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Acer Aspire P3 im Kurztest: Das Tablet-Ultrabook
Ab 599 Euro erhältlich

von Michael Knott
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Das Acer Apire P3 verwandelt sich dank abnehmbarem Tastaturdock vom Windows-8-Tablet in ein Ultrabook. Das verspricht zumindest der Hersteller. Im Test hinterlässt die Kombination einen guten Eindruck - Abstriche bei der Nutzung als Ultrabook müssen Käufer dennoch hinnehmen.

Das Acer Aspire P3 will Ultrabook und Tablet-PC mit Windows 8 in Einem sein. Im Test stellt sich jedoch schnell heraus, dass die Wurzeln klar im Tablet-Bereich zu finden sind. Dennoch dürfte das Gerät zufriedene Käufer finden. Denn im Preis von unter 600 Euro ist nicht nur das Tastatur-Dock sondern auch eine schnelle SSD-Festplatte enthalten.

Eher Tablet-PC mit Tastatur als Ultrabook: Acer Aspire P3

Acer will mit dem Aspire P3 "den Computer neu definiert" haben. Diese Ansage ist ein wenig vollmundig, denn nicht nur andere Hersteller, auch Acer selbst hat bereits einige Windows-8-Tablets mit Tastatur wie das W700 auf den Markt gebracht, die im Test sehr gut abschnitten. Auch eine andere Werbe-Aussage des Unternehmens, über die Interessierte stolpern ist ein wenig hochtrabend. Denn das Acer P3 ist weder "superschlank" noch wirklich "leicht".

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Das Acer Aspire P3 ist in der Redaktion eingetroffen. (Bild: netzwelt)

Es wird zusehends schwieriger, die Flut an Windows-8-Geräten herkömmlichen Produktkategorien zuzuordnen. Acer selbst bezeichnet das ab 599 Euro erhältliche Aspire P3, welches der Hersteller zusammen mit weiteren interessanten Neuvorstellungen erstmalig in New York präsentierte, als Ultrabook. Dagegen spricht, dass das P3 erst in Verbindung mit einer separaten Tastaturhülle zum voll funktionstüchtigen Notebook wird. Die Tastaturhülle gehört jedoch in allen Version zum Lieferumfang.

Das steckt drin

Im Gegensatz zum erfolgreichen und sehr gut bewerteten W700 verbaut Acer im Aspire P3 kein Full-HD-Display mehr. Die 11,6 Zoll große Anzeige löst nur noch mit 1.366 x 768 Bildpunkten auf. Ein IPS-Panel sorgt jedoch nach wie vor für sehr große Blickwinkel auf die Anzeige, bevor es zu störenden Farbverfälschungen kommt.

Für Rechenkraft sorgen zunächst je nach gewählter Ausstattungslinie Intels Core i3 und Core i5-CPUs. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Acer in naher Zukunft das Gerät auch mit der neuen, besonders stromsparenden Generation der Haswell-Prozessoren anbieten wird. Als Massenspeicher dienen flotte SSD-Bausteine, die eine recht ungewöhnliche Kapazität von entweder 60 oder 120 Gigabyte bieten.

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Acer selbst bezeichnet das P3 offiziell als "Ultrabook" - und ist offenbar genauso verwirrt wie wir, wenn es um die Einordnung der neuen Windows-8-Geräte geht. (Bild: netzwelt)

Die Möglichkeit einer nachträglichen Speichererweiterung mittels SD-Karten ist nicht gegeben. Nutzer sollten daher bereits im Vorfeld kalkulieren, wie viel Speicher sie benötigen. Die Höhe des Arbeitsspeichers betrug beim netzwelt zu Verfügung gestellten Testgerät zwei Gigabyte.

Kameras auf der Vor- und Rückseite nehmen Fotos und Videos bis zu einer Auflösung von maximal fünf Megapixeln auf. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit recht mageren sechs Stunden an. Anschlussseitig bietet das Aspire P3 unter anderem einen HDMI-Ausgang, der Inhalte etwa an einen externen Monitor spiegeln kann. Auch ein USB-Port zum Anschluss zusätzlicher Hardware wie einer Maus ist vorhanden. Letzterer ist für manche Nutzer dringend notwendig, denn die Tastaureinheit bietet kein Touchpad.

Verarbeitung

Genau wie beim W700 leistet sich der Hersteller bei der Verarbeitung keine Schnitzer. Vom W700 übernimmt das Aspire P3 auch markante Designelemente, wie die Lüftungsöffnungen an der Unterseite. Am gesamten Gehäuse finden sich keinerlei Spaltmaße. Auch wenn man das P3 kräftig schütelt, gibt es kein Geräusch von sich. Mit einem Handgriff lässt sich das P3 aus der Hülle entfernen und wird so zum Tablet-PC mit vollwertigem Windows 8 (Pro). Im Tablet-Betrieb fällt jedoch das hohe Gewicht von etwa 800 Gramm unangenehm auf. Zusammen mit der Tastatur-Einheit bringt der Neuzugang der Aspire-Familie knapp 1,4 Kilogramm auf die Waage  - was für Ultrabooks mit 11,6-Zoll-Display ebenfalls ein ganz schöner Brocken ist. Auch die Höhe von 1,7 Zentimetern ist alles andere als "superschlank".

Die Oberseite der Tastaturhülle besteht aus griffigem Kunstleder und fühlt sich wertig an. Zusammengeklappt entsteht fast der Eindruck, man hätte ein edel eingeschlagenes Buch in den Händen. Nicht so gelungen ist die Fassung, in welche die Tablet-Einheit eingesetzt wird. Sie besteht aus recht weichem Kunststoff. Um die Tablet-Einheit aus der Hülle wieder zu entfernen, ist eine gute Portion Fingerspitzengefühl gefragt.

Display

Auch wenn der 11-Zöller nicht über ein Full HD-Display verfügt, werden Inhalte nicht verpixelt dargestellt. Im Gegenteil: Die HD-Auflösung passt gut zur Bildschirmdiagonalen, denn da das P3 keine Digitizer unterstützt und die Bedienung daher ausschließlich mit Hilfe des Fingers erfolgt, lassen sich auch vermeintlich kleine Schaltflächen recht sicher treffen.

An Farbdarstellung und Kontrast gibt es nicht viel ausszusetzen. Die Maximalhelligkeit der Anzeige ist angemessen, schafft es aber unter ungünstigen Lichtbedingungen nicht, Spiegelungen auszugleichen. Dafür fallen die Blickwinkel auf das Display dank IPS-Panel sehr großzügig aus. Egal aus welchem Winkel man auch auf das P3 schaut - zu nervigen Farbumkehrungen kommt es nicht.

Leistung und Akkulaufzeit 

Ähnlich wie bei Apples iPad-Modellen erwacht das Aspire P3 augenblicklich und von ganz alleine aus dem Ruhezustand, sobald man den Deckel aufklappt. Der im Testgerät verbaute Intel Core i3-Prozessor (i3-3229Y) mit einer Taktrate von 1,4 Gigahertz reißt keine Bäume aus, was auch die Benchmark-Werte belegen. Der Windows-eigene Leistungsindex gibt einen Wert von 4,6 Punkten aus. Limitierender Faktor ist die Desktopgrafikleistung (4,6 Punkte).

Der Prozessor erhält 5,5 Punkte, ebenso der verbaute Arbeitsspeicher. Für die Spielegrafikleistung gibt Windows 8 einen Wert von 6,1 Punkten aus. Mit 7,9 Punkten erwartungsgemäß gut beurteilt das System die primäre Festplatte. Kaum verwunderlich, handelt es sich doch um eine schnelle SSD.

Unter dem Benchmark-Tool Cinebench 11.5 erzielt das Acer P3 Ultrabook schwache 1,25 Prozessor-Punkte. Beim OpenGL-Test schafft das Rezensionsgerät nur 9,23 Bildwiederholungen in der Sekunde. Für die Grafikberechnungen zeichnet Intels nicht mehr taufrische HD 4000 verantwortlich.

Auch wenn der Acer-Hybrid meilenweit entfernt von einem Spitzenplatz in den Benchmark-Ranglisten ist - gerade, wenn man Ultrabooks als Standard dagegenhält - so reicht die zu Verfügung stehende Leistung im Alltag doch aus. Apps öffnen sich ohne merkliche Verzögerung. Sehr wenig Zeit benötigt das P3 zum Aufwachen. Nach einem kompletten Kaltstart vergehen nur knapp sieben Sekunden, bis das Windows 8-Gerät wieder auf Eingaben reagiert. Ein Spitzenwert.

Was das Testgerät nicht kann, sind grafisch aufwändige Spiele flüssig wiedergeben. Hier kommt das Acer P3 an seine Grenzen, was zu großen Teilen an der verbauten Grafik-Einheit liegt. Die meisten getesteten Spiele aus dem Windows Store liefen aber problemlos. Ein Aspire P3 mit Intels neuem Haswell-Chipsatz wäre dennoch begrüßenswert.

Während des Testzeitraumes kam es vor, dass das Acer-Tablet nach dem Aufwecken aus dem Ruhezustand sich nicht automatisch mit dem WLAN verbindete und manuell "angeschoben" werden musste.

Der Hersteller gibt die Akkulaufzeit mit sechs Stunden an. Im Mix aus Surfen, Spielen und Verfassen von Text (mittlere Bildschirmhelligkeit, Funkverbindungen aktiviert, Energiesparprofil "Ausgewogen") konnte netzwelt diesen Wert annähernd erreichen. Kappt man die WLAN- und Bluetooth-Verbindung, sind auch längere Laufeiten möglich.

Tastatur

Die Schutzhülle beherbergt gleichzeitig auch eine angenehm aufgeräumte Chiclet-Tastatur mit einigen Sondertasten. Eine Hintergrundbeleuchtung fehlt. Die Verbindung zur Basis erfolgt kabellos per Bluetooth. Druckpunkte von Tastaturen sind bekanntlich eine Frage des Geschmacks - nach Meinung von netzwelt hätten der P3-Tastatur exaktere Druckpunkte gut zu Gesicht gestanden - gerade, wenn man den Ultrabook-Standard als Messlatte nimmt. Da die Tasten einen ausreichend großen Abstand zueinander besitzen steht aber auch längeren Schreibeinlagen nach einer Eingewöhnungszeit nichts mehr im Wege.

Multimedia

Gute Bildqualität liefert die verbaute Frontkamera, die vergleichsweise wenig Licht benötigt, um ein ansprechendes Bild auf den Bildschirm zu bekommen. Videotelefonie oder Skype-Gespräche bereiten so viel Freude. Die Qualität der rückseitig verbauten Hauptkamera mit einer Auflösung von fünf Megapixeln reicht ebenfalls aus, dürfte allerdings nicht so häufig wie die Frontkamera zum Einsatz kommen. Eine Foto-LED zur Verbesserung der Lichtverhältnisse fehlt am Acer-Tablet.

Die nach unten abstrahlenden Stereo-Lautsprecher könnten kräftiger tönen. Dafür übersteuern sie aber auch bei Maximal-Lautstärke nicht. Als etwas störend erwies sich im Test der verbaute Lüfter. Er schaufelt die entstehende Abwärme größtenteils über die Gehäuse-Schlitze an der oberen rechten Seite ins Freie und springt recht häufig an. Obwohl er sich bei der Lautstärke recht zurückhält, ist er dennoch oft im Hintergrund hörbar.

Unterm Strich ist das Aspire P3 eher Tablet als Ultrabook. Dem Käuferkreis dürfte dies aber eventuell egal sein.

Einen aktuellen Vergleichstest vonWindows-8-Tablets mit Tastaturfinden Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

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netzwelt
5.0
Acer Aspire P3
Vorteile
  • Tastatur im Lieferumfang
  • Verarbeitung
  • IPS-Panel
Nachteile
  • Auflösung
  • kein SD-Kartenslot

Mit klaren Tablet-Wurzeln

Acer hat beim Aspire P3 vieles richtig gemacht -  das Gesamtkonzept wirkt stimmig. Für viele Nutzer dürfte vor allem der Einstiegspreis von unter 600 Euro verlockend klingen. Zu diesem Preis bekommt man ein vielseitig einsetzbares Gerät, welches zur Not auch einen reinen Tablet-PC abgibt. Power-Nutzer werden nach wie vor aber reine Ultrabooks bevorzugen, Pendler eher leichtere Tablets. All jene, die sich zwischen diesen beiden Welten einordnen würden können auf jeden Fall einen ausführlicheren Blick auf das P3 werfen.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
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Einsortierung
Acer Aspire P3 von Acer wurde als Tablet-PC abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Alle Tablet-PCs". Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Acer, Tablet-PC, Convertible, Windows 8, Acer Aspire, Acer Aspire, Review, Ultrabook und Acer Aspire P3 .
Kommentare zu diesem Artikel

Das Acer Apire P3 verwandelt sich dank abnehmbarem Tastaturdock vom Windows-8-Tablet in ein Ultrabook. Das verspricht zumindest der Hersteller. Im Test hinterlässt die Kombination einen guten Eindruck - Abstriche bei der Nutzung als Ultrabook müssen Käufer dennoch hinnehmen.

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  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Acer Aspire P3 im Kurztest: Das Tablet-Ultrabook

    Artikel wurde aktualisiert und von einem Kurztest zum ausführlichen Test erweitert.
  • gruensparer_it schrieb Uhr
    AW: Acer Aspire P3 im Kurztest: Das Tablet-Ultrabook

    Ein tolles Gerät, nicht nur in Sachen Design und Funktionalität, sondern auch in Sachen Energieeffizienz zum fairen Preis!, meint PCGreen (www.pcgreen.de) - der Onlineshop für stromsparende und energieeffiziente Computersysteme.
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Acer Aspire P3 im Kurztest: Das Tablet-Ultrabook
Acer Aspire P3 im Kurztest: Das Tablet-Ultrabook
Mit dem Aspire P3 hat Acer ein interessantes Tablet mit Tastaturdock und Windows 8 im Angebot. Netzwelt hat den Neuzugang der Aspire-Familie, der in New York erstmalig vorgestellt wurde ausführlich getestet.
http://www.netzwelt.de/news/95795-acer-aspire-p3-kurztest-tablet-ultrabook.html
2013-07-25 17:38:08
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/acer-p3-produktbild-114783.png
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