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Samsung Galaxy Mega im Test
Smartphone-Riese

von Jan Kluczniok
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Samsung bringt mit dem Galaxy Mega das aktuell größte Smartphone der Welt auf den Markt. Gegen das 6,3-Zoll-Smartphone wirkt selbst das Note 2 winzig. Bei vielen Anwendungen profitiert der Nutzer vom XXL-Bildschirm. Doch lässt sich das Smartphone-Monster überhaupt noch mit einer Hand halten? Der Test verrät es.

Groß, größer, Galaxy Mega - Samsung vergrößert die Displays seiner Smartphones stetig. Mit einer Bilddiagonalen von 6,3 Zoll lässt das Mega sogar den hauseigenen Konkurrenten Galaxy Note II wie einen Winzling aussehen. Kann man ein solches Monster-Smartphone noch in der Hand halten, geschweige den mit einer Hand bedienen? Der netzwelt-Test gibt Antworten.

Gegen das Galaxy Mega (links) wirkt selbst das Galaxy Note II wie ein Winzling.

Design und Verarbeitung

Das Galaxy Mega ist im typischen Samsung-Design gehalten, das der Hersteller seit dem Galaxy S3 für seine gesamte Smartphone-Flotte verwendet. Trotzdem ragt das Modell aus dem stromlinienförnigen Portfolio des südkoreanischen Herstellers hervor. Verantwortlich hierfür ist das übergroße Display. Mit einer Diagonalen von 6,3 Zoll stellt das Galaxy Mega sogar das Galaxy Note 2 in den Schatten.

Mit einer Tiefe von acht Millimetern ist das Galaxy Mega für ein XXL-Smartphone äußerst flach gebaut. Die Konkurrenz in Form des Huawei Ascend Mate, LG Optimus G Pro, Samsung Galaxy Note 2 oder Acer Liquid S1 ist mehr als einen Millimeter dicker. Dadurch trägt das Galaxy Mega in der Jackettasche nicht auf. Baggy Pants-Träger werden das 6,3-Zoll-Handy sogar noch problemlos in der Hosentasche verstauen können.

"Komfortabel in einer Hand halten", wie in der Pressemitteilung des Herstellers versprochen, lässt sich das Galaxy Mega aber nicht. Besonders Nutzer mit kleinen Händen müssen ihre kurzen Finger strecken, um den 6,3 Zöller noch sicher zu umgreifen. Der Haltekomfort wird auch dadurch gemindert, dass die Kunststoffrückseite des Galaxy Mega rutschig wie ein Stück Seife ist. Auf einen Stift, der bei der Bedienung hilft müssen Samsung-Fans beim Mega anders als beim Note 2 zudem verzichten.

Hardware

Das Galaxy Mega wird von einem 1,7 Gigahertz starken Dual-Core-Prozessor angetrieben. Statt einem eigenem Chipsatz greift Samsung auch hier auf eine Snapdragon-CPU von Zulieferer Qualcomm zurück. Diese liefert eine gute Leistung. Im Geekbench-Test liegt das Galaxy Mega zwischen Galaxy S3 und Nexus 4. Beim Browser-Benchmark Sunspider ist das Modell sogar dem Galaxy Note 2 ebenbürtig. Im Alltag hält das Galaxy Mega, was die Benchmarkergebnisse versprechen. Die Rechenpower reicht, um Android und Spiele flüssig darzustellen. Nur gelegentlich kam es im Test zu kleineren Rucklern.

Der Bildschirm des Galaxy Mega löst trotz seiner Größe nur in HD auf. Die Pixeldichte beträgt daher nur 233 Pixel per inch (ppi). Das menschliche Auge nimmt ab einen Wert von circa 300 ppi keine einzelnen Bildpunkte mehr wahr. Allerdings müssen Galaxy Mega-Nutzer schon das Auge nahe zum Bildschirm bewegen, um einzelne Pixel zu erkennen. Ein störender Treppcheneffekt bei Buchstaben lässt sich auf dem Galaxy Mega ebenfalls nicht ausmachen.

Statt auf die hauseigene Super AMOLED-Technik greift Samsung wohl auch aus Kostengründen auf ein Super Clear LC-Display zurück. Im direkten Vergleich mit dem Super AMOLED-Bildschirm des Galaxy S4 Zoom wirken die Farben auf dem Galaxy Mega dezenter, dafür aber auch natürlicher. Weiße Flächen wirken zudem nicht so gräulich wie bei der AMOLED-Technik.

Weitere Pluspunkte sammelt der Bildschirm des Galaxy Mega durch seine großen Blickwinkel und seine Helligkeit. Selbst bei Sonnenschein lässt sich der Bildschirm im Freien noch gut ablesen. Vorteile bietet der große Screen natürlich auch beim Spielen oder Arbeiten. Hier ermöglicht die große virtuelle Tastatur des Galaxy Mega auch das komfortable und schnelle Tippen mit zwei Händen.

Gamer und Workaholics werden jedoch schnell an die Grenze des Speicherplatzes stoßen. Von acht Gigabyte stehen dem Nutzer nur etwas mehr als vier Gigabyte zur Verfügung. Der Speicher lässt sich per MicroSD um bis zu 64 Gigabyte erweitern. Samsung legt freundlicherweise gleich eine 4-Gigabyte-Speicherkarte bei. Die weitere Ausstattung gibt dagegen kein Grund zu klagen: Mit NFC- und LTE-Unterstützung ist das Galaxy Mega auch für zukünftige Anwendungsszenarien gerüstet.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Galaxy Mega ist überdurchschnittlich. Gesprächspartner sind klar und deutlich zu verstehen. Die Geräuschfilterung funktioniert gut, jedoch klingen die Stimmen dadurch etwas dumpf. Aufgrund der Abmessungen des Geräts sollten Nutzer aber beim Telefonieren lieber zu Kopfhörern mit Mikrofon oder Bluetooth-Headsets greifen. Einen Vergleichstest von sechs Modellen finden Sie hier.

Der wechselbare Akku des Galaxy Mega bietet eine Kapazität von 3.200 Milliamperestunden. Er zeigt sich im Test als leistungsstark und übertrifft im AnTuTu-Akkutest sogar die üppiger dimensionierte Batterie des Huawei Ascend Mate deutlich. So schnell geht dem Mega trotz des riesen Displays also nicht der Saft aus. Selbst Power-Nutzer sollten problemlos durch den Tag kommen. Bei nicht intensiver Nutzung dürften sogar Laufzeiten von mehreren Tagen möglich sein.

Multimedia

Das Galaxy Mega bietet rückseitig eine 8-Megapixel-Kamera, auf der Frontseite steht dem Nutzer eine 2-Megapixel-Kamera zur Verfügung. Videos nimmt die Hauptkamera in Full HD auf. Die Qualität der Kamera reicht bei guten Lichtverhältnissen an Spitzenmodelle wie das Galaxy S3 heran. Die Kamera-App ist der des Galaxy S4 nachempfunden, allerdings finden sich bis auf Sound & Shot keine der neuen Fotomodi auf dem Mega. Ein mit dem Galaxy Mega gemachtes Foto finden Sie hier.

Das Galaxy Mega bietet für ein Smartphone sowohl über Kopfhörer als auch über Lautsprecher einen angenehmen und leicht überdurchschnittlichen Klang. Das ist nicht überraschend, schließlich bietet der 6,3-Zöller reichlich Resonanzraum. Selbst auf hoher Lautstärke übersteuert der Lautsprecher nicht. Allerdings fransten Höhen im Test leicht aus. Einen MP3-Player mit sich tragen müssen Galaxy Mega-Nutzer nicht. Dafür sorgt auch die gut gestaltete MP3-Player-App, die Samsung mit Komfortfunktionen wie einem Equalizer oder Sleep-Timer versieht. UKW-Radio lässt sich mit dem Galaxy Mega nicht empfangen.

Dank IR-Blaster taugt das Galaxy Mega auch als Universalfernbedienung. Samsung stellt hierfür auch die vom Galaxy S4-bekannte App WatchOn bereit. Binnen Sekunden ist diese eingerichtet. Lernfähig ist die Infrarotschnittstelle des Galaxy Mega aber leider nicht. Findet sich kein passender Code für Ihr Gerät in der Samsung-Datenbank können Sie es nicht mit dem Mega fernsteuern.

Software

Als Betriebssystem kommt Googles Android in der Version 4.2 Jelly Bean zum Einsatz. Ob es ein Update auf die kürzlich vorgestellte Version 4.3 geben wird, ist noch unbekannt. Angesichts der nur minimalen Neuerungen die Version 4.3 mitbringt, wäre es aber auch kein "Beinbruch", wenn Samsung für das Galaxy Mega kein Update bereitstellt.

Samsung hat das Android-System natürlich nicht im Urzustand belassen, sondern mit seiner Nutzeroberfläche TouchWiz überzogen. Sie bringt viele Funktionen des Galaxy S4 auch auf das Galaxy Mega: Dazu zählen etwa der Übersetzer S Translator, die Streaming-App Group Play, das digitale Foto-Buch Story-Album, die Sprachsteuerung S Voice, der Messenger ChatOn sowie die Steuerungsoptionen AirView und Smart Stay. Auch der Download-Shop Samsung Apps ist vorinstalliert. Es fehlt jedoch die Möglichkeit, Filme und Musik über den Samsung Hub zu kaufen. Samsungs iTunes-Konkurrent war auf dem Testgerät von netzwelt nicht vorhanden. Nutzer können aber auf das Angebot von Google Play zurückgreifen.

Samsung bietet ähnlich wie Huawei beim Ascend Mate auch die Möglichkeit, das XXL-Smartphone für die Nutzung mit einer Hand zu optimieren. So kann die Telefontastatur wie bei Huawei verkleinert am linken oder rechten unteren Bildschirmrand eingeblendet werden. Gleiches ist für den Taschenrechner oder das Entsperrmuster möglich.

Überhaupt bietet TouchWiz dem Nutzer mittlerweile die Option, das Smartphone umfangreich bis hin zur Beleuchtungsdauer der Sensortasten unter dem Display zu konfigurieren. Oftmals gibt es zu einer Funktion eine Vielzahl von Konfigurationen. Das macht die Menüs und die Bedienung wie bereits beim Galaxy S4 sehr unübersichtlich. Hardcore-Nutzer, die Android ausreizen wollen, werden dagegen auf ihre Kosten kommen.

Das Galaxy Mega ist ab sofort in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung lautet 599 Euro. Im Netz wird das Smartphone aber bereits ab 425 Euro gehandelt.

Als Alternativen zum Modell bieten sich neben dem Samsung Galaxy Note 2 das Huawei Ascend Mate, das Acer Liquid S1 und das LG Optimus G Pro an.

Aktuelle Preise
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netzwelt
7.0
Samsung Galaxy Mega
Vorteile
  • gute Sprachqualität
  • lange Akkulaufzeit
  • großer Bildschirm
Nachteile
  • unhandlich
  • kleiner Gerätespeicher

Großer Bildschirm ist Stärke und Schwäche zugleich

Nutzer profitieren beim Spielen, Lesen, Surfen und Arbeiten vom großen Bildschirm. Das Galaxy Mega vermittelt hier ein Tablet-ähnliches Gefühl. Für den täglichen Einsatz als Smartphone ist das Mega trotz aller Bemühungen von Samsung aber zu unhandlich und unpraktsich im Transport.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
1
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5
6
7
8
9
10
Design und Verarbeitung
6
Ausstattung und Bedienung
8
Sprachqualität
7
Akkulaufzeit
7
Multimedia
7
Einsortierung
Samsung Galaxy Mega von Samsung wurde als Smartphone abgelegt. Das Produkt wurde in die Smartphone-Bestenlisten Alle Smartphones und Die besten Phablets aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, Samsung, Smartphone, Review, Samsung Galaxy, Android 4.2 Jelly Bean, Samsung Galaxy Mega 6.3 und Samsung Galaxy Mega .
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Samsung bringt mit dem Galaxy Mega das aktuell größte Smartphone der Welt auf den Markt. Gegen das 6,3-Zoll-Smartphone wirkt selbst das Note 2 winzig. Bei vielen Anwendungen profitiert der Nutzer vom XXL-Bildschirm. Doch lässt sich das Smartphone-Monster überhaupt noch mit einer Hand halten? Der Test verrät es.

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Das Galaxy Mega ist mit seinem 6,3-Zoll-Bildschirm das aktuell größte Smartphone der Welt. Ob sich das riesige Gerät noch als Handy nutzen lässt? - Der Test verrät es.
http://www.netzwelt.de/news/96685-samsung-galaxy-mega-test.html
2013-07-26 16:42:36
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/samsung-galaxy-mega-produktbild-114482.png
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