Ein breites Band miteinander verwobener Handlungsstränge

Kommentar: Kein Zeitdruck dank Internet

Kommentar: Kein Zeitdruck dank Internet Es ist vielleicht ein verrückter Gedanke: Kann es sein, dass Internet und digitale Medien unser Verhältnis zur Zeit verändern? Dass sie unser Verhältnis zur Zeit vielleicht sogar entspannen? Der Gedanke erscheint erstmal nicht besonders nahe liegend.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1E-Mail: Zerstückelter Schriftverkehr 
  2. 2Videokonferenzen
  3. 3Informationsrecherche jederzeit
  4. 4Die Vorteile des Multitasking
  5. 5Verschmelzung von Arbeits- und Berufswelt
  6. 6Die Zeit ist ein breites Band

Wenn wir über die moderne Arbeitswelt diskutieren, fallen häufig Schlagworte wie Termindruck, Arbeitsverdichtung und Burn-out. Alles muss immer schneller gehen, Mitarbeiter müssen ständig verfügbar sein, abends noch E-Mails beantworten und so weiter. Das klingt nicht gerade nach einem entspannten Verhältnis zur Zeit.

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Trotzdem gibt es Indizien dafür, dass die digitalen Medien der Tyrannei der Uhr entgegenwirken könnten.

E-Mail: Zerstückelter Schriftverkehr 

Da ist zum Beispiel die Veränderung der schriftlichen Kommunikation über das Medium E-Mail. Einen Brief musste man früher innerhalb eines bestimmten Zeitraums beantworten. Da die Post ein bis zwei Tage für die Zustellung benötigt, entsteht ein gewisser Zeitdruck, wenn man nach Erhalt des Briefes zu lange mit der Antwort zögert. Außerdem ist das Schreiben eines Briefes immer mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden. Deshalb sollte der Schreiber alles, was er zu sagen hat, auch im Brief niederlegen und nichts vergessen. 

Bei der E-Mail läuft das zwangloser. Eine E-Mail ist in Sekundenschnelle beim Empfänger, deshalb hat man für eine Mail mehr zeitlichen Spielraum. Es entfällt auch der Druck, jede Anfrage perfekt und umfassend zu beantworten. Man kann, wenn einem nachträglich etwas eingefallen ist, schnell eine zweite E-Mail nachschieben. 

Früher gab es den Brief und ein paar Tage oder Wochen später eine Antwort. Heute herrscht ein loses Hin und Her von elektronischen Wortfetzen. Zumindest in der Theorie hat dies das Potenzial, den Druck zu senken. Die einzelne E-Mail muss nicht mehr sofort geschrieben werden und muss nicht mehr alle Fragen beantworten.


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