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Cyborg auf zwei Reifen: BMW-Helm mit Head-Up-Display ausprobiert

BMW Motorrad stellt auf der CES in Las Vegas einen Klapphelm mit eingebautem Head-Up-Display vor. Vor dem Auge des Fahrers werden wichtige Informationen zu Strecke, Geschwindigkeit und sogar Zustand des Motorrades angezeigt. Wir haben den Spezialhelm in einem kurzen Test ausprobiert.

Zwei Kameras und ein Head-Up-Display, Akkulaufzeit von mindestens fünf Stunden: BMW will diesen ganz speziellen Motorradhelm in den kommenden Jahren zur Serienreife bringen.
Zwei Kameras und ein Head-Up-Display, Akkulaufzeit von mindestens fünf Stunden: BMW will diesen ganz speziellen Motorradhelm in den kommenden Jahren zur Serienreife bringen. (Quelle: BMW Motorrad)

Motorradfahrer sollten sich möglichst wenig ablenken lassen. Sagt der Fahrlehrer und jeder, der schon einmal "den Asphalt geküsst hat". Denn noch viel mehr als im Auto kann schon die kleinste Unaufmerksamkeit fatale Folgen haben. Ein im Helm verbautes Head-Up-Display soll dabei helfen, den Blick stets auf der Straße und nicht auf den Instrumenten zu behalten. Wir haben es ausprobiert und sind der Meinung: Das kann funktionieren.

Noch handelt es sich beim von uns ausprobierten Helm, der auch für Brillenträger geeignet ist, um ein Vorserienmodell. Laut Aussage von BMW ist eine Markteinführung in den "kommenden Jahren" jedoch sehr realistisch.

BMW-Helm mit Head-Up-Display

BMW-Helm mit Head-Up-Display auf der CES

Welche Informationen auf dem monochromen Display angezeigt werden, lässt sich frei programmieren. Neben Geschwindigkeit und Navigationshinweisen kann die Head-Up-Einheit auch den eingelegten Gang, die Öltemperatur oder den Reifendruck einblenden. Letzteres erfordert eine tiefe Einbindung in die Fahrzeugelektronik.

Im Prinzip handelt es sich daher beim vorgestellten Modell um den ersten Helm, der nur zu einer Hand voll (BMW)-Motorrädern kompatibel ist. Zumal die Steuerung über den so genannten Multicontroller, ein Drehrad am linken Lenkerende, erfolgt. Denkbar ist aber auch, dass BMW die Technik mit eingeschränktem Funktionsumfang auch als Zubehör für andere Helme anbietet.

Wo ist der Rest der Bande?

Die Verbindung zwischen Helm und Maschine erfolgt sowohl per Bluetooth als auch per WLAN und nutzt das Smartphone als Vermittler. Über den endgültigen Übertragungsweg ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen, teilte der Motorradhersteller uns während der CES mit.

Besonders praktisch: Seid ihr in einer Gruppe unterwegs, könnt ihr die Entfernung der einzelnen Gruppenmitglieder zueinander visuell ansprechend auf dem Head-Up-Display anzeigen lassen. Das Warten in der Kurve auf den verloren gegangenen Kumpel könnte damit der Vergangenheit angehören.

Motorräder ohne Rückspiegel?

In einer etwas ferner Zukunft könnten Helme dieser Machart sogar die Rückspiegel ersetzen und im Head-Up-Display ein Bild des rückwärtigen Verkehrs einblenden. Schon unserer Helm hatte zwei Kameras verbaut. Die vordere lässt sich als Actioncam verwenden, was die etwas befremdlichen GoPro-Aufbauten überflüssig machen würde.

netzwelt meint

Elektronik spaltet seit langem die Motorradgemeinde. Die Klapphelme von BMW sowieso. Doch der Sicherheitsaspekt dieses Head-Up-Displays steht unserer Meinung nach nicht zur Debatte. Wir wünschen uns, dass nicht nur BMW dieses Sicherheitsplus für seine Motorräder anbietet, sondern dass es in naher Zukunft (plattformübergreifende) Lösungen auch von anderen Herstellern geben wird.

In unserem großen Motorradhelme-Test findet ihr Vergleiche und ausführliche Reviews.

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