GOOGLE PIXEL 4

Google Pixel 4 (XL) im Test: Diese Handys bleiben unter dem Radar

Googles Pixel 4 und Pixel 4 XL bringen allerlei neue Features und Veränderungen mit sich - etwa ein Mini-Radar. Obwohl beide Oberklasse-Handys in der Theorie spannende Neuerungen bieten, ernten sie im Praxis-Test dafür viel Kritik.

Google Pixel 4 im Test

Google Pixel 4
Redaktionswertung 6,8 Leserwertungen
34 Bewertungen
Design und Verarbeitung
7,0
Ausstattung und Bedienung
7,0
Sprachqualität
7,0
Akkulaufzeit
5,0
Kamera und Multimedia
8,0
ab 442,41€
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Nicht schlecht, aber zu viel verschenktes Potenzial

Google möchte mit den Pixel-Smartphones iPhone-Alternativen mit Android bieten - Harmonie aus Soft- und Hardware. So schön das in der Theorie klingt, in der Realität klappt dies bislang nicht. Zu ambitioniert werden einige Features entwickelt und beworben, und dabei wichtige Aspekte bei der Ausstattung vernachlässigt. Die "weniger ist mehr"-Taktik von Apple resultiert bei Google in zu vielen Schnitzern bei der Hardware und einigen halbgaren Software-Funktionen. Obwohl die Pixel 4-Modelle in einigen Bereichen glänzen, überzeugt das unausgewogene Gesamtpaket zu diesen Preisen nicht. Insgesamt sind die Smartphones nicht auf der Höhe mit der restlichen Oberklasse-Konkurrenz.

Das hat uns gefallen

  • gute Haptik und Verarbeitung
  • OLED-Display mit 90 Hertz
  • sehr gute Fotoqualität

Das hat uns nicht gefallen

  • kaum Funktionen für Motion Sense
  • nur 64 GB Speicher im Basismodell
  • relativ kurze Akkulaufzeit

Aktuelle Meldungen

Für das Google Pixel 4 ist eine neue Betriebssystemversion verfügbar

Google versorgt seine Pixel-Handys mit Android 13. Neben neuer Features behebt das Update auch jede Menge Fehler. Rund 150 Bugfixes sollen an Bord sein.

Aktuell verfügbare Version: Android 13

Die Bewertung der beiden Pixel 4-Modelle stellte eine Herausforderung dar, denn in bestimmten Kategorien sind die Handys überaus gut, in anderen wiederum unterdurchschnittlich. Beginnen wir direkt mit den Preisen. Für 749 Euro startete am 24. Oktober das Pixel 4 mit 64 Gigabyte Speicher. Doppelt so viel Speicherplatz gibt es für weitere 100 Euro.

Preise und Verfügbarkeit

Das größere Pixel 4 XL wird für 899 beziehungsweise 999 Euro angeboten. Im Vergleich zu den beiden Vorgängermodellen aus 2018 ist die Pixel 4-Reihe zum Marktstart sogar etwas günstiger. Googles Pixel 3 und Pixel 3 XL erschienen ursprünglich für 849 beziehungsweise 949 Euro, die Varianten mit mehr Speicher kosteten 949 und 1.049 Euro.

Bis auf das iPhone 11 Pro (Max) und Samsungs Note 10-Reihe ist die Konkurrenz in der Oberklasse günstiger. Selbst das reguläre iPhone 11 kostet im Internet ungefähr so viel wie das Pixel 4-Basismodell. Googles neue Handys müssen sich also gegen niedriger bepreiste Top-Smartphones wie das OnePlus 7T, Huawei P30 Pro oder Galaxy S10 behaupten - von Preis-Leistungs-Alternativen à la Xiaomi und Honor mal ganz zu schweigen.

Design

Während die Konkurrenz auf Farbverläufe, gekrümmte Glasrückseiten und dünne Rahmen setzt, geht Google beim Design in die entgegengesetzte Richtung. Das Pixel 4 ist in Schwarz, Weiß und neuerdings einem leuchtenden Orange verfügbar, das XL-Modell wird hierzulande nicht in letzterer Farbe angeboten und auch beim regulären Pixel 4 gibt es den Oh So Orange genannten Farbton nur in der Variante mit weniger Speicher. Der Metallrahmen ist in jeder Farbvariante mattschwarz und fühlt sich nahezu rau an.

Ebenfalls komplett matt ist neuerdings die Glasrückseite, allerdings nur in Weiß und Orange. Unerklärlicherweise ist das schwarze Pixel 4 (XL) hinten glänzend, weshalb Fingerabdrücke dort besonders zur Geltung kommen. Das minimalistische Design der Pixel 4-Reihe hebt sich von den direkten Vorgängern ab, doch Googles Mix aus verspielten Akzenten und schlichtem, industriellem Look ist abermals vorhanden. Der Fingerabdrucksensor ist von der Rückseite verschwunden - dafür ist das Kameramodul nun größer und macht sich in der oberen linken Ecke als schwarzes Quadrat breit. Aus unserer Sicht stört es das ansonsten so schlichte Design leicht, zudem ragt es etwas aus der ansonsten flachen Rückseite hervor.

Google Pixel 4 (XL) in Bildern

Bilder des Pixel 4 und Pixel 4 XL aus der Redaktion und vom Google-Event in Hamburg.

Haptisch können beide Smartphones durchaus punkten, denn aufgrund der matt texturierten und ebenen Oberflächen liegen sie sicher in der Hand. Anzumerken ist jedoch, dass die Rückseiten sich aufgrund der Beschichtung nicht nach Glas, sondern beinahe schon gummiert anfühlen. Wir sehen dies nicht als negativen Aspekt an, doch es könnte eventuell den ein oder anderen stören.

Uns ist der Formfaktor des Pixel 4 XL etwas zu groß im Vergleich zu anderen Handys mit ähnlicher Bildschirmdiagonale. Das kleinere Pixel-Handy empfinden wir wiederum als positiv kompakt, da es bis auf das Galaxy S10e kaum Alternativen dieser Größenordnung in der Android-Oberklasse gibt. Durch ihr relativ geringes Gewicht von 162 beziehungsweise 193 Gramm liegen die Pixel 4-Modelle nicht allzu schwer in der Hand, sondern vermitteln in Kombination mit ihrer Optik zuweilen ein wenig das Gefühl eines Spielzeugs. Die gute Haptik gleicht dies beim Benutzen aus, allerdings wirkt das Design trotz des schlichten Google-Stils insgesamt etwas uninspiriert. Das dürfte wohl damit zusammenhängen, dass kurz zuvor die sehr ähnlich aussehenden iPhone 11 Pro-Modelle erschienen sind.

Die Funktion Active Edge, die mithilfe druckempfindlicher Sensoren im Rahmen der Handys realisiert wird, ist erneut vorhanden, und ermöglicht es jederzeit schnell den Google Assistant aufzurufen. Zudem sind die internen Komponenten vor eindringendem Wasser und Staub nach IP68 geschützt. Einen Kopfhöreranschluss gibt es nicht und einer der beiden Lautsprecher ist auf die Unterseite neben den USB-C-Anschluss gewandert. Extras, wie ein Infrarotsender, sind ebenfalls nicht verbaut und es gibt beim SIM-Schacht nur Platz für eine physische Karte. Dual-SIM-Funktionalität ist trotzdem gegeben, sofern ihr bei eurem Anbieter eine digitale eSIM erhalten könnt.

Face Unlock und Motion Sense

Die Front beider Handys wurde gegenüber der Vorgängergeneration sichtlich verändert. Der untere Rand ist deutlich geschrumpft und oben gibt es nun auch beim XL-Modell einen durchgängigen Rahmen anstatt der beim Pixel 3 XL kritisierten Einkerbung (Notch). Dieser obere Balken fällt aber leider ziemlich breit aus und erinnert dadurch an Handys aus 2016, denn selbst das Galaxy S8 bot schmalere Bildschirmränder.

Google verbaut dort abseits der Frontkamera noch zwei Infrarotkameras und weitere Technik, die unter anderem eine 3D-Gesichtsentsperrung namens Face Unlock ermöglicht. Im Test funktionierte diese stets zuverlässig und schnell. Die Pixel-Smartphones erkennen durch den ebenfalls im Rahmen verbauten Soli-Radarchip, wenn ihr euch dem Gerät nähert, weshalb sie in der Regel bereits beim Anheben entsperrt waren.

Der Hersteller scheint damit endlich die sichere und schnelle Android-Alternative zu Apples Face ID geschaffen zu haben, jedoch fällt dafür auch leider der klassische Fingerabdrucksensor weg. Zudem unterstützen noch nicht alle Banking-Apps die neue Gesichtsentsperrung und es gibt noch ein Sicherheitsrisiko: auch mit geschlossenen Augen entsperrt das jeweilige Smartphone. So könnte euch jemand beispielsweise im Schlaf das Handy entwenden, vor euer Gesicht halten und Zugriff auf eure Daten bekommen. Dieses Problem möchte Google in einem zukünftigen Update beheben - wann der Patch erscheint, ist aber unbekannt.

Der neue Soli-Radarchip kann aber noch mehr, denn er ermöglicht einige Gesten, mit denen ihr berührungslos Aktionen auf dem Gerät ausführen könnt. Beispielsweise lassen sich Titel während der Musikwiedergabe somit leicht wechseln oder ein abgelaufener Timer rasch stumm schalten. Ansonsten könnt ihr noch mit einem zusätzlichen Pokémon-Live-Hintergrund interagieren. Leider funktionierte die als Motion Sense bezeichnete Gestenerkennung im Test aber nicht immer zuverlässig und weitere Funktionen gibt es bislang dafür nicht. Damit bleibt die Technologie vorerst ein Gimmick.

In der Theorie wären sicherlich einige praktische Einsätze mit Motion Sense möglich, aktuell rechtfertigt das Miniradar aus unserer Sicht aber nicht den verhältnismäßig großen Rand, der für eine unausgeglichene Optik sorgt. Wir fragten uns beim Wechseln der Musik mit wilden Wischbewegungen übrigens des Öfteren, welchen Vorteil dies überhaupt bietet, wenn man einfach wenige Zentimeter tiefer auf das Display tippen könnte.

Top-Smartphones von Apple, OnePlus, Samsung und Xiaomi im Vergleich: Das ist das beste Handy 2022

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Display

Das AMOLED-Display ist je nach Modell entweder 5,7 oder 6,3 Zoll groß. Beim normalen Pixel 4 löst das flache Panel in Full-HD+ auf und beim XL-Modell in QHD+. Der Weißton des Displays kann sich dem Umgebungslicht entsprechend anpassen, also wie True Tone bei Apple-Geräten. Im Gegensatz zu Letzterem fällt diese Option beim Pixel 4 (XL) aber kaum spürbar aus. Jeweils liegt die Bildwiederholfrequenz bei 90 Hertz, wodurch Inhalte wesentlich flüssiger dargestellt werden. Zuletzt gab es dieses Feature bereits beim günstigeren OnePlus 7T.

Laut Google wird dynamisch zwischen 90 und 60 Hertz gewechselt, um bei einigen Apps wie Google Maps, Waze oder Pokémon Go Energie zu sparen. Leider schaltet das Display allgemein aber nur auf die höhere Bildwiederholfrequenz, wenn die Helligkeit auf mindestens 75 Prozent eingestellt ist. Bei niedrigeren Helligkeitsstufen werden nur 60 Hertz dargestellt. In den Entwicklereinstellungen kann man 90 Hertz zwar dauerhaft erzwingen, allerdings steigt dadurch der Stromverbrauch stark. Die Implementierung von 90 Hertz gelingt anderen Herstellern insgesamt besser.

Beide Displays sind im Vergleich zu Konkurrenzmodellen nicht sonderlich hell, was dazu führt, dass die Helligkeit im Außeneinsatz oft sehr hoch eingestellt ist - dies erhöht abermals den Stromverbrauch. Qualitativ sehen die Bildschirme beider Pixel-Handys ansonsten gut aus, erneut müssen wir jedoch betonen, dass Google die wohl uneleganteste Lösung zur Vermeidung der kontroversen Einkerbung gewählt hat.

Kameras

Als klares Hauptmerkmal der Pixel-Serie gilt die Kamera. In der vierten Generation ist erstmals eine Dual-Kamera auf der Rückseite verbaut. Bei der Hauptkamera handelt es sich um den gleichen 12-Megapixel-Sensor wie zuvor, den mittlerweile älteren Sony IMX363, die Blende ist mit f/1.7 aber etwas lichtstärker. Die neue Sekundärkamera bietet eine zweifache Teleoptik, ebenfalls eine optische Stabilisierung und eine Blende von f/2.4. Mithilfe von Googles "Super Res Zoom" ist ein achtfacher Hybrid-Zoom möglich. Uns fiel während des Tests in der Kamera-App auf, dass bereits ab der Zoomstufe 1,8 auf die Telekamera gewechselt wurde.

Eine 8-Megapixel-Frontkamera dient für Selfies. Sie besitzt eine Blende von f/2.0 und eine leicht weitwinklige Optik. Die Front-Weitwinkelkamera des Pixel 3 (XL) ersetzt sie aber nicht, Google musste die zweite Kamera auf der Vorderseite für die neuen Sensoren streichen. Videos können mit der Selfie-Kamera maximal in Full-HD bei 30 Bildern pro Sekunde (fps) aufgenommen werden. Die Hauptkamera nimmt Videos maximal in 4K bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Einen Modus für Superzeitlupenvideos (960 fps) gibt es nicht.

Smartphones der Konkurrenz bieten im Vergleich mehr Videofunktionen. Allgemein sind die Videoaufnahmen der Pixel 4-Geräte qualitativ gut, vor allem wegen einer soliden Stabilisierung, aber nicht exzellent - beispielsweise ein Galaxy S10 oder ein iPhone 11 erzeugen nochmal deutlich bessere Videos.

Neu ist der sogenannte Astrofotografiemodus, der automatisch im Nachtmodus aktiviert wird, wenn es dunkel ist und das jeweilige Smartphone sich nicht bewegt. Dafür muss es an etwas angelehnt sein oder sich auf einem Stativ befinden, denn still in der Hand halten reicht nicht aus. Danach nimmt die Kamera bis zu viereinhalb Minuten lang jeweils 15-sekündige Langzeitbelichtungen vom Himmel auf und rechnet diese zusammen. Die Sterne werden dabei besonders hervorgehoben und ohne Schlieren abgebildet, die normalerweise bei solch einer langen Aufnahme durch die natürliche Erdrotation entstehen.

Google Pixel 4 (XL): Kamera-Aufnahmen

Fotos, die mit dem Google Pixel 4 (XL) aufgenommen wurden. Zum Vergleich auch einige Fotos von anderen Handys.

Die Resultate sind zugegebenermaßen sehr ansehnlich, sofern sie in einer abgelegenen Umgebung mit geringem "Lichtsmog" entstanden sind. In der Stadt gelangen uns keine sonderlich guten Fotos vom Sternenhimmel. Der Modus ist insgesamt beeindruckend, aber vermutlich werden Besitzer eines Pixel 4 (XL) diesen nicht allzu oft nutzen, da viele Bedingungen (wenig Umgebungslicht, möglichst ein Neumond, ein klarer Himmel und keine Wackler) für brauchbare Ergebnisse erfüllt werden müssen. Als "Killer-Feature" erachten wir es demnach nicht. Besitzer eines Pixel 3 (XL) oder Pixel 3a (XL) erhalten die Funktion übrigens per Update.

Wirklich praktisch ist hingegen die Tatsache, dass neuerdings in der Kamera-App noch vor Betätigen des Auslösers die Vorschau in HDR angezeigt wird. Damit erhalten Nutzer einen Eindruck vom verarbeiteten Foto, ohne es nach der Aufnahme erst in der Galerie fertig zu sehen. Zudem lassen sich vor der Aufnahme nun die Belichtung und die Schatten unabhängig voneinander regulieren. So könnt ihr Details in dunklen Bereichen des Bildes zum Vorschein bringen, ohne helle Bereichen überzubelichten. Oftmals sorgte dies allerdings für extremes Bildrauschen.

Allzu viel müssen wir zu den Fotos des Pixel 4 (XL) wohl nicht erwähnen, denn erneut sind sie in den meisten Situationen sehr gut. Besonders die Portraiteffekte überzeugen, zumal dabei auch stets eine Version des Bildes ohne die zusätzliche Hintergrundunschärfe abgespeichert wird. Bei unseren Testgeräten gab es leider öfters Probleme mit der Dynamik bei Tageslichtaufnahmen. Entweder war das Foto insgesamt zu dunkel oder in den Randbereichen entstand auffälliges Bildschrauschen. Der bekannte HDR-Look der von Googles Pixel-Handys weiß vielen zu gefallen, jedoch empfanden wir ihn teilweise zu überzeichnet.

Samsung, Apple und sogar OnePlus haben 2019 spürbar in puncto Fotoqualität aufgeholt, was auch damit zusammenhängt, dass Google dieses Jahr keine sonderlichen Neuerungen gewagt hat. Ja, es gibt nun eine Telekamera, allerdings auch nur mit einem zweifach optischen Zoom.

Die meisten anderen Handys aus diesem Jahr verfügen des Weiteren über eine Weitwinkelkamera, sogar in niedrigen Preisklassen. Schade, dass die so stark auf die Kamera fokussierte Pixel-Serie dies nicht bietet. Auch eine Funktion für Makroaufnahmen fehlt dem Pixel 4 und Pixel 4 XL. Im Fotovergleich haben wir öfters die Aufnahmen eines iPhone 11 Pro oder gar OnePlus 7T sogar bevorzugt. Damit sich kommende Pixel-Modelle die Kamera-Krone zurückholen könnten, müsste Google in diesem Segment mehr vorlegen, anstatt nachzuziehen.

Leistung

Als Prozessor setzt Google auf den Qualcomm Snapdragon 855. Der Achtkern-Chip findet sich in vielen weiteren Top-Handys aus 2019 wieder und bietet mehr als genügend Leistung für anspruchsvolle Apps und Spiele. Seit einigen Monaten gibt es aber mit dem Snapdragon 855+ auch eine etwas schnellere Variante.

Da selbst wesentlich günstigere Smartphones den 855+ verwenden und bereits mit dem Snapdragon 865 die nächste Prozessorgeneration vor der Tür steht, ist es demnach etwas schade, dass Google in den Top-Modellen nicht zumindest den 855+ verbaut. Nicht, dass ihr den Unterschied wirklich spüren würdet, aber wir bekamen dadurch das Gefühl, nicht die neueste Oberklasse-Ausstattung zu erhalten, die zu diesen Preisen angebracht wäre.

Bei anhaltender Last drosselte das XL-Modell im Leistungstest die Leistung um höchstens 22 Prozent und erhitzte sich auf der Außenseite nicht dramatisch. In Benchmarks schnitten beide Geräte erwartungsgemäß gut ab, einige Konkurrenzmodelle mit identischem Prozessor konnten zuweilen aber noch etwas besser abschneiden. Das reguläre Pixel 4 erzielte jeweils übrigens geringfügig höhere Ergebnisse als das XL-Modell, was auf die niedrigere Bildschirmauflösung zurückzuführen ist. Die Werte seht ihr nachfolgend.

Benchmark / Handy Pixel 4 XL (SD 855) Huawei P30 Pro (Kirin 980) Galaxy Fold 5G (SD 855)
AnTuTu 407.085 Punkte 412.061 Punkte 464.710 Punkte
Geekbench (Single-Core) 639 Punkte 707 Punkte 747 Punkte
Geekbench (Multi-Core) 2.488 Punkte 2.529 Punkte 2.718 Punkte
Google Pixel 4 XL: Benchmark-Ergebnisse

Erläuterung: AnTuTu und Geekbench sind wohl die populärsten Tools zum Messen der Leistungsfähigkeit des eigenen Smartphones. Beide Apps prüfen nicht nur die Leistungsfähigkeit des Prozessors (CPU), sondern auch andere Komponenten wie die Grafikeinheit oder den Arbeitsspeicher. Je höher die Punktzahl ausfällt, umso besser ist das Ergebnis. Seit Ende September 2019 testen wir mit Geekbench 5 anstatt Geekbench 4.

Speicher

Der Arbeitsspeicher wurde auf insgesamt sechs Gigabyte erhöht. Für sogenannte "heavy user" ist dies vermutlich ein Segen, denn das Pixel 3 hatte zuvor mit vier Gigabyte Probleme, Apps langfristig bei starkem Multitasking aktiv zu halten. Einige Konkurrenten bieten natürlich noch mehr Arbeitsspeicher, aber trotzdem ist das Upgrade willkommen.

Beim Kauf des Pixel 4 (XL) habt ihr die Wahl zwischen 64 oder 128 Gigabyte Speicherplatz. Leider ist der Gerätespeicher weiterhin nicht erweiterbar und es handelt sich um den UFS 2.1-Speichertyp, nicht den neueren und schnelleren UFS 3.0-Speicher. In diesem Preisbereich hätten wir da mehr erwartet, denn uns stört sowohl die verhältnismäßig geringe Speichergröße des Basismodells als auch das Limit bei 128 Gigabyte.

Mit Ausnahme der iPhones sind 128 Gigabyte in 2019 die Standardgröße im oberen Preissegment und ab da gibt es weitere Optionen à la 256 Gigabyte und mehr. Wir hatten jeweils die 64-Gigabyte-Variante im Test. Ab Werk waren davon knapp über 16 Gigabyte bereits belegt. Unbegrenzten Google Fotos-Speicher in Originalqualität gibt es auch nicht mehr.

Akku

Der Akku ist die vermutlich größte Schwäche des Pixel 4 und Pixel 4 XL. Die Kapazität liegt bei 2.800 beziehungsweise 3.700 Milliamperestunden. Während sich das Pixel 4 XL damit noch in etwa auf dem Niveau der Konkurrenz bewegt, fällt die Akkukapazität des Pixel 4 sogar noch geringer als die des Vorgängers aus und schon der war nicht für eine besonders lange Laufzeit bekannt.

Was bedeutet dies nun in der Praxis? Nun, kurz gefasst enttäuschen beide Handys mit einer schwachen Ausdauer. Beim Pixel 4 XL kommt man als Normalnutzer noch über den Tag, für einen zweiten reicht die verbleibende Energie aber nicht. Das können andere Smartphones besser. Das kleinere Pixel 4 wiederum hat Schwierigkeiten, bis zum Abend durchzuhalten.

Im PCMark-Akkutest hielt das Pixel 4 bei 25-prozentiger Bildschirmhelligkeit 9 Stunden und 55 Minuten durch und der Ladestand betrug anschließend noch 20 Prozent. Die Bildwiederholrate war auf dynamisch eingestellt, womit bei dieser Helligkeitsstufe stets 60 Hertz angezeigt wurden. Unter gleichen Bedingungen hielt das XL-Modell 12 Stunden und 21 Minuten durch, mit dauerhaft erzwungenen 90 Hertz waren es 10 Stunden und 34 Minuten. Der Standby-Verbrauch war mit aktivierter "Now Playing"-Funktion übrigens ziemlich auffällig.

Minutes Pixel 4 Pixel 4 XL
5 8 7
10 16 12
15 25 18
20 33 23
25 42 29
30 50 35
35 58 41
40 66 46
45 72 52
50 78 58
55 83 63
60 88 69
65 92 75
70 95 80
75 98 84
80 100 88
85 100 91
90 100 94
95 100 96
100 100 97
105 100 98
110 100 100
Akkuladezeit: Google Pixel 4

Ein Ladegerät mit 18 Watt Leistung und einem USB-C-Anschluss liegt im Lieferumfang beider Geräte bei. Sonderlich schnell lädt es den Akku des Pixel 4 beziehungsweise Pixel 4 XL in Relation zur Kapazität allerdings nicht auf. Modelle der Konkurrenz bieten leistungsstärkere Schnellladegeräte, die eine volle Ladung innerhalb circa einer Stunde erzielen. Beide Pixel-Handys unterstützen Wireless Charging mit maximal elf Watt, andere Geräte können über die Rückseite aber nicht drahtlos geladen werden (Reverse Wireless Charging).

Sprachqualität und Lautsprecher

Beim Telefonieren schneidet das Pixel 4 (XL) gut ab. Die Sprachqualität und die Filterung von Nebengeräuschen überzeugt, wenngleich die eigene Stimme zuweilen abgehackt und nicht stets glasklar übertragen wird. Der Gesprächspartner kann deutlich über den Ohrmuschellautsprecher verstanden werden, doch dafür ist der Klang über den unteren Lautsprecher übersteuert und unterdurchschnittlich.

Die Stereolautsprecher sind für die Wiedergabe von Videos oder beim Spielen sehr gut. Der Sound kann zwar nicht mit dem eines iPhone 11 Pro Max mithalten, aber er ist wirklich mehr als solide. Wie bereits erwähnt, gibt es auch dieses Jahr in den Oberklasse-Modellen keinen Klinkenanschluss und im Lieferumfang ist auch kein Adapter oder USB-C-Kopfhörer vorhanden. Eigene Lautsprecher oder Kopfhörer könnt ihr also nur über Bluetooth 5.0 verbinden. Codecs wie aptX HD und LDAC werden unterstützt.

Software und Weiteres

Bezüglich kommenden Android-Versionen bietet Google immer noch die längste Garantie für Updates. Während die meisten anderen Hersteller ihre Smartphones maximal zwei Jahre unterstützen, werden die Pixel-Handys drei Jahre lang mit neuer Software versorgt. Versions- als auch Sicherheits-Updates sind dem Pixel 4 (XL) demnach bis Oktober 2022 gesichert.

Ab Werk ist selbstverständlich Android 10 mit Googles spezieller Pixel-Oberfläche installiert. Diese ähnelt der minimalistischen Standard-Variante des Betriebssystems sehr, allerdings gibt es einige Extra-Features und zusätzliche Anpassungen. Da gibt es beispielsweise die erwähnte Active Edge-Funktion, um mit einem Drücken des Rahmens den Google Assistant aufrufen zu können. Leider lässt sich dies nicht für andere Aktionen nutzen. Zum schnellen Ein- oder Ausschalten von Smart-Home-Geräten erwies es sich dennoch als praktisch.

Diese Neuerungen wünschten sich Fans vorab vom Pixel 4

Welche Neuerungen wünscht ihr euch beim Pixel 4?

Nahezu randloses Display
28,23%
Längere Akkulaufzeit
44,52%
Größerer Speicherplatz
4,78%
Mehr Farbauswahl beim Gehäuse
2,29%
Telekamera mit 3x-Zoom oder mehr
10,41%
Weitwinkelkamera auf der Rückseite
9,77%
Es wurden 4708 Stimmen abgegeben

Mit "Now Playing" erkennt das Smartphone auch im Standby die meisten Lieder, die gegebenenfalls im Zimmer zum jeweiligen Zeitpunkt abgespielt werden. Ihr müsst also nicht erst zum Handy greifen und eine App wie Shazam öffnen, wenn ihr den Namen eines Songs nicht kennt - das funktioniert übrigens komplett offline und ist ein Pixel-exklusives Feature.

Ebenfalls komplett offline ist neuerdings der Google Assistant, doch die neuen Funktionen gibt es bisher nur, wenn er auf Englisch eingestellt ist. Die deutschsprachige Version erhält diese erst irgendwann im ersten Halbjahr 2020 per Update. Beeindrucken fanden wir hier die neue Rekorder-App, die beim Aufnehmen in Echtzeit ein überaus fehlerfreies Transkript erstellt. Im Nachhinein kann dann nach bestimmten Wörtern oder Geräuschen in dem Audio-Clip gesucht werden - für Interviews oder gar Vorlesungen eine geniale Funktion. Auch hier gilt bislang aber leider.

Das Software-Erlebnis ist für Puristen zweifellos gut, in vielen Aspekten gefällt uns mittlerweile aber die OnePlus-Oberfläche OxygenOS besser. Auch dies ist angenehm schlicht, kann aber vom Nutzer simpel und dennoch umfangreich personalisiert werden. Dual-Apps, also die Möglichkeit zwei Instanzen einer App wie Instagram oder gar WhatsApp zu erstellen, fehlt den Pixel-Geräten ebenso wie die Funktion, Apps oder Ordner nativ mit einer Entsperrmethode zu sichern. Im Vergleich finden wir auch nur bei OxygenOS zusätzliche Gesten im Standby-Zustand, einen Lesemodus, zeitgesteuertes Ein- und Ausschalten sowie einen Gaming-Modus.

Abschließend sei noch erwähnt, dass maximal Wi-Fi 5 (WLAN-ac) unterstützt wird und nicht der aktuellste Standard Wi-Fi 6 (WLAN-ax). NFC für kontaktloses Bezahlen und Co. ist natürlich an Bord. Beim Glas auf der Front und Rückseite handelt es sich um Gorilla Glass 5.

Google Pixel 4

Google Pixel 4
Redaktionswertung 6,8 Leserwertungen
34 Bewertungen
Design und Verarbeitung
7,0
Ausstattung und Bedienung
7,0
Sprachqualität
7,0
Akkulaufzeit
5,0
Kamera und Multimedia
8,0
ab 442,41€
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Transparenzhinweis: Die Testgeräte wurden von Google zur Verfügung gestellt und nach der Testphase von netzwelt wieder zurückgeschickt.

Google Pixel 4: Die besten Alternativen

Sagt euch nicht zu? Ihr sucht nach passenden Alternativen? Nachfolgend findet ihr die besten Google Pixel 4-Alternativen. Eine noch umfangreiche Liste findet ihr in unserer Smartphone-Übersicht.

Google Pixel 4: Datenblatt

Hier findet ihr die technischen Daten zu Google Pixel 4. Größe, Gewicht und andere Eigenschaften könnt ihr so problemlos mit anderen Produkten vergleichen.

Prozessor Qualcomm Snapdragon 855
GPU Qualcomm Adreno 640
RAM 6 GB
Akku-Kapazität 2800 mAh
Schnellladen Nein
Austauschbar Nein
Wireless Charging Ja
Reverse Charging Nein
Gerätespeicher 64, 128 GB
Erweiterbarer Speicher Nein
Hauptkamera (Rückseite) 12 MP
Hauptkamera-Auflösung 4032 x 3024 Pixel
Videoaufnahme 3840 x 2160 Pixel
Hauptkamera-Blende f/1,7
Zweiter Bildsensor 16 MP (Tele)
Dritter Bildsensor Nein
Vierter Bildsensor Nein
Autofokus Ja
Digitaler Zoom Ja
Blitzlicht Dual-LED
Frontkamera 8 MP (Front)
Blende f/2
Zweite Frontkamera Face Unlock
Höhe 147,1 mm
Breite 68,8 mm
Tiefe 8,2 mm
Gewicht 162 g
Display-Auflösung 1080 x 2280 Pixel
Display-Diagonale 5,7 Zoll
Display-Pixeldichte 443 ppi
Display-Typ OLED
SIM-/ Speicher-Karten-Format, Anzahl der Slots Nano-SIM (4FF - Fourth Form Factor-Karte, seit 2012, 12.30 x 8.80 x 0.67 mm)
Dual-SIM Nein
Bluetooth 5.0
WiFi 802.11a (IEEE 802.11a-1999), 802.11b (IEEE 802.11b-1999), 802.11g (IEEE 802.11g-2003), 802.11n (IEEE 802.11n-2009), 802.11n 5GHz, 802.11ac (IEEE 802.11ac), Dual band, Wi-Fi Hotspot, Wi-Fi Direct, Wi-Fi Display
LTE LTE-FDD 700 (B12), LTE-FDD 700 (B13), LTE-FDD 700 (B14), LTE-FDD 700 (B17), LTE-FDD 700 (B28), LTE-FDD 700 (B29), LTE-FDD 800 (B20), LTE-FDD 850 (B5), LTE-FDD 850 (B18), LTE-FDD 850 (B19), LTE-FDD 850 (B26), LTE-FDD 900 (B8), LTE-FDD 1700 (B4), LTE-FDD 17
5G Nein
GPRS Ja
HSDPA 5,76 Mbit
HSUPA 5,76 Mbit
EDGE Ja
GSM 850 (B5), 900 (B8), 1800 (B3), 1900 (B2) MHz
IrDA Nein
USB USB Type-C
Kopfhöreranschluss Nein
Fingerabdruckscanner Nein
NFC Ja
GPS Ja
Glonass Ja
BeiDou Nein
Kompass Nein
Radio Nein
Beschleunigungssensor Ja
Näherungssensor Ja
Umgebungslichtsensor Ja
SAR-Wert Körper 1,39 W/Kg
SAR-Wert Kopf 1,19 W/Kg
DxOMark 112 Punkte

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