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LG Optimus G Pro im Test
Vergrößertes Optimus G

von Jan Kluczniok
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Das LG Optimus G Pro bietet ein extragroßes Full HD-Display. Der Test verrät, was sich in der Pro-Variante noch gegenüber dem Optimus G geändert hat, wie sich das G Pro im Alltag schlägt und ob Nutzer zugreifen oder lieber auf das neue Top-Modell G2 warten sollten.

Das LG Optimus G Pro bietet ein Full HD-Display in XXL-Größe, ist dafür aber deutlich unhandlicher als das ursprüngliche Optimus G. Der Test verrät, für wen sich der Kauf lohnt und ob Interessenten zugreifen oder lieber auf das neue Top-Modell LG G2 warten sollten.

Das LG Optimus G Pro stellt sich dem netzwelt-Test.

Design und Verarbeitung

Mit einer Bilddiagonale von 5,5 Zoll (14 Zentimeter) rangiert das LG Optimus G in der Kategorie der XXL-Smartphones, neudeutsch auch "Phablet" (Smartphones mit einer Bilddiaogale über fünf Zoll) genannt. Der südkoreanische Hersteller hat aber Wert drauf gelegt die Abmessungen des G Pro im Rahmen zu halten. Trotz gleicher Bilddiagonale ist das Modell mit einer Breite von 76 Millimetern ganze 5 Millimeter schmaler als der Konkurrent Galaxy Note II des Rivalen Samsung und dazu noch ein Millimeter kürzer und dünner. LG hat den Rahmen um das Display reduziert. Links und rechts existieren faktisch keine Balken mehr.

Das peppt das 08/15-Design des Smartphones auf, hat aber keine Auswirkungen auf die Handlichkeit des Geräts. Wie für Phablets typisch werden Nutzer mit kleinen bis mittelgroßen Händen ihre Probleme haben das G Pro fest zu umgreifen.

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Das Full HD-Display glänzt im Test mit seiner natürlichen Farbwiedergabe. (Bild: netzwelt)

Ein weiterer Design-Kniff von LG betrifft den Home-Button, dieser ist wie bei der L-Serie von einer LED-Leuchte umgeben und informiert den Nutzer über Nachrichten und verpasste Anrufe. Selbst aus ein paar Meter Entfernung ist die Leuchte gut zu erkennen.

Statt Glas wählt LG beim G Pro Kunststoff für das Gehäuse. Die Rückseite ist jedoch mit ihrer Musterung zumindest optisch an das Optimus G angelehnt. Sie fällt jedoch leider sehr rutschig aus, was insbesondere bei Smartphones dieser Größe kritisch ist. Die Gefahr eines Sturzes wird so unnötig erhöht.

Hardware

LG stattet das Optimus G Pro mit dem Quad-Core-Chip Snapdragon 600 aus, der auch in den aktuellen Spitzenmodellen HTC One und Samsung Galaxy S4 zum Einsatz kommt. Der Arbeitsspeicher misst zwei Gigabyte. Leistungstechnisch liegt das G Pro in den Benchmarks GeekBench und Sunspider in etwa auf dem Niveau der beiden Geräte. Über fehlende Rechenpower können sich Nutzer also nicht beschweren.

Bestnoten verdient sich das verwendete TFT-Full HD-IPS-Display. Es liefert im Test eine angenehm natürliche Farbdarstellung. Die Anzeige ist zudem gestochen scharf, sehr hell und bietet ausreichend große Blickwinkel. Hier gibt es in dieser Hinsicht nichts zu meckern.

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Der Bildschirm des Optimus G (links) löst in HD auf, das Display des Optimus G Pro bietet bereits eine Full HD-Auflösung. (Bild: netzwelt)

Ganz anders beim Speicher: Von 16 verbauten Gigabyte Flashspeicher bleiben dem Nutzer ab Werk nur circa zehn Gigabyte. Das G Pro zeigt sich hier ähnlich hungrig nach Speicher wie das Galaxy S4. Bei Speichermangel kann der Nutzer aber per microSD-Karte nachrüsten. Die übrige Ausstattung stimmt dagegen: Wie es sich für ein Highend-Modell gehört unterstützt das Optimus G Pro LTE und NFC.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des LG Optimus G Pro ist durchschnittlich. Die Geräuschfilterung funktionierte im Test zwar zuverlässig, Gesprächspartner klangen aber wenig natürlich. Im Freisprechmodus kam es zudem zu kurzen Aussetzern. Netzwelt empfiehlt für das bequemere Telefonieren die Nutzung eines Bluetooth-Headsets.

LG verbaut im Optimus G Pro eine Lithiumionen-Batterie mit einer Kapazität von 3.140 Milliamperestunden. Der Akku stammt von der LG-Tochter LG Chemicals und verwendet die sogenannte SIO+-Technik. Bei selber Größe soll der Akku bis zu acht Prozent mehr Leistung bieten. Im AnTuTu-Test schnitt er mit 458 Punkten jedoch nur durchschnittlich ab. Das Galaxy Mega von Samsung erzielte bei ähnlicher Kapazität fast 200 Punkte mehr. Längere Laufzeiten als die für Smartphones üblichen ein bis anderthalb Tage sollten Nutzer also nicht erwarten.

Multimedia

Das Optimus G Pro ist mit einer 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und einer 2,1-Megapixel-Frontkamera ausgestattet. Beide lieferten im Test ausreichend Licht vorausgesetzt brauchbare Bilder. Videos nehmen die Kameras jeweils in Full HD auf. Auch an der Qualität der Clips gibt es nichts auszusetzen. Die LG Kamera-App bietet mit "Best Face" oder "Dual Camera" Funktionen, wie sie auch das Samsung Galaxy S4 bietet. Die Auswahl fällt jedoch nicht ganz so umfangreich aus. Alles in allem muss sich der Nutzer aber nicht ärgern, wenn er eine Kamera vergessen hat. Ein mit dem Optimus G Pro gemachtes Foto finden Sie hier.

Dank Infrarotsensor dient das G Pro auch als Universalfernbedienung. Über die zugehörige App Quick Remote lassen sich dabei nicht nur Home Entertainment-Geräte wie Fernseher und Co. steuern, sondern auch Klimaanlagen. Ein elektronischer Programmguide wie ihn das HTC One oder das Samsung Galaxy S4 bieten, fehlt dem G Pro aber. Die Fernbedienung ist zudem anders als beim HTC One nicht lernfähig. Ist ihr Gerät in der LG-Datenbank nicht vorhanden, können Sie es nicht mit dem Optimus G Pro steuern.

Musik kann der Nutzer mit angeschlossenen Kopfhörern beim G Pro in MP3-Player Qualität geniessen. Die "Musik" genannte App von LG glänzt dabei mit Komfortfunktionen wie Audio-Effekten, Sleeptimer und sucht auf Wunsch auch auf YouTube den passenden Clip zum aktuell spielenden Titel. Der Lautsprecher des Smartphones ist zwar laut genug zur Hintergrundbeschallung, ein Genuss ist dies jedoch nicht. Er kratzt und übersteuert auf voller Lautstärke, vereinzelt war auch ein Rauschen zu vernehmen.

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Die Verpackung erinnert an einen Schuhkarton. (Bild: netzwelt)

Software

Als Betriebssystem kommt auf dem Optimus G Pro Android 4.1 Jelly Bean zum Einsatz. Zu geplanten Updates auf die neueren Versionen 4.2 oder 4.3 will sich LG nicht mehr äußern. Updates will man anders als noch bei den ersten Android-Modellen ankündigen, wenn sie ausgeliefert werden. Der Hersteller hat hier aus der Pannenserie mit dem Optimus Speed, Optimus Black und Optimus 3D gelernt. Die drei Modelle erhielten versprochene Updates erst knapp ein Jahr nach der Ankündigung, was zu einem handfesten Shitstorm im Kundenforum und in den Sozialen Netzwerken führte.

Der Hersteller setzt nicht auf ein pures Android, sondern hat das System mit seiner Optimus UI genannten Nutzeroberfläche überzogen. Sie ähnelt in Bedienung und Aussehen stark der TouchWiz-Oberfläche von Samsung und auch viele von Samsung-Geräten bekannte Funktionen sind enthalten. Aktiviert der Nutzer etwa die Option "Intelligenter Bildschirm" schaltet sich der Screen ähnlich wie bei Samsungs SmartStay nicht ab, solange der Nutzer draufblickt. Die Option "Smart Video" funktioniert wie Samsungs Smart Pause. Sie pausiert laufende Videos, wenn der Nutzer seinen Blick vom Bildschirm wendet, und startet sie wieder sobald er seine Augen wieder auf den Screen richtet. Im Test funktionierten beide Funktionen auf Anhieb.

Auch einige Bediengesten, die man bereits von Samsung und anderen Herstellern kennt, hat LG integriert. So bietet auch LG die vom Huawei Ascend Mate und Galaxy Mega bekannten Funktionen zur Verbesserung der Einhandbedienung - wie etwa einen verkleinerte, positionierbare Telefon-Tastatur.

Als weitere nennenswerte Funktionen bietet die Optimus UI QSlide und Quick Memo. Mit letzteren erstellt der Nutzer einen Screenshot vom aktuellen Bildschirm und kann diesen mit Notizen versehen. Via QSlide lassen sich über die Benachrichtigungsleiste schnell Mini-Apps etwa ein Taschenrechner aufrufen, der sich dann als Pop-Up über die aktuelle App legt.

Eine Notfall-App namens Safety Care benachrichtigt Verwandte auf Wunsch, wenn man das Smartphone längere Zeit nicht nutzt. Die persönliche Lieblings-App lässt sich per Tastendruck auf die frei belegbare Schnell-Startaste am linken Gehäuserand starten. Ein Programm namens Vu Talk soll zudem das kooperative Bearbeiten von Dokumenten während eines Telefonats ermöglichen. Allerdings setzt Vu Talk eine Anmeldung voraus und funktioniert derzeit nur auf Optimus G Pro-Geräten.

Gut gelungen ist auch die virtuelle Tastatur: Sie ermöglicht schnelles Tippen mit zwei Händen und bietet eine Zahlen-Reihe über den Buchstaben, was das lästige Umschalten zwischen den Tastaturansichen erspart.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Optimus G Pro lautet 599 Euro.

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netzwelt
6.2
LG Optimus G Pro
Vorteile
  • großer Full HD-Bildschirm
  • leistungsfähige Hardware
Nachteile
  • unhandliches Format
  • trotz großer Batterie durchschnittliche Akkulaufzeit
  • Release des LG G2 steht bevor

Großes Highend-Smartphone

Das Optimus G Pro steht dem Samsung Galaxy S4, Sony Xperia Z und dem HTC One in Sachen Leistung und Funktionen in nichts nach. Wem also die Android Top-Modelle der Konkurrenz noch zu klein sind, sollte ein Blick auf LGs neues Smartphone werfen. Zu bedenken ist allerdings: Mit dem LG G2 steht ein Nachfolger bereits in den Startlöchern. Er bietet eine nochmals verbesserte Kamera, stärkeren Prozessor und ein trotz großem Display auf Einhandbedienung ausgelegtes Gehäusedesign. Etwas mit dem Kauf zu warten und beide Modelle zu vergleichen ist also zu empfehlen. Wem das LG Optimus G Pro noch zu klein ist, sollte sich alternativ die Modelle Samsung Galaxy Mega und Huawei Ascend Mate anschauen. Wer beim G Pro einen Bedienstift vermisst, greift besser zum Samsung Galaxy Note 2.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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2
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4
5
6
7
8
9
10
Design und Verarbeitung
5
Ausstattung und Bedienung
8
Sprachqualität
5
Akkulaufzeit
5
Multimedia
8
Einsortierung
LG Optimus G Pro von LG wurde als Smartphone abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Alle Smartphones". Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, LG, Smartphone, Review, Android 4.1 Jelly Bean und LG Optimus G Pro .
Kommentare zu diesem Artikel

Das LG Optimus G Pro bietet ein extragroßes Full HD-Display. Der Test verrät, was sich in der Pro-Variante noch gegenüber dem Optimus G geändert hat, wie sich das G Pro im Alltag schlägt und ob Nutzer zugreifen oder lieber auf das neue Top-Modell G2 warten sollten.

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  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: LG Optimus G Pro im Test: XXL-Smartphone mit Full HD-Display

    @Lars Lehmenhecker: Danke für den Hinweis. Dazu liegen mir leider keine Informationen vor und LG hatte dies auch bei der Produktvorstellung in Hamburg nicht erwähnt. Sonst hätte ich diese Info natürlich Erwähnung gefunden. Werde das noch einmal nachprüfen. @Max Muster: Das ist nun strittig. Betrachtet man das Portfolio ist das G2 der Nachfolger vom Optimus G und das G Pro wie du richtig anmerkst eine Variante für den "Phablet"-Markt. Nun ist dieses Makrtsemgent aber nicht fest umrissen. Alle Smartphones mit einer Displaydiagonalen "über 5 Zoll" gelten als Phablet. Das G2 ist 5,2 Zoll groß, das G Pro 5,5 Zoll - beide könnten also auch im "Phablet"-Markt mitspielen. Den Hinweis auf das G2 habe ich fairerweise gegeben, weil ich finde ein nahender Release eines ähnlichen Geräts sollte man bei der Kaufentscheidung miteinbeziehen. Grüße aus der Redaktion.
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: LG Optimus G Pro im Test: XXL-Smartphone mit Full HD-Display

    @Lars Lehmenhecker: Danke für den Hinweis. Dazu liegen mir leider keine Informationen vor und LG hatte dies auch bei der Produktvorstellung in Hamburg nicht erwähnt. Sonst hätte ich diese Info natürlich Erwähnung gefunden. Werde das noch einmal nachprüfen.

    @Max Muster: Das ist nun strittig. Betrachtet man das Portfolio ist das G2 der Nachfolger vom Optimus G und das G Pro wie du richtig anmerkst eine Variante für den "Phablet"-Markt. Nun ist dieses Makrtsemgent aber nicht fest umrissen. Alle Smartphones mit einer Displaydiagonalen "über 5 Zoll" gelten als Phablet. Das G2 ist 5,2 Zoll groß, das G Pro 5,5 Zoll - beide könnten also auch im "Phablet"-Markt mitspielen.

    Den Hinweis auf das G2 habe ich fairerweise gegeben, weil ich finde ein nahender Release eines ähnlichen Geräts sollte man bei der Kaufentscheidung miteinbeziehen.

    Grüße aus der Redaktion.
  • Max Muster schrieb Uhr
    AW: LG Optimus G Pro im Test: XXL-Smartphone mit Full HD-Display

    Ich denke nicht das das LG G2 der Nachfolger des Optimus G Pro ist. Denn die Bildschirmdiagonale des Pro spielt im "Phablet" Markt. Ich denke viel mehr dass das G2 im Flagship Device Markt mitspielen möchte...
  • ayhan schrieb Uhr
    AW: LG Optimus G Pro im Test: XXL-Smartphone mit Full HD-Display

    ja, es funktioniert
  • Lars Lehmenhecker schrieb Uhr
    AW: LG Optimus G Pro im Test: XXL-Smartphone mit Full HD-Display

    Hab ich es überlesen oder habt ihr übersehen dass das G Pro den Qi Standard, also kabelloses Laden unterstützt und zwar ohne extra Cover. die Ladespule ist im standard Cover integriert. Ich finde schon dass sowas in einen Test gehört.
article
38822
LG Optimus G Pro im Test
LG Optimus G Pro im Test
Wie das Optimus G kommt auch die Pro-Version erst mit Verspätung nach Deutschland. Der Testbericht zum Optimus G Pro verrät, ob sich das Warten für LG-Fans gelohnt hat.
http://www.netzwelt.de/news/97911-lg-optimus-g-pro-test.html
2013-08-09 17:50:47
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/lg-optimus-g-pro-produktbild-114411.png
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LG Optimus G Pro im Test