Vier gewinnt

Fuse: Im Kurztest

Was bei der E3-Messe 2012 von Entwickler Insomniac und Publisher EA überschwänglich als Overstrike angekündigt wurde, ist nun als Fuse ohne großes Marketing-Tamtam für PS3 und Xbox 360 auf den Markt gekommen. Die überzogene Comic-Grafik und der Name wurden auf den letzten Drücker überarbeitet. Geblieben sind jedoch das irre Waffenarsenal, die temporeichen Schusswechsel und der kooperative Ansatz.

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Fuse - Launch Trailer: Das Action-Spektakel Fuse erscheint am 28. Mai 2013 für die PlayStation 3 und die Xbox 360. Dieser Trailer gibt einen kleinen Einblick in das Spielgeschehen und schneidet kurz die Geschichte des Shooters an. So erfahren Spieler, dass es sich bei dem namens-gebenden Fuse um eine besondere Technologie handelt. Was sich dahinter verbirgt und welche Gefahren sich daraus ergeben, zeigt der Trailer. Zum Video: Fuse - Launch Trailer

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Fuse ist eine einmalige Sache: Es ist das erste und auf lange Sicht wohl letzte Spiel, das Entwickler Insomniac auch für die Xbox 360 veröffentlicht. Bislang war der Ratchet & Clank- und Resistance-Erfinder auf Sonys PlayStation fixiert.

Beim Spielprinzip hat sich der Entwickler munter bei großen Vorbildern bedient: Ein vierköpfiges Einsatzteam mit völlig unterschiedlichen, feixenden Charakteren konnten Spieler bereits bei Battlefield: Bad Company antreffen. Die deckungsbasierten Gefechte erinnern frappierend an die Gears of War-Reihe, die etwas harmlosen Klettereinlagen an Uncharted. Und den starken Fokus auf ein kooperatives Spiel kennt man von Valves Left 4 Dead. Beste Voraussetzungen eigentlich - und tatsächlich macht Fuse auch jede Menge Spaß. Die spezifische Klasse der Vorbilder erreicht der EA-Titel jedoch nicht.

Die Geschichte erweist sich trotz gelegentlicher Wendungen und Mysterien alles in allem als belanglose Beilage. In einer Welt von morgen operieren private Sicherheitsfirmen unabhängig von der Regierung. So hat das Söldnerteam Overstrike, das vom Spieler und Freunden gesteuert wird, die Aufgabe, in einem geheimen Forschungkomplex die mächtige Alien-Energiequelle Fuse sicherzustellen. Doch die Terrororganisation Raven will sich das chaotisch reagierende Zeug ebenfalls unter den Nagel reißen, was zu einem munteren Katz-und-Mausspiel und vielen Gefechten führt.

Zu Beginn entscheidet man sich für einen der vier Söldner, die allesamt unterschiedliche Fähigkeiten besitzen: Während der charismatische Dalton Brooks beispielsweise ein mächtiges Schutzschild aufspannen kann, ist die agile Naya Deveraux eine Meisterin der Tarnung. Ein Wechsel zwischen den Figuren ist zwischen den Missionen möglich.

Der Anfang von Fuse ist etwas behäbig. Der Grund: Das Team ist nur mit Standardwummen unterwegs. Die Xenotech genannten Superwaffen kommen erst etwas später ins Spiel. Dann kracht's jedoch umso gewaltiger: Nayas Maschinenpistole erzeugt mithilfe der Fuse-Energie kleine Schwarze Löcher, die Feinde in einem Effektgewitter verschwinden lassen.

Auch steigen die Söldner im Lauf der Zeit im Rang auf, wodurch neue Fähigkeiten freigeschaltet werden. Dadurch gewinnt Fuse im späteren Spielverlauf an Finesse und hebt sich von zahllosen Standard-Shootern ab - auch wenn der Großteil der Charakterverbesserungen sich nur auf den ausgeteilten Schaden oder den Energieverbrauch der Superwaffen auswirken.

Die Schusswechsel sind temporeich, auch die übrigen Spiel- und Steuerungsmechaniken hat Insomniac gut hinbekommen. Der Stellungswechsel funktionieren schnell und zuverlässig, ebenso das Deckungssystem und vereinzelte Kletterabschnitte. Etwas verwirrend ist anfangs, dass die Xenotech-Munition gleichzeitig die Energie für die Spezialfähigkeiten der vier Söldner darstellt.

Die lassen sich auch miteinander kombinieren, um Scharen der nicht allzu clever agierenden Widersacher spektakulär in die Schranken zu weisen. Taktik erfordern indes die Bossgegner: Sie greifen mit verschiedenen Waffensystemen und Manövern an und sind dabei noch recht flink unterwegs.

Leider sind auch die vom Computer gesteuerten Kollegen etwas harm- und planlos, weshalb Fuse unbedingt von Anfang an kooperativ gezockt werden sollte - entweder mit einem Freund via Splitscreen oder zu viert online. Geld und Erfahrungspunkte werden dann gerecht geteilt, zudem können mittels teurer Teamperks besondere Boni erworben werden, die für die ganze Gruppe zählen. Darüber hinaus darf man sich noch im Echelon-Mehrspielermodus austoben, in dem immer stärker werdende Feindeswellen abgewehrt werden müssen.

Fuse: Im Kurztest

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Doch lohnt es sich, Fuse zu kaufen? Ja - zumindest, wenn man gerne im Rudel auf die Jagd geht und von EAs ähnlich gestricktem Army of Two: The Devil's Cartel maßlos enttäuscht war. Selbst wenn dem Spiel im letzten Drittel ein wenig die Puste ausgeht, macht Insomniacs Gruppenballerei über weite Strecken jede Menge Spaß. Dazu tragen nicht nur das irre Arsenal an Sci-Fi-Wunderwaffen und die abwechslungsreich gestalteten Widersacher bei, sondern auch die sympathischen Figuren, die sich immer wieder mit bissigen Kommentaren und Bemerkungen zu Wort melden. Der schlauchartige Level-Aufbau, die mitunter kargen und nicht zerstörbaren Umgebungen sowie der schwache Solo-Spieler-Anteil trüben den positiven Gesamteindruck jedoch ein wenig.

Datenblatt

Fuse
SpielnameFuse
HerstellerInsomniac Games
VertriebElectronic Arts
GenreAction
Erhältlich ab28.05.2013
Preisca. 60 Euro
EAN Code5030932109415
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene bis Profis
Alterab 18 Jahren
Multiplayer2-4 (WWW)
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerungsehr gut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
SystemPlayStation3
SystemXbox 360

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