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Streaming: Google Chromecast und Apple TV im Vergleich

Google greift mit seinem neuen HDMI-Stick Chromecast für Fernseher auch Apple an. Das Unternehmen aus Cupertino hat die Set-Top-Box Apple TV und AirPlay auf dem Markt. Netzwelt hat die Geräte und die dazu gehörigen Streaming-Technologien miteinander verglichen. 

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Google streamt mit dem Chromecast Smartphone-,Tablet- und Webinhalte auf den Fernseher. (Bild: Google)
Google streamt mit dem Chromecast Smartphone-,Tablet- und Webinhalte auf den Fernseher. (Bild: Google)

Der am Mittwoch in Kalifornien vorgestellte HDMI-Streaming-Client Chromecast von Google erinnert äußerlich an Android-HDMI-Sticks, wie sie netzwelt bereits testete. Er streamt Online-Inhalte via WLAN von Android-Geräten und anderer Hardware an Flachbildfernseher. Die auf Chrome OS basierende Hardware ist nicht viel größer als ein USB-Stick, passt in jede Hosentasche, wiegt gerade einmal 34 Gramm und kostet 35 US-Dollar.

Apple TV dagegen ist kein HDMI-Stick, sondern ein quadratisch geformter Streaming Client mit dem iOS-Betriebssystem. Er versorgt Flachbildfernseher anders als Chromecast neben WLAN auch per Ethernet mit Internet-Signalen. Apple TV ist mit 270 Gramm ungleich schwerer und kostet rund dreimal so viel wie der Google-Stick.

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Google Chromecast und Apple TV im Vergleich
Spalte 1 Apple TV Google Chromecast
Geräteart Set-Top-Box/Streaming Client HDMI-Stick
Anschlüsse HDMI, optischer Audioausgang, Ethernet HDMI
Schnittstellen WLAN 802.11a/b/g/n, Bluetooth WLAN 802.11 a/b/g/n
Betriebssystem iOS Chrome OS
HD-Unterstützung 1080p 1080p
Plattform-
Unterstützung
iOS ja ja
Android nur über Drittanbieter-
Software
ja
Windows nur über Drittanbieter-
Software
ja
OS X ja ja
Chrome OS nein ja
Windows Phone 8 nein ja
Fernbedienung ja ja (via Smartphone,
Tablet,
Notebook)
Streaming Von Gerät
zu Gerät
Cloud-basiert
Format-Unterstützung Video: H.264, MPEG4, Motion JPG
Musik: HE-AAC, AAC, Protected AAC, MP3, MP3, VBR, Apple Losless, Audible, AIFF, WAV, Dolby Digital 5.1 Passthrough
Foto: JPEG, TIFF, GIF
Video: H.264, V8
Audio: HE-AAC, LC-AAC, CELT/OPUS, MP3
Container: MP4/CENC, WebM, MPEG-DASH, SmoothStreaming,
Level 1 DRM support: Widevine, Playready
Mirroring ja nein
Dual Screen ja nein
Apps
Youtube ja ja
Netflix ja (US-only) ja (US-only)
Hulu Plus ja (US-only) nein
HBO Go ja (US-only) nein
Watchever ja nein
Flickr ja nein
Spotify ja nein
Dritthersteller-
Schnittstelle
ja ja
Gewicht 0,27 kg 0,034 kg
Preis 109 € (UVP) 35 US-Dollar
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Streaming-Protokoll Cast

Unterschiede zeigen sich auch bei der Bedienung. Googles Chromecast besitzt kein User Interface, sondern wird per Tablet, Smartphone oder Notebook gesteuert. Apple TV dagegen enthält eine eigene Oberfläche mit Apps wie iTunes, YouTube, Flickr und einer Fernbedienung zur Steuerung.

Googles Chromecast setzt auf Google Cast als Streaming-Protokoll. Die Architektur erinnert vom Aufbau ein wenig an die Sender-Empfänger-Struktur bei DLNA: Der Sender - etwa Tablet oder Smartphone mit Android oder iOS - überträgt Befehlskommandos an den Receiver, der wiederum die Befehle verarbeitet und weiterleitet. Das kann zum Beispiel eine Video-URL sein, die die reduzierte Chrome Browser-Variante auf dem Chromecast aufbereitet, oder eine Anweisung zur Pausierung von Videos sowie zur Lautstärkeregulierung. 

AirPlay streamt von Gerät zu Gerät

Was mit Google Cast nicht funktioniert: Anscheinend können nur Online-Inhalte übertragen werden, der Chromecast-Stick setzt komplett auf die Cloud. Fotos muss man zuerst auf Google+ übertragen oder Musik in Google Music verlagern, bevor man die Dateien per Chromecast auf dem Fernseher wiedergeben kann. 

Apples AirPlay dagegen ermöglicht auch die Wiedergabe lokaler Dateien, die auf dem iOS-Gerät liegen. Per AirPlay Mirroring landen diese auf dem am TV-Gerät angeschlossenen Apple TV. Auch Gaming ist möglich - einige Apps unterstützen die Dual Screen-Technologie. Dabei wird ein Teil des Games auf den Flachbildfernseher gespiegelt, die Steuerung erfolgt per iOS-Gerät. 

Gaming ist per Chromecast derzeit nicht vorgesehen. Allerdings hat Google auch ein Software Development Kit und eine API für Entwickler veröffentlicht - die Anzahl der unterstützten Apps könnte also schnell wachsen. Ein Vorteil im Markt ist diesbezüglich sicher die Quelloffenheit des Systems.

Google hat neben dem Chromecast noch weitere Neuheiten vorgestellt. Auf der Pressekonferenz in Kalifornien stellte das Unternehmen ein neues Tablet, das Nexus 7, und die neue Android-Version 4.3 vor. Über weitere Neuigkeiten aus dem Hause Google lesen Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

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