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HTC One SV im Test
Schnelles Netz aber schwacher Akku

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Mit einem Straßenpreis von rund 300 Euro ist das HTC One SV für ein LTE-Smartphone vergleichsweise günstig. Ausstattung und Leistung geben wenig Anlass zur Kritik, die Verarbeitung ist für die Preisklasse hervorragend. Der ausführliche Testbericht offenbart dennoch Schwächen bei HTCs 4G-Handy.

Schickes Design, wertige Verarbeitung, ausreichend Rechenleistung und Unterstützung für die neuen Standards LTE und NFC: Das HTC One SV hat für einen Straßenpreis von 300 Euro einiges zu bieten. Der netzwelt-Test offenbart jedoch auch Bereiche in dem HTCs günstiges 4G-Smartphone Schwächen zeigt.

Design und Verarbeitung

Das Design des HTC One SV begeistert durch schlichte Eleganz. Das LTE-Smartphone ist wahlweise in Blau, Weiß oder Schwarz erhältlich. Das Gehäuse ist nicht kantig, sondern an den Ecken abgerundet. Wie für HTC typisch besitzt der Ohrmuschellautsprecher ein markantes Design und besteht aus fünf größeren Ausstanzungen. Dank eines Designkniffs wirkt das HTC One SV zudem deutlich dünner als die auf der Herstellerseite angegebenen 9,2 Millimeter. Erreicht wird dies dadurch, dass sich das One SV erst an der Unterseite leicht verdickt, was die Griffigkeit des Modells erhöht.

HTC One SV

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Als Betriebssystem fungiert Android 4.1 Jelly Bean. (Bild: netzwelt)

In Sachen Verarbeitung erlaubt sich HTC bei seinen Mobiltelefonen eigentlich kaum einen Patzer. Das One SV ist da keine Ausnahme. Das LTE-Smartphone verschwindet dank der für ein 4,3-Zoll-Smartphone relativ kompakten Bauweise problemlos in der Hosentasche und liegt gut in der Hand. Dort hinterlässt es auch einen wertigen Eindruck. Verantwortlich hierfür ist das vom letztjährigen Spitzenmodell HTC One X+ bekannte Softtouch-Finish. Bei dieser Beschichtung wird die Rückseite leicht "aufgeschäumt". Dies sorgt nicht nur für ein gutes Gefühl in der Hand, sondern erhöht ähnlich wie bei einer gummierten Rückseite auch enorm die Rutschfestigkeit des Smartphones. Das HTC One SV wird dem Nutzer nicht so leicht aus der Hand oder von der Tischkante rutschen. Fingerabdrücke machen sich auf dem One SV ebensowenig bemerkbar.

Die Rückseite sitzt zudem sehr fest auf dem Smartphone und übersteht kleinere Stürze problemlos. Der Nutzer muss jedoch ein wenig Kraft aufwenden, um den Akkudeckel abzunehmen. Aufsetzen lässt sich die Rückseite dagegen leicht und ohne großen Kraftaufwand. Allerdings sollte der Nutzer danach noch einmal sorgsam kontrollieren, ob der Akkudeckel auch an allen zehn Aufhängepunkten eingerastet ist. Wenn nicht reicht leichtes Drücken, um dies zu korrigieren.

Hardware

Das HTC One SV wird von einem 1,2 Gigahertz starken Dual-Core-Prozessor von Qualcomm angetrieben. Der Chip bietet mehr als ausreichende Rechenleistung. Im Geekbench erreicht das One SV durchschnittlich 1.200 Punkte und liegt damit in Sachen Rechenpower deutlich über dem Galaxy S3 Mini. Auch beim Browserbenchmark Sunspider schneidet das One SV mit 1.564,9 Millisekunden akzeptabel ab. Das HTC One SV ist also für die Alltagsaufgaben gerüstet und auch aufwendige Games wie Dead Trigger stellen kein Problem für das Smartphone dar. Allerdings erwärmt sich das Modell bei längerem Spielen stark.

Der Bildschirm misst in der Diagonalen 4,3 Zoll. Die Auflösung fällt mit 800 x 480 Pixeln niedrig aber für die Preisklasse noch akzeptabel aus. Über einen Treppcheneffekt bei Buchstaben und Zahlen werden Nutzer dennoch hinwegsehen müssen. Dafür bietet das Display eine natürliche Farbwiedergabe und große Blickwinkel.

Der interne Speicher fällt mit acht Gigabyte ebenfalls der Preisklasse entsprechend aus. Etwas mehr als die Hälfte davon verbleiben für den Nutzer im Werkszustand zum Speichern von Daten, das ist ausreichend. Bei Bedarf lässt sich der Speicherplatz noch durch Einlegen einer microSD-Karte erhöhen.

Dass das Gerät nicht so schnell zum alten Eisen gehört, dafür sorgt die Unterstützung für den neuen Mobilfunkstandard LTE. Zur Nutzung ist jedoch ein entsprechender Tarif bei der Deutschen Telekom, O2 oder Vodafone notwendig. Auch die Nahfunktechnik NFC hat das One SV integriert. Hier halten sich die Anwendungsmöglichkeiten im Alltag aber noch in Grenzen.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität und Akkulaufzeit des One SV trüben den bislang guten Endruck vom Smartphone. Zwar filtert das Handy Nebengeräusche wie Straßenlärm und Co. ganz gut, dafür klingen die Stimmen der Gesprächspartner arg künstlich. Zudem war im Test, ein leichtes Grundrauschen und Knistern zu vernehmen.

Der Akku bietet eine Kapazität von 1.800 Milliamperestunden. Er lässt sich bei Bedarf einfach vom Nutzer wechseln. Im Test zeigte sich die Laufzeit vor allem unter Last unterdurchschnittlich. Im AnTuTu Battery-Test erhielt das SV gerade einmal 348 Punkte und liegt damit deutlich unter dem Wert des Sony Xperia T (418 Punkte), das über einen ähnlich großen Akku verfügt.

Im netzwelt-Test verlor das One SV bei voller Displayhelligkeit und aktivierter Mobilfunk- sowie WLAN-Verbindung beim Spielen von Dead Trigger innerhalb einer halben Stunde satte 20 Prozentpunkte auf der Akkuanzeige. Durchschnittlich verbraucht diese Konfiguration 13 Prozentpunkte. Power-Nutzer sollten also während des Arbeitstags auf eine Steckdose in ihrer Nähe achten. Aber auch bei durchschnittlicher Nutzungsintenstität muss das One SV abends wieder geladen werden.

Multimedia

Ausreichend Licht vorausgesetzt, liefert die verbaute 5-Megapixel-Kamera gute Fotos (siehe Testbild). Nur Konturen wirken leicht verschwommen. Die Qualität ist kein Wunder: HTC lässt in die Kameratechnik des One SV Know-How aus seinem Spitzenmodell One X+ einfließen. So besitzt das One SV eine maximale Blendenöffnung von F2.0 und bietet einen BSI-Sensor für bessere Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen. Videos kann das Smartphone in Full HD aufzeichnen. Videochats mit der Frontkamera sind in HD möglich.

Mit angeschlossenen Kopfhörern erreicht das HTC One SV dank der Beats Audio-Technik das Klangniveau guter MP3-Player, allerdings müssen Nutzer auf Komfortfunktionen wie einen SleepTimer verzichten. Der Lautsprecher übersteuert zwar auf voller Lautstärke nicht, ist aber aufgrund seiner geringen Power zur Hintegrundbeschallung kaum geeignet. Wer das Smartphone als MediaPlayer fürs Wohnzimmer nutzen will, kann sich freuen: Das One SV ist kompatibel zum Apple TV-Konkurrenten HTC Media Link HD.

Software

Als Betriebssystem fungiert Android 4.1 Jelly Bean, das HTC mit seiner eigenen Nutzeroberfläche Sense 4+ überzogen hat. Zu einem Update auf Android 4.2 macht HTC bislang keine Angaben. Sense 4+ birgt anders als der Nachfolger Sense 5 keine radikalen Neuerungen. Nutzer älterer HTC-Smartphones werden sich sofort zurecht finden.

Die Änderungen liegen im Detail: So ist etwa der Standard-Browser auch unter Android 4.1 Jelly Bean noch Flash-fähig, die Album-App sortiert Bilder nun auf Wunsch auch nach Aufnahmeorten und das HTC One SV ist PlayStation-zertifiziert. Nutzer können dadurch auf das Sony-Angebot PlayStation Mobile zugreifen.

Fazit

Das HTC One SV sticht aus seiner Preisklasse durch das schicke Design, die gute Verarbeitung und LTE-Unterstützung hervor. Schwachpunkte sind der Lautsprecher, die Akkulaufzeit und die unterdurchschnittliche Sprachqualität. Ausstattung und Leistung entsprechen ansonsten dem Standard in der Kategorie bis 300 Euro.

Die unverbindliche Preisempfehlung des HTC One SV lautet 429 Euro. Im Netz wird HTCs LTE-Smartphone bereits für rund 300 Euro gehandelt. LTE-fähige Alternativen zum Modell sind das LG Optimus F5 und das Samsung Galaxy Express und das Nokia Lumia 820. Wer auf LTE verzichten kann, darf auch einen Blick auf das Motorola Razr i werfen.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit einem Straßenpreis von rund 300 Euro ist das HTC One SV für ein LTE-Smartphone vergleichsweise günstig. Ausstattung und Leistung geben wenig Anlass zur Kritik, die Verarbeitung ist für die Preisklasse hervorragend. Der ausführliche Testbericht offenbart dennoch Schwächen bei HTCs 4G-Handy.

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  • jacky216 schrieb Uhr
    AW: HTC One SV im Test: LTE-Smartphone für unter 300 Euro

    Frage:Läst sich die Schriftgröße gut einstellen ? Habe Sehschwäche
  • HTC One SV User schrieb Uhr
    AW: HTC One SV im Test: LTE-Smartphone für unter 300 Euro

    Achja, habt ihr Lust mir den schwarzen Akkudeckel zu verkaufen? *grins*
  • HTC One SV User schrieb Uhr
    AW: HTC One SV im Test: LTE-Smartphone für unter 300 Euro

    Danke für die Rückantwort. Das es es das schwarze nicht hier in DE wurde auch schon z.B. auf der Facebookseite kritisiert. Dort war es auch in schwarz abgebildet. Mich persönlich stören an dem Testbericht schlicht und einfach die Punkte: "Power-Nutzer sollten also während des Arbeitstags auf eine Steckdose in ihrer Nähe achten. Aber auch bei durchschnittlicher Nutzungsintenstität muss das One SV abends wieder geladen werden." Weder musste ich bei Powernutzung (mehrere STUNDEN mobiles Internet, Telefonate, usw,) jemals das Gerät "zwischenladen" (es hat mich immer sicher über den Tag gebracht), noch muss es bei durchsnittlicher Nutzung sicher Abends geladen werden. Solche Aussagen können meines Erachtens nicht durch die Intensivnutzung mit voller Helligkeit abgeleitet werden, da es in der Praxis so wohl so gut wie nicht benutzt wird. Interessierte Käufer werden dadurch klar abgeschreckt, obwohl das Gerät zu dem Preis sehr gut ist. Lustig finde ich, das connect das HTC One SV getestet hat und ihm als Pluspunkt "gute Akkulaufzeiten" bescheinigt. Und zur Sprachqualität beim Telefonieren schreiben sie: "Auch die Akustik beim Telefonieren ist sowohl in Sende- als auch in Empfangsrichtung klar und sauber." Das Gerät ist sicher nicht perfekt, aber die hier genannten Kritikpunkte sehe wohl nicht nur ich anders ;-)
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: HTC One SV im Test: LTE-Smartphone für unter 300 Euro

    @HTC One SV User: Vielen Dank für dein fundiertes Feedback. Unser Testgerät von HTC war Schwarz und auf der HTC-Webseite wird es noch so geführt. Das weiße verfügt dann sicher über ein "Glossy-Finish", was ich persönlich nicht mag - eben wegen der von dir angeführten geringen Rutschfestigkeit.

    Zu den Punkten Sprachqualität und Akkulaufzeit will ich noch mal anfügen, dass es immer schwer ist in einem Testbericht hier allgemein gültige Aussagen zu treffen. Sprachqualität hängt stark vom verwendeten Netz und der Gesprächssituation / Umgebung ab. Akkulaufzeit von den Einstellungen, Nutzungsintensität und Co.

    Wie aufgeführt hat der Akku in unserem Test auf "Dauerstress" deutlich schlechter reagiert als andere Akkus, weshalb ich Laufzeiten von zwei Tagen bei wirklich intensiver Nutzung ausschließe. Die Sprachqualität war in unserem Testszenario (Spaziergang an der Straße) ebenfalls deutlich schlechter als bei anderen Smartphones in der Preisklasse. Wie gesagt ist dies aber von vielen Faktoren abhängig.

    Wir versuchen für beide Kriterien die Testszenarien stetig zu verfeinern, es ist aber wirklich schwer in diesem Fall. GPS ist ein Punkt, den wir künftig wieder in die Test aufnehmen werden. Danke für die Anregung.

    Viele Grüße aus der Redaktion,

    Jan
  • HTC One SV User schrieb Uhr
    AW: HTC One SV im Test: LTE-Smartphone für unter 300 Euro

    Achja, auf einen Punkt muss ich doch nochmal eingehen: das Gerät ist in Deutschland NICHT in schwarz erhältlich! Die einzigen Farben hier sind blau und weiß, was sehr ärgerlich ist, da das weiße nicht über die erwähnte, rutschfeste Oberfläche verfügt.
  • HTC One SV User schrieb Uhr
    AW: HTC One SV im Test: LTE-Smartphone für unter 300 Euro

    Den Test kann ich bei 2 Punkten so nicht stehen lassen: Vorweg, ich nutze das Gerät schon seit März und kann mir dementsprechend ein Bild machen. Über die Gesprächsqualität kann ich mich kaum beklagen, rauschen konnte ich auf meiner Seite kaum feststellen. Es mag da sicher auch bessere Geräte geben, aber als Kritikpunkt kann ich die Gesprächsqualität so nicht stehen lassen. Über den Akku kann ich mich auch nicht beschweren: bei leichter Nutzung (mobiles Netz immer an, ca. 30 min telefonieren, ein paar Bilder machen, Videos schauen, im Web surfen, per Whatsapp chatten) hält mein Akku locker zweieinhalb Tage durch und ist noch bei 21%. Selbst bei intensiver Nutzung ist es mir noch nicht gelungen, das Gerät an einem Arbeitstag unter die 40% Akkuleistung zu bringen. Meist komme ich gut 2 Tage durch, bis das Handy geladen werden muss. Abgesehen von den beiden Punkten kann ich dem Test Recht geben und für das Geld bekommt man ein gut gerüstetes Alltags Handy. Was ich im Test noch vermisse, ist der GPS Empfang, der ist nämlich hervorragend (auch ohne Ortung über andere Hilfsmittel).