LENOVO YOGA BOOK C930

Lenovo Yoga Book C930 im Test: Flexi-Notebook mit Touch- und E-Ink-Display

Notebooks sehen im Grunde immer gleich aus? Nicht so das Lenovo Yoga Book C930. Denn diese Mischung aus Laptop und Tablet-PC hat zwei Displays, eines davon ist als E-Ink-Display ausgelegt, das auch als Tastatur dient. Wie sich das Gesamtpaket anfühlt, erfahrt ihr im ausführlichen Test.

Lenovo Yoga Book C930 im Test

Lenovo Yoga Book C930
Redaktionswertung 7,0 Leserwertungen
87 Bewertungen
Design
9,0
Display
9,0
Leistung
5,0
Ausstattung
7,0
Multimedia
9,0
ab 1.349,00€
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Liebenswerter Exot

Alles ist neu, alles ist so anders: Beim ersten Ausprobieren bereitet das neue Yoga Book C930 jede Menge Freude. Doch die Euphorie bekommt erste Risse, wenn längere Texte auf der E-Ink-Tastatur getippt werden sollen. Für mehr als mittellange Notizen reicht es nicht. Auch schöpft Lenovo das volle Potential des E-Ink-Displays (noch) nicht aus. Das Konzept eines leichten, flexiblen Convertibles mit ausreichender Leistung an sich überzeugt auf ganzer Linie. Wir ziehen den Hut vor Lenovo für dieses mutige Konzept, würden uns das Yoga Book C930 zu diesem Preis aber nicht kaufen, da es zu kompromissbehaftet ist.

Das hat uns gefallen

  • Konzept
  • tolles Multimedia-Gerät
  • gestochen scharfes Haupt-Display
  • kein Lüfter

Das hat uns nicht gefallen

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Klopf-Geste funktioniert schlecht
  • E-Ink-Tastatur nur für Notizen geeignet
  • Fingerabdruckscanner schwer ertastbar
  • Tasten nicht beleuchtet
  1. Design und Verarbeitung
  2. E-Ink- und Hauptdisplay
  3. So schreibt es sich auf einer E-Ink-Tastatur
  4. Leistung
  5. Multimedia
  6. Lenovo Yoga Book C930 kaufen: Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit

Gelungenes Konzept, saubere Ausführung - so urteilten wir über das erste Lenovo Yoga Book. Damals überraschte Lenovo auf der IFA mit einem ultraleichten Notebook-Ersatz, der aus zwei klappbaren Display-Hälften bestand und für Staunen sorgte. Vielleicht hat man es hier mit den vielen Möglichkeiten aber auch schlichtweg übertrieben.

Denn das erste Yoga Book gab es sowohl mit Windows als auch mit Android. Die zweite Bildschirmhälfte diente als riesiges Trackpad, virtuelle Tastatur, Mausersatz und Notizblock für echtes Papier gleichermaßen. Davon sieht der chinesische Hersteller bei der Neuauflage nun ab. Das Yoga Book C930 gibt es ausschließlich mit Windows 10. Und das universelle, untere Tastatur-Display des Vorgängers weicht im Jahr 2018 einem reinen E-Ink-Display.

Design und Verarbeitung

Die Verarbeitungsqualität des uns zu Verfügung gestellten Yoga Book C930 ist auf den ersten Blick wie beim Vorgänger sehr gut. Wir können keine auffälligen Spaltmaße oder Ähnliches erkennen. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf, dass sich der Bereich rund um den verbauten Fingerabdrucksensor leicht eindrücken lässt. Auf Grund eines offenbar vorhandenen Hohlraums unterhalb des E-Ink-Displays "klebt" die obere Schicht dann kurz an der unteren, nur um sich kurze Zeit später mit einem leisen Schmatz-Geräusch wieder zu lösen. Das ist im Alltag zwar nicht weiter tragisch, trübt den ansonsten sehr hochwertigen Eindruck des ungewöhnlichen Hybrid-Notebooks aber in unseren Augen.

Umso mehr sind wir vom niedrigen Gewicht beeindruckt. Unser Testgerät wiegt nicht einmal 800 Gramm und verfügt über ein eingebautes LTE-Modul. Die Variante ohne solches bringt mit 775 Gramm sogar noch etwas weniger auf die Waage.

E-Ink- und Hauptdisplay

Beide Displays sind 10,8 Zoll groß und trennen sich erst voneinander, nachdem wir zwei Mal kurz auf den Deckel geklopft haben. Oder auch nicht - der magnetische Mechanismus, so cool er im Video auch erscheinen mag, hat seine Tücken. Oft reagiert das Yoga Book überhaupt nicht auf Klopfzeichen. Dann hilft ein längerer Druck auf die seitliche Lautstärketaste.

Zur Not könnt ihr beide Displayhälften auch mit den Fingernägeln auseinander bekommen. Klappt der Klopf-Trick, gibt eine Magnetverbindung begleitet von elektrischem Summen die beiden Hälften wie von Geisterhand frei und gewährt uns einen Blick auf das Innenleben. Natürlich fällt der Blick umgehend auf die untere E-Ink-Hälfte. Dennoch wollen wir kurz ein paar Worte über das Hauptdisplay verlieren.

Im Vergleich zum Vorgänger ist es leicht gewachsen, von vormals 10,1 auf nun 10,8 Zoll. Dies erreicht der Hersteller vornehmlich durch dünnere Bildschirmränder. Die Auflösung ist mit 2.560 x 1.600 Bildpunkten dermaßen hoch, dass die Windows-Zoom-Einstellung bei 200 Prozent ab Werk liegt. Der Darstellung von Bildern kommt dies natürlich zugute. Überhaupt hinterlässt die 400 Nits helle Anzeige einen guten Eindruck, da die Farben schön kräftig wirken. Leider spiegelt der Touchscreen, wie die meisten Displays aktueller Notebooks und Tablet-PCs recht stark. Die Blickwinkel fallen sehr großzügig aus. Zu Farbumkehrungen oder einem Helligkeitsabfall kommt es selbst aus extrem spitzem Winkel nicht.

Prunkstück am neuen Yoga Book ist natürlich das ebenfalls 10,8 Zoll messende E-Ink-Display - mit all den von E-Book-Readern bekannten Vor- und Nachteilen. Als Nachteil empfanden wir im Test vor allem die recht trägen Umschaltzeiten der Anzeige. Ab und an zeigten sich zudem wie eingebrannt wirkende "Reste" von vorangegangenen Darstellungen.

Dem Lenovo Yoga Book C930 begegneten wir erstmalig auf der IFA 2018 in Berlin. Das Video beschreibt unseren Ersteindruck.

Das Schreibgefühl ist ungewohnt. Das war beim Vorgänger-Modell genauso. Nach einer Zeit gewöhnt man sich daran, auch, weil Lenovo viel dafür tut, das Tippen so natürlich wie möglich wirken zu lassen. Bei jedem Druck auf eine Taste gibt es eine kleine Animation, die diesen Vorgang unterstreicht. Ein kräftiger Vibrationsmotor liefert sogar haptisches Feedback. Der Motor erzeugt jedoch neben Vibrationen auch unpassende Geräusche, was der Illusion hinderlich ist.

So schreibt es sich auf einer E-Ink-Tastatur

Wir haben es versucht, doch leider stellt sich auch nach zweiwöchigem Praxis-Einsatz heraus, dass wir auf der E-Ink-Tastatur nie so schnell tippen werden können, wie auf einer herkömmlichen Notebook-Klaviatur. Das hat mehrere Gründe. Da die Tasten logischerweise vollkommen eben sind fällt es schwer, sie blind zu treffen. Es fehlen die Ankerpunkte. Schnellschreibern kommt das in die Quere. Wer mit dem so genannten "Zehn-Finger-Suchsystem" schreibt, also jede Taste mit spitzem Finger anvisiert, wird weniger Probleme haben.

Egal zu welcher Gruppe ihr euch zählt - ihr werdet bei längeren Texten eine Handballenauflage genauso vermissen, wie die iPad Pro-Nutzer. Auch die Tatsache, dass sich das E-Ink-Display und damit die Tasten nicht beleuchten lässt, muss erwähnt werden. Im Dunkeln hilft dann unter Umständen nur, die Displayhelligkeit der Hauptanzeige hochzudrehen, damit ein wenig Licht auf das E-Ink-Feld fällt. Klasse hingegen: Lenovo bietet euch die Wahl aus vier verschiedenen Tastatur-Layouts. In der Ansicht "modern" verschwindet das virtuelle Touchpad sogar bei Bedarf. Eventuell liefert der Hersteller mit der Zeit ja hier noch mehr Designs nach.

Auf dem E-Ink-Display könnt ihr mit dem nicht im Lieferumfang enthaltenen Stift auch zeichnen. Zu Verzögerungen (Latenz) kommt es dabei kaum, wie ihr im Video sehen könnt. Der Stift unterstützt 4.096 Druckstufen und wird per Bluetooth mit dem Lenovo Yoga Book verbunden. Für feine Zeichnungen ist die Auflösung des E-Ink-Displays dann aber doch zu grob. Der Stift haftet zwar magnetisch am Lenovo Yoga Book C930. Steckt ihr das Duo jedoch so in den Rucksack oder die Aktentasche, geht der Stift mit Sicherheit "stiften" und die Suche nach ihm beginnt.

Leistung

Im Inneren des Lenovo Yoga Book steckt wahlweise ein Intel Core m3-7Y30 oder ein Intel Core i5-7Y54, vier Gigabyte Arbeitsspeicher und bis zu 256 Gigabyte SSD-Kapazität. Durch Einlegen einer microSD-Karte könnt ihr den Speicher um maximal weitere 512 Gigabyte aufstocken. Ein Lüfter ist nicht verbaut; das System arbeitet lautlos. Wir haben bei uns die Version mit spromsparendem Intel Core i5-7Y54 im Test. Es handelt sich wie beim neueren Prozessor im aktuellen Apple MacBook Air um einen Dual-Core-Prozessor, der speziell für stromsparendes Arbeiten in lüfterlosen Systemen entwickelt wurde.

Die Benchmark-Ergebnisse liegen noch unter denen des MacBook Air, dennoch zeigt sich der Prozessor als gute Wahl. Denn obwohl es prinzipiell möglich wäre, dürften wohl nur die wenigsten Interessenten auf die Idee kommen, beim Yoga Book handele es sich um ein Gaming-Notebook oder einen Desktop-Ersatz. Im Alltag stoßen wir bei typischen Aufgaben wie dem Surfen im Netz, dem Verfassen von E-Mails und dem Öffnen selbst großer Tabellen unter Excel noch lange nicht an Leistungsgrenzen. Dennoch hätten wir uns mit Blick auf das Preisschild für die Zukunft mehr Leistungsreserven gewünscht.

Lenovo Yoga Book C930
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Lenovo Yoga Book C930

Benchmarkreihe unter Cinebench R15. Das Gehäuse war auf der Rückseite gegen Ende der Testreihe rund 43 Grad Celsius warm.

Multimedia

Die Tastatur taugt wie beschrieben eher für die Eingabe von kurzen Notizen und nicht zum Verfassen eines Romanes. Doch wie sieht es mit den Multimedia-Fähigkeiten des Yoga Book C930 aus? Kurzum: Hervorragend. In einer solch kompakten Form spielt das Yoga-Prinzip mit den vier unterschiedlichen Betriebsmodi "Laptop, Tablet, Stand und Zelt" seine volle Stärke aus. So ist das Yoga Book C930, welches ihr bitte nicht mit dem völlig anderen Lenovo Yoga C930 verwechseln solltet, etwa noch leicht genug, um es im Tablet-Modus in einer Hand halten zu können. Und auch den Stand-Modus, bei dem das Display näher an den Betrachter rückt, erlebten wir nie so bequem, wie beim lüfterlosen Yoga Book.

Dazu passen die recht guten Lautsprecher, die jedoch nicht immer freie Bahn zu euren Ohren haben. Hier wiederum spielt das Yoga C930 seine Stärken aus, da es über eine sich mitdrehende Soundbar verfügt.

Lenovo Yoga Book C930 in Bildern

Erste Bilder zum Lenovo Yoga Book C930

Lenovo Yoga Book C930 kaufen: Preis und Verfügbarkeit

Das Yoga Book C930 ist bereits erhältlich. Mit Preisen von 1.169 Euro bis 1.599 Euro ist es leider grob doppelt so teuer, wie der nicht mehr erhältliche Vorgänger mit Android.

Lenovo Yoga Book C930

Lenovo Yoga Book C930
Redaktionswertung 7,0 Leserwertungen
87 Bewertungen
Design
9,0
Display
9,0
Leistung
5,0
Ausstattung
7,0
Multimedia
9,0
ab 1.349,00€
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Transparenzhinweis: Das Yoga Book C930 wurde uns von Lenovo zu Verfügung gestellt.

Sagt euch nicht zu? Ihr sucht nach passenden Alternativen? Eine umfangreiche Liste an Lenovo Yoga Book C930-Alternativen halten wir für euch in unserer Tablet-Übersicht bereit.

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