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Sony Xperia Tablet Z im Test
Robustes Android-Tablet mit dünnem Gehäuse

von Michael Knott
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Dem Xperia Tablet Z sieht man seine Nehmerqualitäten nicht an. Ganz im Gegenteil - es gehört mit zu den elegantesten derzeit erhältlichen Android-Tablets überhaupt. Es ist flach, die Front schützt ein durchgängiges Glas. Nebenbei lässt es sich auch als eine Art übergroße Universalfernbedienung verwenden. Im Test hinterlässt nur der Blick auf das Display ein paar Fragezeichen. Update: Mittlerweile hat Sony der Redaktion ein zweites Exemplar des Tablets zu Verfügung gestellt.

Ein Update vom 18.6 finden Sie am Ende dieses Testberichtes.

Wer im Netz nach Informationen zum Sony Xperia Tablet Z sucht und auf der Sony-Seite landet, wird förmlich erschlagen von Werbefloskeln. Von "Symmetrie in alle Richtungen", vom "OmniBalance-Design" ist da die Rede. Dabei hat das Gerät einen solchen Zuspruch gar nicht nötig. Ein Blick genügt, um die ästhetischen Vorzüge des Sony-Tablets zu erkennen.

Verarbeitung und Design

Noch besser ist, man nimmt das Xperia Tablet Z einmal selbst in die Hand. Es ist überraschend leicht, 480 Gramm zeigt die Waage an. Mit Abmessungen von 172 x 6,9 x 266 Millimetern liegt es deutlich besser in der Hand, als etwa Apples aktuelles iPad mit Retina-Display, welches mit mindestens 650 Gramm auch eine ganze Ecke schwerer ist. Den Gewichtsvorteil erkauft sich Sony allerdings durch die Materialwahl. Statt Aluminium kommt beim Xperia großflächig Kunststoff zum Einsatz.

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Flaches Tablet mit Nehmerqualitäten - zum Glück sieht man dem Sony Xperia Tablet Z seine Robustheit nicht an. (Bild: netzwelt)

Dies muss kein Nachteil sein: Die Rückseite ist leicht gummiert und fühlt sich hochwertig an. Überhaupt ist das Sony-Tablet tadellos verarbeitet. Neben der Dicke von nur 6,9 Millimetern gefällt vor allem der Blick auf die Vorderseite: Bei ausgeschaltetem Display erscheint die Oberfläche durchgängig in sattem Schwarz. Der das Display umgebene Rahmen ist hauchdünn.

Trotzdem gibt das Tablet kaum Geräusche von sich, wenn man versucht es zu verwinden, was bis zu einem gewissen Grad durchaus möglich ist. Gut gemachte Details, wie der erhabene Ein- und Ausschalt-Knopf aus Aluminium unterstreichen den edlen Auftritt des Xperia Tablet Z, der gut zum Sony-Smartphone Xperia Z passt. Überhaupt geben Sony-Tablet und das Smartphone Xperia Z ein gutes Team ab - der Hersteller hat spezielle Funktionen eingerichtet, die Kunden natürlich in der Sony-Welt halten sollen. So lässt sich zum Beispiel ein Film auf dem Tablet beginnen, und per Berührung mit dem Smartphone nahtlos fortsetzen.

Ausstattung

MicroSD-Kartenschacht, Mini-USB-Schnittstelle und Kopfhörereingang finden sich gut geschützt hinter Kunststoffklappen. Zur Erinnerung: Das Xperia Tablet Z ist laut Sony wasserfest, was es im weiteren Verlauf des Testberichtes noch unter Beweis stellen muss. Sehr gut: Alle Klappen bleiben auch im geöffneten Zustand mit dem Tablet verbunden. Die Sorge, die Schutzvorrichtungen zu verlieren, ist daher unbegründet.

Als Anzeige dient ein 10,1 Zoll (25,7 Zentimeter) großer Touchscreen mit einer Auflösung von 1.920 x 1.200 Bildpunkten, der laut Hersteller bis zu 16 Millionen Farben wiedergeben kann. Ein Qualcomm Snapdragon-Prozessor mit vier Rechenkernen und einer Taktfrequenz von 1,5 Gigahertz übernimmt den Hauptantrieb. Ihm zur Seite steht eine Adreno 320-Grafikeinheit. Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt zwei Gigabyte. Die Kapazität des Flash-Speichers im Testgerät liegt bei 16 Gigabyte. Im Auslieferungszustand stehen noch knapp elf Gigabyte zu Verfügung. Auch eine Version mit 32 Gigabyte ist erhältlich.

Wem der Speicher von 16 oder 32 Gigabyte nicht ausreicht, der kann mit Hilfe einer Speicherkarte für Kapazitäts-Nachschub sorgen.

Für weiteren Speicher kann der Nutzer per microSD-Karte sorgen. Das Tablet akzeptiert Speicherkarten bis zu einer Kapazität von 64 Gigabyte. Drahtlos nimmt das Xperia Tablet Z über Bluetooth 4.0 oder NFC Kontakt zu anderen Geräten auf. Einen GPS-Sensor zur genauen Standordbestimmung bieten alle die Versionen. In der Top-Version ist auch ein LTE-Modem eingebaut.

Display

Besonders stolz ist man bei Sony auf den Bildschirm des Xperia Tablet Z. Der Hersteller nennt die Anzeige "HD Reality Display" und zieht prompt Parallelen zu teuren HDTV-Geräten. In der Tat spielt der japanische Hersteller hier seine Stärke als Großkonzern aus und lässt Entwicklungen aus dem Fernseher-Bereich mit in das neue Tablet einfließen. So soll etwa die Mobile Bravia Engine 2 für leuchtende Farben sorgen und jedes Bild automatisch anpassen. So weit die Theorie.

In der Praxis überzeugen die knackigen Farben des Displays, die zum Glück nicht so überzeichnet sind wie es häufig bei OLED-Displays der Fall ist. Die Maximalhelligkeit reicht aus, um Inhalte auch im Freien ablesen zu können. Wie fast alle anderen Tablet-Displays spiegelt aber auch die Anzeige des Testmodells. Dennoch: Wer den Flachcomputer ein wenig hin und her bewegt, findet auch bei direkter Sonnenlichteinstrahlung fast immer einen Winkel, bei dem alle Inhalte einwandfrei zu erkennen sind. Das IPS-Panel, mit seinen großen Blickwinkeln, hilft dabei natürlich.

Probleme hatte das Display bei der Darstellung weißer Flächen. Assoziationen zur Raufasertapete werden wach.

Irritierend ist jedoch eine ganz spezielle Eigenart der Xperia-Anzeige: Weiße Hintergründe zeigt das Display stets mit einer gräulichen Strukturierung an. Fast hat man das Gefühl, "durch die Webseiteninhalte hindurch" auf eine Raufasertapete zu blicken. Dieser unerwünschte Effekt ließ sich beim netzwelt vorliegenden Rezensionsexemplar des Xperia Tablet Z auch nicht durch das Deaktivieren der Mobile Bravia Engine 2 in den Einstellungen beheben.

Leistung

Auch wenn der verbaute Snapdragon-Prozessor nicht mehr ganz taufrisch ist, kommt beim Xperia-Tablet nicht der Wunsch nach mehr Leistung auf. Apps öffnen sich zügig, das Blättern über die Startbildschirme erfolgt ohne nennenswerte Verzögerungen.

Sämtliche von netzwelt ausprobierten Spiele liefen ohne Ruckler und Aussetzer und starteten ebenfalls zügig. Sie ahnen es vielleicht bereits: Auch das Abspielen von Videos, das Surfen im Netz sowieso, verläuft völlig reibungslos. Das Benchmark-Tool AnTuTu (Version 3.3.1) gibt eine Gesamtpunktzahl von 20.140 Punkten aus. Gut schneidet das Testgerät vor allem bei der 3D-Grafikbewertung ab, bei der 5.743 Punkte anliegen. Der Akkutest unter AnTuTu Tester liefert einen Wert von 466 Punkten - damit liegt das Xperia-Tablet nur im Mittelfeld der getesteten Android-Tablets.

Multimedia und Nutzung als Universalfernbedienung

Das Xperia Tablet Z bietet die üblichen zwei Digitalkameras, die sich jeweils auf der Vorder- und Rückseite befinden. Überzeugen kann hier vor allem die rückseitige Hauptkamera, deren Sensor mit acht Megapixeln auflöst. Das Sony-Tablet lässt sich sogar zu brauchbaren Makro-Aufnahmen überreden. Ab einem Abstand von etwa 4,5 Zentimetern schafft es der Autofokus, Motive scharf zu stellen. Dafür müssen Käufer auf eine Foto-LED zur Ausleuchtung verzichten.

Echten Mehrwert bietet die Sony-eigene Fernbedienungs-App, die das Xperia-Tablet im Handumdrehen in eine waschechte Universalfernbedienung verwandelt. Im Test dauerte es nur wenige Minuten, bis ein Samsung-Fernseher ordnungsgemäß erkannt wurde.

Bei der Steuerung haben Nutzer die Wahl zwischen Touchscreenflächen, welche das Setup des Original-Signalgebers imitieren oder einer schnellen Gestensteuerung. Bei letzterer reicht beispielsweise ein Fingerstreich von links nach rechts, um den Kanal zu wechseln. Die Funktionen lassen sich durch Makros erweitern.

Die beiden Lautsprecher, die jeweils links und rechts im unteren Gehäuseteil sitzen, klingen blechern und neigen bei hohen Lautstärke-Pegeln zum Übersteuern - ein Tribut an die extrem flache Bauweise des Tablets, die einfach keinen Raum für voluminösere Resonanzkörper bietet. Besser ist es also, man schließt Kopfhörer an das Sony-Tablet an, die aber leider nicht zum Lieferumfang gehören.

Outdoor-Einsatz

Sonys derzeitiges Top-Modell unter den Tablets erfüllt die Anforderungen der Schutzklassen IP55 und IP57 und ist damit bis zu einem gewissen Grad vor dem Eindringen von Staub und sogar Wasser geschützt. Stellen, in die prinzipiell Wasser und kleine Schmutzpartikel eindringen könnten, schützt der Hersteller durch gut zugängliche Kunststoffklappen.

Für Testzwecke hat netzwelt das flache Tablet für eine halbe Minute unter fließendes Wasser gehalten. Diese Prozedur überstand das Testgerät klaglos. Auch nach dem vollständigen, kurzen Eintauchen in eine mit Wasser gefüllte Wanne kam es nicht zu bleibenden Schäden. Selbst wenn in der Praxis wohl niemand plant, mit dem Xperia Tablet Z auf Tauchgang zu gehen ist es beruhigend zu wissen, dass auch ein starker Regenschauer am Strand der Elektronik nichts anhaben kann.

Beruhigend zu wissen, dass die Hardware auch ein Wasserbad klaglos wegsteckt.

Als Alternative zum Sony Xperia Tablet Z bietet sich im Android-Lager zum Beispiel das brandneue Toshiba Excite an. Auch lohnt ein Blick auf das Asus MeMo Pad 10 FHD. Vergleichbare Outdoor-Qualitäten bringt aber höchstens das Fujitsu Stylistic M702 mit.

Sehr praktisch: Per App (ab Werk installiert) verwandelt sich das Tablet in eine übergroße All-In-One-Fernbedienung.

Hinweis: Ursprünglich stand im Testbericht, dass lediglich die Top-Version mit LTE-Modem über einen GPS-Empfänger verfügt. Richtig ist: Alle Varianten verfügen über einen GPS-Sensor. Vielen Dank an Forums-Mitglied blablup für die korrekte Information.

Update vom 18.6: Zweites Testgerät ohne Displayfehler

Mittlerweile hat Sony der Redaktion ein zweites Seriengerät des Xperia Tablet Z zu Verfügung gestellt. Bei diesem Modell ist die Dartsellung von Weiß wesentlich besser, der beschriebene "Tapeten-Effekt" tritt nicht auf. Offenbar handelte es sich daher beim ersten Testgerät um eine fehlerbehaftete Ausnahme.

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netzwelt
7.2
Sony Xperia Tablet Z
Vorteile
  • Flach und leicht
  • Auflösung
  • wasserfest
Nachteile
  • erstes Testgerät mit Displayfehler
  • nicht die aktuellste CPU

Outdoorfähig

Dem Sony Xperia Tablet Z dürfte es nicht schwer fallen, begeisterte Anhänger zu finden. Das gelungene Design, gepaart mit robusten Outdoor-Qualitäten, ist unter Tablet-Computern bislang beispiellos. Handfeste Kritik fängt sich im netzwelt-Test jedoch das Display auf Grund der Darstellung weißer Flächen ein. Falls es sich dabei um einen Einzelfall handeln sollte und / oder Sony diesbezüglich gegenüber netzwelt Stellung bezieht, wird dieser Testbericht entsprechend aktualisiert.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
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Design
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Display
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Leistung
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Ausstattung
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Multimedia
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Einsortierung
Sony Xperia Tablet Z von Sony wurde als Tablet-PC abgelegt. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Android, Sony, Tablet-PC, Outdoor, Review und Sony Xperia Tablet Z .
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Das Xperia Tablet Z ist das derzeitige Tablet-Flaggschiff von Sony. Trotz sehr schlanker Bauweise trotzte es im Test auch widrigen Einflüssen.
http://www.netzwelt.de/news/96177-sony-xperia-tablet-z-test.html
2013-06-13 17:40:03
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/sony-tablet-z-produktbild-114828.png
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