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Android-HDMI-Stick iMito MX1 im Test
Für rund 50 Euro

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Entertainer für unterwegs: Android-Sticks wie der iMito MX1 sind kleiner als herkömmliche Media Player und bringen die App-Vielfalt des Google-Betriebssystems auf den TV-Bildschirm. Im Test machte er eine gute Figur. Wenn da nicht die WLAN-Probleme wären.

Der Android-HDMI-Stick iMito MX1 ist über verschiedene Plattformen wie ebay oder dx.com für rund 50 Euro erhältlich, hinzukommen mögliche Versandgebühren. Mitgeliefert werden ein Universal-USB-Netzteil, ein Micro-USB-Kabel und eine HDMI-Verlängerung. Technisch ist das Gerät ähnlich ausgestattet wie der TVPeCee MMS-874.Dual-Core, der von Pearl ausgeliefert wird und den netzwelt vor kurzem testete. Das betrifft unter anderem die CPU (Zweikern-Chip Cortex-A9 mit einer Taktfrequenz von 1,6 GHz), den Arbeitsspeicher (ein Gigabyte DDR-Speicher), das Betriebssystem (Android 4.1), Erweiterbarkeit über microSD-Karten (bis zu 32 Gigabyte), Anschlüsse (1 x USB 2.0, 1 x HDMI, 2 x Micro-USB, 1 x microSD).

In Länge und Breite unterscheiden sich die beiden Modelle ebenfalls kaum: Der iMito MX1 ist mit einer Länge von 9,5 Zentimeter ein wenig kürzer, aber genauso breit. Jedoch ist das Gerät flacher gebaut und schöner anzusehen: Das Gehäuse besteht aus Aluminium und ist im Gegensatz zum TvPeCee nicht von Kühlrippen durchzogen.

Günstig: Der Android-HDMI-Stick iMito MX1 ist für rund 50 Euro im Internet zu haben.

Android-Bedienoberfläche

Die Installation von Android 4.1 alias Jelly Bean bringt gegenüber Version 4.0 alias Ice Cream Sandwich Geschwindigkeitsvorteile. Ein weiteres Plus des iMito MX1: Bluetooth ist integriert, sodass auch kabellose Tastaturen oder Mäuse mit dem Gerät verbunden werden können. Das ist sinnvoll, wenn kein USB-Hub mit externer Stromversorgung angeschafft werden soll. Mi einem solchen Hub kann weitere Peripherie Anschluss am Stick finden. Der Betrieb von Festplatten ist bis zu einer Kapazität von 500 Gigabyte möglich.

Die Bedienoberfläche des Sticks zeigt sich reduziert. Der iMito MX1 meldet sich startbereit mit der Standard-Android-Oberfläche, wobei die Schnellzugriff-Icons am unteren Bildschirmrand um eine Lautstärkeregelung, Ein- und Ausschalter sowie eine Funktion zum Ausblenden des unteren Menüs ergänzt werden. Letztere arbeitet etwas hakelig. Am oberen Menürand steht ein Programmlauncher wie beim TvPeCee und Hama Internet TV-Stick zur Verfügung.

  • Der Stick wird mit Micro-USB-Kabel geliefert. Nicht im Bild: die HDMI-Verlängerung und ein Universal-USB-Netzteil, die ebenfalls mitgeliefert werden. (Bild: netzwelt)
  • Der silberfarbene Stick besteht aus Aluminium. (Bild: netzwelt)
  • Im Bild: Der Micro-USB-Anschluss für die Verbindung mit dem Netzteil sowie der microSD-Karteineingang. (Bild: netzwelt)
  • Auf der Rückseite docken USB-Medien an. Außerdem steht ein weiterer Micro-USB-Anschluss zur Verfügung. (Bild: netzwelt)
  • Im Internet gibt es ein Firmware-Update für den iMito MX1. Die Auffrischung beseitigt einige Bugs. (Bild: Screenshot)
  • Große App-Auswahl: Der Google Play Store ist vorinstalliert. (Bild: Screenshot)
  • Die Software eHome Media Centrer dient dem Zugriff auf DLNA-Freigaben. Mit dem Tool lässt sich auf dem Stick auch ein Mediaserver einrichten.(Bild: Screenshot)
  • 720- und 1080p-Filme laufen ruckelfrei auf dem Fernseher. Allerdings: Per WLAN dürfte es Probleme geben - der Durchsatz ist gering, wenn der Router nicht in der Nähe aufgestellt wird. (Bild: Screenshot)
  • Ein freier Internetbrowser steht natürlich auch zur Verfügung. (Bild: Screenshot)

Firmware-Update

Die Android-Version auf dem iMito MX1 sollte angesichts einiger Fehler angepasst werden. Ein Problem bei Android-HDMI-Sticks sind die bisweilen fehlenden Updates der Hersteller. Das betrifft auch den iMito MX1. Allerdings kann häufig die gewachsene Community mit Firmware aushelfen. Im Falle des iMito MX1 liefert ein unabhängiger Entwickler die Auffrischung Finless 1.5 Rom: In der hier zur Verfügung stehenden Datei befindet sich eine Software, die sich der Anwender auf dem Rechner installiert. Von dort aus spielt man die neue Firmware auf den Stick.

Trotz gleicher Chipausrüstung wie beim Gerät von Pearl liefert der iMito MX1 schlechtere AnTuTu-Benchmark-Ergebnisse: 6.989 Punkte im Vergleich zu 8.027 Punkten beim TVPeCee. Nimmt man aber die anderen, bereits getesteten Android-HDMI-Geräte als Maßstab, liegt der iMito MX1 noch weit vorne. Sein Zweikern-Chip sorgt für eine flüssige Bedienung und recht flotte Reaktionszeiten bei den meisten Anwendungen.

WLAN-Durchsatz

Ein Fallstrick ist der verbaute WLAN-Chip. Der gemessene Durchsatz lag bei rund 16 Megabit pro Sekunde. Theoretisch sollte der iMito MX1-Stick mehr Kraft besitzen, denn das Gerät unterstützt auch Funkverbindungen nach dem schnellen Funkstandard "n". Die Antennen sind aber entweder schlecht verbaut oder deren Leistung zu gering. Am Desktop-Rechner verbunden, einen Raum entfernt, war das Signal schon zu schwach für die Herstellung von Internetverbindungen. Das gilt aber auch für andere Sticks im Test.

In der Praxis bedeutet das: Entweder der WLAN-Router befindet sich in der Nähe des Stick oder man setzt auf Ethernet-USB-Adapter, die optional erhältlich sind. Dann schöpft man die Kraft der kabelbasierten Internetverbindung aus. Vor allem beim Streamen von HD-Videos ist das die bessere Lösung: Sowohl bei der 720p- als auch 1080p-Wiedergabe per WLAN waren deutliche Ruckler zu bemerken. Bei der Wiedergabe von einer MicroSD-Karte hingegen liefen 720- und 1080p-Videos flüssig.

Android-Spiele auf dem Fernseher

Vorinstalliert auf dem iMito MX1 ist der Google Play Store - ein Vorteil, weil dort mehr Apps bereitstehen als bei vergleichbaren Shop-Lösungen. Der Griff zu den im Internet auffindbaren apk-Installationsdateien ist also meistens unnötig.

Für Spiele muss am iMito MX1 eine Tastatur, am besten auch Maus angeschlossen werden. Wer auf die großen Eingabegeräte verzichten will, kauft sich am besten eine kleine handliche Funktastatur mit Touchpad. Die Spielbarkeit ist trotzdem nicht diesselbe wie auf einem Smartphone mit Google-Betriebssystem: Viele Spiele sind auf Touchscreen-Steuerung und nicht auf den Fernseher optimiert.

Wie bei allen Android-Stricks dient einzig HDMI als Übertragungsmöglichkeit für Audiosignale; digital optisch kann der Klang nicht abgenommen werden. Zum Durchschleifen von Tonsignalen eignen sich natürlich auch AV-Receiver, deren moderne Varianten HDMI-Ein- und Ausgänge für Media Player wie den iMito MX1 besitzen.      

Fazit

Der Dual-Core-Chip im iMito MX1 sorgt für eine flüssige Wiedergabe, beim Abspielen übers Netzwerk per WLAN hatte der Stick wie alle bisherigen Geräte der Testserie Probleme wegen des geringen Durchsatzes. Die Android-Oberfläche kommt wie beim Pearl-Stick blank daher. Mit Launcher-Apps richtet man sich den Stick aber individuell ein.

Hier finden Sie die bisherigen Einzeltests der Serie zu Android-HDMI-Sticks: der TizzBird N1, der Hama Internet-TV-Stick und der TVPeCee MMS-874.Dual-Core.

Über weitere Android-Sticks für die Hosentasche können Sie sich hier auf netzwelt informieren.

Kommentare zu diesem Artikel

Der Fernseher wird zum Android-TV: Der iMito MX1 bringt Apps auf die Mattscheibe und spielt Netzwerkmedien ab. Im Test bereitet vor allem der WLAN-Durchsatz Probleme.

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Android-HDMI-Stick iMito MX1 im Test
Android-HDMI-Stick iMito MX1 im Test
Der Fernseher wird zum Android-TV: Der iMito MX1 bringt Apps auf die Mattscheibe und spielt Netzwerkmedien ab. Im Test bereitet vor allem der WLAN-Durchsatz Probleme..
http://www.netzwelt.de/news/95536-android-hdmi-stick-imito-mx1-test.html
2013-03-31 11:18:11
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Android-HDMI-Stick iMito MX1 im Test