Einstieg ins Vollformat

Canon EOS 6D im Test: Vollformat-DSLR für unter 2.000 Euro

Die Canon EOS 6D richtet sich an Einsteiger in die Fotografie mit Vollformat. Dabei hat der japanische Hersteller allerhand Unternommen, um die Kamera mit einem großen Sensor auszustatten und trotzdem preisgünstig anbieten zu können. Das Gehäuse der Kamera ist derzeit das kleinste aller DSLR-Vollformat-Kameras. Ob das auf Kosten des Handlings geht und wo Canon noch gespart hat, um den Preis zu drücken, verrät der netzwelt-Test.

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Canon EOS 6D: Der Vollformat-Traum für ambitionierte Fotografen? (Bild: netzwelt)
Canon EOS 6D: Der Vollformat-Traum für ambitionierte Fotografen? (Bild: netzwelt)
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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Verarbeitung und Bedienkonzept
  2. 2Sensor, Sucher und Autofokus
  3. 3Verschluss, SD-Kartenslot und Video
  4. 4WLAN und GPS
  5. 5Fazit
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Nikon präsentierte auf der Photokina 2012 mit der D600, die erste Vollformat-DSLR, die die magische Grenze von 2.000 Euro unterboten hat. Canon legt nach und senkt mit der EOS 6D den Einstiegspreis in das Vollformat-Kameraprogramm von circa 3.000 Euro für eine EOS 5D Mark III auf unter 2.000 Euro. Derzeit ist die EOS 6D für einen Straßenpreis von circa 1.600 Euro zu bekommen.

Verarbeitung und Bedienkonzept

Als netzwelt die Kamera zum ersten Mal in die Hand nahm, fiel der angenehm tiefe Griff und die unerwartete Leichtigkeit des Gehäuses von nur 680 Gramm auf. Im Vergleich: Eine EOS 5D Mark III bringt 950 Gramm und das APS-C Top-Modell EOS 7D 820 Gramm auf die Waage. Das Gehäuse ist angenehm klein gehalten und so vermutet man nicht auf den ersten Blick einen Vollformat-Sensor in der Kamera. Neben den APS-C Modell EOS 7D oder Nikon 7100 fällt die Canon jedenfalls nicht weiter auf.

Die Verarbeitung ist hervorragend. Die Schalter und Wahlräder fühlen sich solide an und haben einen klar definierten Druckpunkt beziehungsweise rasten sauber ein. Gleiches gilt auch für den Speicherkartenslot-Verschluss und den Batteriefachdeckel. Beide Deckel sind mit einer Gummierung umgeben, die die Fächer vor äußeren Einflüssen schützen. Das Wahlrad für die unterschiedlichen Programm-Modi besitzt eine Arretierung, was ein versehentliches Verstellen des Programms verhindert. Was netzwelt sehr gut gefallen hat, ist die Möglichkeit bis zu zwei Unterschiedliche, individuell gespeicherte Einstellungen, ebenfalls über das Programm-Wahlrad auszuwählen. Die USB-, AV-, HDMI- Mikrofon- und Fernbedienungsanschlüsse befinden sich hinter zwei Gummiabdeckungen.

Das Oberflächenfinish ist Canon sehr gut gelungen, bedenkt man, dass die Oberschale des Gehäuses der EOS 6D lediglich aus Kunststoff gefertigt ist. Die Oberfläche fühlt es sich sehr Griffig an und vermittelt einen wertigen Eindruck. Auf der Oberseite befindet sich ein LCD-Display sowie fünf Tasten, über die die wichtigsten Kameraparameter eingestellt beziehungsweise kontrolliert werden können.  Daneben befindet sich der Blitzschuh. Dieser ist auch bitter nötig, denn die Canon EOS 6D besitzt keinen eingebauten Blitz.

Der insgesamt wertige Eindruck des Gehäuses setzt sich im Inneren der Kamera fort. Hier hat der japanische Hersteller trotz der Größe des Spiegels eine sauber und leise arbeitende Mechanik verbaut, die im Gegensatz zum blechernen Spiegelschlag der Konkurentin Nikon D600, einen hochwertigen Eindruck vermittelt. 

Canon EOS 6D

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Das Gehäuse abwärts der Oberschale ist aus Magnesium gefertigt. Auf der Rückseite der Kamera befindet sich ein fest verbautes 3-Zoll-Display, das nicht wie bei vielen anderen DSLRs hinter Glas, sondern lediglich hinter Plastik angebracht ist. Hier hat Canon eindeutig gespart. Es löst mit 1,04 Millionen Bildpunkten auf.

Bei der Bedienung hingegen hat sich der japanische Hersteller, im Gegensatz zur EOS 5D Mark III, einiges einfallen lassen. Die Kamera ist konsequent auf eine Einhand-Bedienung ausgelegt. So befinden sich keine Knöpfe links neben dem Display und die wichtigsten Funktionen sind mit dem Daumen auf der rechten Seite auswählbar.

Bei der EOS 6D wurde auch auf den Joystick der Schwestermodell EOS 5D Mark II oder EOS 5D Mark III verzichtet. Stattdessen verbaut Canon eine 8-Wege-Wippe im Inneren des Daumenrades. Darüber lassen sich nicht nur die AF-Messfelder, wie einst mit dem Joystick einstellen, sondern auch durch Menü und Quickmenü navigieren.

Darüber befinden sich der "Q"-Knopf, mittels sich ein Schnellmenü mit den wichtigsten Kameraparametern auf dem Display aufrufen lässt und die Wiedergabe- sowie Lupen-Taste. Über einen Regler neben dem Okular kann man zwischen Kamera- oder Videomodus auswählen. Dort befindet sich auch der Aufnahmeknopf, der auf "Kamera" gestellt, den Live-View-Modus aktiviert.

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