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Kommentar: Was Apples iOS 7 nicht geschafft hat Zu modern um erfolgreich zu sein

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Nichts halbes, nichts ganzes. Apple versucht einen neuen, hochmodernen Ansatz für iOS 7, scheitert aber an den eigenen Ansprüchen. Statt Konsequenz zu zeigen, entwickeln die Macher aus Cupertino vieles, aber nichts so richtig...

Mit dem neuen iPhone-Betriebssystem iOS 7 wagt Apple die Abkehr vom Analog-Look der klassischen Bedienoberfläche. Zuvor war bereits Microsoft mit Windows 8 diesen Weg gegangen. Das radikal neue Design zeigt aber auch, dass der Abschied von der vertrauten Retro-Welt nicht vollständig gelingt.

Von Ultramodern zu Retro und zurück

Den Begriff Skeuomorphismus habe ich erst kürzlich zum ersten Mal gelesen. Es steht nicht mal im Duden, auch nicht im Duden Fremdwörterbuch. Der Begriff bezeichnet allerdings ein Thema, das mir komischerweise schon länger im Kopf umgeht und das spätestens mit der Vorstellung von Apples neuem Mobil-Betriebssystem iOS 7 in vieler Munde ist.

Der Begriff meint den Sachverhalt, dass bestimmte künstlich fabrizierte Gegenstände das Aussehen und die typische Oberfläche ihrer natürlichen Vorbilder nachahmen. Einfachstes Beispiel wäre die Tapete im Wohnzimmer, die tut als wäre sie eine Ziegelwand. Oder die Klebefolie mit Holzmuster auf dem Küchenschrank. Der Zweck dahinter besteht darin, das alte, originale, ursprüngliche - oder wie immer man das auch nennen mag - im künstlich Nachgemachten zu imitieren. Damit wird erstens die Funktion des künstlichen Gegenstands deutlich und zweitens ist es irgendwie anheimelnd.

Skeuomorphismus ist auch ein wesentliches Element aller grafischen Bedienoberflächen seit dem ersten Apple-Betriebssystem und seit Windows. In Windows oder auf Windows basierenden Programmen beispielsweise wird die Funktion zum Editieren von Notizen als linierter Spiralblock dargestellt, die Schreibfunktion erscheint als Füller oder Bleistift, löschen wird durch einen Papierkorb oder einen Radiergummi symbolisiert.

So weiß der Anwender genau, mit welcher Funktion er es zu tun hat und fühlt sich durch die hübsche Optik irgendwie sympathisch berührt. So ein Radiergummi ist eben viel netter als ein digitaler Befehl mit Codes und Zahlen.

Ohne diese optischen Symbole hätte der Personal Computer seinen Siegeszug in alle Wohnzimmer niemals angetreten.

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Mehmet Toprak
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