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Huawei Ascend Mate im Test
Mangel an Rechenpower

von Jan Kluczniok
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Das Huawei Ascend Mate bietet nicht nur ein riesiges Display, sondern auch einen Akku mit der Kapazität einer Tablet-Batterie. Dennoch fällt das Smartphone noch handlich aus. Der Test zeigt jedoch: An einigen Stellen hat der chinesische Handyhersteller gespart.

Nach dem Erfolg des Samsung Galaxy Note drängen mehr und mehr Hersteller mit einem Mix aus Smartphone und Tablet-PC auf den Markt - so auch Huawei. Der Hersteller schickt das 6,1 Zoll große Ascend Mate ins Rennen. Üppig fällt nicht nur die Displaygröße aus, sondern auch der Akku. Satte 4.000 Milliamperstunden bietet er. Dafür fehlt es dem Ascend Mate im Test an anderer Stelle.

Der Bildschirm des Huawei Ascend Mate misst in der Diagonalen 6,1 Zoll.

Design und Verarbeitung

Das Design des Huawei Ascend Mate versprüht wenig Charme. Das Gerät ist im typischen 08/15- Smartphone-Design gehalten und wirkt ein wenig wie ein übergroßes Huawei Ascend G615. Blicke wird das Ascend Mate daher weniger wegen seiner Optik, sondern aufgrund des riesigen 6,1-Zoll-Displays ernten. Dieses treibt natürlich die Abmessungen des Gehäuses in die Höhe: Sie betragen stolze 163,5 x 85,7 x 9,9 Millimeter, dennoch lässt sich das Ascend Mate anders als etwa das Samsung Galaxy Mega auch mit kleineren Händen vergleichsweise gut umgreifen.

Huawei Ascend Mate

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Das Huawei Ascend Mate ist seit April im deutschen Handel erhältlich. Das XXL-Smartphone kostet aktuell 370 Euro. (Bild: netzwelt)

Die Verarbeitung des XXL-Smartphones ist sauber und solide. Einen Premium-Charakter versprüht sie aber nicht, die Verarbeitung ist eher zweckmäßig: So besitzt das Ascend Mate eine Kunststoff-Rückseite mit einer "Soft Touch" genannten Beschichtung. In der Hand fühlt es sich dadurch ähnlich wie das HTC One X+ an, das ebenfalls eine Rückseite mit Soft Touch besitzt. Die Oberflächenveredlung sorgt nicht nur für eine angenehme Haptik, sondern auch für einen sicheren Halt. Das Ascend Mate rutscht praktisch kaum.

Hardware

Unter der Haube des Ascend Mate werkelt der hauseigene Quad-Core-Prozessor K3V2 mit einer Frequenz von 1,5 Gigahertz. Der Chip ist mittlerweile über ein Jahr alt und langsam nagt der Zahn der Zeit an ihm. Im Geekbench-Test erreicht das Ascend Mate durchschnittlich 1.701 Punkte und liegt damit in etwa auf dem Niveau des Galaxy S3. Aktuelle Modelle mit Dual-Core-Prozessor wie das Galaxy S4 Mini erreichen aber bereits ähnliche oder bessere Werte. Die 3.739 Millisekunden, die das Ascend Mate für den Browserbenchmark Sunspider benötigt sind zudem unterdurchschnittlich.

Die Bildschirmauflösung beträgt trotz der großen Displaydiagonale nur 1.280 x 720 Pixel. Dennoch ist die 6,1-Zoll-Anzeige alles andere als pixelig. Der Nutzer muss schon genau hinsehen, um einzelne Bildpunkte auszumachen. Ein leichter Treppcheneffekt bei Buchstaben lässt sich zwar nicht leugnen, störend wirkte er sich im Test jedoch nicht aus. Auf der Habenseite stehen zudem knackige Farben, große Blickwinkel und eine äußerst helle Anzeige. Vereinzelt reagierte der Bildschirm auf stärkeren Druck jedoch mit Schlieren, vor allem beim Spielen traten diese im Test auf.

Geizig zeigt sich Huawei beim internen Speicher: Lediglich acht Gigabyte besitzt das Ascend Mate, davon stehen dem Nutzer ab Werk nur knapp 4,55 Gigabyte zur Verfügung. Per Speicherkarte lässt sich der Nutzerspeicher immerhin um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Während sich im Inneren ein NFC-Chip befindet, lässt das Ascend Mate Unterstützung für den neuen Mobilfunkstandard LTE vermisssen.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das Ascend Mate bietet eine gute Sprachqualität. Gesprächspartner klingen sehr natürlich, leider ist die Nebengeräuschfilterung jedoch mangelhaft. Im Test waren Autolärm und Windgeräusche deutlich zu vernehmen. Der Lautsprecher ist im Freisprechmodus zudem sehr leise. Netzwelt empfiehlt daher mit einem Bluetooth-Headset zu telefonieren.

Der Akku des Ascend Mate fällt mit 4.050 Milliamperestunden riesig aus. Zum Vergleich: Das Android-Tablet Galaxy Tab 2 7.0 besitzt ebenfalls nur einen 4.000-Milliamperestunden-Akku. Dementsprechend dürfen Nutzer sich auf längere Laufzeiten freuen, als sie Smartphones üblicherweise bieten. Im AnTuTu-Batterytest schließt das Ascend Mate allerdings nur durchschnittlich ab. Es erreicht 458 Punkte, das Galaxy Mega dagegen 638 Punkte. Eine ganze Woche ohne Stromzufuhr werden Sie trotz Tablet-ähnlichen Akku also wohl auch nicht mit dem Ascend Mate verbringen können. Ein weiterer Minuspunkt für die Batterie: Sie ist fest verbaut und lässt sich nicht wechseln.

Multimedia

Dem Nutzer stehen beim Ascend Mate für Foto- und Videoaufnahmen gleich zwei Kameras zur Verfügung. Die Hauptkamera auf der Rückseite löst mit maximal acht Megapixeln auf und zeichnet Videoclips in Full HD auf. Die Frontkamera ermöglicht dagegen HD-Videoaufnahmen oder Fotos mit einer maximalen Auflösung von einem Megapixel. Überzeugen können beide Kameras im Test aber nicht. Fotos wirken dunkel und die Farben ausgewaschen. Zum Teil war im Test auch ein leichter Blaustich zu sehen. Ein mit dem Ascend Mate gemachtes Foto finden Sie hier. Die Qualität der Videoclips geht in Ordnung - allerdings zieht die Kamera stets leicht nach.

Das Huawei Ascend Mate eignet sich sowohl zur Hintergrundbeschallung als auch zum gelegentlichen Musikgenuss über Kopfhörer in Bus und Bahn. Der Sound ist kräftig, wirkte im Test aber nicht immer klar. Teilweise war ein leichtes Rauschen beziehungsweise Scheppern im Lautsprecher bei der Wiedergabe zu vernehmen. Dem Musik-Player fehlt es bis auf einen Sleeptimer aus funktioneller Sicht dagegen an nichts.

Software

Als Betriebssystem fungiert auf dem Ascend Mate Android 4.1 alias Jelly Bean. Zu Update-Plänen hat sich Huawei bislang noch nicht geäußert. Anders als bei seinen Vorjahresmodellen liefert Huawei kein pures Android-Erlebnis mehr, sondern setzt auf seine eigene Nutzeroberfläche Emotion UI. Sie ist von der Struktur an Apple iOS angelehnt, eine Trennung zwischen Startbildschirm und App Menü, eigentlich typisch für Android, gibt es nicht. Mehr über das Bedienkonzept der Emotion UI finden Sie hier.

Huawei Ascend Mate

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Der Bildschirm des Huawei Ascend Mate misst 6,1 Zoll. (Bild: netzwelt)

Der Hersteller hat sich beim Ascend Mate zudem Gedanken gemacht, wie man den Nutzer in der Bedienung des Smartphones unterstützen kann. Auf Wunsch kann etwa eine verkleinerte Tastatur am linken oder rechten Bildschirmrand eingeblendet werden. So soll der Nutzer auch mit einer Hand noch Telefonnummern eintippen oder SMS schreiben können. Eine schwebende Schaltfläche gewährt auf Wunsch auch schnellen Zugriff auf wichtige Apps. Insgesamt wirkt das Bedienkonzept sehr durchdacht.

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netzwelt
5.0
Huawei Ascend Mate
Vorteile
  • cleverers Bedienkonzept
  • großes Display
Nachteile
  • wenig Speicher
  • mäßiger Prozessor
  • mäßige Kamera

Groß, aber bedienbar

Huawei gelingt mit dem Ascend Mate ein Kunststück. Trotz XXL-Display lässt sich das Smartphone noch verhältnismäßig gut in der Hand halten und bedienen. Leider fällt der interne Speicher klein aus, Prozessor und Kamera liefern zudem nur eine mäßige bis durchschnittliche Leistung.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Design und Verarbeitung
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Ausstattung und Bedienung
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Sprachqualität
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Akkulaufzeit
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Multimedia
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Einsortierung
Huawei Ascend Mate von Huawei wurde als Smartphone abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Alle Smartphones. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, Smartphone, Huawei, Review, Android 4.1 Jelly Bean, Huawei Ascend Mate und Huawei Ascend .
Kommentare zu diesem Artikel

Das Huawei Ascend Mate bietet nicht nur ein riesiges Display, sondern auch einen Akku mit der Kapazität einer Tablet-Batterie. Dennoch fällt das Smartphone noch handlich aus. Der Test zeigt jedoch: An einigen Stellen hat der chinesische Handyhersteller gespart.

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38681
Huawei Ascend Mate im Test
Huawei Ascend Mate im Test
Das Huawei Ascend Mate vereint ein großes Display und einen XXL-Akku in einem noch handlichen Gehäuse. Leider hapert es im Test an anderer Stelle.
http://www.netzwelt.de/news/96712-huawei-ascend-mate-test.html
2013-07-29 16:33:43
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/huawei-ascend-mate-produktbild-114427.png
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