Drachen mit Raketenrucksack

Divinity - Dragon Commander: Im Kurztest

Divine: Dragon Commander kommt im wahrsten Sinn des Wortes mit einem erhebenden Gefühl daher: Der Spieler darf während knallbunter Echtzeitstrategieschlachten in die Rolle eines Drachen schlüpfen und aus luftigen Höhen mit seinem Feueratem gegnerischen Truppen einheizen - alles mit dem Ziel, das große Reich Rivellon wieder in Frieden zu einen. Die Larian Studios setzen mit ihrem gewagten PC-Genre-Mix frische Akzente, die überraschen und begeistern.

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Divinity: Dragon Commander - What Is Trailer: Im taktischen Action-Fantasy Spiel Divinity: Dragon Commander hat der Spieler die Kontrolle über ein ganzes Imperium. So müssen Luft- und Bodeneinheiten klug manövriert werden, um die Gegner zu überlisten. Als Drache kann selbst an der Schlacht teilgenommen werden, um die Truppen zu unterstützen. Aber nicht nur das taktische Auge ist gefragt, so muss der Spieler politisches Können unter Beweis stellen, um von der Diplomatie zu profitieren. Zum Video: Divinity: Dragon Commander - What Is Trailer

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Kaiser Sigurd ist eine arme Sau. Seine eigenen Kinder meucheln ihn, um die Macht im Reich Rivellon an sich zu reißen. Einzig sein letzter Spross, der aus der Verbindung mit einer Drachendame hervorgegangen ist, hält ihm über den Tod hinaus die Treue und versucht nun, das Reich gegen die machtgierigen Geschwister zu verteidigen.

Als Spieler steuert man seine Einheiten deshalb zum einen so, wie man es aus anderen Echtzeitstrategiespielen gewohnt ist: Man sichert sich auf einer Karte Schlüsselpunkte und Rohstoffe, errichtet Gebäude und produziert dort neue Einheiten. Doch bei diesem Standardprozedere belassen es die Larian Studios diesmal nicht und bieten im weiteren Verlauf der Kampagne allerlei Überraschungen. Es bleibt auch nicht dabei, dass man sich als Drache in die Lüfte erheben und von dort aus ins Geschehen eingreifen kann. Nein, Dragon Commander bietet auch alten Echtzeitstrategie-Veteranen noch frische, mitunter überaus witzige Kost.

Die Welt von Rivellon ähnelt einer Risiko-Spielkarte: Man nutzt seine Einheiten, um weitere Regionen zu erobern. Je größer das Territorium ist, das man beherrscht, desto mehr Gold fließt in die Kasse und desto schneller lassen sich die Streitkräfte mit besserer Ausrüstung aufwerten. Neue Gebäude wie Akademien oder Magiertürme helfen zusätzlich, die eigenen Einheiten und auch die Fähigkeiten des Drachen zu verbessern.

Zentrum des Geschehens ist zunächst die "Raven", ein gewaltiges Luftschiff, in dem man neue Technologien erforscht und seine Kämpfer auf den harten Fronteinsatz vorbereitet. Vier Generäle bieten sich als Schlachtenführer an, wenn man kriegerische Auseinandersetzungen mal nicht selbst durchfechten will und stattdessen schnell von der Künstlichen Intelligenz auswürfeln lässt.

Zudem gilt es, im Umgang mit den Diplomaten der anderen fünf Völker Rivellons Geschick und Feingefühl zu beweisen. Mal wird ganz zeitgemäß nach einer Frauenquote fürs Militär verlangt, mal geht es um die Legalisierung der Homo-Ehe oder um die Freigabe von Drogen. Dragon Commander thematisiert also wesentliche Fragen unserer Zeit - aber auf witzige Weise und ohne erhobenen Zeigefinger. Nichtsdestotrotz sieht man sich als Spieler genötigt, hier klar Stellung zu beziehen. Als Antwort gilt nur "Ja" oder "Nein". Je nachdem, wie man sich entscheidet, bringt man unter Umständen mächtige Diplomaten und Länder gegen sich auf und muss sich im weiteren Spielverlauf mit verschärften Bedingungen herumschlagen.

Richtig spannend wird Dragon Commander vor allem in den Echtzeitgefechten, in denen man sich als Spieler auch die Drachenhaut überstülpen kann. Basenbau und Ressourcenmanagement sind nicht besonders komplex und auf das Notwendigste reduziert. Das macht aber nichts, denn das Herz des Spiels sind die Drachenflüge. So kann man aus der Luft Truppen befehligen und dem Gegner mit einer Vielzahl von Spezialfähigkeiten einheizen. Die Steuerung des Drachen erfolgt dabei bequem mit der Kombination aus WASD-Tasten und der Maus: Geballert wird mit der linken, ausgewichen mit der rechten Taste. Mit einem Druck auf die Leertaste des Keyboards aktiviert man den Turbomodus, der einem in atemberaubendem Tempo von Schauplatz zu Schauplatz springen lässt. Über die Zifferntasten ist es außerdem möglich, diverse Spezialfähigkeiten zu aktivieren, die man sich auf der "Raven" antrainiert hat.

Die bizarren Einheiten vom Kampfläufer über Schwebepanzer oder zum Schamanen-Zeppelin bieten genügend Abwechslung auf dem Schlachtfeld, bleiben aber in Sachen Vielfalt überschaubar. Sie sind gut gegeneinander ausbalanciert.

Während Dragon Commander auf den ersten Blick wie ein Fantasy-Strategiespiel traditioneller Machart wirkt, spielt der Titel in den Echtzeitkämpfen seine Grafiktrümpfe voll aus und brennt ein eindrucksvolles Effektfeuerwerk ab. Nichts zu mäkeln gibt es auch bei der Inszenierung der geistreichen Gespräche mit den Nicht-Spieler-Charakteren auf der "Raven": Hier sitzt jedes Wort und wird von den Synchronsprechern lebendig und engagiert vorgetragen.

Divinity - Dragon Commander: Im Kurztest

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Bei Dragon Commander macht es die Mischung: Strategisch bei Weitem nicht so anspruchsvoll wie etwa die Total War-Serie, glänzt das Larian-Werk vor allem durch die brillante Präsentation, die dem Spieler ständig folgenreiche Entscheidungen abfordert, die den weiteren Spielverlauf tatsächlich maßgeblich beeinflussen und so immer wieder für überraschende Situationen sorgen. Frische Ideen, gut umgesetzt: Dragon Commander hebt sich wohltuend vom Einerlei der Genre-Klone ab und überzeugt mit Fantasie und guter Spielbarkeit - auch wenn auf Dauer das Fehlen einer durchgehenden Kampagnen-Story etwas ernüchternd wirkt. Dafür verfügt das Spiel über einen mitunter hektischen Multiplayer-Modus, in dem sich bis zu vier Spieler austoben dürfen.

Datenblatt

Divinity: Dragon Commander
SpielnameDivinity: Dragon Commander
HerstellerLarian Studios
VertriebDaedalic
GenreStrategie
Erhältlich ab06.08.2013
Preisca. 40 Euro
EAN Code4009750502471
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 12 Jahren
Multiplayer2-4 Spieler WWW, LAN
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
SystemPC

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