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Samsung Galaxy S4 Active im Test
Schutz gegen die Widrigkeiten des Alltags

von Jan Kluczniok
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Das Samsung Galaxy S4 Active soll Staub und Wasser trotzen. Netzwelt hat die robuste S4-Variante getestet und verrät, ob sich das Smartphone für den Outdoor-Einsatz eignet und welche Abstriche Nutzer gegenüber dem ursprünglichen Galaxy S4 machen müssen.

Samsung legt sein Top-Modell Galaxy S4 neu auf. Das Galaxy S4 Active ist gegen Staub und Wasser geschützt und soll sich so auch als Begleiter für Sport- und Freizeitaktivitäten eignen. Der netzwelt-Test verrät, wie robust das Galaxy S4 Active wirklich ist und welche Unterschiede es zum Original-S4 gibt.

Das Galaxy S4 Active ist gegen Staub und Wasser geschützt.

Design und Verarbeitung

Jahrelang waren robuste Smartphones dick und klobig. Dann kam das Sony Xperia Z. Auch das Galaxy S4 Active werden Nutzer auf den ersten Blick nicht als Outdoor-Gerät entlarven - lediglich die dicken Tasten unter dem Display weisen daraufhin und erinnern stark an Samsungs Galaxy Xcover-Serie. Auch wenn sich beide S4-Varianten optisch ähneln, identisch sind sie nicht. Das S4 Active fällt einen Tick größer aus als das Galaxy S4. Es misst 139,7 x 71,3 x 9,1 Millimeter, das S4 137 x 70 x 7,9 Millimeter.

Das Mehr an Höhe, Breite und Tiefe macht sich im Alltag durchaus bemerkbar. So trug das Galaxy S4 Active im Test in der Hosentasche deutlich stärker auf, als das Galaxy S4 und liegt auch nicht so gut in der Hand. Das Galaxy S4 Active weist eine glatte Rückseite auf, die sich im Test als rutschig entpuppt. Hier hätte sich netzwelt eher die geriffelte Rückseite des Galaxy S2 gewünscht.

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Das Galaxy S4 Active ist weitestgehend gegen Wasser geschützt. (Bild: netzwelt)

Den Beisatz Active verdient sich die S4-Version durch ihr Gehäuse: Dies ist nach Schutzklasse IP67 zertifiziert und damit gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Im Vergleich mit dem Sony Xperia Z weist das Active damit einen stärkeren Staubschutz auf. Das Xperia Z bietet nur die Schutzklasse IP57. "5" bedeutet, Staub kann in das Gehäuse eindringen, aber nicht in schädlicher Menge. "6" dagegen, dass das Gehäuse vollkommen gegen das Eindringen von Staub geschützt ist. Einen Unterschied zwischen der Staubresistenz beider Geräte konnte netzwelt im Test aber nicht ausmachen.

Immerhin: Das Gehäuse des S4 Active hält, was es verspricht. Im Test verbuddelte netzwelt das S4 Active im Sand und dennoch zeigte sich das Smartphone noch funktionstüchtig. Nur die Buttons unter dem Display reagierten zunächst etwas schwerfällig, nach einem Wasserbad gab sich dies im Test aber.

In Bezug auf den Wasserschutz sind Xperia Z und S4 Active gleich: Das Galaxy S4 Active soll 30 Minuten lang bei einer Wassertiefe von bis zu einem Meter dicht halten. Damit der Wasserschutz gewährleistet ist, muss der Akkudeckel fest aufsitzen und die USB-Schnittstelle mit einer Gummikappe verschlossen sein. Anders als bei den Outdoor-Smartphones CAT B15 oder dem Galaxy Xcover 2 muss der Akkudeckel nur in das Gehäuse eingedrückt werden, eine zusätzliche Verriegelung sieht Samsung nicht vor. Der Verschluss des USB-Anschlusses gestaltet sich ebenfalls erfreulich leicht und setzt keine Fummelei voraus.

Befolgt der Nutzer diese Hinweise, sollte das Active den Kontakt mit Wasser halbwegs schadlos überstehen. Ein halbstündiges Wasserbad setzte das Smartphone - anders als Berichten aus den USA zufolge - nicht außer Gefecht. Einschränkungen konnte netzwelt im Test aber bei der Musikwiedergabe und der Telefonie feststellen. Es empfiehlt sich daher, das Galaxy S4 Active nach dem Kontakt mit Wasser abzutrocknen. Vor allem die beiden Mikrofone am oberen und unteren Ende des Smartphones sollte der Nutzer mit einem Tuch von Wassertropfen befreien. Im Test war unmittelbar nach einem Tauchgang auf der Gegenseite nur ein "Blubbern" zu vernehmen. Dies besserte sich nach dem Abtrocknen wieder.

Ein umgekipptes Glas Wasser, ein Sturz ins Klo oder die Badewanne, oder einen Tag am Strand - sollte das Galaxy S4 Active also problemlos überstehen. Was zu einem richtigen Outdoor-Smartphone fehlt, ist ein stoßfestes Gehäuse. Eine Überlebensgarantie gegen Stürze wie sie etwa das CAT B15 bietet, gibt Samsung für das S4 Active nicht aus. Beim Klettern oder Mountainbiken sollten Sie also das S4 Active lieber daheim lassen oder eine zusätzliche Schutzhülle erwerben. Samsung bietet etwa ein sogenanntes Protective Cover an.

Hardware

Als Prozessor kommt im Galaxy S4 Active wie in der "normalen" Variante der Quad-Core-Chip Snapdragon 600 zum Einsatz. Er taktet mit 1,9 Gigahertz und ist dem S4 in Sachen Rechenleistung ebenbürtig. Im Geekbench lag das S4 Active mit 3.191 Punkten nahezu gleich auf mit dem Galaxy S4, nur für den Browser-Benchmark Sunspider benötigte es mit 1188,1 Millisekunden knapp 200 Millisekunden mehr als das Galaxy S4. Dennoch darf sich das Galaxy S4 Active in Sachen Rechenpower getrost zur Smartphone-Spitze zählen.

Verändert hat Samsung gegenüber dem Galaxy S4 das Display. Die Outdoor-Variante ist mit einem fünf Zoll großen TFT-Bildschirm mit Full HD-Auflösung ausgestattet. Im Vergleich zum AMOLED-Bildschirm des Galaxy S4 wirken die Farben auf dem Active-Bildschirm blasser, dafür aber auch natürlicher. Vor allem Weißtöne erscheinen farbgetreu und wirken nicht gräulich oder gelblich. Nennenswerte Unterschiede in Sachen Helligkeit, Ablesbarkeit im Freien oder Blickwinkel, konnte netzwelt im Test nicht ausmachen.

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Der Karton ist aus umweltfreundlichen Materialien gestaltet. (Bild: netzwelt)

Erfreuliches gibt es in Sachen Speicher zu berichten. Von den 16-Gigabyte-Flashspeicher stehen dem Nutzer knapp zwölf Gigabyte zur Verfügung. Beim Galaxy S4 waren es nur neun Gigabyte. Wem die zwölf Gigabyte Speicher immer noch nicht reichen, der kann in das Galaxy S4 Active zusätzlich eine Speicherkarte einlegen. NFC und LTE werden unterstützt, ebenso GPS. Nach einem Kaltstart war die Verbindung zum Satelliten binnen knapp 20 Sekunden aufgebaut. Verzichten müssen Nutzer dagegen auf den Temperatur und Feuchtigkeitssensor des S4.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des S4 Active ist gut. Gesprächspartner sind deutlich zu vernehmen und klingen auch natürlich. Allerdings trübte im Test ein leichtes Brummen den Gesamteindruck. Es ließ sich jedoch nicht abschließend klären, ob dies am S4 Active, der Verbindung oder dem verwendeten Festnetzapparat lag.

Der Akku des Galaxy S4 Active bietet wie beim Original-S4 eine Kapazität von 2.600 Milliamperestunden. Im AnTuTu-Batterietest schnitt die Active-Variante mit 403 Punkten jedoch etwas schlechter ab als das Galaxy S4 (413 Punkte). Die Akkulaufzeit dürfte bei durchschnittlicher Nutzungsintensität im Smartphone üblichen Rahmen von ein bis anderthalb Tagen liegen. Anders als bei der Konkurrenz lässt sich der Akku des Galaxy S4 Active wechseln. Ein Cover, dass das drahtlose Aufladen ermöglicht, bietet Samsung jedoch derzeit nicht an.

Multimedia

Eine Änderung gibt es bei der Kamera: Statt mit 13 Megapixeln löst das S4 Active maximal mit acht Megapixeln auf. Der Bildqualität tut dies keinen Abbruch: Ausreichend Licht vorausgesetzt liefert das S4 Active schöne Schnappschüsse. Im Vergleich mit dem Galaxy S4 wirken die Farben jedoch etwas blasser (s. Mediengallerie). Die Kamera des Galaxy S4 ist zudem etwas lichtstärker. Sie besitzt eine maximale Blendenöffnung von 2.2, das S4 Active weist dagegen die maximale Blendenöffnung 2.6 auf.

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Hamburger Hafen, aufgenommen mit Galaxy S4 Active (Blende: 2.6, ISO 50, Belichtungszeit 1/1514 Sekunden, kein Blitz). (Bild: netzwelt)

Eine weitere Neuerung gegenüber dem S4 ist der Wasser-Modus: In diesem kann die Lautstärketaste des Galaxy S4 Active als Kamerataste genutzt werden. So ist es auch möglich unter Wasser, wo der Touchscreen nicht funktioniert, Bilder und Videos zu machen. Ein nettes Gimmick. Die Qualität hängt jedoch stark von den Lichtverhältnissen im jeweiligen Gewässer ab. Verzichten müssen Nutzer dagegen auf die Dual Camera-Funktion. Warum Samsung diese nicht integirert ist nicht bekannt.

Das Galaxy S4 Active kann bei Sport und Co. auch als Ersatz für einen MP3-Player herhalten. Im Vergleich mit Klangspezialist HTC One fällt das Smartphone aber deutlich ab. Der Sound wirkt dünn und etwas verrauscht. Dafür bietet die zugehörige App Komfortfunktionen wie einen Equalizer oder Sleeptimer. Zur Hintergrundbeschallung taugt das Galaxy S4 Active nicht. Der Lautsprecher ist leise und klingt kratzig. Auf voller Lautstärke übersteuert er zudem.

Der Empfang von UKW-Radio ist wie beim S4 auch mit angeschlossenen Kopfhörern nicht mehr möglich. Dafür lässt sich das S4 Active dank Infrarotsensor auch als Universalfernbedienung nutzen. Der Sensor ist aber weiterhin nicht lernfähig.

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Das S4 Active bietet physische Tasten unterhalb des Displays. (Bild: Samsung)

Software und Bedienung

Als Betriebssystem fungiert Android 4.2 Jelly Bean. Überzogen ist dies mit der neuesten Version der Samsung-Nutzeroberfläche TouchWiz. Diese bietet alle Bedien- und Software-Features, die man bereits vom ursprünglichen Galaxy S4 kennt. Nett: Samsung hat die Funktion Apps auf eine Speicherkarte zu verschieben, bereits ab Werk in die Software des S4 Active integriert. Beim Original-Modell reichte Samsung sie erst per Update nach.

Neben Google Maps ist zudem die Karten-Applikation Ape Map vorinstalliert. Sie kann ein Jahr lang kostenlos genutzt werden. Für Sportler noch interessant ist die Fitness-App S Health, die sich aber auch bereits auf dem Original-S4 befindet. Einen Test finden Sie hier.

Der Touchscreen des Galaxy S4 Active lässt sich dank eines speziellen Modus auch mit Handschuhen bedienen. Allerdings gilt wie bei anderen Geräten auch Aktionen die Präzesion erfordern, wie Tippen, sind mit Handschuhen auf einem Touchscreen nur bedingt möglich. Zusätzlich stehen Nutzern wie beim S4 Gesten, zur berührungslosen Steuerung zur Verfügung.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Samsung Galaxy S4 Active lautet 649 Euro. Im Netz wird das Smartphone bereits für rund 510 Euro gehandelt. Das Galaxy S4 ist bereits für 490 Euro erhältlich.

Einen ausführlichen Testbericht zum Galaxy S4 finden Sie hier.

Aktuelle Preise
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Neu ab 450,00 €
Keine Bewertung
netzwelt
7.2
Samsung Galaxy S4 Active
Vorteile
  • Schutz vor Staub und Wasser
  • leistungsfähige Hardware
Nachteile
  • Kamera löst nur mit acht Megapixeln auf
  • kein Stoßschutz

Robustes S4

Mit dem Galaxy S4 Active bietet Samsung Nutzern ein Highend-Smartphone, das wie das Sony Xperia Z gegen viele Widrigkeiten des Alltags gewappnet ist. So eignet sich das S4 Active für Pool-Partys, Strand, Joggen und Co. Für den Einsatz auf der Baustelle oder als Begleiter für Extremsportler ist das S4 Active dagegen nur bedingt geeignet. Hier rät netzwelt eher zu einem echten Outdoor-Smartphone wie dem CAT B15.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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5
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9
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Design und Verarbeitung
6
Ausstattung und Bedienung
8
Sprachqualität
8
Akkulaufzeit
7
Multimedia
7
Einsortierung
Samsung Galaxy S4 Active von Samsung wurde als Smartphone abgelegt. Das Produkt wurde in die Smartphone-Bestenlisten Alle Smartphones und Wasserdichte Outdoor-Smartphones aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, Samsung, Smartphone, Outdoor, Wasserdicht, Review, Samsung Galaxy, Android 4.2 Jelly Bean und Samsung Galaxy S4 Active .
Kommentare zu diesem Artikel

Das Samsung Galaxy S4 Active soll Staub und Wasser trotzen. Netzwelt hat die robuste S4-Variante getestet und verrät, ob sich das Smartphone für den Outdoor-Einsatz eignet und welche Abstriche Nutzer gegenüber dem ursprünglichen Galaxy S4 machen müssen.

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  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Samsung Galaxy S4 Active im Test: Robuste S4-Variante

    @Syn333: Ja das ist aus Marketingsicht sicher komisch, jedoch ist der Nutzen auch nicht so groß wie unser Test zu den S Health-Funktionen des S4 zeigt. Lässt sich also verschmerzen. @guk: Nein, dass hat nichts mit der Software zu tun. Bei lernfähigen Fernbedienung steckt neben einem Infrarotsender auch noch ein Empfänger im Gerät. Dieser kann dann von der Originalfernbedienung Steuerbefehle empfangen und speichern. Siehe auch hier.

    Grüße aus der Redaktion.
  • guk schrieb Uhr
    AW: Samsung Galaxy S4 Active im Test: Robuste S4-Variante

    Wie soll ein Infrarotsensor lernfähig sein? Ist das nicht eine Frage der Software? Da gibt es doch schon alternative Apps...
  • Syn333 schrieb Uhr
    AW: Samsung Galaxy S4 Active im Test: Robuste S4-Variante

    Ich habe also dann ein "Outdoor-Handy" und muss auf den Temperatur- und Feuchtigkeitssensor verzichten, während die Standardvariante diese mitbringt? Aha, sehr gut durchdacht...
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Samsung Galaxy S4 Active im Test
Samsung Galaxy S4 Active im Test
Das Galaxy S4 Active ist gegen Staub und Wasser geschützt. Ob das Smartphone für den Outdoor-Einsatz taugt, verrät der Test.
http://www.netzwelt.de/news/98281-samsung-galaxy-s4-active-test.html
2013-08-15 18:10:43
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/samsung-galaxy-s4-active-produktbild-114489.png
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Samsung Galaxy S4 Active im Test