Ein Kompromissvorschlag für Verlage, Werbeindustrie und Nutzer

Kommentar: Der Fluch der Werbeblocker

Große Newsportale im Web wollen ihre Leser davon überzeugen, keine Adblocker einzusetzen. Doch diese wären gar nicht nötig, wenn die Werbung nicht so aufdringlich wäre. Gibt es einen Ausweg aus dieser Zwickmühle? Eine Kombination aus Bezahlmodell und unaufdringlicher Werbung könnte den Weg weisen.

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Adblock: Schluss mit Werbung in Chrome. (Bild: AdBlock)
Adblock: Schluss mit Werbung in Chrome (Bild: AdBlock)
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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Sind Verlage überflüssig?
  2. 2Journalisten sollen sich auf Journalismus konzentrieren
  3. 3Eine praktische Lösung
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Wer in den letzten Tagen auf große Online-Portale wie Stern oder Spiegel und dabei seinen Adblocker eingeschaltet hatte, bekam die freundliche Bitte zu lesen, er möge den Adblocker doch abschalten. Die Verlage mögen Adblocker nicht besonders. Das kann man verstehen. Andererseits kann man es auch den Websurfern nicht verdenken, wenn sie Werbeblocker nutzen. Denn sie werden von immer aggressiveren Werbeformen schikaniert. Ein Adblocker ist da fast so etwas wie Notwehr.

Das nennt man eine verfahrene Situation. Eine schnelle Lösung dafür gibt es nicht. In der Diskussion um das Für und Wider von Adblockern hört man gelegentlich die Behauptung, dass Verlage ohnehin überflüssig seien. Schließlich könne heute jeder, der etwas zu sagen hat, im Internet einen Blog schreiben. Dazu brauche er keinen Verlag. 

Sind Verlage überflüssig?

Die Behauptung ist ganz ähnlich der, dass Musiker heutzutage kein Musiklabel mehr brauchten, um mit ihrer Musik berühmt und erfolgreich zu werden. Jeder, der ein bisschen musikalisches Talent hat, kann heute selbst aufnehmen und seine Songs im Internet veröffentlichen. Wer braucht da noch Musiklabels? 

Aber ähnlich wie bei der Musik kann diese Argumentation auch beim Thema Journalismus nicht ganz richtig überzeugen. Die Veröffentlichung im Online-Portal eines Verlags erzielt natürlich eine wesentlich größere Reichweite, das heißt, sie erreicht wesentlich mehr Menschen als der Blog. Natürlich gibt es erfolgreiche Blogs, die von vielen Menschen gelesen werden. Doch das sind eher die Ausnahmen.



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