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Nokia Lumia 520 im Test
Günstiger Einstieg ins Microsoft-Universum

von Jan Kluczniok
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Mit einem Preis von knapp 150 Euro ist das Nokia Lumia 520 das bislang günstigste Windows Phone 8-Modell. Der vermeintliche Billigheimer überrascht jedoch im Test: Das Budget-Smartphone glänzt mit seinem Design, ordentlicher Ausstattung und dem umfrangreichen Angebot an Nokia-Services.

Design

Das Nokia Lumia 520 ist optisch alles andere als ein Billigheimer. Im Vergleich mit dem großen Bruder Lumia 620 fällt das Design zwar kantiger aus, dennoch hebt sich das Lumia 520 in Sachen Design angenehm aus der grauen Masse der Smartphones unter 200 Euro ab. Dies liegt auch an den farbenfrohen Wechselcovern. Nokia bietet für das Lumia 520 Akkudeckel in Cyan, Schwarz, Rot, Weiß und Gelb an.

Das Gehäuse besteht wie für die Lumia-Reihe üblich aus Polycarbonat, das mit einer Softtouch-Oberfläche überzogen ist. In der Hand fühlt sich das Lumia 520 daher deutlich wertiger an als andere Budget-Smartphones. Allerdings rutscht das Nokia-Handy dennoch genauso leicht aus der Hand wie die Konkurrenz von Huawei und Co.

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Das Lumia 520 ist mit einem Preis von knapp 150 Euro das bislang günstigste Windows Phone-Modell. (Bild: netzwelt)

Hardware

Im Inneren des Lumia 520 werkelt ein 1-Gigahertz-Dual-Core-Prozessor, er sorgt für eine flüssige Bedienung und kurze Ladezeiten. Nur bei Spielen kam es im Test gelegentlich zu kleineren Rucklern, die jedoch nicht störend auffielen. In den Benchmarks AnTuTu und Sunspider liegt das Lumia 520 sogar deutlich vor dem Samsung Galaxy S3 Mini.

Das Display bietet eine Auflösung von 800 x 480 Pixeln bei einer Bilddiagonalen von vier Zoll. Einzelne Pixel sind also zu erkennen. Buchstaben wirken an den Rändern ausgefranst, was bei längerem Lesen die Augen anstrengt. Knallige Farben sucht man ebenfalls vergebens. Blau, Rot, Grün und Co. werden auf dem Lumia 520-Display nur blass wiedergegeben. Weiße Flächen wirken zudem auch bei hoher Displayhelligkeit gräulich. Ein Ausschluss-Kriterium ist das Display aber anders als etwa beim LG Optimus L3 II nicht.

Der interne Speicher ist bei vielen Einsteigermodellen mit Windows Phone ein Knackpunkt. Zwar unterstützt Windows Phone 8 die Erweiterung des Speichers per microSD-Karte, Apps können auf diese jedoch nicht ausgelagert werden, sondern nur Musik, Fotos und Videos. Mit knapp acht Gigabyte internem Speicher bietet das Lumia 520 aber doppelt so viel Platz wie das HTC 8S und das Huawei Ascend W1. Im Werkszustand stehen dem Nutzer davon 4,68 Gigabyte zur Verfügung. Das reicht auch für mehrere größere Spiele wie Asphalt 7.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Lumia 520 ist nur durchschnittlich - bei einem Budget-Smartphone darf man jedoch hier auch nicht zu viel erwarten. Gesprächspartner klingen dumpf und künstlich. Im Test war zudem ein leichtes Hintergrundrauschen zu vernehmen.

Mit Strom versorgt wird das Nokia Lumia 520 von einem 1.430-Milliamperestunden-Akku. Die Batterie fällt damit minimal kleiner aus, als bei der Konkurrenz. Im Stresstest von netzwelt schneidet der Stromversorger zudem unterdurchschnittlich ab. Bei voller Displayhelligkeit und aktiver WLAN- sowie Mobilfunkverbindung sinkt der Akkustand binnen einer halben Stunde Nutzung um 16 Prozentpunkte. Im Durchschnitt verbraucht die Konkurrenz hier 13 Prozentpunkte.

Je nach Nutzungintensität dürfte das Lumia 520 spätestens nach einem bis anderthalb Tagen wieder nach einer Steckdose verlangen. Immerhin können Nutzer den Akku selbst wechseln. Ein drahtloses Aufladen wie bei höherpreisigen Lumia-Modellen ist nicht möglich.

Multimedia

Wie nahezu jedes Einsteiger-Smartphone lässt auch das Lumia 520 in Sachen Multimedia Federn. Für Foto- und Videoaufnahmen ist das Budget-Smartphone nur bedingt geeignet. Die Kamera löst zwar mit satten fünf Megapixeln auf und unterstützt sogar HD-Videoaufnahmen, die Bildqualität ist aber nur unterer Durchschnitt. Bei guten Lichtverhältnissen können brauchbare Bilder entstehen. Aber auch diese Aufnahmen weisen ein leichtes Rauschen auf, dass auch bei einer Verkleinerung auf 50 Prozent der Originalgröße noch sichtbar ist. Die Detailtiefe ist gering, Konturen wirken verschwommen, Farben blass oder ausgewaschen.

Bei vielen Aufnahmen hatte die 5-Megapixel-Kamera zudem Probleme mit dem Weißabgleich. Mangels Foto-LED führt das Fotografieren bei schlechten Lichtvherhältnissen zumeist zu keinem verwendbaren Ergebnis. Eine Frontkamera suchen Nutzer beim Lumia 520 vergeblich. Videotelefonie oder Selbstpotraits sind mit dem Smartphone also nicht möglich. Ein mit dem Nokia Lumia 520 aufgenommenes Foto finden Sie hier.

Klangtechnisch kann das Lumia 520 mit Kopfhörern mit günstigen MP3-Playern mithalten. Zur gelegentlichen Hintergrundbeschallung kann das Smartphone ebenfalls genutzt werden, der Klang ist jedoch nur durchschnittlich. Dem kleinen Lautsprecher fehlt es an Durchschlagskraft.

Software

Als Betriebssystem kommt Windows Phone 8 zum Einsatz. Nokia hat das OS um diverse Dienste erweitert: Mit Nokia Here bietet der finnische Handyhersteller Nutzern etwa eine umfangreiche Karten-App und Navigationslösung - inklusive Offline-Kartenmaterial an. Nokia Mix Radio ist ein kostenloser Musik-Streamingdienst, ähnlich wie ihn Apple mit iTunes Radio ab Herbst in den USA anbieten wird.

Ähnliche Dienste stehen auf anderen Einsteiger-Smartphones nicht zur Verfügung, sondern müssten erst von Drittanbietern nachinstalliert werden. Das Lumia 520 bietet hier also einen echten Mehrwert. Zu den Nachteilen des Windows Phone-Universums gehören aber das eingeschränkte Angebot an Apps, sowie die noch immer mangelhafte Verwaltung von Benachrichtigungen, die aber durch ein Update auf Windows Phone 8.1 behoben werden soll.

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netzwelt
5.2
Nokia Lumia 520
Vorteile
  • wertige Verarbeitung
  • farbenfrohes Design
  • Nokia-Services
Nachteile
  • schwache Kamera
  • mäßige Akkulaufzeit

Gut und günstig

Gute Verarbeitung, buntes Design, eine vernünftige Ausstattung und die umfangreichen Nokia-Services sind die Pluspunkte des Nokia Lumia 520. Das Modell markiert den bislang günstigsten Einstieg in das Windows Phone-Universum und muss sich auch nicht vor der Android-Konkurrenz verstecken.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Design und Verarbeitung
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Ausstattung und Bedienung
6
Sprachqualität
5
Akkulaufzeit
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Multimedia
4
Einsortierung
Nokia Lumia 520 von Nokia wurde als Smartphone abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Die besten Smartphones bis 100 Euro". Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Nokia, Smartphone, Review, Windows Phone, Windows Phone 8 und Nokia Lumia 520 .
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http://www.netzwelt.de/news/96152-nokia-lumia-520-test.html
2013-06-13 17:35:53
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/nokia-lumia-520-produktbild-114441.png
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