Strom-Discounter auf die Finger geschaut
Wissenswertes über Billigstromanbieter
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Wer billig kauft, kauft teuer! Der Leitsatz qualitätsbewusster Verbraucher gilt nicht für den Strommarkt. das Produkt wird immer das selbe sein, egal wie viel man dafür zahlt. Warum das so ist, erklärt unser Artikel "Stromanbieter wechseln". Hier erfahren Sie mehr über die sogenannten Billigstrom-Anbieter.
Ähnlich wie bei den Handy-Discountern, gibt es inzwischen viele Discount-Anbieter, so genannter Billigstrom. Teilweise stammt dieser von Ablegern der vier ehemaligen Monopolisten. Auch dieses Beispiel zeigt, dass Strom Strom ist und oft nur der Preis der Unterschied ist.
Vorsicht Falle!
Tipp: Achten Sie bei Billigstrom-Angeboten unbedingt auch auf die Vertragskonditionen. Stellen Sie sich dabei die Frage, ob Sie jemanden wirklich 12 Monate im Voraus (Vorkassemodelle) für eine Leistung zahlen wollen, nur um 10 Euro zu sparen. Fragen Sie sich auch, wie lange Sie an einen Anbieter gebunden sein wollen. Informieren Sie sich, wie viel Strom Sie tatsächlich verbrauchen, dabei helfen Ihnen kostenlose Stromchecker, wie der von netzwelt.de, denn nur so könnten Strompakete interessant sein. Andernfalls gehen Sie das Risiko ein, ein Paket zu kaufen, das Sie nicht ausschöpfen.
Vor Billigangeboten mit Vorkasse und Kontingentpreisen warnt auch der Bund der Energieverbraucher. "Mit Kampfpreisen und aggressiven Vertriebsmethoden hatten Anfang des Jahrzehnts Billiganbieter Kunden gewonnen. Man erinnert sich an Firmen wie Zeus, Tick und Ares. Schnell waren viele dieser Stromanbieter mit dem Geld der Kunden verschwunden," heißt es mahnend auf der Webseite des Vereins.
Gemeinsam ist den Billiganbietern der sehr geringe Preis, der gut verdienende Vertrieb und die von den Kunden erwartete Vorauskasse. Über günstige Preise freuen sich Verbraucher in der Regel. Wenn jedoch die Preise die vernünftigerweise anzusetzenden Beschaffungskosten übersteigen, dann kann etwas nicht stimmen. Das System kann nur solange funktionieren, wie neu geworbene Kunden mit ihrer Vorkasse den Strom der Altkunden mitbezahlen oder die Verluste als Kosten der Markteinführung für eine Anlaufphase finanziert werden.
Auf Dauer kann dies nicht funktionieren, warnt der Bund der Energieverbraucher und rechnet vor: "Wenn Strom beispielsweise für 15 Cent je Kilowattstunde angeboten wird, dann liegt dies etwa gut sechs Cent unter dem heutigen Marktpreis (Anm. der Red.: Stand April 2007). Die Anbieter müssen aber auf jeden Fall aufkommen für 8,3 Cent Steuer und Abgaben (berechnet für eine Großstadt) und etwa sechs Cent für die Netznutzung. Das summiert sich auf 14,3 Cent je Kilowattstunde. Für den Stromeinkauf, die Geschäftsabwicklung und Gewinn bleiben ganze 0,7 Cent. Auf dem deutschen Strommarkt kostet Strom rund sechs Cent je Kilowattstunde. Man kann sich leicht ausrechnen, dass die Billigstpreise nicht kostendeckend sein können, selbst wenn der Strom für drei Cent aus Polen oder der Ukraine käme..."
Der Bund der Energieverbraucher empfiehlt folgendes:
- Keine Strompakete und keine Vorkassemodelle
- Vorsicht bei neuen Anbietern, die nicht mit einem Netzbetreiber verschwestert sind
- Keinen Strom von Atomkraftbetreibern
- Nach dem günstigsten Angebot des örtlichen Versorgers fragen
- Überteuerte Stromtarife des örtlichen Versorgers nach schriftlicher Ankündigung kürzen
Bei der Recherche des günstigen Anbieters gibt es regional große Unterschiede. In den Großstädten lohnt sich der Wechsel meist noch mehr als auf dem Land. Immerhin gibt es hier viele Nutzer, Leitungswege für die Anbieter werden günstiger.
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