SSH-Clients, Telnet-Programme und Kommandozeilen

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Gute SSH-Clients, Telnet-Programme und Kommandozeilen erleichtern euch als Netzwerkadministrator die Arbeit. Mit diesen Tools übermittelt ihr bequem Befehle.

Fernzugriffe auf Server und Computer an entfernten Orten sind dank SSH-Clients und Telnet-Terminals von nahezu jedem Gerät aus möglich, wenn ihr nur die richtige Software besitzt. Einen ähnlichen Zweck erfüllen Kommandozeilen, beschränken sich jedoch auf den lokalen Einsatz. So oder so geben diese Tools Administratoren und Systemverwaltern notwendige Werkzeuge, um verschlüsselt oder unverschlüsselt auf essenzielle Systemfunktionen zuzugreifen.

Wir klären euch hier über die wichtigsten Programme dieser Art auf, verraten unsere Geheimtipps und informieren euch über die wichtigsten Kniffe im Umgang mit der Software.

  1. PuTTY: Beliebter SSH für Windows, Mac und Linux
  2. Windows PowerShell Core: Mehr Module und Möglichkeiten
  3. MobaXterm: Alternative mit viel Komfort und Umfang
  4. Von kostenlosen SSH-Clients bis zu kostspieligen Terminals
  5. NAS aktivieren: So greift ihr auf den Netzwerkspeicher zu

PuTTY: Beliebter SSH für Windows, Mac und Linux

PuTTY
PuTTY

Die gratis Software "PuTTY" nutzt als freier SSH- und Telnet-Client verschlüsselte Protokolle für den Datenaustausch mit Servern des eigenen Netzwerks.

PuTTY gehört zu den freien SSH- und Telnet-Clients und wird als Open-Source-Projekt betrieben. Ihr könnt ihn sowohl auf eurem Windows-, als auch auf eurem Linux-PC installieren. Nach der Installation greift ihr mit dem Programm verschlüsselt auf ferne Server und Geräte zu, wobei ihr Befehle über die Kommandozeile übermittelt. Noch mehr Sicherheit erwartet euch dank der unumgänglichen Benutzerverifikation.

PuTTY bietet als freie Software ein simples Interface und wesentliche Remote-Funktionen.
PuTTY bietet als freie Software ein simples Interface und wesentliche Remote-Funktionen. (Quelle: Simon Tatham, Alexandra Lanes, Ben Harris, Jacob Nevins)

Da die entsprechenden Textbefehle wie bei den meisten SSH-Clients und Telnet-Terminals ein gewisses technisches Know-how voraussetzen, wird Software wie PuTTY überwiegend von Systemadministratoren und Netzwerkverwaltern verwendet. Obwohl PuTTY eines der weniger komplexen Programme ist - nicht zuletzt aufgrund der strukturierten Benutzeroberfläche - solltet ihr dementsprechend IT-Wissen mitbringen.

PuTTY ist kompatibel zu 3DES, AES, Arcfour, Blowfish, DES und IPv6-Schnittstellen. Ein großer Vorteil von PuTTY ist neben der Benutzerfreundlichkeit der Preis. Da es sich hier um ein Open-Source-Projekt handelt, könnt ihr die Anwendung kostenlos herunterladen. Regelmäßige Updates gewährleisten die zeitnahe Anpassung an sich ändernde Systemstandards. Hat euch das noch nicht überzeugt, sprechen spätestens die Schnelligkeit und die sparsame Dateigröße dafür, einmal in das Programm hineinzuschauen.

Windows PowerShell Core: Mehr Module und Möglichkeiten

PowerShell
PowerShell

Microsoft liefert mit "PowerShell" eine Kommandozeile für Windows, Mac und Linux, mit der ihr als Administrator Scripte schreiben könnt. Mehr dazu auf Netzwelt.

Windows PowerShell Core passt die Sprache im Eingabefenster der Sprache eures Endgerätes an. So werden Sprachbarrieren vermieden.
Windows PowerShell Core passt die Sprache im Eingabefenster der Sprache eures Endgerätes an. So werden Sprachbarrieren vermieden. (Quelle: Microsoft)

Eine weitere praktische Anwendung ist Windows PowerShell Core, oft abgekürzt als Windows PowerShell oder PowerShell Core. Obwohl der Name es andeutet, könnt ihr dieses Tool nicht nur kostenlos auf Windows-PCs installieren, sondern auch auf Mac- und Linux-PCs nutzen. Mit Windows PowerShell Core übermittelt ihr einzelne Befehle oder auch ganze Skripte an externe Systeme. Hier wird die Ähnlichkeit zu PuTTY deutlich.

Eine Besonderheit von PowerShell ist die Eingabe selbst. Einzelne Befehle (Commandlets) müsst ihr hier nicht in einer .NET-Sprache verfassen, damit diese korrekt erkannt und umgesetzt werden. Stattdessen arbeitet PowerShell sogar mit echten Objekten, dank des .NET-Frameworks und der zugehörigen Base Class Library (BCL). Geübten Systemadministratoren gibt das bei der Eingabe von Befehlen mehr Möglichkeiten, für Unerfahrene wird das Programm dadurch jedoch auch komplizierter.

Deshalb sollten besonders erfahrene Administratoren und IT-Spezialisten auf Windows PowerShell Core zurückgreifen. Die Software arbeitet schnell und zuverlässig, könnte in puncto Sicherheit und Verschlüsselung jedoch noch etwas verbessert werden. Ansonsten haben wir wenig negativ anzumerken und da der Download kostenlos ist, probiert ihr auch hier am besten selbst aus, ob euch das Programm zusagt.

MobaXterm: Alternative mit viel Komfort und Umfang

MobaXterm
MobaXterm

Mit "MobaXterm" erhaltet ihr einen SSH-Client, der unter anderem mit einer Vielzahl an Remote-Netzwerk-Tools und Unix-Kommandos kompatibel ist.

PuTTY und PowerShell erfreuen sich bereits seit vielen Jahren großer Beleibtheit bei vielen Nutzern. Nichtsdestotrotz sind beide Programme aufgrund ihres Alters recht schlicht gehalten und auf das Wesentliche beschränkt. Eine zeitgemäße Alternative und für viele ein neuer Stern am SSH-Client-Himmel ist MobaXterm. Das Programm steht euch für Windows zum Download bereit, auch als portable Version.

Kommandos zieht ihr in MobaXterm bequem per "Drag-and-Drop" ins Eingabefenster.
Kommandos zieht ihr in MobaXterm bequem per "Drag-and-Drop" ins Eingabefenster. (Quelle: Mobatek)

MobaXterm beinhaltet eine Fülle der wichtigsten Remote-Netzwerk-Tools (SSH, X11, RDP, VNC, MOSH, FTP) sowie Unix-Kommandos (Is, cat, sed, rsync, bash, grep, awk und viele weitere). Das macht MobaXterm zu einer All-in-One-Anwendung mit weitaus mehr Inhalt, als ihn die Konkurrenz bietet. Die Bedienung ist intuitiv und ein übersichtlich gehaltenes und gestaltbares Interface mit eindeutigen Symbolen, Bezeichnungen und Tabs macht die Bedienung für geübte Netzwerkadministratoren komfortabel.

Mit dem umfangreichen Session-Manager behaltet ihr den Überblick über eure verbundenen Server und Geräte und wenn ihr für das Eintippen von Befehlen in den grafischen SFTP-Browser zu bequem seid, könnt ihr diese auch aus einer aufploppenden Befehlsliste per "Drag-and-Drop" in das Eingabefenster ziehen. Auf Wunsch übermittelt ihr einen einzelnen Befehl gleichzeitig an mehrere Server. Sicherheit verspricht der umfangreiche Passwortmanager mit Master-Passwort.

MobaXterm bietet ein schön gestaltetes Benutzermenü mit eindeutigen Symbolen und Tabs.
MobaXterm bietet ein schön gestaltetes Benutzermenü mit eindeutigen Symbolen und Tabs. (Quelle: Mobatek)

Obendrauf könnt ihr MobaXterm noch mit diversen kostenlosen Plug-ins und Tools erweitern, Makro-Befehle konfigurieren und über Farbkodierungen mehr Übersicht in eure Eingabezeile bringen. MobaXterm lässt im Bereich der SSH-Clients und Telnet-Terminals kaum Wünsche offen und hat uns vollends überzeugt. Diese Qualität ist jedoch mit einem mittleren zweistelligen Europreis pro Nutzer nicht ganz günstig, zumindest, wenn ihr die Professional Edition mit vollem Umfang nutzen wollt. Andernfalls bekommt ihr aber auch schon mit der kostenlosen Home Edition die wichtigsten Funktionen und seid lediglich in Bezug auf die Anzahl von Sessions, SSH-Tunnel und Makros eingeschränkt.

Von kostenlosen SSH-Clients bis zu kostspieligen Terminals

Standardfunktionen wie die eigentliche Befehlsübermittlung oder das Anlegen ganzer Skripte für externe Systeme sind oft schon in kostenlosen Anwendungen wie PuTTY oder Microsoft PowerShell Core enthalten. Generell bekommt ihr die meisten SSH-Clients und Telnet-Terminals kostenlos zum Download, bei vielen Programmen dieser Art handelt es sich immerhin um Privatprojekte oder Open-Source-Produkte.

Download und Nutzung solcher Programme ist für euch aber nur dann sinnvoll, wenn ihr damit Aufgaben als Netzwerkadministrator oder ähnliches erledigen wollt. Besonders, wenn ihr dies beruflich tut, solltet ihr aber über den Kauf einer kostenpflichtigen All-in-One-Lösung wie MobaXterm Professional nachdenken. Damit ist das Arbeiten deutlich angenehmer und komfortabler.

SSH-Clients und Telnet-Terminals erleichtern Netzwerkadministratoren das Arbeiten deutlich. Sie sind jedoch sehr komplex.
SSH-Clients und Telnet-Terminals erleichtern Netzwerkadministratoren das Arbeiten deutlich. Sie sind jedoch sehr komplex. (Quelle: maxxyustas /depositphotos.com)

Wenn ihr als Privatnutzer aus anderen Gründen auf fremde Geräte, PCs oder sonstige Systeme zugreifen wollt, raten wir euch eher zum Download eines Remote Desktop-Programms, von denen wir unter diesem Link die besten aufgelistet haben.

Wollt ihr hingegen gezielt Kommandos lokal an euren Windows 10-Rechner weitergeben, könnt ihr die Eingabeaufforderung unter Windows ohne zusätzliche Software aktivieren.

NAS aktivieren: So greift ihr auf den Netzwerkspeicher zu

SSH-Clients bieten über all dies hinaus noch eine weitere Einsatzmöglichkeit. So könnt ihr per SSH euren NAS erreichen. Beim NAS handelt es sich um einen äußerst praktischen Netzwerkspeicher. Welchen Vorteil euch dieser bietet? Wir nennen euch 20 Gründe, warum ihr ein NAS-System braucht.

Die fünf besten Apps

Alle Apps dieser Katergorie findet ihr am Anfang des Artikels. Wollt ihr euch schnell entscheiden, empfehlen wir eine der folgenden fünf Apps.

  1. DOSBox
  2. PuTTY
  3. PowerShell
  4. Bitvise SSH-Client
  5. cURL

Weitere Downloads in "Internet & Netzwerk"

Passend zu den obigen Downloads stellen wir euch ähnliche Programme in unserem Themenhub "Internet & Netzwerk" vor. Dort findet ihr kostenlose Apps für Windows, macOS, Android und iOS - redaktionell gepflegt und geprüft - in den nachfolgenden Kategorien.