Härter leben auf dem Mars

Mars - War Logs: Im Kurztest

Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben, dass der Mars vor allem eines ist: staubig, öde und lebensfeindlich. Das französische Entwicklerteam Spiders hat seine digitalen Helden trotzdem auf den roten Nachbarplaneten geschickt, die sich in Mars: War Logs dem Überlebenskampf stellen.

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Mars: Warlogs - Teaser-Trailer: Dieser kurze Teaser ist eine Ankündigung für Mars Warlogs, das 2013 für den PC, die Xbox 360 und die PlayStation 3 erscheinen soll. Er zeigt ein paar Einwohner des Roten Planeten und auch deren Wachtiere, die sich sehr von den irdischen Hunden unterscheiden. Darüber hinaus erhalten Spieler einen Eindruck von der Architektur der Städe, die in Mars Warlogs besucht werden. Zum Video: Mars: Warlogs - Teaser-Trailer

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Zunächst sah auf dem unwirtlichen Mars alles gar nicht so schlimm aus - die Menschen richteten sich in der roten Wüste passabel ein, kolonisierten den Planeten und erschlossen Rohstoffvorkommen - bis eine große Apokalypse alle Anstrengungen zunichtemachte und die Siedler ins Elend stürzte. Wasser war als wichtigste Ressource zum Überleben heiß umkämpft. Skrupellose Konzerne lieferten sich einen erbitterten Krieg, um aus dem Elend der Menschen noch Kapital zu schlagen, indem sie versuchten, die spärlichen Wasservorkommen unter ihre Kontrolle zu bringen.

Innocence Smith ist ein junger Kämpfer, der an der Front in die Fänge der Gegner gerät und im Lager 19 die ganze Härte des Gefängnislebens zu spüren bekommt. Psychoterror, Schläge und die ständige Angst vor den sexuellen Begehrlichkeiten eines widerlichen Fleischklopses bestimmen fortan sein Dasein - bis sich Roy Temperance seiner annimmt und seine schützende Hand über ihn hält.

Im ersten Kapitel des Spiels fasziniert die drastische Darstellung des harten Lagerlebens in den düsteren, "rostigen" Farben einer trostlosen Welt aus Wellblech und Sand. Die muskelbepackten, kahlköpfigen Protagonisten sehen allesamt ziemlich abgerissen aus und fluchen, was das Zeug hält. Ihre Körpersprache suggeriert vor allem eines: "Wer mich schief anschaut, kriegt aufs Maul."

Geht es anfangs jedoch noch vorwiegend darum, die nähere Gegend nach nützlichen Gegenständen abzugrasen, die sich dann mithilfe eines Baukastensystems zu provisorischen Waffen zusammenbasteln lassen, wird der Ton spätestens im zweiten Kapitel deutlich rauer - dann treten die Kämpfe mehr und mehr in den Vordergrund. Die Künstliche Intelligenz der Gegner sorgt dafür, dass man an den oft nicht ideal ausbalancierten Auseinandersetzungen durchaus zu knabbern hat. Roy Temperance bleibt gegen feindliche Gruppen zudem meist weitgehend auf sich allein gestellt, da sich seine Begleitung dumm wie Brot verhält und keine echte Hilfe ist.

Das Kampfsystem mit seinem Kreismenü zur Wahl der besonderen Fähigkeiten funktioniert immerhin schnell und präzise, da gibt es nichts zu meckern. Das ändert jedoch nichts daran, dass sich im Spielgeschehen nach einer Weile eine gewisse Monotonie breitmacht. Die Kämpfe bringen die Story nicht wirklich voran und wirken oft wie zum Selbstzweck inszeniert - man weiß manchmal gar nicht so genau, aus welchem Grund man eigentlich angegriffen wird.

Die Hintergrundgeschichte, die im ersten Kapitel noch packend und unkonventionell erzählt wurde, zerfleddert ab Kapitel zwei zunehmend und tritt immer mehr in den Hintergrund. Damit geht aber auch viel von der anfänglichen Faszination flöten und macht dem Gefühl Platz, sich durch ein nicht unbedingt schlechtes, aber auch keineswegs außergewöhnliches Spiel zu klicken. Eine stringente Fortführung der Story, das Anstacheln der Sammelsucht und mehr Möglichkeiten beim Handwerken hätten hier Wunder wirken können - ebenso ein Rufsystem, das sich tatsächlich auf den Spielverlauf auswirkt. Doch egal, ob man als "Böser" oder "Guter" spielt, es ist alles einerlei. Nicht zuletzt kranken die Aufgaben an Einfallslosigkeit. Sie sind zwar gut in die Geschichte eingebunden, bieten aber selten mehr als "Gehe nach A und besorge B"-Missionen.

Mars - War Logs: Im Kurztest

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"Mars: War Logs" entfaltet mit seinem erfreulich unkonventionellen Szenario durchaus einen gewissen Reiz. Gegen offensichtliche Vorbilder wie "Fallout" oder "Mass Effect" kommt es jedoch nicht an. "Mars: War Logs" zeigt überdeutlich, wie wichtig eine gut ausgearbeitete Story für ein Rollenspiel ist, an der sich alle Aktionen entlanghangeln können, um eine überzeugende Welt zu erschaffen. Zum günstigen Preis von deutlich weniger als 20 Euro macht man beim Kauf von "Mars: War Logs" dennoch nichts verkehrt.

Datenblatt

Mars: War Logs
SpielnameMars: War Logs
HerstellerFocus Home Interactive
VertriebKoch Media
GenreRollenspiel
Erhältlich ab03.05.2013
Preisca. 20 Euro
EAN Code3512899110434
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene bis Profis
Alterab 16 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassbefriedigend
Bewertung Gesamtbefriedigend
SystemPC
SystemPS3
SystemXbox 360

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