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Acer Liquid S1 im Test
Mit Jelly Bean und Quad-Core-Chip

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Acer kündigt mit dem Liquid S1 sein erstes Phablet an. Ab August soll das mit 349 Euro vergleichsweise günstige Gerät Nutzer zum Kauf animieren. Der erste Eindruck ist positiv, gewöhnungsbedürftig ist jedoch das Format.

Acer hat mit dem Liquid S1 sein erstes Phablet auf der Computex in Taipeh vorgestellt. Das Modell glänzt im Kurztest mit ordentlicher Verarbeitung, einer aktuellen Android-Version und cleveren Software-Ergänzungen. Gewöhnungsbedürftig ist jedoch das Format.

Wie bei allen Phablets stellt sich netzwelt eingangs die Frage: Kann man das Ding überhaupt noch in einer Hand halten? Die Antwort: Ja man kann, bequem ist dies aber nicht. Der Bildschirm des Liquid S1 misst 5,7 Zoll und ist damit in der Diagonalen rund drei Millimeter länger als der des Samsung Galaxy Note 2. Die Abmessungen fallen mit 163 x 83 x 9,5 Millimetern (Liquid S1) gegenüber 151 x 81 x 9,5 Millimetern (Galaxy Note 2) zudem deutlich mächtiger aus, als der minimale Zuwachs an Display-Fläche vermuten lässt. Für Nutzer mit kleinen bis mittelgroßen Händen dürfte bei diesen Maßen endgültig das Ende in Sachen Einhandbedienung erreicht sein.

Acer Liquid S1

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Acer stattet das Liquid S1 mit dem sogenannten Float User Interface aus. (Bild: netzwelt)

Dass sich das Liquid S1 in der Hand unbequem anfühlt, liegt jedoch nicht nur an der Größe des Smartphones, sondern auch an seinem Gewicht. Mit 195 Gramm ist das Gerät ein echter Brocken. Zum Vergleich: Samsungs Galaxy Note 2 bringt trotz ähnlich großem Display und üppigerem Akku 13 Gramm weniger auf die Waage. Beide Geräte bestehen aus Kunststoff. Nichts auszusetzen gibt es dagegen in Sachen Haptik: Acer hat den Akkudeckel aus Plastik mit einer griffigen Softtouch-Oberfläche überzogen. Sie erhöht die Rutschfestigkeit des Geräts und sorgt für ein angenehmes Gefühl in der Hand des Nutzers.

Leistung auf Galaxy S3-Niveau

In Sachen Hardware liefert das Liquid S1 das, was man von einem Modell in der Preisklasse zwischen 300 und 400 Euro erwarten darf: Quad-Core-Prozessor, HD-Display, und eine 8-Megapixel-Kamera nebst hochauflösender Frontkamera. Beide Kameras weisen zudem eine lichtstarke Blende sowie einen großen Aufnahmewinkel auf. Weiterhin wird das Liquid S1 wie alle neuen Acer-Handys auch in einer Dual-SIM-Variante erscheinen.

Knapp werden könnte es in Sachen Speicher: Intern stehen acht Gigabyte zur Verfügung, wie viel davon vom System belegt ist, verrät Acer nicht. Zur Not lässt sich der Speicherplatz aber per MicroSD erweitern. Ein weiterer Pferdefuß könnte der Prozessor sein: Der mit 1,5 Gigahertz getaktete Quad-Core-Chip stammt aus der Produktion von MediaTek. Ein Gerät mit diesem Prozessor hatte netzwelt noch nicht im Test, daher ist es schwer die Leistungsfähigkeit einzuschätzen. In Benchmarks liegen Geräte mit dem Chip in etwa auf dem Niveau des Galaxy S3. Im Kurztest des Liquid S1 konnte netzwelt keine Ruckler bei der Android-Nutzeroberfläche feststellen. Die wahre Leistungsfähigkeit vor allem in Sachen Gaming wird aber erst ein ausführlicher Test offenbaren.

Android 4.2 mit cleveren Zugaben

In Sachen Software ist das Liquid S1 up to date: Als Betriebssystem kommt Android 4.2 Jelly Bean zum Einsatz, das Acer nahezu unverändert gelassen hat. Lediglich zwei Ergänzungen hebt der Hersteller hervor: Acer Profile und die Acer Float UI. Acer Profile ermöglicht es dem Nutzer, Einstellungen für verschiedene Orte festzulegen.

So klingelt das Handy etwas lauter, wenn der Nutzer unterwegs ist, oder vibriert nur, wenn er sich im Büro befindet. Der Clou: Das Liquid S1 soll automatisch feststellen, wo sich der Nutzer aufhält und das passende Profil aktivieren. Ein GPS-Signal ist dafür nicht notwendig, die Ortung erfolgt über das Mobilfunknetz oder WLAN-Verbindungen.

Die Acer Float UI ist dagegen weitaus weniger spektakulär als man vermuten könnte. Im Prinzip handelt es sich dabei um die Möglichkeit, mehrere Mini-Apps parallel zueinander über einer laufenden App auszuführen. Spielt der Nutzer etwa gerade Angry Birds und möchte zwischendurch etwas fotografieren, genügt ein längerer Druck auf die Menü-Taste unter dem Display und die Kamera-App wird parallel gestartet. Schließt der Nutzer das Fenster, kehrt er sofort zum Spiel zurück. Neben der Kamera stehen auch Google Maps, ein Taschenrechner und ein Notizblock zur Verfügung. Solche Mini-Apps bieten auch das Galaxy S3 oder das Sony Xperia Z.

Zubehör

Acer kündigte auf seiner Computex-Pressekonferenz Zubehör für das Phablet an, darunter eine Schutzhülle mit Klapp-Cover und einen Bedienstift. Diesen gab es auf der Computex noch nicht zu sehen. Er soll auf Wunsch mitgeliefert werden. Die volle Funktionalität des S Pen des Galaxy Note 2 wird er aber vermutlich nicht bieten.

Fazit

Das Acer Liquid S1 hinterlässt im Kurztest einen grundsoliden Eindruck und stellt mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 349 Euro einen günstigen Einstieg in die Welt der Phablets dar. Das Format des Smartphones ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Es bleibt zudem abzuwarten, wie sich das Acer Profile-Feature im Praxisalltag schlägt und welche Funktionen der Bedienstift bietet.

Weitere Neuheiten von der Computex finden Sie hier.

Hinweis: Dieser Kurztest wird zu einem vollständigen Testbericht erweitert und um Praxiserfahrungen, Benchmarks und Angaben zur tatsächlichen Akkulaufzeit ergänzt, sobald der Redaktion ein Testgerät vorliegt.

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