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Gigabyte U2142 im Test: Leichtgewichtiger Convertible
Mit drehbarem Display

von Michael Knott
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Nur 1.375 Gramm wiegt der Convertible Gigabyte U2124. Im Test bereitet das geringe Gewicht zwar Freude - die allerdings beim Blick auf die Eingabegeräte und die Touchscreen-Befestigung gleich wieder getrübt wird.

Das Modell U2142 von Gigabyte ist ein waschechter Convertible. Dank drehbarem Display-Scharnier wird er im Handumdrehen zum Tablet-PC mit Windows 8. Dazu ist er mit einem Gewicht von unter 1,4 Kilogramm auch noch besonders leicht.

1.375 Gramm zeigt die geeichte Waage an: Für einen Convertible ist dies ein echter Spitzenwert. Noch dazu ist das Testgerät mit zahlreichen Schnittstellen ausgestattet. Im Test hinterlässt das Gerät jedoch einen zwiespältigen Eindruck.

Ausstattung

Gleich vier USB-Schnittstellen bietet das Gigabyte U2142, zwei davon übertragen Daten nach schnellem USB-3.0-Standard. Hinzu kommen SD-Kartenleser, VGA-Ausgang, LAN-Buchse, HDMI-Port sowie ein SIM-Kartenschacht. Damit übertrifft das Testgerät die Convertible-Konkurrenz in Sachen Anschlussvielfalt mühelos.

Im Rezensionsexemplar des Gigabyte-Convertibles steckt ein Intel Core i5-3337U. Die Größe des Arbeitsspeichers (DDR3) beträgt vier Gigabyte. Hinzu kommt eine 128 Gigabyte fassende mSSD. Für die Grafikausgabe ist einmal mehr Intels interne Grafiklösung HD Graphics 4000 zuständig. Der 11,6 Zoll große Touchscreen liefert eine Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten.

Verarbeitung

Bei der Materialwahl setzt der taiwanische Hersteller auf Kunststoff. Der flächendeckend eingesetzte Werkstoff ist prinzipiell gut verarbeitet; auffällige Spaltmaße sind nicht auszumachen.

Gigabyte U2142 im Test

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Sogar ein VGA-Ausgang sowie ein Ethernet-Port ist vorhanden. (Bild: netzwelt)

Die Bemühungen des Herstellers, einen möglichst leichten Convertible herzustellen, macht sich jedoch leider in den Händen bemerkbar. Auch wenn das 298 x 226,4 x 20 Millimeter (Herstellerangaben) große und nur 1.375 Gramm schwere U2142 sehr leicht ist, fühlt es sich nicht so hochwertig wie Konkurrenz-Modelle an.

Drehmechanismus: Verwandlung im Handumdrehen

Der 11,6 Zoll (29,46 Zentimeter) große Touchscreen wird allein von einem einzelnen, drehbaren Scharnier gehalten. Um das Ultrabook in einen Tablet-PC zu verwandeln, klappt der Nutzer das Display zunächst auf und dreht es um 180 Grad zur Seite. Anschließend lässt sich die Anzeige auf der Tastatur ablegen - es entsteht ein Tablet-PC mit vollwertigem Windows 8.

Diese Verwandlung geht mit ein wenig Übung zwar leicht von der Hand, hat aber den Nachteil, dass das Display bei der Verwendung des Touchscreens stark nachwippt. Wer das auf Fingerbedienung ausgelegte Betriebssystem Windows 8 also tatsächlich häufig auch mit den Fingern bedienen will, sollte sich auf einen Bildschirm einstellen, der ständig in Bewegung ist.

Das Einzelscharnier schafft es nicht, Wippbewegungen nach Berührung des Touchscreens zu verhindern.

Über Sinn und Zweck dieser Eingabemethode lässt sich aber ohnehin vortrefflich debattieren. Stellt die Touchscreen-Bedienung bei großen Geräten wie AIO oder 15+-Zoll-Notebooks nach Meinung von netzwelt noch eine willkommene Alternative zu Trackpad oder Maus dar, egalisiert sich dieser Geschwindigkeitsvorteil bei Geräten der 11-Zoll-Klasse.

Display

Nein, das Gigabyte U2142 verfügt nicht über einen der sehr seltenen matten Touchscreens. Vielmehr landete das Testgerät von netzwelt mit einer angebrachten Display-Schutzfolie in der Redaktion. Diese sitzt passgenau auf der Anzeige, spart lediglich den Bereich rund um die Webcam aus und lässt sich prinzipiell auch im Dauereinsatz verwenden. Wer will, kann sie auch ohne große Mühen abziehen. Dann spiegelt der 11-Zöller allerdings genauso stark, wie fast alle anderen Geräte mit Touchscreen.

Für den Einsatz unter freiem Himmel taugt der Convertible daher nur bedingt, weil auch die Maximalhelligkeit nicht sonderlich hoch ausfällt. Subjektiv wenig auszusetzen gibt es an Farbdarstellung und Kontrast. Auf dem Papier dürfte die Auflösung gerne höher ausfallen - 1.366 x 768 Pixel stellen längst nicht mehr das technische Optimum dar. Im Alltag lässt es sich damit aber gut leben, einzelne Bildpunkte fallen dank der vergleichbar geringen Bildschirmdiagonale kaum auf. Auch zur gerfürchteten Treppchenbildung kommt es kaum.

Leistung

Intels Core i5-Prozessor sorgt für einen flüssigen Arbeitsablauf. Schnelles Blättern in der Kachelansicht unter Windows 8, Abspielen von Youtube-Videos und Surfen im Netz reizt die Systemleistung nur marginal aus. Problemlos lassen sich auch Spiele aus dem Windows Store handeln. Für aktuelle Gaming-Blockbuster ist die Testkonfiguration, vor allem auf Grund der internen Grafiklösung, unterdimensioniert.

Das Benchmark-Tool Cinebench 11.5 attestiert dem Gigabyte-Gerät im OpenGL-Test 11,53 Bildwiederholungen in der Sekunde. Nach Abschluss des CPU-Tests stehen 1,28 Punkte an. Der Windows-eigene Leistungsindex gibt einen Gesamtwert von 4,4 Punkten aus. Limitierender Faktor mit der niedrigsten Teilbewertung ist erwartungsgemäß die Desktop-Grafik. Die übrigen Werte (Prozessor: 5,2 Punkte, RAM: 5,9 Punkte, Spielegrafik: 6,1 Punkte, Festplatte: 8,1 Punkte) bewegen sich im guten Ultrabook-Mittelfeld.

Sehr gute Ergebnisse zeigt die Stoppuhr nach einem kompletten Kaltstart von Windows 8 an. Nach knapp zehn Sekunden reagiert der Convertible bereits auf Nutzereingaben - mit ein Verdienst der schnellen SSD. Tests zur Leistung des verbauten Lithium-Polymer-Akkus mit einer Kapazität von 5.300 Milliamperestunden stehen noch aus und werden nachgereicht.  

Ergonomie und Eingabegeräte

Der Convertible bietet trotz der geringen Abmessungen eine angenehm große Tastatur. Im Vergleich zum Standard-Layout fallen lediglich die Pfeiltasten ein wenig kleiner als gewohnt aus. Es benötigt kaum Eingewöhnungszeit, um treffsicher auf ihr zu tippen. Für einen separaten Nummernblock fand der Hersteller erwartungsgemäß keinen Platz mehr. Dennoch sind erstaunlich wenig Funktionen per Shortcut ausgelagert. Diese erreichen Nutzer per FN-Taste.

Dauerhaft leben müssen Käufer des U2142 mit der deutlich hörbaren Tastatur. Wer im wahrsten Wortsinn dazu neigt, ordentlich in die Tasten zu hauen, muss sich wohl oder übel an stirnrunzelnde Kollegen gewöhnen. Im mittleren Bereich gibt die Tastatur auf Druck hin stark nach - gewöhnungsbedürftig, aber ohne Auswirkung auf die Funktion.

Das große Trackpad mit einer Diagonalen von elf Zentimetern ist leicht strukturiert und bietet gute Gleiteigenschaften. Es unterstützt Multitouch-Gesten. So ist es etwa möglich, mithilfe von zwei Fingern auf Webseiten oder in langen Excel-Tabellen zu blättern. Bei längerem Gebrauch des Convertibles wird der Unterboden, unabhängig von der Last, etwas warm. Vor allem der Bereich unterhalb des Display-Scharniers ist davon betroffen.

Dank Drehmechanismus sind auch ungewöhnliche Blickwinkel auf den Touchscreen möglich. Praktisch, etwa bei Präsentationen.

Im Vergleich zu anderen Convertibles wie etwa Dells XPS 12 lässt sich das Gigabyte-Modell im Tablet-Modus sogar über kurze Zeit in einer Hand halten. Angenehmer ist die Nutzung als Tablet natürlich, wenn Nutzer das Gerät auf dem Schoß balancieren oder es auf einem Tisch ablegen. Praktisch: Seitliche Tasten zur Lautstärkeregelung und zur Arretierung der Displayausrichtung erleichtern den Umgang.

Wer von den Eingabemöglichkeiten des Touchscreens Gebrauch macht, wird sich über das Nachwippen des Displays ärgern. Schon nach leichter Berührung dauert es einige Momente, bis sich der Monitor wieder im Ruhezustand befindet.

Umwelt

Vorbildlich: Nach Lösen von nur einer Schraube erhalten Nutzer Zugang zu zwei RAM-Slots im Unterboden. Dieser lässt sich vom Besitzer auch ohne Vorkenntnisse bei Bedarf leicht auswechseln.

Prinzipiell ist auch der Wechsel von anderen Komponenten wie SSD / HDD möglich. Gigabyte selbst bietet ab Werk die Möglichkeit, das Gerät sowohl mit HDD (bis zu 1 Terabyte) und zusätzlicher SSD auszustatten. Das Hitzemanagement des U2142 erledigt seine Aufgabe unauffällig. Von nervigen Lüftergeräuschen war während des Testzeitraums nichts zu hören.

Geräte der Gattung Convertibles erfordern vom Nutzer meist Kompromissbereitschaft. Schwerer, aber mit besseren Eingabegeräten gesegnet ist der bereits erwähnte Dell XPS 12, bei dem man fast vergessen könnte, dass es sich sowohl um ein Tablet als auch um ein Ultrabook handelt.

Einen Vergleichstest aktueller Convertible-Modelle finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

Vielleicht eignet sich für Ihre Bedürfnisse auch ein Tablet-PC mit ansteckbarer Tastatur. Einen Vergleichstest aktueller Windows 8-Modelle finden Sie hier auf netzwelt.

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netzwelt
5.8
Gigabyte U2142
Vorteile
  • Gewicht
  • Drehmechanismus
Nachteile
  • Eingabegeräte
  • Auflösung
  • Touchscreen wippt nach

Leichter Convertible

Das Gigabyte U2142 eignet sich vor allem für Nutzer, die sowohl einen Tablet-PC mit Windows 8 als auch ein Notebook mit vollwertiger Tastatur benötigen. Schade, dass das Testgerät gerade bei den Eingabegeräten nicht vollends überzeugen kann. Punkten kann das Modell jedoch beim Gewicht - für einen Convertible mit Windows 8 sind die gemessenen 1.375 Gramm ein Spitzenwert.


Einzelergebnisse
Bereits bei der Auswahl eines Notebooks, Laptops oder Ultrabooks versuchen wir, die unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer zu berücksichtigen. Über welches Modell wird gerade im Netz besonders eifrig diskutiert? Wo gibt es gerade ein besonders interessantes Sonderangebot? Zudem greifen wir immer wieder Testanregungen von Nutzern auf, die wir per Leserbrief, über die Sozialen Netzwerke oder über das netzwelt-Forum erhalten. Hier erfahren Sie, wie wir Notebooks testen.
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Design
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Display
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Eingabegeräte
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Leistung
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Ausstattung
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Multimedia
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Einsortierung
Gigabyte U2142 von Gigabyte wurde als Notebook abgelegt. Das Produkt wurde in die Notebook-Bestenlisten Alle Notebooks und Die besten Convertibles aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Computer, Testbericht, Notebook, Gigabyte, Tablet-PC, Touchscreen, Laptop, Convertible, Windows 8, Review, Ultrabook und Gigabyte U2142 .
Kommentare zu diesem Artikel

Nur 1.375 Gramm wiegt der Convertible Gigabyte U2124. Im Test bereitet das geringe Gewicht zwar Freude - die allerdings beim Blick auf die Eingabegeräte und die Touchscreen-Befestigung gleich wieder getrübt wird.

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  • Klaus925 schrieb Uhr
    AW: Gigabyte U2142 im Test: Leichtgewichtiger Convertible

    Hallo, lässt sich bei dem Gerät der Akku wechseln und wie groß/schwer ist das Netzteil?
article
38027
Gigabyte U2142 im Test: Leichtgewichtiger Convertible
Gigabyte U2142 im Test: Leichtgewichtiger Convertible
Dreh und Touch: Das U2124 von Gigabyte ist ein waschechter Convertible und verbindet daher Tablet- mit Notebook-Eigenschaften. Allerdings fielen im Test auch Schwachpunkte am Konzept auf.
http://www.netzwelt.de/news/96010-gigabyte-u2142-test-leichtgewichtiger-convertible.html
2013-05-29 17:36:12
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/gigabyte-u2142-produktbild-114714.png
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