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LG Optimus L3 II im Test
Gute Akkulaufzeit, schwaches Display

von Jan Kluczniok
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Dem LG Optimus L3 II fehlen nicht viele Eigenschaften zu einem vernünftigen Einsteigersmartphone. Trotzdem: Der Test verrät, woran es dem 95-Euro-Modell des südkoreanischen Handyherstellers mangelt.

LG legt seine L-Style-Reihe neu auf. Den Anfang macht das Modell Optimus L3 II. Das Mini-Smartphone glänzt im Test unter anderem mit guter Akkulaufzeit und überzeugender Sprachqualität, weist jedoch eine entscheidende Schwäche auf.

Design und Verarbeitung

Das LG Optimus L3 II ist vor allem eines: kompakt. Es ist kaum größer als eine Packung Zigaretten, leider aber mit 11,9 Millimeter auch ähnlich dick. In engen Hosentaschen trägt es daher auf. Das Design ist alles andere als aufregend, eine schöne Idee ist es aber den Home-Button gleichzeitig als Status LED zu nutzen. Ein Leuchtring um den Knopf informiert den Nutzer über verpasste Anrufe oder Termine. In den Einstellungen kann die Beleuchtung den eigenen Wünschen zufolge konfiguriert oder auch vollständig abgeschaltet werden.

Bei der Verarbeitung erlaubt sich der Hersteller keine größeren Patzer; das Gehäuse ist aber nicht gerade wertig. Der Akkudeckel besteht aus rutschigem Kunststoff, der schnell mit hässlichen Schlieren überzogen ist. Bei Druck knarzt er zudem.

Hardware

Das sicherlich größte Manko des LG Optimus L3 II sieht der Nutzer bereits nach dem ersten Einschalten: Die Darstellung von Bildschirminhalten ist selbst auf dem nur 3,2 Zoll großen Mini-Display extrem pixelig. Statt Schäfchen können Sie zum Einschlafen künftig problemlos die insgesamt 76.800 Pixel des TFT-Bildschirms einzeln nachzählen. Zum Vergleich: DasSony Xperia E bietet zum selben Preis die doppelte Pixelzahl. Dies ist insbesondere beim Lesen störend. Längere Betrachtung des Displays strengte die Augen an und verursachte im Test leichte Übelkeit.

In Sachen Rechenleistung überrascht das LG Optimus L3 II dagegen. Die Android-Menüs laufen dank dem mit Jelly Bean eingeführten "Project Butter" größtenteils flüssig. Apps brauchen aber immer einen kleinen Moment nach dem Start ehe sie bereit stehen. Das gilt auch für Standard-Anwendungen wie den Telefondialer. Für Casual Gamer bitter: Die neueste Angry Birds-Folge Star Wars ist aus ungeklärten Gründen nicht mit dem Smartphone kompatibel. Andere beliebte Games stehen jedoch für das Gerät bereit - selbst das 3D-Jump&Run Temple Run 2 läuft auf dem LG Optimus L3 II - allerdings nicht ohne Ruckler.

Vom vier Gigabyte großen internen Speicher stehen dem Nutzer 1,74 Gigabyte für Fotos, Videos, Musik und Co. zur Verfügung. Nicht viel, aber für den Anfang ausreichend. Bei Bedarf kann der Speicher erweitert werden.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität ist für ein 95-Euro-Smartphone überraschend gut. Lediglich im Freisprechmodus minderten Artefakte die Verständlichkeit der Gesprächspartner. Nutzer müssen bei der deutschen Version des Optimus L3 II jedoch auf die eigentlich die Serie kennzeichnende Dual-SIM-Funktion verzichten. Der Hersteller sieht hierzulande dafür noch keinen ausreichenden Markt.

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Das LG Optimus L3 II glänzt durch seinen kompakten Formfaktor. (Bild: netzwelt)

Der Akku ist mit einer Kapazität von 1.540 Milliamperestunden mehr als ausreichend dimensioniert. Im netzwelt-Akkutest verlor das Smartphone unter Vollast (30 Minuten spielen bei aktivierter WLAN- und Mobilfunkverbindung sowie Display auf voller Helligkeit) nur 9 Prozentpunkte. Dies spricht bei durchschnittlicher Nutzung für eine Laufzeit von anderthalb bis zwei Tagen.

Multimedia

Die verbaute 3-Megapixel-Hauptkamera können Nutzer für Fotos getrost ignorieren. Selbst bei strahlendem Sonnenschein liefert sie nur wenig berauschende Bilder. Die Farben wirken verwaschen, Kontraste verschwimmen und Detailtiefe sucht man vergebens. Die Kamera kann aber natürlich zum Scannen von QR-Codes oder für Augmented Reality-Apps verwendet werden.

Das LG Optimus L3 II bietet einen Lautsprecher auf der Frontseite. Dadurch muss der Nutzer nicht das Handy mit dem Display nach unten ablegen, wenn er Musik hören möchte. Der Klang geht für ein Smartphone dieser Größe und Preisklasse vollkommen in Ordnung. Für gelegentliche Hintergrundbeschallung in nicht allzu großen Räumen ist das LG Optimus L3 II geeignet.

Der Ton über Kopfhörer kommt nicht ganz an den von günstigen MP3-Playern heran, unterwegs kann das Optimus L3 II aber dennoch für den gelegentlichen Musikgenuss genutzt werden. Ein Sleeptimer und ein Equalizer sowie ein FM-Radio runden das Musik-Erlebnis ab.

Software

Als Betriebssystem verwendet LG Android 4.1 Jelly Bean. Zu einem Update auf Android 4.2 oder höher macht der Hersteller keine Angaben. Der südkoreanische Handyhersteller genießt diesbezüglich aber auch keinen guten Ruf. Versprochene Updates ließen in der Vergangenheit länger als ein Jahr auf sich warten.

LG hat Android an vielen Stellen angepasst: Der Sperrbildschirm gewährt beispielsweise eine Vorschau auf den darunterliegenden Inhalt, wenn der Nutzer den Finger auflegt. So ist es möglich schnell zu prüfen wer einem eine Mail oder Nachricht gesendet hat, ohne das Smartphone zu entsperren. Auch die Notizfunktion Quick Memo findet sich auf dem LG Optimus L3 II.

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netzwelt
3.8
LG Optimus L3 II
Vorteile
  • lange Akkulaufzeit
  • gute Sprachqualität
Nachteile
  • pixeliges Display
  • unbrauchbare Kamera

Leider nur Pixelbrei

LG zeigt sich beim Optimus L3 II lernresistent, bereits dem Vorgänger Optimus L3 mangelte es an einem halbwegs vernünftigen Display. Der Bildschirm mindert den ansonsten für ein Einsteiger-Smartphone positiven Gesamteindruck stark. Angesichts mehrerer Alternativen in dieser Preisklasse mit besseren Bildschirm, rät netzwelt vom Kauf ab.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Design und Verarbeitung
3
Ausstattung und Bedienung
1
Sprachqualität
7
Akkulaufzeit
5
Multimedia
3
Einsortierung
LG Optimus L3 II von LG wurde als Smartphone abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Die besten Smartphones bis 100 Euro". Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, LG, Smartphone, Review und Android 4.1 Jelly Bean .
Kommentare zu diesem Artikel

Dem LG Optimus L3 II fehlen nicht viele Eigenschaften zu einem vernünftigen Einsteigersmartphone. Trotzdem: Der Test verrät, woran es dem 95-Euro-Modell des südkoreanischen Handyherstellers mangelt.

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  • madmike schrieb Uhr
    AW: LG Optimus L3 II: 95-Euro-Smartphone im Test

    "Das Sony Xperia E bietet zum selben Preis die doppelte Pixelzahl." Das Sony hat allerdings auch nur 262.000 Farben, das LG hingegen 16 Mio. Insofern nicht wirklich vergleichbar.
  • JoL schrieb Uhr
    AW: LG Optimus L3 II: 95-Euro-Smartphone im Test

    Ich bin gerade auf der Suche nach Smartphones dieser Klasse. Daher verwundet mich eure Behauptung, dass das Xperia E für den gleichen Preis doppelt so viele Pixel liefert. Ich kann aktuell keinen besseren Preis als ~130 Euro inkl. Versandkosten entdecken. Das wäre meiner Ansicht nach gerade in dieser Preiskategorie ein deutlich Unterschied.
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LG Optimus L3 II im Test
LG Optimus L3 II im Test
Das LG Optimus L3 II ist ein vielversprechendes Einsteigersmartphone. Wenn da nicht dieses Display wäre.
http://www.netzwelt.de/news/96007-lg-optimus-l3-ii-test.html
2013-05-29 17:35:35
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/lg-optimus-l3-ii-produktbild-114515.png
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