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Acer R7 im Kurztest: Ultrabook-Convertible mit flexiblem Display
Mit flexiblem Display und WLAN-Problemen

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Ein Convertible im Star Trek-Look, wie vom anderen Stern: Der Touchscreen des Acer Aspire R7 lässt sich in Positionen bringen, in denen andere Ultrabooks nur ein Krächzen von sich geben würden. Dennoch kann der ungewöhnliche Convertible auch im Alltag überzeugen, wie der Test zeigt.

Beim Convertible Aspire R7 bricht Acer mit gängigen Konventionen. Das Touchpad befindet sich beispielsweise oberhalb der Tastatur. Noch auffälliger ist aber das Display: Es lässt sich in Positionen bringen, bei denen andere Convertibles nur laut krächzen würden. Wie sich das derzeit wohl ungewöhnlichste Notebook im Alltag schlägt, verrät der ausführliche Test des "Star Trek"-Convertibles.

Walk Like An Egyptian: Das Acer Aspire R7 ist eines der derzeit ungewöhnlichsten Notebooks. (Quelle: Acer)

Das R7 bietet einen 15,6 Zoll großen Bildschirm mit Full HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel), der sich in verschiedene Positionen bringen lässt. Acer spricht von vier Betriebsmodi. Im sogenannten "Ezel Mode" verdeckt der große Bildschirm die eingebaute und nicht abnehmbare Tastatur, ist aber weiterhin leicht zum Nutzer geneigt. Im "Pad Mode" hingegen wird das R7 zu einer Art Tablet. Aber selbst in diesem Modus lässt sich der Bildschirm nicht vollständig auf die Tastatur klappen, sodass das Display stets etwas geneigt bleibt.

Im Notebook-Modus mutiert der Convertible zum fast unauffälligen Ultrabook. Lediglich die sehr ungewöhnliche Position des Trackpads - es befindet sich überhalb des Tastaturfeldes - gibt einen Hinweis auf die Verwandlungskünste des R7. Bei Präsentationen oder beim Filmabend kommt der "Display Modus" zum Zuge - die Anzeige wird um 180 Grad nach hinten gedreht, es entsteht eine Art digitaler Bilderrahmen. Asus verfolgt mit dem Tachi ein ganz ähnliches Konzept. Anleihen findet man auch beim Lenovo IdeaPad Flex 14.

Unboxing: Acer Aspire R7

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Trotz gewöhnungsbedürftigem Formfaktor zum Glück nicht in einer dunklen Schublade verschwunden: Das Acer Aspire R7 ist da! (Bild: netzwelt)

Verarbeitung

Das Gehäuse besteht zu großen Teilen aus einer Magnesium-Legierung. Allein der Bügel, der das Display in Position bringt ist aus Aluminium gefertigt. Das Testgerät ist sehr akkurat zusammengebaut. Ein Leichtgewicht ist das Acer Aspire R7 aber nicht. Die Redaktionswaage zeigt ein Gewicht von 2.499 Gramm an. Zur besseren Einordnung: Das Apple MacBook Pro mit 15 Zoll großem Retina-Display wiegt fast 500 Gramm weniger.

Den großen Aufwand, den Acer nach eigenen Angaben bei der Konstruktion der Display-Aufnahme und den Scharnieren betrieben hat, merkt man auch in den Fingern. Die Anzeige lässt sich angenehm leicht bewegen und in Position bringen. Gegen Ende der achttägigen Testzeit gab das Scharnier jedoch deutlich vernehmbare Knackgeräusche von sich, auch wenn sich der Bildschirm nach wie vor mühelos in Position bringen ließ. Wir gehen von einem Einzelfall aus.

Eine weitere kleine Verarbeitungsauffälligkeit zeigt sich an der Lautstärkewippe an der rechten Gehäuseflanke. Beim netzwelt zur Verfügung gestellten Rezensionsexemplar ragten feine Kunststoff-Reste über das Gehäuse heraus.

Ausstattung und Anschlüsse

Im Testgerät steckt ein Intel Core I5-3337U (Ivy Bridge) mit einer Taktfrequenz von 1,8 Gigahertz. Im Turbomodus erreicht er eine maximale Taktfrequenz von 2,7 Gigahertz. Inzwischen bietet Acer das Aspire R7 auch mit Prozessoren der Haswell-Generation an, die zum Testzeitpunkt jedoch noch nicht zur Verfügung standen. Hinzu kommen im Testgerät acht Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 750 Gigabyte fassende, herkömmliche HDD. Für die Grafik zeichnet hauptsächlich Nvidias GT 750M verantwortlich.

An der rechten Gehäuseflanke findet sich der Stromeingang, ein vor Staub geschützter SD-Kartenleser, eine USB 2.0-Schnittstelle sowie der Ein- und Aus-Schalter. Gegenüberliegend gesellen sich zwei USB 3.0-Ports, HDMI- und Thunderbolt sowie ein Kopfhörerausgang hinzu. Die Gehäuserückseite bleibt damit frei von Schnittstellen. Zwei kleine, blaue LEDs an der Front informieren über Strom- und Betriebszustand.

In dieser Bildschirmposition ist das Trackpad verdeckt.

Drahtlos nimmt das ungewöhnliche Notebook Kontakt über Bluetooth und WLAN auf. Einen Ethernet-Port suchen Käufer vergeblich. Acer liefert jedoch einen entsprechenden Adapter gegen Aufpreis, der vorzugsweise über den rechten USB 2.0-Port angeschlossen wird.

Display

Die mit einer Diagonalen von 15,6 Zoll (39,62 Zentimeter) recht großzügige Anzeige sieht bereits auf den ersten Blick gut aus, was zum Teil auch an der hohen Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln liegt. Beim intensiveren Arbeiten mit dem R7 bestätigt sich dieser Eindruck. Die maximale Helligkeit reicht beim Betrieb in geschlossenen Räumen locker aus, schafft es im Freien jedoch nicht, Spiegelungen zu vertuschen.

Nichts auszusetzen gibt es subjektiv auch an Kontrast und Farbdarstellung. Wie die meisten Hersteller setzt auch Acer beim Aspire R7 auf ein nahezu blickwinkelunabhängiges IPS-Panel. Auch wenn man aus sehr spitzem Winkel auf das Display schaut, kommt es daher nicht zu störenden Farbumkehrungen. Der Touchscreen reagierte im Test problemlos auf Fingereingaben.

Tastatur und Trackpad

Die ungewöhnliche Anordnung von Trackpad und Touchscreen erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit. Als störend hat netzwelt beim Tippen die nicht vorhandene Handballen-Auflage empfunden. Ruht das R7 auf den Knien, fällt dies besonders ins Gewicht. Fehlerfreies "Zehn-Finger-Blind-Tippen" gelang auch gegen Ende des Testzeitraumes nicht immer.

Erschwerend kommt hinzu, dass die an sich großzügig dimensionierte Leertaste mit besonderem Nachdruck betätigt werden will. Tippt man sie nur leicht an, reagiert sie oft überhaupt nicht.

Von den genannten Kritikpunkten abgesehen, können Druckpunkt und Hub gefallen. Die insgesamt 87 Tasten sind gleichmäßig beleuchtet und auch im Dunkeln gut ablesbar. Das nach oben hin versetzte Trackpad erlaubt auch dann eine Verwendung, wenn der Bildschirm in einer für herkömmliche Laptops ungewöhnlichen Position arretiert wurde. Es ist multitouchfähig, reagiert also auf Eingaben von mehreren Fingern gleichzeitig. In den unteren Ecken lässt es sich ungewöhnlich tief eindrücken. Auf die Funktion hat dies jedoch keinen Einfluss.

Leistung

Im Alltagsbetrieb kommt trotz des nicht mehr ganz taufrischen Prozessors kaum der Wunsch nach mehr Leistung auf. Das perfekt auf Multimedia-Anwendungen und Surfen im Internet ausgelegte Acer Aspire R7 öffnet Programme zügig und auch Spiele aus dem Windows Store stellen es nicht vor unlösbare Aufgaben.

Der Leistungsindex unter Windows 8 attestiert dem R7 eine Gesamtwertung von 5,6 Punkten. Die niedrigste Teilbewertung erhält die Desktopgrafikleistung, dicht gefolgt von der Datentransfer-Rate (5,9). Besser schneiden der Prozessor (6,9), die Spielegrafik (6,7) sowie der Arbeitsspeicher (7,4) ab.

Unter dem Benchmark-Tool Cinebench 11.5 (64 Bit) erreicht das Testgerät im OpenGL-Test 33,29 Bildwiederholungen in der Sekunde. Ein guter Wert, welcher der verbauten Nvidia-Grafik zu verdanken ist. Nach Abschluss des CPU-Tests stehen 2,49 Punkte auf der Uhr. Damit liegt das Notebook auf Augenhöhe mit Sonys Vaio T-Serie 15.

Das verhältnismäßig neue Benchmark-Tool Cinebench R15.0 installierten wir ebenfalls auf dem Convertible. Das Testgerät erzielte hier im OpenGL-Test 36,58 Bildwiederholungen in der Sekunde sowie 219 CPU-Punkte. Vergleichswerte fehlen bislang jedoch noch. Nach einem kompletten Kaltstart benötigt das Aspire R7 knapp 20 Sekunden, bevor es wieder auf Eingaben reagiert - ein eher unterdurchschnittlicher Wert.

Umwelt und Akkulaufzeit 

Abluft gelangt über zwei große Gehäuseöffnungen an der Geräterückseite ins Freie. Der Lüfter ist streckenweise gut hörbar, wird aber bereits von einer normalen Büro-Geräuschkulisse übertönt. Unter Last meldet sich das interne Schaufelrad lautstärker zu Wort, bleibt aber selbst dann stets im Rahmen des Erträglichen. Beim Spielen von Spielen und auch bei längerer Wiedergabe von YouTube-Videos erhitzt sich der untere Bereiche des Convertibles stärker als bei vielen anderen Ultrabooks. Dem schnellen Wechsel von System-Komponenten stehen nicht handelsübliche Schrauben auf der Unterseite gegenüber.

Einmal voll geladen, reicht die gespeicherte Akku-Energie im typischen Mischbetrieb für eine Laufzeit von knapp 4,5 Stunden aus (Bildschirmhelligkeit im oberen Drittel, Mix aus Surfen, Schreiben und YouTube-Wiedergabe. Energiesparprofil "Ausgeglichen"). Die meisten herkömmlichen Ultrabooks bieten eine längere Akkulaufzeit.

Multimedia

Zwei ungewöhnlich große und Dolby-optimierte Lautsprecher finden sich auf der Unterseite des Acer Aspire R7. Sie tönen recht kräftig und übersteuern auch bei Maximallautstärke nicht. Dafür strahlen die Lautsprecher in der Regel direkt die Schreibtischplatte an, da sie nach unten hin ausgerichtet sind. Zum Untermalen von Videoclips eignen sie sich sehr gut; Blockbuster sollten besser über Kopfhörer genossen werden.

Das Trackpad sitzt bei diesem Convertible oberhalb der Tastatur. Daran gewöhnt man sich schnell. Die fehlende Handballenauflage schmerzt im wahrsten Wortsinn länger.

Brauchbare Ergebnisse liefert die im oberen Bildschirm-Bereich verbaute Webcam - genügend Licht vorausgesetzt. Ansonsten wirkt das Bild schnell grobkörnig. Dies ist jedoch beim Großteil der aktuellen Laptops ebenso der Fall.

Probleme mit dem WLAN

In nationalen und internationalen Foren berichten Nutzer über Schwierigkeiten mit der WLAN-Verbindung ihres Acer Aspire R7. Auch im netzwelt-Forum gingen entsprechende Hinweise ein.

Auch das an dieser Stelle getestete Modell mit der Produktbezeichnung "R7-571G-53338G75ass" ist davon betroffen. Während der Convertible in unmittelbarer Nähe zu einem Router einwandfrei Webseiten aufbaut, kommt es bei einer Entfernung ab sechs Metern zu Verbindungsabbrüchen. Eine Verbindung lässt sich dann erst wieder manuell herstellen, sobald sich der Router in unmittelbarer Nähe befindet.

Acer gibt dazu folgende Stellungnahme gegenüber netzwelt ab:

"Gelegentlich kann bei den ersten Acer Aspire R7 eine Beeinträchtigung der WLAN-Verbindung auftreten. Acer bittet daher Kunden, bei denen diese Einschränkung der WLAN-Funktionalität auftritt, ihr Gerät an den Acer-Service einzusenden, wo eine schnelle und kostenfreie Korrektur durchgeführt wird. Das Einsenden ist kostenlos und erfolgt mittels Pick-up und Return. Darum empfiehlt Acer betroffenen Kunden, sich zur logistischen Planung zuerst mit dem Acer-Service in Verbindung zu setzen. Kontakt: http://www.acer.de/ac/de/DE/content/service-contact"

Ein weiteres Seriengerät aus einer anderen Charge ist unterwegs in die netzwelt-Redaktion. Dieser Testbericht wird dementsprechend in Kürze aktualisiert und um Erfahrungen mit dem zweiten Modell ergänzt.

Fazit

Acer beweist mit dem Aspire R7 Innovationskraft und Mut gleichermaßen. Das Ergebnis überzeugt: Das ungewöhnliche Convertible-Ultrabook kann im Alltag genauso wie in Produktivumgebungen bestehen. Für das Gebotene ist der Preis von derzeit knapp 980 Euro angemessen. Würde Apple einen solchen Convertible mit flexiblem, hochauflösendem 15,6-Zoll-Display präsentieren - der Preis wäre doppelt so hoch, mindestens.

Diese lobenden Worte gelten jedoch nur, wenn der taiwanische Hersteller die genannten Verbindungsprobleme in den Griff bekommt und es sich in der Tat nur um Einzelfälle handelt. Denn ohne ordnungsgemäß arbeitendes WLAN lässt sich mit keinem Laptop der Welt heutzutage Spaß haben.

Alternativen

Gleichwertige Alternativen zum Acer R7 sind aufgrund der eigenwilligen Bauweise dünn gesät, finden sich aber beispielsweise in Form des Sony Vaio Duo 13. Aktuelle Convertibles finden Sie im großen Vergleichstest auf netzwelt.

Kommentare zu diesem Artikel

Ein Convertible im Star Trek-Look, wie vom anderen Stern: Der Touchscreen des Acer Aspire R7 lässt sich in Positionen bringen, in denen andere Ultrabooks nur ein Krächzen von sich geben würden. Dennoch kann der ungewöhnliche Convertible auch im Alltag überzeugen, wie der Test zeigt.

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  • Johannes Schüler schrieb Uhr
    AW: Acer R7 im Kurztest: Ultrabook-Convertible mit flexiblem Display

    Sehr geehrte Damen und Herren, sie berichten im Test des Acer Aspire R7 über ein Update Ihres Tests bezüglich der Probleme mit der WLAN-Stabilität. Es sollte offensichtlich ein von Acer eingesandtes Alternativgerät aus einer anderen Charge getestet werden. Liegt das Ergebnis dieses 2. Tests schon vor? Von wann war eigentlich Ihr ursprünglicher R7 Test. Kann man hier online leider nicht erkennen. Herzlichen Dank für Ihr Feedback Johannes Schüler

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Acer R7 im Kurztest: Ultrabook-Convertible mit flexiblem Display
Acer R7 im Kurztest: Ultrabook-Convertible mit flexiblem Display
Das Acer Aspire R7 sieht aus wie von einem anderen Stern. Der Convertible verfügt über ein schwenkbares Display und weitere Besonderheiten. Dennoch meistert er Alltagsaufgaben gut, wie der Test zeigt.
http://www.netzwelt.de/news/95793-acer-r7-kurztest-ultrabook-convertible-flexiblem-display.html
2013-10-25 17:17:05
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2013/walk-like-egyptian-acer-aspire-r7-derzeit-ungewoehnlichsten-notebooks-bild-acer-53311.jpg
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