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Nokia Lumia 925 im Test
Verbessertes Lumia 920

von Jan Kluczniok
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Nokia bringt mit dem Lumia 925 ein überarbeitetes Lumia 920 auf den Markt. Der Test auf netzwelt verrät unter anderem, was der finnische Handy-Hersteller gegenüber dem erst sechs Monate alten Modell geändert hat und ob das Lumia 925 das beste Smartphone für Fotos bei schwachen Lichtverhältnissen ist.

Mit dem Lumia 925 bringt Nokia eine verbessere Version des Vorgängers auf den Markt. Das Highend-Smartphone ist dünner und leichter als das vor einem halben Jahr erschienene Lumia 920. Der Test verrät, was sich noch geändert hat und ob Nokia mit dem verbesserten Lumia gegen die Konkurrenz von HTC One und Co. bestehen kann.

Das Nokia Lumia 925 ist eine überarbeitete Variante des Lumia 920.

Design und Verarbeitung

Das Lumia 925 ist 2,2 Millimeter dünner und knapp 50 Gramm leichter als der direkte Vorgänger Lumia 920. Nokia merzt damit den größten Kritikpunkt an seinem 2012er-Spitzenmodell aus. Durch die kompaktere Bauweise wirkt das Lumia 925 deutlich moderner, büßt aber in Sachen Design ein Stück weit seine Unverkennbarkeit ein. Erhältlich ist das Lumia 925 in Deutschland mit einer weißen, grauen oder schwarzen Rückseite.

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Das Nokia Lumia 925 läuft mit Windows Phone 8. (Bild: netzwelt)

Während die Rückseite des Lumia 925 aus Polycarbonat besteht, hat Nokia den Rahmen aus Aluminium gefertigt. Das verleiht dem Smartphone einen wertigeren Eindruck. Die gut verarbeitete Polycarbonat-Rückseite mindert diesen nicht, allerdings ist sie rutschig und lässt sich unschönerweise im unteren Bereich eindrücken. Hier besteht ein deutlich spürbarer Hohlraum. Solche Patzer bei der Verarbeitung ist man von Nokia eigentlich nicht gewohnt, deshalb gibt es Abzüge in der B-Note.

Hardware

Als Prozessor fungiert der Dual-Core-Chip Snapdragon S4 Pro, der mit 1,5 Gigahertz getaktet ist. Der Arbeitsspeicher misst ein Gigabyte. Leistungstechnisch liegt der Snapdragon in den Benchmarks AnTuTu (11.243 Punkte) und Sunspider (909 Millisekunden) in etwa gleich auf mit dem Vorgänger Lumia 920. Das System läuft Windows Phone-typisch flüssig, Apps starten schnell. Insgesamt gibt es an der Performance kaum etwas auszusetzen.

Allerdings zeigt das Lumia 925 unter Last schnell eine hohe Wärmeentwicklung - ein typisches Problem für Smartphones mit Metallgehäuse. Schon nach weniger als 15 Minuten Zocken glaubt der Nutzer eine heiße Tasse Kaffee anstelle seines Smartphones in der Hand zu halten. Noch heißer wurde das Lumia 925 im Test aber nicht - Brandblasen oder den Hitzetod der Hardware müssen Sie also nicht befürchten.

Das Display des Nokia Lumia 925 misst in der Diagonalen 4,5 Zoll und bietet eine Auflösung von 1.280 x 768 Pixeln. Es handelt sich jedoch nicht mehr wie beim Lumia 920 um ein IPS-LC-Display, sondern um einen AMOLED-Bildschirm. Dieser sorgt für knackige, kräftige Farben, abgesehen von Weiß, das bei AMOLED-Displays stets gräulich wirkt. Mit einer App Lumia Farbprofile will Nokia zudem "AMOLED-Hasser" wohlwollend stimmen. Das Programm erlaubt es, Farbsättigung und Farbtemperartur an den eigenen Geschmack anzupassen. Die Bonbon-bunten AMOLED-Farben kommen damit auf Wunsch etwas dezenter daher.

Das Display ist leuchtstark und lässt sich auch im Freien noch gut ablesen - vorausgesetzt der Nutzer hat den entsprechenden Modus in den Einstellungen aktiviert. Unter "Anzeige & Touchscreen" lässt sich zudem die Sensibilität des Bildschirms regulieren. Stellt ihn der Nutzer auf "Hoch", kann das Lumia 925 sogar mit Handschuhen bedient werden. Das längere Tippen von Texten ist jedoch auch auf dem Lumia 925 mit Handschuhen knifflig. Zum schnellen Lesen von E-Mails muss man sich aber künftig im Winter nicht mehr die Handschuhe ausziehen. Ein weiterer Pluspunkt für die Anzeige.

Ganz ohne Kritik durchläuft diese den Test aber nicht. Denn der Lumia 925-Bildschirm weist eine starke Blickwinkelabhängigkeit auf. Neigt oder dreht der Nutzer das Lumia 925 um nur wenige Grad, sehen die Farben gleich anders aus. Der hellgrüne Rasen bei Fifa 13 erscheint dann etwa giftgrün. Mag man dies beim Zocken im Eifer des Gefechtes noch übersehen, stört der Effekt beim Surfen oder Video anschauen.

Anlass zur Kritik gibt auch der interne Speicher: Er misst nur 16 Gigabyte und lässt sich nicht erweitern. Ab Werk stehen dem Nutzer davon knapp 14 Gigabyte zur Verfügung. Dank NFC und LTE-Unterstützung ist das Lumia 925 aber auch für zukünftige Anwendungsszenarien gerüstet.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das Lumia 925 liefert eine gute Sprachqualität. Die Gesprächspartner wirken sehr klar, Nebengeräusche werden effektiv gefiltert. Die Stimmen klingen dabei aber nicht ganz natürlich. Im Freisprechmodus kommt es zudem häufiger zu Aussetzern oder Zischlauten.

Der Akku des Lumia 925 bietet eine Kapazität von 2.000 Milliamperestunden. Der WPBench Akkutest benötigt knapp 2,5 Stunden, um den Akku leer zu spielen. Dem Lumia 920 ging bereits nach knapp zwei Stunden der Saft aus. Eine überdurchschnittliche Akkulaufzeit dürfen Nutzer vom Lumia 925 dennoch nicht erwarten. Nach knapp anderthalb Tagen muss das Smartphone in der Regel wieder an die Steckdose.

Verzichten müssen Nutzer auf die drahtlose Ladefunktion. Anders als beim Vorgänger ist die Technik nicht in das Gehäuse integriert. Sie lässt sich aber mit einem Aufsteckcover für 30 Euro nachrüsten. Dann verliert das Smartphone aber wieder seine schlanke Linie.

Multimedia

Nokia bewirbt das Lumia 925 gerne als "Nacht.Sicht.Gerät." Der Grund: Die verbaute PureView-Kamera ist wie beim Vorgänger auf Schwachlicht-Aufnahmen optimiert. Wenn andere Handy-Kameras längst nur noch Schwarz sehen, zaubert das Lumia 925 noch ein Foto auf den Handyschirm. Dies ist inzwischen jedoch kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Konkurrent HTC hat seine Modelle One und One Mini mit einer sogenannten Ultrapixel-Kamera ausgestattet, die ebenfalls hervorragende Low-Light-Aufnahmen bieten soll. Netzwelt machte den Vergleich und schoss Fotos vom Rathaus Altona sowie dem Hamburger Hafen bei Nacht (s. Mediengalerie).

Das Ergebnis: Das Lumia 925 ist tatsächlich das lichstärkste Smartphone, allerdings stößt auch die PureView-Kamera bei Nacht an ihre Grenzen. Die Aufnahmen weisen zwar weniger Rauschen auf als beim HTC One, die Farben wirken jedoch verfälscht. Aus dem dunklen Nachthimmel wird dann etwa schnell ein dunkelblauer Himmel. Abhilfe schafft hier die Smart Cam-App von Nokia, eine spezielle Kamera-App, die es unter anderem auch erlaubt, unerwünschte Objekte aus Fotos zu entfernen. Sie liefert selbst bei Dunkelheit rauscharme Fotos mit natürlichen Farben. Was der Nutzer im Display vor dem Auslösen sieht, erhält er später auch als Foto.

Allerdings schaffte es die Smart Cam-App im Test nicht, in jedem Szenario ein tolles Bild hervorzuzaubern. Das bei Nacht angestrahlte Rathaus in Altona ist auf der Smart Cam-Aufnahme quasi nicht zu sehen, erst die Windows Phone-Kamera-App bringt hier wieder Licht ins Dunkel. So muss der Nutzer mitunter zwischen den beiden Apps wechseln, um ein gelungenes Foto zu machen. Dennoch gilt: Das Lumia 925 gehört wie sein Vorgänger zu den aktuell besten Kamera-Smartphones.

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HTC One Mini mit Blitz: Das HTC One Mini produziert bei eingeschalteten Blitz ein nicht brauchbares Bild vom Hamburger Hafen bei Nacht. Die Aufnahme weist starkes Rauschen auf. (Bild: netzwelt)

Der Lautsprecher des Lumia 925 befindet sich auf der Rückseite und liefert einen für ein Smartphone guten Klang - selbst wenn man das Lumia 925 nicht umgedreht auf den Tisch ablegt. Ihm fehlt es aber an Bass und bei voller Lautstärke übersteuert er leicht. Dennoch ist er dank seiner Lautstärke zur Hintergrundbeschallung geeignet. Auch über Kopfhörer kann der Nutzer Musik geniessen. Die Windows Phone-eigene Video-und Musik-App sowie auch der Nokia Music-Player lassen aber Funktionen wie einen Sleeptimer vermissen.

Software

Als Betriebssystem fungiert Microsofts Windows Phone 8. Nokia hat sich beim Umstieg auf Windows Phone Rechte einräumen lassen, die Nutzeroberfläche des Systems stärker anzupassen als Microsoft dies anderen Herstellern erlaubt. Knapp zwei Jahre nach dem Umstieg macht der finnische Handyhersteller davon nun auch stärker Gebrauch. So bietet das Lumia 925 den von Symbian-Geräten bekannten Glance Screen, auf den deutschen Geräten auch Blick genannt.

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Nutzer können die Farbtemperatur und Farbsättigung des Lumia 925-Displays bestimmen. (Bild: Screenshot Lumia 925)

Der Glance Screen soll dem Nutzer das lästige Ein- und Ausschalten des Smartphones ersparen, wenn er etwa nur Uhrzeit oder Benachrichtigungen checken will. Sperrt der Nutzer das Lumia 925 und schickt es in den Standby-Modus, erscheinen bei aktivierten Glance Screen automatisch Uhrzeit und Benachrichtigungssymbole, wenn der Nutzer daraufblickt. Steckt er das Smartphone in die Tasche, wird der Bildschirm dagegen komplett abgeschaltet. Eine sinnvolle Erweiterung des Betriebssystems. Darüber hinaus bietet auch das Lumia 920 die bereits von früheren Modellen bekannten Services Nokia Here und Nokia Music inklusive dem Streaming-Dienst Nokia Mix Radio.

So schön die Nokia-Services sind: Windows Phone 8 mangelt es noch an einem vernünftigen Benachrichtungssystem. Ebenso gibt es noch Lücken im App-Angebot. Eine Instagram-App fehlt beispielsweise, ebenso wie ein DropBox-Client. Leider integriert Nokia seine Zusatzeinstellungen für das Display auch nicht in die Windows Phone-typischen Displayeinstellungen, das macht die Menüführung unübersichtlich.

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netzwelt
7.8
Nokia Lumia 925
Vorteile
  • schickes Design
  • kompakt
  • Glance Screen
  • PureView-Kamera
Nachteile
  • kleine Patzer bei der Verarbeitung
  • Speicher nicht erweitberar

Das bessere Lumia 920

Nokia merzt beim Lumia 925 die Schwächen des Vorgängers aus. Das Modell ist deutlich handlicher und kompakter. Zu der ohnehin schon hohen Zahl an Zusatzdiensten und Funktionen kommen nun noch weitere sinnvolle Erweiterungen für das Betriebssystem hinzu - etwa der Glance Screen. Diese machen das Lumia 925 zum derzeit besten Windows Phone auf dem Markt.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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8
9
10
Design und Verarbeitung
8
Ausstattung und Bedienung
8
Sprachqualität
8
Akkulaufzeit
6
Multimedia
9
Einsortierung
Nokia Lumia 925 von Nokia wurde als Smartphone abgelegt. Das Produkt wurde in die Smartphone-Bestenlisten Alle Smartphones, Die besten Kamera-Smartphones, Die besten Smartphones 2014 und Die besten Smartphones bis 250 Euro aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Nokia, Smartphone, Review, Windows Phone, Windows Phone 8 und Nokia Lumia 925 .
Kommentare zu diesem Artikel

Nokia bringt mit dem Lumia 925 ein überarbeitetes Lumia 920 auf den Markt. Der Test auf netzwelt verrät unter anderem, was der finnische Handy-Hersteller gegenüber dem erst sechs Monate alten Modell geändert hat und ob das Lumia 925 das beste Smartphone für Fotos bei schwachen Lichtverhältnissen ist.

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  • goran schrieb Uhr
    AW: Nokia Lumia 925 im Test: Leichter, dünner, besser?

    an nic adrian ich habe das nokia lumia 925 selber ich bin selber zufrieden damit ich gip dir ein tip ale fungtionen die du nicht brauchsd apschalten gehe im menü einschtelungen strom schpar modus wo die zachlen in rot schtehen schalte das ap bis diese anzeigen in weiss sind dan held der aku zwei tage sdtat einen mit dem lumia 925 kans du die besden fotos schiesen tags und nachts schalte die kaera ein gehe unten auf die leisde rechts mit die drei punkten drücke drauf dan kommt das ersde oben funktion drücken und dan drücke auf nacht für nacht fotos schpeichere diese funktion und mache ein par fotos du wirsd überast sein fil schpas ich werde dir das nokia lumia 925 raten zu kaufen bei samsung ist das unmöglich
  • Markus K schrieb Uhr
    AW: Nokia Lumia 925 im Test: Leichter, dünner, besser?

    Eigentlich ein sehr schönes Handy - für Leute, denen es nicht ausmacht, bis zu 2 Stunden zu warten, bis GMAIL Nachrichten auf dem Handy eintreffen. Die relativ kurze Akkulaufzeit nervt auch ein wenig. Bei gleichem Gebrauch hat mein altes Sony Xperia J die doppelte Laufleistung gehabt. Als Privat Nutzer erst dann nutzbar, wenn das E-Mail Problem (welches viele User mit diesem Handy haben)gelöst ist. Als Business Handy würde ich Blackberry oder Apple vorziehen.
  • Nic Adrian schrieb Uhr
    AW: Nokia Lumia 925 im Test: Leichter, dünner, besser?

    Sehr hilfreicher Bericht! Hat meine Kaufetscheidung deutlich beinflusst. DANKE!
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Nokia Lumia 925 im Test: Leichter, dünner, besser?

    @Herr. Stahnke: Die Mediengalerie zeigt Bilder vom HTC One, HTC One Mini UND dem Lumia 925. Wie im Test beschrieben, werben alle drei Smartphones mit guten Fotos bei schwachen Lichtverhältnissen. Dementsprechend haben wir die Bilder zum Vergleich angefügt um unser Urteil zu stützen, dass das Lumia 925 gegenüber den beiden HTC-Modellen die Nase vorn hat.

    Grüße aus der Redaktion.
  • Herr. Stahnke schrieb Uhr
    AW: Nokia Lumia 925 im Test: Leichter, dünner, besser?

    Witzig. Eigentlich geht es um das Lumnia 925 doch die Beispielbilder von der Kamera stammen vom HTC One bzw. One Mini. Manchmal kann man nur den Kopf schütteln.
article
38784
Nokia Lumia 925 im Test
Nokia Lumia 925 im Test
Das Lumia 925 ist dünner und leichter als sein Vorgänger. Der Test verrät, was sich noch gegenüber dem Lumia 920 geändert hat.
http://www.netzwelt.de/news/97471-nokia-lumia-925-test.html
2013-08-07 18:09:15
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/nokia-lumia-925-produktbild-114456.png
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Nokia Lumia 925 im Test