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Canon EOS 100D im Test
Leicht und kompakt

von Jan Kluczniok
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Mit der EOS 100D präsentiert Canon eine DSLR in Systemkamera-Größe. Der Test verrät, ob es dem japanischen Hersteller gelungen ist, ein intuitives Bedienkonzept auf kleinstem Raum zu verwirklichen und ob die EOS 100D die Ansprüche in Sachen Ausstattung und Bildqualität an eine Einsteiger-DSLR erfüllen kann.

Die EOS 100D ist ähnlich kompakt wie eine Systemkamera.

Canon bewirbt die EOS 100D als kleinste Spiegelreflexkamera der Welt. Der Hersteller verspricht nicht zuviel: Mit den Abmessungen 116,8 x 90,7 x 69,4 Millimetern ist die EOS 100D ähnlich kompakt wie eine Systemkamera (s. Tabelle).

Kamera Abmessungen in Millimetern
Canon EOS 100D 116,8 x 90,7 x 69,4
Samsung NX 300 122 x 63,7 x 40,7
Canon EOS M 108,6 x 66,5 x 32,3
Sony NEX 5RL 110,8 x 58,8 x 38,9

Auch das Gewicht fällt deutlich geringer aus als bei den "größeren Brüdern". Mit 18-55 Millimeter Kit-Objektiv, Akku und Speicherkarte bringt die EOS 100D gerade einmal 622 Gramm auf die geeichte Redaktionswaage. Zum Vergleich: Die nächstgrößere Kamera im Canon-Portfolio die EOS 600D wiegt ohne Objektiv allein rund 570 Gramm.

Das geringe Gewicht und die kompakten Maße machen die EOS 100D zum idealen Begleiter auf langen Wanderungen, wo sich die "federleichte" DSLR praktisch nicht bemerkbar macht. Im Test musste sich netzwelt des Öfteren mit einem Griff in die Kameratasche versichern, dass die Digitalkamera noch an Ort und Stelle ist und nicht unterwegs vergessen wurde.

Kompaktheit hat ihren Preis

Die Kompaktheit hat andererseits aber auch Nachteile: Das geringe Gewicht "erkauft" sich Canon etwa dadurch, dass das Gehäuse aus einer Aluminiumlegierung und aus einem mit Glasfasern verstärkten Polycarbonat besteht. Das Gehäuse der EOS 100D fühlt sich dadurch weniger wertig und robust an als das anderer Canon-DSLRs.

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Die EOS 100D ist kaum größer als eine Systemkamera, dennoch handelt es sich um eine DSLR mit APS-C-Sensor. (Bild: netzwelt)

Ein weiterer Nachteil: Das kleine Kameragehäuse ist weniger griffig als das der Konkurrenten. Fotografen mit großen Händen werden ihre Probleme mit der EOS 100D haben - vor allem die Einhandbedienung bereitete netzwelt im Test Schwierigkeiten. Der Kameragriff gerät zu kurz und bietet dem Fotografen keinen sicheren Halt. Mit zunehmender Objektivgröße wird die Kamera auch immer "kopflastiger" - vor allem bei Teleobjektiven trat dieses Problem im Test auf.

Einfache Bedienung

Das Bedienkonzept der EOS 100D ist dem anderer Canon DSLRs nachempfunden. Canon-Nutzer werden sich also schnell heimisch fühlen. An der Oberseite des Gehäues befindet sich unter anderem der Ein- und Ausschalter, eine Taste zur Einstellung des ISO-Werts und das Moduswahlrad. Dieses besitzt keine Arretierung, ist aber sehr schwergängig. Gleiches gilt für den An- und Ausschalter. Ein zufälliges Verstellen beim Transport in der Tasche trat im Test nicht auf und kann weitestgehend ausgeschlossen werden.

Die Rückseite ziert unter anderem ein Vier-Wege-Steuerkreuz samt separater Eingabetaste, Tasten zur Blende-, Belichtungskorrektur und zur AF-Messfeldwahl sowie Bedienelemente für das Einblenden und Steuern der Kameramenüs. Die für die Aufnahme wichtigen Bedienelemente lassen sich bequem mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand erreichen.

Trotz des kleinen Gehäuses verzichtet Canon größten Teils darauf Bedienelemente doppelt zu belegen. Lediglich die Tasten zur AE-Speicherung und AF-Messfeldwahl dienen beim Betrachten der Aufnahmen zum Rein- und Rauszoomen. Der Umschalter zwischen Sucher- und LiveView-Ansicht wird zudem zum Auslöser für Videoaufnahmen der Nutzer muss die Kamera dafür zuvor am An- und Ausschalter in den Videomodus versetzen. Rätselhaft bleibt, warum Canon den Videoaufnahmemodus nicht in das Moduswahlrad integriert hat.

Mit und ohne Touchscreen steuerbar

Wie bereits erwähnt, steht dem Nutzer zum Finden des richtigen Motivs wahlweise ein optischer Sucher oder ein drei Zoll großes TFT-Display auf der Rückseite zur Verfügung. Das Display bietet eine Auflösung von 1.040.000 Bildpunkten und ist auch im Freien gut ablesbar. Umschalten zwischen Sucher und Display muss der Nutzer manuell über einen Button neben dem Sucher. Die Kamera schaltet leider nicht automatisch um, sobald das Auge des Nutzers sich dem Sucher nähert. Weder Sucher noch Display lassen sich zudem klappen oder drehen. Zum Fotografieren aus einer Menge heraus, etwa bei Konzerten, eignet sich die EOS 100D also weniger.

Schön: Das drei Zoll große Display auf der Rückseite ist berührungsempfindlich - was vor allem Touchscreen-affine Fotografieneulinge freuen dürfte. Wie auf dem Smartphone kann der Nutzer im Wiedergabemodus durch Fotos wischen und sie mit einer Zwei-Finger-Spreitzgeste vergößern oder verkleinern. Befindet sich die Kamera im Aufnahmemodus, können auch alle Parameter per Druck auf den Bildschirm verändert und auf Wunsch die Kamera sogar über den Touchscreen ausgelöst werden. Hier muss der Nutzer aber mit einer leichten Verzögerung leben.

Traditionalisten können Touchscreen auch Touchscreen sein lassen und alle Einstellungen über entsprechende Bedienelemente und ein Vier-Wege-Steuerkreuz wählen. Auch ein Mix der Bedienarten ist möglich. Radikal umlernen müssen langjährige Fotografen also trotz Touchscreen anders als bei der Galaxy NX von Samsung nicht.

Schnittstellen, Akku und Speicherkarte

An der linken Seite verbirgt Canon hinter einer Gummikappe diverse Anschlüsse. So können Nutzer etwa bei Videoaufnahmen ein externes Mikro anschließen oder eine Fernbedienung für die Kamera. Ein digitaler A/V-Ausgang ist ebenso vorhanden wie eine Mini-HDMI-Schnittstelle. An der Unterseite befindet sich zusätzlich noch ein Stativanschluss. An der Unterseite legt der Nutzer zudem Akku und Speicherkarte ein. Befindet sich die Canon EOS 100D auf einem Stativ lässt sich beides nicht wechseln, ohne die Kamera zunächst wieder vom Stativ zu entfernen.

Die EOS 100D unterstützt dabei SD-, SDHC- oder SDXC-Speicherkarten, auch MicroSD-Speicherkarten können mithilfe eines Adapters problemlos verwendet werden. Das fehlende WiFi-Modul können Fotografen durch den Einsatz einer Eye-Fi-Karte wettmachen. Fotos nimmt die EOS 100D wahlweise in den Formaten JPEG, RAW oder DPOF auf. Videos zeichnet die Kamera als MOV in Full HD (1.920 x 1.080 Pixel), HD (1.280 x 720 Pixel) oder VGA (640 x 480 Pixel) mit 30 (Full HD, VGA) beziehungsweise 60 Bildern pro Sekunde (HD) auf. Filme können knapp 30 Minuten lang sein.

Eine Akkuladung reicht laut Hersteller für bis zu 380 Aufnahmen. Netzwelt kann diesen Wert nach dem Test bestätigen. Verzichtet man auf den Einsatz des Bildschirms beim Fotografieren sind bis zu 500 Aufnahmen möglich.

Sensor und Autofokus

Canon hat in die EOS 100D einen APS-C Hybrid CMOS AF II Sensor mit einer maximalen Auflösung von 18-Megapixeln integriert. Das Autofokussystem arbeitet schnell und zuverlässig. Die EOS 100D besitzt neun Sensoren, wovon jedoch nur einer ein Kreuzfeldsensor ist. Bei Reihenaufnahmen schafft die EOS 100D bis zu vier Aufnahmen in einer Sekunde bei voller Auflösung.

Canon verspricht einen kontinuierlichen Autofokus bei Videoaufnahmen, im Test machte sich aber ein leichtes Nachziehen bemerkbar. Die Stepping Motor-Technik (STM) genannte Antriebsart des im Kit enthaltenen Standardzoom-Objektivs EF-S 18-55mm 1:3,5-5,6 IS reduziert Störgeräusche bei Videoaufnahmen auf ein Minimum. Ein leichtes Rauschen und Knacken war im Test dennoch in den Videos zu vernehmen - eine entsprechende Stille in der Szene vorausgesetzt.

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Farben werden knackig aber natürlich wiedergegeben. (Bild: netzwelt)

Motivprogramme, Automatik und Bildqualität

Canon bietet Nutzern neben der Vollautomatik eine Vielzahl von Motivprogrammen - wie Kinder, Speisen oder Kerzenschein. Diese richten sich vor allem an DSLR-Einsteiger. Wahlweise kann der Nutzer aber die EOS 100D auch weitestgehend manuell steuern. Die Bildbearbeitungsmöglichkeiten beschränken sich aufs Löschen, Drehen und kreative Filter. Der Nutzer kann seine eigenen Aufnahmen auch Bewerten und die Fotos an Hand der Bewertungen sortieren. Die Bildqualität der EOS 100D gibt wenig Grund zum Klagen. Farben wirken kräftig aber dennoch natürlich. Das Rauschverhalten ist exzellent. Erst ab ISO 1.600 macht sich ein leichtes Rauschen bemerkbar. Sichtbare Bildstörungen treten erst bei ISO 12.800 auf.

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netzwelt
5.0
Canon EOS 100D
Vorteile
  • kompaktes Gehäuse
  • Touchscreen
  • schneller Autofokus (nicht im Live-View)
  • gute Bildqualität
Nachteile
  • langsamer Autofokus im Live-View
  • winziger und dunkler Sucher
  • unbewegliches Display

Kleinste DSLR

Die EOS 100D ist perfekt für Einsteiger in die DSLR-Fotografie. Sie punktet im Test mit ihrem kompakten Format, einfacher Bedienung und hervorragender Bildqualität. Ambitioniertere Fotografen werden aber schnell an die Grenzen der Kamera stoßen. Die EOS 100D ist zudem nicht günstig. Wenn Sie auf das kompakte Format verzichten können, finden Sie im Handel ältere DSLRs wie die Nikon D3100 zu deutlich niedrigeren Preisen. Eine Alternative für Einsteiger ist auch die Sony Alpha SLT-A58. Die unverbindliche Preisempfehlung für die Canon EOS 100D lautet 799 Euro - inklusive dem neuen Standardzoom-Objektiv EF-S 18-55mm 1:3,5-5,6 IS STM. Im Netz ist das Kit bereits ab 568 Euro erhältlich. Die Kamera alleine wird ab 470 Euro gehandelt.


Einzelergebnisse
In Fotos und Videos halten wir schönen Erinnerungen fest oder nutzen die Medien als Ausdrucksform. Im Internet werden täglich unzählige Bilder und Filme ausgetauscht und netzwelt sucht für Sie nach der richtigen Kamera. Ziel eines Testbericht ist es ein Gefühl für die Digitalkamera oder den Camcorder zu vermitteln und vor allem,die Funktionsweise im Alltag. Gleichzeitig sollte die Beurteilung der Bildqualität nicht zu kurz kommen. Daher setzt sich die Gesamtwertung aus Handhabung, Foto, Video, Display/Sucher und der Bildqualität zusammen um eine Digitalkamera ganzheitlich zu erfassen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Redakteur kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritierien im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Handhabung
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Foto
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Video
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Display/Sucher
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Bildqualität
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Einsortierung
Canon EOS 100D von Canon wurde als Digitalkamera abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Foto, Testbericht, Digitalkamera, Canon, DSLR, Kamera, Systemkamera, Review, Canon EOS und Canon EOS 100D .
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