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Jawbone Up vs. Fitbit Flex: Schrittzähler im Vergleichstest
Sportlich durch E-Trainer?

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Jawbone Up, Withings Pulse und Fitbit Flex sind Schrittzähler und Modeaccessoire in einem. In Funktionsumfang sind die Fitness-Tracker fast identisch, doch der Teufel steckt im Detail. Netzwelt vergleicht die drei E-Trainer miteinander und ermittelt den Testsieger.

Jawbone und Fitbit bieten mit Up und Flex Schrittzähler im Armband-Format an. Withings setzt beim Withings Pulse auf einen ansteckbaren Tracker. Im Funktionsumfang sind sich alle drei recht ähnlich, dennoch gibt es einige Unterschiede. Netzwelt hat die sportlichen Begleiter auf Herz und Nieren getestet und ermittelt einen Sieger.

Netzwelt vergleicht die Fitness-Tracker Jawbone Up, Fitbit Flex und Withings Pulse miteinander.

Design, Material und Verarbeitung

Mit Jawbone Up und Fitbit Flex versuchen die Hersteller Aliph und Fitbit Nutzern, Technik als Modeaccessoire zu verkaufen. Ganz im Sinne des aufkonmmenden Trends "wearable technology". Die beiden Fitness-Tracker im Armbandformat sollen entsprechend nicht unangenehm auffallen und als Teil des persönlichen Outfits gesehen werden, wie etwa bei einer Armbanduhr der Fall.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Fitbit auf auswechselbare Armbänder und Aliph auf Design. Withings verfolgt einen anderen Ansatz und bringt mit dem Pulse einen ansteckbaren Tracker auf den Markt. Dieser ist in schlichtem Schwarz gehalten und ähnlich elegant wie die Konkurrenz. Das Zubehör, über das sich der Pulse am Körper befestigen lässt, gewinnt allerdings keinen Schönheitspreis. Auch beim Gang unter die Dusche muss der Pulse passen, Up und Flex hingegen können bedenkenlos mitgenommen werden. Bei einem Sprung in den Pool müssen jedoch auch sie abgelegt werden.

Im netzwelt-Test entscheidet das Jawbone Up den ersten Punkt für sich, denn nicht nur das Armband lässt sich viel leichter an- und ablegen als Flex, auch die Verarbeitung wirkt gründlicher und das Material robuster. Fitbit Flex hingegen sah bereits im Neuzustand alt und grau aus. Der Verschluss ist zudem äußerst nervig und auch Spaltmaße bildeten sich schnell.

Der Withings Pulse selbst kann zwar in Sachen Design problemlos mit Up mithalten, lässt sich ohne Accessoires aber nicht am Körper befestigen. Bezieht man diese in die Bewertung mit ein, landet Pulse in dieser Kategorie auf dem letzten Platz, liegt bei Funktionalität und Tragekomfort aber wieder vorne. Denn nur beim Tragen des Withings-Armbands blieben Druckstellen auf die Dauer aus.

Jawbone Up im Test

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Das Armband zählt die Schritte und misst die Schlafzyklen seines Trägers. (Bild: netzwelt)

Funktionen

Flex, Pulse und Up zählen zunächst einmal nur die Schritte und sind dafür mit einem 3-Achsen-Beschleunigungssensor und auswertenden Algorithmen ausgerüstet. Auf Basis dieser Datenerfassung werden die Schritte des Trägers sowie der Kalorienverbrauch geschätzt. Bei allen Produkten muss der Nutzer die tatsächlichen Aktivitäten nachtragen. Die Tracker merken also nicht von selbst, ob der Träger spaziert, rennt, Fahrrad fährt oder Fußball spielt. Für diese Anpassungen stehen bei den Anbietern Apps zur Verfügung.

Darüber hinaus lässt sich auch das eigene Schlafverhalten überwachen. Dafür versetzt der Nutzer die Tracker in den Nachtmodus, woraufhin diese Bewegungen des liegenden Körpers als Leicht- oder Tiefschlafphase interpretieren. Up und Flex können den Schlafenden zudem wecken. Pulse bietet diese Funktion nicht.

Exklusiv beim Jawbone Up ist der "Ruhe-Alarm". Sitzt der Nutzer länger als fünf, zehn oder 15 Minuten still, erinnert ihn ein Vibrationsalarm daran, dass er sich bewegen muss. Eine spezielle Funktion des Fitbit Flex ist die Konfiguration der Anzeige auf unterschiedliche Tagesziele wie Kalorienverbrauch oder zurückgelegte Kilometer. Ein Display hat keines der beiden Armbänder. Das Jawbone Up vibriert lediglich wenn der Nutzer sein Tagesziel erreicht. Flex vibriert und zeigt über fünf LEDs den Fortschritt auf dem Weg zum Ziel an.

Mehr zu bieten hat hier definitiv der Pulse, der über ein OLED-Display verfügt, dass genauestens Auskunft über getätigte Schritte, gelaufene Kilometer, erklommene Höhen und den aktiven Kalorienverbrauch gibt. Dabei können Nutzer mithile des Touchscreens sogar ihre Ergebnisse der letzten zehn Tage abfragen. Auch eine Stoppuhr ist integriert, die im Test jedoch nicht funktionierte. Außerdem ist die Anzeige bei direkter Sonneneinstrahlung kaum zu erkennen.

Highlight des Pulse ist der integrierte Pulsmesser, der den Herzschlag des Nutzers misst. Im Test erwies sich die Messung jedoch eher als Richtwert. Nutzer sollten ihren Herzschlag mehrmals am Tag messen, um einen halbwegs realitätsnahen Durchschnittswert zu bekommen.

Fitbit Flex im Test

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Die Funktionen haben sich im Vergleich zu den Vorgängern Zip und One nicht verändert. (Bild: netzwelt)

Genauigkeit

Wer eine akkurate Zählung seiner Schritte erwartet, wird bei Fitbit, Withings und Jawbone enttäuscht. Die Summe, die die Zähler am Ende des Tages ausspucken, sind als Richtwert und nicht absolute Zahl zu verstehen.

Up, Pulse und Flex erkennen zuverlässig, wenn der Nutzer in einem Verkehrsmittel sitzt und zählen dies nicht. Ob der Träger sich aber wirklich komplett oder nur seinen Arm bewegt, ist für die Geräte kaum zu erkennen. Die angezeigte Zahl der Schritte und die tatsächlich gelaufene divergierte bei Up und Flex stets zwischen +-10. Jawbone und Fitbit bieten zwar Konfigurationsoptionen für ihre Tracker an, für mehr Genauigkeit sorgen diese aber nicht. Anders der Pulse. Der Tracker von Withings überzeugte im Test durch seine Präzision. Tatsächliche und gezählte Schritte divergierten hier nur mit +-5.

Auch bei der Schlafanalyse sollten Nutzer nicht erwarten ihre Bettruhe 1:1 vorgesetzt zu bekommen. Im Test wirkte die Angabe von Tief- und Leichtschlafphasen recht zufällig. Weitere Ausführungen zur Genauigkeit von Schlafanalysen durch Tracker oder Apps finden Sie hier.

Aufgrund seiner erwähnten Präzision hat bezüglich Genauigkeit der Withings Pulse die Nase vorn.

Datentransfer

In diesem Punkt haben das Jawbone Up und Withings Pulse definitiv das Nachsehen. Eine Übertragung der Daten vom Jawbone-Tracker gelingt ausschließlich über den Kopfhörer-Eingang eines iOS- oder Android-Geräts. Auf dem Rechner lassen sich die gesammelten Daten überhaupt nicht einsehen. Beim Withings Pulse gelingt die Übertragung zwar auch kabellos über Bluetooth. Allerdings ist der Nutzer zur übersichtlichen Betrachtung seiner Daten ebenfalls auf Apps angewiesen.

Das Flex dagegen lässt sich via USB-Dongle mit dem Rechner und über Bluetooth 4.0 mit mobilen Geräten verbinden. Auch NFC steht zur Verfügung, allerdings wird dadurch nur die App aufgerufen und nicht die Daten transferiert.

Withings Pulse im Test

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Legt der Nutzer einen Finger auf die Rückseite des Trackers, wird der Puls in Schlägen pro Minute (bpm) angezeigt. (Bild: netzwelt)

Apps

Für Up, Pulse und Flex stehen iOS- sowie Android-Apps zur Verfügung, die die gesammelten Daten übersichtlich darstellen. Statistik-Fans dürfen sich über zahlreiche Diagramme freuen, in denen ihre Aktivität am Tag und in der Nacht anschaulich dargestellt wird. Darüber hinaus lässt sich bei Up und Flex auch die eigene Ernährung im Auge behalten. Im Withings-Angebot müssen Nutzer dafür auf Drittanbieter-Dienste zurückgreifen, deren Integration über Schnittstellen erfolgt und optisch weniger ansprechend ist.

Vorteil beim Pulse: Wer eine WLAN-Waage des Herstellers besitzt, kann sein Gewicht kabellos in den Withings Health Mate übertragen.

Die Up-App stellt Tipps für einen gesünderen Alltag zur Verfügung. (Quelle: Screenshot itunes.apple.com)

Jawbone bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, Mahlzeiten mit einem Foto zu protokollieren. Findet sich die Nahrung in der Lebensmitteldatenbank wird zudem detailliert aufgeschlüsselt wie viel Fett, Kohlenhydrate und andere Nährstoffe in der Mahlzeit waren. Bleibt die Datenbanksuche ergebnislos, muss der Anwender allerdings manuell Hand anlegen. Nützliche Hilfe beim Eintragen ist zudem der Barcode-Scanner.

Bei Fitbit können Nutzer keine Fotos ihrer Mahlzeiten festhalten und erhalten auch nicht die gleiche Detailtiefe bei den Nahrungsmittelinfos. Nur Kalorien sind vermerkt. Dafür lassen sich die gesammelten Daten - wie gesagt - auch am Rechner einsehen, denn das Dashboard ist auch im Web verfügbar. Außerdem lassen sich gegen einen Aufpreis von 50 US-Dollar im Jahr umfangreiche Trainingspläne erstellen und Bestandsdaten von Dritten zum Altersgruppenvergleich heranziehen.

Jawbone Up-Nutzer erhalten im Gegensatz zu Flex-Nutzern wiederum Tipps aufs Smartphone, durch die der Nutzer gesünder leben soll. Diese werden dem Hersteller zufolge spezifischer, je länger der Anwender Up nutzt. Im Test blieben diese Hinweise aber noch relativ allgemein.

Beide Hersteller bieten eine Community oder auch Verknüpfungen zu einschlägigen Sozialen Netzwerken. Bei Withings ist das Zurückgreifen auf Facebook und E-Mail, die einzige Option für den sozialen Austausch.

Da die wesentlichen Funktionen hier recht ähnlich sind, lässt sich ein Sieger in dieser Kategorie nur schwer ermitteln. Netzwelt gefiel das Angebot von Fitbit jedoch besser, da sich die gesammelten Daten auch am PC oder Mac einsehen lassen. Für Pulse steht zwar ebenfalls eine Web-App bereit, trotzdem muss sich der Tracker in dieser Kategorie mit dem letzten Platz begnügen, denn der Funktionsumfang in dieser Ansicht ist sehr eingeschränkt.

Die Daten des Fitbit Flex lassen sich nicht nur über die App, sondern auch im Browser betrachten. (Quelle: Screenshot itunes.apple.com)

Akkulaufzeit

Im Akku-Test schneiden der Withings Pulse und das Jawbone Up besser ab als Fitbit Flex. Volle zehn Tage hält der Tracker von Aliph duch. Das ist allerdings auch nicht schwer, da keine kabellose, energiefressende Verbindung wie Bluetooth unterstützt wird.

Flex dagegen versucht mindestens alle 15 Minuten eine Verbindung aufzubauen und seine Daten zu verschicken. Das klaut natürlich Energie. Der Withings Pulse arbeitet hier sinnvoller und versucht die App-Statistiken nur alle sechs Stunden zu aktualisieren.

Preis

Mit 99,95 Euro sind Fitbit Flex und Withings Pulse 30 Euro günstiger als das Jawbone Up. Die Verarbeitung bei Fitbit und Withings lässt in puncto Armband beziehungsweise Clip jedoch wie erwähnt stark zu wünschen übrig. Das Flex-Armband lässt sich auf Wunsch zwar austauschen, dennoch liefert Jawbone hier mehr fürs Auge.

Die Withings-App ist übersichtlich gestaltet. (Quelle: Screenshot Google Play)

Fazit

Optisch ist das Jawbone Up dem Fitbit Flex und dem Withings Pulse vorzuziehen. Der Fitness-Tracker von Fitbit hat den Vorteil auch am Rechner Daten auszuspucken. In puncto Funktionalität hat jedoch Withings Pulse die Nase vorn, da der Tracker auch ohne Smartphone in der Hand Auskünfte liefert und präziser zählt, was sich speziell beim Sport als hilfreich herausstellt. Auch wenn in der Withings-App noch Nachholbedarf besteht und im Test es hier und da beim Tracker noch hakte, ist Pulse unser Testsieger.

Einen ausführlichen Einzeltest zum Jawbone Up finden Sie hier. Den Test zum Fitbit Flex lesen Sie unter diesem Link. Ob sich vielleicht auch der Kauf einer günstigeren oder kostenlosen Sport-App mehr lohnt als die Investition in einen teuren E-Trainer, erfahren Sie hier.

Kommentare zu diesem Artikel

Jawbone Up, Withings Pulse und Fitbit Flex sind Schrittzähler und Modeaccessoire in einem. In Funktionsumfang sind die Fitness-Tracker fast identisch, doch der Teufel steckt im Detail. Netzwelt vergleicht die drei E-Trainer miteinander und ermittelt den Testsieger.

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  • fitty schrieb Uhr
    Fitbit Flex

    Ich habe seit 1 Woche das Fibit Flex sowie Aria und kann es nur jedem empfehlen. Keine Probleme bis jetzt und die Handhabung ist recht einfach. Zählt auch die Schritte wenn man das Armband mal in der Hosentasche hat (Beispiel bei der Arbeit)
  • Annika D. schrieb Uhr
    AW: Jawbone Up vs. Fitbit Flex: Die Schrittzähler im Vergleichstest

    Komisch, wenn ich das PULSE schüttele zeigt es Schritte ohne Ende an, das UP nicht, sondern nur tatsächliche Schritte, interessant wie schlecht hier getestet wurde... In unserem Test zeigten alle drei Tracker Schritte an, obwohl nur der Arm bewegt wurde. Darauf gehe ich in meinem Text durchaus ein.:)

    ---------- Doppelpost zusammengeführt ----------

    @Trackerguy, never again und Psychozirkus: Danke für das Feedback. Ich werde mal beim Hersteller nachhaken, ob es da schon eine offizielle Stellungnahme zu gibt. In unserem zwei wöchigen Test lief das Jawbone Up problemlos. Viele Grüße aus der Redaktion.
  • Trackerguy schrieb Uhr
    AW: Jawbone Up vs. Fitbit Flex: Die Schrittzähler im Vergleichstest

    Hi, ich kann auch nur jedem von dem Jawbone UPraten. Ich musste meines 4x defekt umtauschen, das von meiner Frau auch 2x. Wir haben nun beide Fitbit Flex und sind soweit zufrieden.
  • never again schrieb Uhr
    AW: Jawbone Up vs. Fitbit Flex: Die Schrittzähler im Vergleichstest

    Dem Beitrag von Psychozirkus kann ich nur zustimmen. Das Jawbone Up ist Schrott. Meines hat nach knapp 6 Monaten den Geist aufgegeben.
  • Psychozirkus schrieb Uhr
    AW: Jawbone Up vs. Fitbit Flex: Die Schrittzähler im Vergleichstest

    Nun hat das Jawbone-Up einen nicht unbedeutenden Nachteil: Es ist schlicht ein Schrott-Produkt!!! Ich hatte seit April 2013 zwei dieser Bänder, die beide nach ziemlich genau acht Wochen komplett hinüber waren! Und das Netz ist voll von unzähligen anderen Usern, denen genau das auch widerfahren ist! Das Up-Band der 2. Generation bleibt entgegen der vollmundigen Versprechungen seitens Jawbone ein jämmerlicher Haufen Elektroschrott um das man einen weiten Bogen machen sollte!!!
  • UpNutzer schrieb Uhr
    AW: Jawbone Up vs. Fitbit Flex: Die Schrittzähler im Vergleichstest

    Komisch, wenn ich das PULSE schüttele zeigt es Schritte ohne Ende an, das UP nicht, sondern nur tatsächliche Schritte, interessant wie schlecht hier getestet wurde...

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Die Schrittzähler Jawbone Up, Withings Pulse und Fitbit Flex sollen für die Fitness und Gesundheit ihres Trägers sorgen. Netzwelt hat die Tracker miteinander verglichen.
http://www.netzwelt.de/news/96281-jawbone-up-vs-fitbit-flex-schrittzaehler-vergleichstest.html
2013-07-29 16:25:45
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2013/netzwelt-vergleicht-fitness-tracker-jawbone-up-fitbit-flex-withings-pulse-miteinander-bild-netzwelt-20784.jpg
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