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Sony Vaio Pro 13 im Test: Ultraleicht-Ultrabook mit Windows 8
1,05 Kilogramm schwer

von Michael Knott
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Was für ein edles Notebook - das Sony Vaio Pro 13 ist zu großen Teilen aus Kohlefasern gefertigt. Damit bringt das Ultrabook nur sagenhafte 1,05 Kilogramm auf die Waage. Im Test muss sich das Top-Modell der Vaio-Reihe unter anderem gegen das MacBook Air von Apple behaupten.

Das Sony Vaio Pro ist ein faszinierendes Ultrabook, das aber nicht ganz ohne Schwachpunkte ins Haus kommt.

Apples MacBook Air genießt einen hervorragenden Ruf und verkauft sich bestens. Seit der verstorbene Apple-CEO Steve Jobs es in einem fast schon legendären Auftritt aus einem Briefumschlag zauberte, arbeitet sich die Konkurrenz an der Vorgabe ab. Bei vielen Käufern, nicht nur bei Apple-Fans, gilt es auch als der Vorläufer der aktuellen Ultrabook-Welle. Immer mehr Notebooks und Subnotebooks kamen in den letzten Jahren - ganz dem Vorbild folgend - mit Aluminium-Gehäuse auf den Markt. Der Werkstoff fühlt sich edel an, hat kühlende Eigenschaften und ist zudem sehr robust. Sony geht beim Vaio Pro 13 völlig andere Wege. Endlich, möchte man nach Japan rufen.

So fühlt es sich an

Wer das Sony Vaio Pro zum ersten Mal in den Händen hält, wird überrascht sein. So leicht fühlt sich nicht einmal Apples MacBook Air im 11-Zoll-Format an. Die geeichte Waage bestätigt der Testkonfiguration ein Gewicht von sensationellen 1.053 Gramm. Weitere 289 Gramm wiegt das recht kompakte Netzteil. Zum Vergleich: Apples MacBook Air wiegt in der 13-Zoll-Variante mindestens 1,35 Kilogramm - ohne Netzteil. Vollmundig bezeichnet Sony das Vaio als "leichtestes Ultrabook der Welt".

Das MacBook Air ist in Sachen Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben, auch in der netzwelt-Redaktion gilt es nach wie vor als Referenz in diesem Punkt. Großen Anteil an der gelungenen Haptik ist dem Unibody-Gehäuse aus Aluminium zuzusschreiben. Wie erwähnt setzt Sony beim Vaio Pro 13, das es analog zum Apple-Erfolgsmodell ebenfalls in einer 11-Zoll-Version gibt, nicht auf Aluminum sondern auf Kohlefaser.

Der auch als Karbon bekannte Werkstoff kommmt zum Beispiel bei Formel 1-Boliden zum Einsatz. Im Sony-Ultrabook findet er sich großzügig verteilt in Verbindung mit herkömmlichen Kunststoff wieder.

Es klingt wie eine Binsenweisheit, aber Karbon fühlt sich anders als Aluminium an - wer das Vaio Pro in den Händen hält, wird dies sehr schnell feststellen. Potentielle Käufer sollten sich zunächst frei davon machen, dass gleiche Bewertungsschema zur Verarbeitungsqualität beim Vaio Pro 13 wie beim MacBook Air anzulegen.

Das Vaio Pro ist nicht so verwindungssteif wie ein Notebook aus Aluminium. Sowohl der Tastaturblock als auch das Display lassen sich mit wenig Druck bereits leicht biegen. Das alles ist jedoch unkritisch und auch wenn es vielleicht nicht den Anschein erweckt, ist das Sony Vaio Pro prinzipiell genauso robust, wie vergleichbare Notebooks traditioneller Bauweise. Auffällige Spaltmaße finden sich am netzwelt zu Verfügung gestellten Testgerät nicht. Das Vaio Pro reiht sich damit nahtlos in die Reihe anderer hochwertiger Sony-Notebooks der Vaio-Linie ein.

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Das Sony Vaio Pro sieht bereits kurz nach dem Auspacken edel aus. (Bild: netzwelt)

Rund um die Tastatur verwendet Sony beim Vaio Pro unbehandelten Karbonwerkstoff, der beim Anfasstest ein wenig an eine Schiefertafel erinnert. Streicht der Nutzer mit dem Finger darüber, hinterlassen diese eine Spur, die sich aber leicht wieder entfernen lässt.

Ausstattung 

Im Inneren des Rezensionsexemplars kommt ein Intel Core i7-Prozessor der Haswell-Generation zum Einsatz. Die exakte Bezeichnung der stromsparenden CPU lautet 4500U. Für die Grafikausgabe zeichnet Intels integrierte HD Graphics 4400 verantwortlich. Hinzu kommen vier Gigabyte Arbeitsspeicher sowie eine SSD mit einer Kapazität von 128 Gigabyte. Weitere Konfigurationsmöglichkeiten stehen im Online-Konfigurator von Sony zu Verfügung.

Unberührt von der persönlichen Konfiguration bleiben die Anschlüsse. An der linken Gehäuseflanke findet sich lediglich der Stromeingang. Rechts verbaut Sony zwei USB-Schnittstellen, die nach dem schnellen USB 3.0-Standard Daten transferieren. Auch ein HDMI-Ausgang in Standardgröße sowie einen Speicherkartenschacht, der leider ohne entsprechenden Schutz auskommen muss, verbaut Sony hier. Ein weiterer USB-Ausgang bietet das Netzteil - an das Stromnetz angeschlossen können Nutzer auf diese Weise ihre Gadgets laden, ohne einen Port am Vaio damit zu belegen.

Neben Bluetooth 4.0 und WLAN nimmt das ultraleichte Ultrabook auch per NFC Kontakt zu benachbarten Geräten auf. Über eine weitere Schnittstelle im Gehäuseboden lässt sich bei Bedarf ein optionaler Zusatzakku anschließen.

Display

Das 13,3 Zoll (33,7 Zentimeter) große Display reagiert auf Eingaben mit dem Finger und bietet eine Auflösung von sehr guten 1.920 x 1.080 (Full HD). Sony verbaut zudem ein IPS-Panel und setzt auf die eigene "Triluminos"-Technik, um die Anzeigequalität zu optimieren.

In der Praxis hinterlässt der Touchscreen einen sehr guten und überaus scharfen Eindruck. Einzelne Bildpunkte sind erst bei höchst geringem Abstand zu erkennen. Die Farbwiedergabe ist sehr lebendig, auch der Kontrast gefällt. Dank IPS-Panel fallen die Blickwinkel erfreulich groß aus. Vor allem in der Horizontalen kommt es praktisch kaum zu Farbverfälschungen.

Wie die meisten aktuellen Touchscreens spiegelt auch die Anzeige des Sony Vaio Pro stark.

Leider spiegelt der Touchscreen des Vaio Pro sehr stark - wie die meisten berührungsempfindlichen Displays. Die prinzipiell ausreichende Maximalhelligkeit des Bildschirms schafft es unter freiem Himmel nicht, die nervigen Spiegelungen zu überstrahlen. Teilweise tritt dieses Problem auch in geschlossenen Räumen auf. Dann hilft nur, einen anderen Standort aufzusuchen.

Ergonomie und Eingabegeräte

Angenehm: Klappt man den Karbon-Deckel des Vaio Pro auf, hebt sich die Basiseinheit ein gutes Stück vom Boden ab, sodass eine entspannte Schreibposition geschaffen wird. Unter dem Display kommt eine Tastatur im Standard-Layout zum Vorschein. Viel Platz lässt Sony für die Handballen, die eine großzügige Auflage vorfinden und nur vom mittig platzierten Touchpad begrenzt werden.

Die insgesamt 83 Tasten bieten prinzipiell einen guten Druckpunkt und auch der Hub gefällt. Zudem sind sie ausreichend hell hintergrundbeleuchtet. Als stark gewöhnungsbedürftig empfand netzwelt im Test aber eine Eigenart des Vaio Pro-Ultrabooks: Beim etwas beherzteren Tippen gibt die Tastatur über den gesamten Bereich stark nach. Zudem entsteht beim Tippen ein schepperndes Geräusch. Das alles ist der extremen Leichtbauweise des Sony Vaio Pro geschuldet. Auswirkungen auf die reine Funktion haben die Defizite jedoch nicht.

Das knapp 12,5 Zentimeter messende Trackpad versteht sich auf Multitouch-Gesten und verfügt über sehr gute Gleiteigenschaften. Im Test verrichtete es seine Aufgaben unauffällig und damit gut.

Leistung und Akkulaufzeit

Der im Rezensionsexemplar von netzwelt verbaute Intel Core i7-4500U sorgt für ordentliche Leistungsreserven. Im Alltag kommt daher kaum der Wunsch nach mehr Dampf unter der Haube auf. Als Alternative steht Intels Core i5-4200U zu Verfügung, der aktuell eine Ersparnis von 200 Euro einbringt.

Aus dem Standby-Betrieb benötigt das Sony-Notebook kaum mehr als zwei Sekunden, bis der Windows-Startbildschirm erscheint.

Der Windows-eigene Leistungsindex gibt einen Wert von 5,9 aus. Die niedrigste Teilbewertung erhalten der Arbeitsspeicher und die Dektopgrafikeinheit mit Werten von jeweils 5,9. Die Prozessor-Leistung bewertet Windows 8 mit 6,9 Punkten. Die Gaming-Grafik-Leistung erhält 6,2 Punkte; bei der Datentransferrate sind es sehr gute 8,1. Letzterer Wert liegt an der SSD, die gegenüber herkömmlichen Festplatten deutlich schneller ist.

Nach einem kompletten Kaltstart vergehen nur sechs Sekunden, bis das Vaio auf Eingaben reagiert - ein absoluter Spitzenwert. Ein recht gutes Zeugnis stellt auch das Benchmarktool Cinebench 11.5 aus. Der Grafiktest bescheinigt dem Vaio Pro 13,60 Bildwiederholungen in der Sekunde. Nach Abschluss des CPU-Tests stehen 2,12 Punkte an.

Es bestätigt sich: Intels aktuell vierte Generation an Core-Prozessoren (Haswell) kann sich bei der Performance noch nicht signifikant von der Vorgängergeneration absetzen. Dafür ist sie mit verantwortlich für gute Akkulaufzeiten. Die von Sony angegebenen Laufzeiten konnte das Testgerät im Schnitt sogar leicht übertreffen. Beim typischen Mix aus Surfen, Office-Tätigkeiten und dem Abspielen von YouTube-Videos gingen erst nach einer Laufzeit von knapp über neun Stunden die Lichter aus. (Bildschirmhelligkeit in der Mittelstellung, Funkverbindungen aktiv, Energiesparprofil "Ausbalanciert".)

Multimedia

Die im Vaio Pro verbauten Stereo-Lautsprecher tönen kräftig, neigen jedoch bei hohen Lautstärken leicht zum Übersteuern. Besser also, zukünftige Käufer schließen Kopfhörer oder externe Bluetooth-Lautsprecher an. Die verbaute Webcam nutzt Sony-eigene Techniken, um die Bilddarstellung zu verbessern. Theoretisch. In der Praxis wirkt das aufgenommene Bild aber fast wie am Computer nachträglich verändert. Selbst bei ausreichender Beleuchtung tritt extremes Bildrauschen und Kantenflimmern auf. Klicken Sie hier, um das Testfoto in Original-Auflösung (0,9 Megapixel) zu betrachten.

Testbild Webcam Sony Vaio

Umwelt

Der an der linken Gehäuseseite verbaute Lüfter ist leider oft beschäftigt. Sobald die Systemlast ein wenig über dem Durchschnitt liegt, beginnt er die Abwärme über die links im Gehäuse eingelassenen Schlitze ins Freie zu befördern. Auch das Gehäuse wird in diesem Bereich mit der Zeit warm. Durch seine recht hohe Lautstärke und sein nur langsam abebbendes Grundrauschen könnten nicht nur extrem sensible Ohren den Lüfter als Störenfried empfinden.

Ebenfalls der Leichtbauweise und dem Werkstoff geschuldet sein dürfte die schlechte Zugänglichkeit zum Gehäuse. Den Arbeitsspeicher, die SSD oder gar den Akku selbst auszutauschen ist nicht möglich. Geht am Sony Vaio Pro etwas kaputt, ist der Kundenservice notwendig.

Unterm Strich hinterlässt das Sony Vaio Pro einen guten Eindruck. Mit ein paar Eigenarten müssen Käufer aber leben.

Zu guter Letzt setzt Sony trotz des konstruktionsbedingten Aufwands den Preis nicht zu hoch an. Die Basisausstattung inklusive Core i5-Prozessor der vierten Generation, vier Gigabyte RAM und 128 Gigabyte fassender SSD liegt bei knapp unter 1.000 Euro.

Als Windows-Alternative zum Sony Vaio Pro bietet sich etwa das Lenovo Thinkpad X1 Carbon an, das es auf Wunsch ebenfalls mit berührungsempfindlichen Bildschirm gibt.

Einen Vergleichstest aktueller Ultrabooks mit Touchscreen und Windows 8 hat netzwelt an dieser Stelle veröffentlicht.

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netzwelt
6.5
Sony Vaio Pro 13
Vorteile
  • Gewicht
  • Touchscreen
Nachteile
  • Lüfter
  • Material gewöhnungsbedürftig

Ultraleichtgewicht

Das Sony Vaio Pro dürfte nicht allen Nutzern zusagen. Dafür tönt etwa der Lüfter ein wenig zu oft und zu lang und auch der Werkstoff Karbon ist zumindest anfänglich gewöhnungsbedürftig, wenn sich etwa der Tastaturbereich stark eindrücken lässt. Dafür stellt Sony mit dem Vaio Pro allen Nutzern eine ultraleichte Windows-8-Alternative zum MacBook Air zu Verfügung, die obendrein noch über einen Touchscreen verfügt und durch ihr geringe Gewicht immer wieder aufs Neue verblüfft. Wer ein Ultraleichtgewicht verlangt, muss aber mit ein paar Einschränkungen leben.


Einzelergebnisse
Bereits bei der Auswahl eines Notebooks, Laptops oder Ultrabooks versuchen wir, die unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer zu berücksichtigen. Über welches Modell wird gerade im Netz besonders eifrig diskutiert? Wo gibt es gerade ein besonders interessantes Sonderangebot? Zudem greifen wir immer wieder Testanregungen von Nutzern auf, die wir per Leserbrief, über die Sozialen Netzwerke oder über das netzwelt-Forum erhalten. Hier erfahren Sie, wie wir Notebooks testen.
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Design
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Display
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Eingabegeräte
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Leistung
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Ausstattung
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Multimedia
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Einsortierung
Sony Vaio Pro 13 von Sony wurde als Notebook abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Testbericht, Notebook, Sony, Subnotebook, Laptop, Sony Vaio, Windows 8, Review, Ultrabook und Sony Vaio Pro 13 .
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Sony Vaio Pro 13 im Test: Ultraleicht-Ultrabook mit Windows 8
Sony Vaio Pro 13 im Test: Ultraleicht-Ultrabook mit Windows 8
Das Sony Vaio Pro wiegt kaum mehr als 1 Kilogramm. Prompt bezeichnet Sony es als "leichtestes Ultrabook der Welt". Im Test fordert aber gerade das geringe Gewicht eine gewisse Kompromissbereitschaft.
http://www.netzwelt.de/news/96548-sony-vaio-pro-13-test-ultraleicht-ultrabook-windows-8.html
2013-07-15 18:05:20
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/sony-vaio-pro-13-produktbild-114713.png
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Sony Vaio Pro 13 im Test: Ultraleicht-Ultrabook mit Windows 8