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Wolfenstein: The New Order angespielt
Old-School-Shooter

von Thomas Freund Uhr veröffentlicht

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Mit Wolfenstein: The New Order erscheint Ende dieses Jahres die Fortsetzung der berüchtigten Ego-Shooters-Serie. Netzwelt durfte den Titel anspielen und hat alle ersten Eindrücke für Sie festgehalten. Der Titel könnte etwas werden.

Was wäre, wenn die Nazis den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten? Mit dieser befremdlichen Frage beschäftigt sich die bald erscheinende Fortsetzung des berühmt-berüchtigten Wolfenstein-Franchise. Netzwelt hat den Großvater aller Ego-Shooter angespielt und zeigt, ob The New Order Potential hat.

Wolfenstein The New Order: Aktuelle Screenshots

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In The New Order schlüpfen Spieler erneut in die Rolle des polnischen Spions B.J. Blazkowicz. (Bild: Bethesda)

Die Spielmarke Wolfenstein kann bereits eine 30 Jahre andauerende Tradition vorweisen. Schon 1981 erschien mit Castle Wolfenstein ein 2D-Adventure für den Apple II-Computer. Die für damalige Verhältnisse innovative Spielmechanik aus Schleich- und Schießpassagen bescherte dem Titel schnellen Erfolg. Portierungen für MS-DOS, Atari 400/800 und den Commodore 64 folgten. Im Jahr 1984 veröffentlichte Entwickler MUSE eine Fortsetzung unter dem Titel Beyond Castle Wolfenstein.

Richtig populär wurde Wolfenstein allerdings erst acht Jahre später, als sich die damals noch relativ unbekannte Software-Schmiede id Software von den 2D-Adventures inspirieren ließ und diese kurzerhand in die dritte Dimension beförderte: Wolfenstein 3D war geboren. Der kontroverse Ego-Shooter, in dem Spieler als Spion mit polnischen Wurzeln unzählige Nazi-Schergen aus ihren Springerstiefeln schießen mussten, sorgte für einen Umbruch in der Spiellandschaft und das Spielprinzip zog unzählige Klone nach sich.

"Großvater aller 3D-Shooter"

Allerdings konnten sich nicht alle für das Spiel begeistern, besonders mit den deutschen Behörden ist die Serie seit jeher auf Kriegsfuß. Aufgrund von verfassungsfeindlichen Symbolen wurde Wolf3D 1994 in Deutschland bundesweit beschlagnahmt, was die Verbreitung des Spiels hierzulande unter Strafe stellt. Nichtsdestotrotz gilt der Titel historisch betrachtet als "Großvater aller 3D-Shooter".

Doch genug zum geschichtlichen Hintergrund, schließlich geht es um den neuesten Serieneintrag, der schon Ende dieses Jahres erscheinen soll. Wolfenstein: The New Order wird nicht mehr wie die Vorgänger von id Software oder der ehemaligen id-Tochter Raven entwickelt, sondern vom jungen schwedischen Entwicklerstudio MachineGames.

Von den The Darkness- und Riddick-Machern

Das Team besteht zu großen Teilen aus ehemaligen Starbreeze-Mitgliedern, die unter anderem Geheimtipps wie The Darkness und Riddick hervorgebracht haben. Dennoch hat - zumindest technisch - Kult-Entwickler id Software die Finger im Spiel, denn basieren wird das neue Wolfenstein auf der id Tech 5-Engine, welche zuletzt im postapokalyptischen Rage zum Einsatz kam. Dementsprechend gut sieht die erste spielbare Fassung aus, besonders die stimmigen Lichteffekte wissen zu beeindrucken. Sichtlich viel Mühe steckt auch in den bewusst übertriebenen und Action-geladenen Partikeleffekten und den zu großen Teilen zerstörbaren Umgebungsobjekten.

Zur Story: In The New Order verschlägt es den Spieler in eine alternative Vergangenheit der 1960er Jahre. Weil die Nazis noch vor den Amerikanern und Russen eine Atombombe herstellen konnten, unterliegt die Welt 15 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg dem grausamen Nazi-Regime. Erneut schlüpfen Spieler in die Rolle des Serienhelden William "B.J." Blazkowicz, um dem nationalsozialistischem Regime mit allerhand Waffengewalt Konter zu bieten.

Ballern was das Zeug hält

Schießeisen gibt es einige in Wolfenstein: The New Order. In der angespielten Demo wurde größtenteils herkömmlicher Genrestandard geboten, also von Maschinengewehr über Schrotflinte bis hin zur serientypischen Luger ist alles dabei. Spielerisch und optisch kann das Kriegswerkzeug jedoch überzeugen. Jede Wumme wurde liebevoll entworfen und der Mix aus historisch korrekter Optik und Science Fiction weiß zu gefallen.

Hinzu kommt, dass B.J. einige Waffen wie der Master Chief zu seinen besten Zeiten beidhändig einsetzen kann. Ein Highlight beim Anspielen war es, einen engen, mit Nazis gefüllten Korridor, mit Schrotflinten in beiden Armen vollständig zu säubern. Ab und zu gibt es auch schwere Standgeschütze, die unser Held Halo-mäßig abreißt, um damit bleihaltige Argumente zu verteilen.

Neben den Ballerpassagen gibt es auch immer wieder kleinere Rätsel, die sich aber in der Demo-Version alle mit Waffen Blazkowiczs lösen lassen. Mit einer Art Schweißbrenner-Pistole werden bestimmte Materialen, zum Beispiel Eisenketten, zerschnitten und auch spezielle Türen aufgeschweißt. Im weiteren Spielverlauf weicht der kleine Schweißbrenner der sogenannten "Kernkraftwaffe", die neben dem handwerklichen Aspekt auch menschliche Gegner regelrecht zerplatzen lässt.

Ein Albtraum für die USK

Hierzulande wird Wolfenstein: The New Order frei von verfassungsfeindlichen Symbolen erscheinen, was sich in der angespielten Version als nicht störend erwies. Hakenkreuze und verbotene Runen wurden einfach durch das Wolfenstein-Logo ersetzt. Ein Problem für die USK-Freigabe könnte jedoch die drastische Gewaltdarstellung sein, denn damit geizt der Old-School-Shooter nicht: es wird ordentlich "gesplattert".

Und nicht nur dabei kommen Erinnerungen an Shooter der späten Neunziger auf. Während alle aktuellen Ego-Shooter-Helden scheinbar unbesiegbar sind, was vor allem auf die standardisierte Gesundheitsregeneration zurückzuführen ist, kommt Wolfenstein erfrischend fordernd daher. Wie früher gibt es Medipaks und Rüstungsteile. Maximal ausgestattet verfügt der Spieler über 100 Gesundheits- und Rüstungspunkte. Bei gegnerischen Treffern wird zuerst die Rüstung verbraucht, danach sinkt die Gesundheit. Selbstregeneration ist nur in stark abgeschwächter Version enthalten: die letzten 20 Prozent werden nach einer gewissen Zeit automatisch aufgefüllt.

Kein Multiplayer

Neben dem ganzen Lob gibt es allerdings auch einen großen Kritikpunkt: das neue Wolfenstein wird über keinen Multiplayer-Modus verfügen. Fans von RTCW, die auf ein neues Mehrspieler-Wolfenstein gehofft hatten, werden also enttäuscht. Allerdings kann dies der Einzelspielerkampagne zugute kommen. Versprochen wird über 20 Stunden Gameplay. In Zeiten, wo viele Mehrspieler-Komponenten sich "geschludert" anfüllen, ist das Fehlen des Multiplayers also zu verschmerzen.

netzwelt meint

Nach dem letzten Eintrag von Activision hatte wohl keiner mehr mit einem ordentlichen Shooter im Wolfenstein-Universum gerechnet. Auch für die netzwelt-Redaktion war die Serie schon so gut wie abgeschrieben, überraschender deshalb die positive Rückkehr. Zu gefallen weiß die Level-Architektur, mit den teilweise monströsen Bauten und die groteske Story, die sich auf Exploitation-Film-Niveau bewegt. Hier und da verträgt der Titel noch ein wenig Feinschliff, aber das Grundkonstrukt ist schon jetzt stimmig und sprüht vor Retro-Charme.

Wolfenstein: The New Order soll noch in diesem Jahr erscheinen. Ein konkreter Termin steht noch nicht fest. Erscheinen wird die Ballerorgie für PC, PS3, Xbox 360 und auch für die kommenden Konsolen PS4 und Xbox One.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit Wolfenstein: The New Order erscheint Ende dieses Jahres die Fortsetzung der berüchtigten Ego-Shooters-Serie. Netzwelt durfte den Titel anspielen und hat alle ersten Eindrücke für Sie festgehalten. Der Titel könnte etwas werden.

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  • chris- schrieb Uhr
    AW: Wolfenstein: The New Order angespielt

    Hoppala, der Trailer ist ja mal genial. Und der NAchfolgeteil ist dann die Terminatorreihe^^

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Netzwelt durfte Wolfenstein: The New Order anspielen. Alle ersten Eindrücke haben wir für Sie in einem ersten Kurztest festgehalten.
http://www.netzwelt.de/news/96699-wolfenstein-the-new-order-angespielt.html
2013-07-26 17:47:20
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/dr-web-antivirus-laesst-sehr-einfach-konfigurieren-bild-netzwelt9612.jpg
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