Schräges für Zwischendurch

Game & Wario: Im Kurztest

Besser spät als nie: Eigentlich hätte Game & Wario zu den Starttiteln der Wii U-Konsole im November 2012 zählen sollen, wurde aber wie andere Titel auf den Sommer geschoben. Doch die Verspätung hat auch ihre Vorteile: Diese ziemlich schräg-absurd-minimalistische und äußerst spaßige Minispielesammlung beendet eine lange Durststrecke für Wii U-Besitzer.

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Game & Wario: Im Kurztest - Besser spät als nie: Eigentlich hätte "Game & Wario" zu den Starttiteln der Wii-U-Konsole im November 2012 zählen sollen, wurde aber wie andere Titel auf den Sommer geschoben. (Bild: Nintendo)
Besser spät als nie: Eigentlich hätte "Game & Wario" zu den Starttiteln der Wii-U-Konsole im November 2012 zählen sollen, wurde aber wie andere Titel auf den Sommer geschoben. (Bild: Nintendo)

Erst kürzlich hat Nintendos Geschäftsführer Satoru Iwata öffentlich zugegeben, dass die Wii U ein Problem hat: Man habe es bisher versäumt, Spiele zu veröffentlichen, die die speziellen Fähigkeiten der TV- und Gamepad-Kombi aufzeigen. Vor allem massentaugliche Verkaufsschlager wie Wii Sports fehlen dem System bisher.

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Game & Wario soll der erste Schritt in die richtige Richtung sein: Die Minispiel-Sammlung, die namentlich an Nintendos Game & Watch-LCD-Spielen aus den 80er-Jahren angelehnt ist, will vor allem das Wii U-Screen-Doppel und seine besonderen Eingabefähigkeiten nutzen. Insgesamt 16 Kleinstspiele aus den Genres Knobeln, Geschicklichkeit und Action nutzen das Gamepad zwar nicht alle gleichermaßen intelligent, aber zumindest exzessiv und exklusiv. Wii Motes werden selbst für die vier Multiplayer-geeigneten Disziplinen benötigt.

Man hilft in Shutter einer putzigen Comic-Detektei dabei, potenzielle Kriminelle zu bespitzeln (mit dem Gamepad als Fotokamera), schubst via Touchscreen Patchwork-Puzzles zusammen oder steuert Ski-Läufer, Besen-Hexe "Ashley" und springende Kung Fu-Kämpfer per Gamepad-Neigung durch Hindernis-Parcours.

Ebenfalls mit dabei: ein Rhythmus-Spiel mit Wario als Pirate-Käpitän, ein simples Design-Zeichenprogramm und Bowling-Spaß. WarioWare-Kenner freuen sich außerdem über ein Wiedersehen mit dem possierlichen Piepmatz Bird: Das hungrige Vögelchen wetzt von links nach rechts und angelt sich mit der langen Klebezunge herabtrudelnde Samenkapseln.

Exklusiv für Mehrspieler-Partien vor einem Fernseher reserviert sind Disco-Tanz, das Früchte-Stibitzen Fruit, das Punkteschießen Islands und das Pictionary-artige Kritzeleien-Raten Sketch.

Echte Highlights gibt es allerdings nur zwei in Game & Wario: Bei Arrow wird das Gamepad zur Armbrust, mit dem der Spieler kleine Roboter-Drohnen vom Bildschirm ballert. Verfehlt er die Gegner, flitzen sie schließlich nach dem Passieren der Bildschirmgrenze über den Gamepad-Screen, wo sie mit dem Finger zermatscht werden. Der Gamer wiederum ist zwar ausgesprochen hässlich inszeniert, birgt aber das bis dato cleverste Wechselspiel von TV- und Gamepad-Mattscheibe: Der Spieler schlüpft in die Rolle des kleinen 9-Volt, der im Bett WarioWare-artige Kleinstspielchen auf seinem Handheld spielen will, dabei aber immer wieder von seiner wütenden Mutter aufgescheucht wird. Der Gag dabei: Auf dem TV-Schirm sieht man den Dreikäsehoch in seinem Bett hocken, das Gamepad dagegen zeigt das, was sich auf 9-Volts Handheld abspielt. Hört man während der Konzentration auf den Handheld verdächtige Geräusche, ist das Betrachten des Fernsehers angesagt: Das schaurig-aufbrausend präsentierte Frauenzimmer schleicht am Fenster vorbei, späht durch den Türspalt und kommt sogar aus dem Rauschen von 9-Volts Fernseher ins Kinderzimmer. Erwischt Mama den vorwitzigen Dauerzocker beim Daddeln, heißt es: Game-Over! Einziger Ausweg: Rasches Verkrümeln unter der Bettdecke.

Bis auf diese beiden suchtverdächtigen Gamepad-Perlen bietet Game & Wario allerdings nur Mittelmaß, allenfalls die launige Foto-Hatz Shutter und Wario als Pirate-Musikus wollen noch gefallen. Der Rest fühlt sich an wie Füllmaterial, das die Wii U-Features zwar intensiv, aber eher fantasielos nutzt und bei der Präsentation schlicht langweilt.

Video: Game & Wario

Klare Totalausfälle sind Ski und Kung Fu: Den Spieler durch Neigung des Gamepads eine Figur steuern zu lassen, erweist sich schnell als Schnapsidee. Viel zu oft muss der Touchscreen-Controller dabei so intensiv geneigt werden, dass man kaum noch einen Blick aufs Spiel erheischen kann - obendrein ist das Geschehen auf dem TV-Schirm (hier wird das Spiel aus filmischer Perspektive gezeigt, auf dem Gamepad dagegen nur von oben) für den Spieler schlicht nicht sichtbar, hiervon profitieren allenfalls Zuschauer.

Game & Wario: Im Kurztest


Unter dem Strich bleibt der Eindruck einer Spielesammlung, die zwar Party-Laune verbreiten und das fortschrittliche Controller-Konzept transportieren möchte, dabei aber den Spaß etwas aus den Augen verliert. Für 15 Euro im eShop wäre Game & Wario ein echtes Schmankerl, doch 40 Euro ist für eine Hand voll interessanter Ideen schlicht zu viel.

Datenblatt

Game & Wario
SpielnameGame & Wario
HerstellerNintendo
VertriebNintendo
GenreGeschicklichkeit
Erhältlich ab28.06.2013
Preisca. 50 Euro
EAN Code0045496331856
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 6 Jahren
Multiplayer2-5
Sonstiges 
Bewertung Grafikbefriedigend
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
SystemWii U

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