Wann kommt die ultimative Kamera?

Kommentar: Digicams oder die Grenzen der Technik

Zur Urlaubszeit besorgt sich so mancher noch schnell eine Digicam oder einen Camcorder. Viele Hersteller versprechen, dass ihre Geräte für Fotos und Videos gleichermaßen geeignet sind. Doch bei genauerem Hinsehen gibt es die ideale Kamera noch nicht. Wahrscheinlich wird es sie nie geben.

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Die Canon EOS 70D ist garantiert eine tolle Kamera. Alles kann aber auch sie nicht. (Bild: Canon)
Die Canon EOS 70D ist garantiert eine tolle Kamera. Alles kann aber auch sie nicht. (Bild: Canon)
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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Kameras zum Fotografieren und Filmen
  2. 2Zeitlupe als Werbegag
  3. 3Schwache Akkus

Ich bin gerade etwas verwirrt. Als Hobbyfotograf und Möchte-gern-Videofilmer guck ich mir konsumgierig jede Neuerscheinung an und überlege, ob die was für mich wäre. Eigentlich bräuchte man drei oder vier Geräte. Eine gute Spiegelreflexkamera für die anspruchsvolle Fotografie, eine gute Kompaktkamera als Immer-dabei-Modell. Einen Camcorder, mit dem man im Urlaub oder am Wochenende seine Video-Ambitionen ausleben kann und natürlich eine robuste Outdoor-Kamera, wenn Action angesagt ist.

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Das wäre so, grob gesagt, die Grundausstattung. Von Stativ, Blitzgeräten und anderem schönen Zubehör gar nicht zu reden. Das Problem ist natürlich das Budget, das einem als Privatmensch für derlei Vergnügungen zur Verfügung steht.

Kameras zum Fotografieren und Filmen

Nun werben die Fotohersteller immer stärker damit, dass ihre Kameras praktisch alles können. Die Camcorder wie beispielsweise die Panasonic HX-WA30 können nicht nur filmen, sondern auch hochauflösende Fotos knipsen. Jede Kompaktkamera filmt heute mit Full HD, bessere Modelle wie etwa die Olympus XZ-10 bieten zusätzlich auch Zeitlupenfunktionen. Digitale Spiegelreflexkameras versprechen heute Videos im Kino-Look. Darunter versteht man in der Regel Bilder, bei denen das Hauptmotiv scharf gezeichnet ist und der Hintergrund - ganz wie im Kino - in einer schönen Unschärfe versinkt.

Doch die Kamera, die alles kann, die gibt es nicht. So haben filmende Spiegelreflexkameras mit großem Sensor, zwar den Vorteil, dass man mit der Schärfentiefe spielen kann, doch zumeist ist der Zoomring am Objektiv nicht für das Filmen ausgelegt. Er ist in der Regel zu schwergängig dafür, so dass die so begehrten butterweichen Zoomfahrten nicht möglich sind. Dann muss man sich so einen Zahnring mit Abstandhalter kaufen, der durch die vergrößerte Hebelwirkung die weiche und stufenlose Veränderung der Brennweite ermöglicht.

Die üblichen Camcorder bis 1.000 Euro hingegen haben zwar eine schöne Zoomwippe, mit der man die Brennweite ruckelfrei verändern kann, haben aber andererseits wieder kleine Bildsensoren und deshalb viel Schärfentiefe, also kein echter Kino-Look.

Als ambitionierter Videofilme muss man deshalb entweder tief in die Tasche greifen und sich ein Spitzenmodell wie die viel gelobte Lumix GH3 von Panasonic anschaffen. Oder man motzt die Spiegelreflexkamera mit Zubehör wie dem oben erwähnten Zahnring und vielleicht auch einem externen Mikrofon auf. Nicht zu vergessen ein hochwertiges Objektiv. Die mitgelieferten Kit-Objektive haben bei ambitionierten Fotografen einen schlechten Ruf. Sie nutzen das vom Bildsensor unter Kameraelektronik Potenzial bei der Bildqualität nicht aus.

Was die Actioncamcorder betrifft: Die sind zwar gut für sportliche Aufnahmen, aber auch hier sollte man genau hinschauen. Die billigen Modelle sind nicht viel mehr als mit Gummidichtungen versehene und gelb lackierte Kompaktkameras. Die hochwertigen wie beispielsweise Nikons AW 110 oder die Pentax WG-3 können bei Motiven wie Landschaft oder Porträt am Ende doch nicht mit einer guten Kompaktkamera konkurrieren.



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