Unter Umständen könnt ihr wie in Schritt 3 dieses Artikels beschrieben gegensteuern.

Windows Performance Toolkit - Auswertung
Windows Performance Toolkit - Auswertung (Quelle: Screenshot)

Erfreulicherweise beinhaltet das Toolkit allerdings einen automatischen Optimierungsmodus, der euch die Arbeit abnimmt. Dieser Prozess bedarf einer erneuten Aktivierung per Eingabeaufforderung, startet euren Computer mehrfach neu und kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Achtung

Wer eine SSD als Boot-Festplatte nutzt, sollte den folgenden Befehl nicht ausführen, da entsprechende Optimierungen hier wenig effektiv sind.

Den Optimierungsprozess aktiviert ihr per Eingabebefehl:

Tipp 5: Windows 10-Festplatte defragmentieren und optimieren

Von Zeit zu Zeit müsst ihr unter Windows die Laufwerke beziehungsweise Festplatten defragmentieren und optimieren. In der Regel erledigt das Betriebssystem diese Aufgabe zwar automatisch, gelegentlich kann die Defragmentierung aber eine Leistungssteigerung bewirken.

Der Vorgang lohnt sich vor allem für ältere Festplatten mit magnetischen Scheiben, wo zusammengehörige Informationsfragmente tatsächlich wieder zusammengebracht werden. Bei modernen SSD-Festplatten ist das Defragmentieren hingegen nicht zu empfehlen, da diese von Windows selbst optimiert werden.

Ohnehin verpassen SSDs eurem System eine enorme Leistungssteigerung und ihr solltet euer Windows 10-Betriebssystem im Idealfall auf einer SSD-Partition installieren. Weitere Informationen zu den schnellen Festplatten findet ihr auf unserer SSD-Themenseite.

Die Defragmentierung einer älteren Festplatte (HDD) startet ihr unter Windows 10, indem ihr diese im Computer-Explorer auswählt und oben unter "Verwalten" auf "Optimieren" klickt. In unserer Anleitung erklären wir euch die Schritte zur Festplattenoptimierung im Detail. Je nach Datenumfang und Fragmentierungsgrad kann der Vorgang teilweise wenige Minuten, teilweise aber auch einige Stunden dauern.

Tipp 6: Programme deinstallieren und Registry bereinigen

Wenn eure Festplatte aus allen Nähten platzt und der verfügbare Speicherplatz nahezu komplett belegt ist, bremst dies nicht nur euer System im Allgemeinen aus, sondern verhindert natürlich auch einen schnellen Systemstart. Deswegen solltet ihr alte und nicht verwendete Programme von eurem System vollständig entfernen. Wie das funktioniert, erklären wir euch Schritt für Schritt in der verlinkten Anleitung.

Abschließend empfehlen wir euch, eventuelle Datenrückstände in Form von veralteten Einträgen in der Windows-Registry zu entfernen. Dafür könnt ihr beispielsweise das kostenlose Windows-Tool RegCleaner verwenden.

Windows 10 beschleunigen: Und wie geht's weiter?

Mit weiteren Handgriffen könnt ihr versteckte Ressourcen aus dem Windows-System herauskitzeln. Wenn ihr keine manuellen Anpassen vornehmen wollt, optimieren und beschleunigen diese 11 kostenlosen Tuning-Tools euren Windows-PC.

Wenn ihr euren PC weiter beschleunigen wollt, empfehlen wir euch außerdem unsere Themenseite zur Systemoptimierung.

» Tipp: Die besten VPN-Anbieter für mehr Sicherheit und Datenschutz

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