Gemeinsamkeiten von Internet und Religion

Kommentar: Das Internet - gescheitertes Heilsversprechen

Mit dem World Wide Web verbanden sich früher enorme Hoffnungen und Sehnsüchte. Es sollte Demokratie bringen, Menschen und Kulturen verbinden, Forschung und Wissenschaft fördern. Kaum etwas davon ist wahr geworden. Vielmehr kreisen die Diskussionen vor allem um Probleme und Gefahren der Neuen Medien. Ist das Internet gescheitert?

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Waren die Erwartungen an das Internet von vornherein zu groß - oder haben wir es einfach verbockt? (Bild: sxc.hu // gerard79)
Waren die Erwartungen an das Internet von vornherein zu hoch - oder haben wir es einfach verbockt? (Bild: sxc.hu // gerard79)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Christentum und Internet
  2. 2Das gebrochene Versprechen
  3. 3Abenteuer Freiheit
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Mögen Sie verschwurbelte und hochtrabend philosophierende Texte? Nein? Dann lesen Sie jetzt besser nicht weiter. Denn hier kommt so einer. Es geht ums Internet und Christentum. Passt aber zu Ostern, dachte ich. 

Gerade habe ich nämlich das Buch "Salz der Erde" gelesen. Es besteht aus einem langen Interview, das der Journalist Peter Seewald Mitte der 90er Jahre mit dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger geführt hat. Nachdem Ratzinger zu Papst Benedikt XVI. wurde, hat sich das Buch zu einem Bestseller entwickelt.

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Im Gespräch fragt Seewald den Kardinal sinngemäß, warum denn 2000 Jahre nach Jesus alle Heilsversprechungen des Christentums so kläglich gescheitert seien. Kriege, Rassismus, Hunger und viele andere Probleme dominierten die heutige Zeit und Besserung sei nicht in Sicht. Seewalds Frage dürfte wohl vielen Menschen, die sich für Religion interessieren, aus dem Herzen sprechen.

Darauf antwortet Ratzinger: "Man kann nicht davon ausgehen, dass ein Christentum, das im Jahre Null als Senfkorn beginnt, dann eben am Schluss als der gewaltige Baum da stehen müsste und jedermann sehen müsste, wie viel besser es Jahrhundert um Jahrhundert geworden ist. Es kann immer wieder einbrechen und abbrechen, weil die Erlösung immer der Freiheit des Menschen anvertraut ist … Wenn man glaubt, das menschliche Wesen sei auf eine höhere Stufe gelangt, dann muss man damit rechnen, dass das alles auch wieder zusammenbrechen und abbrechen kann."

Für christliche Laien muss es schon eine Enttäuschung sein, wenn ein führender Theologe und Kardinal erklärt, dass die im Christentum gewissermaßen vorgezeichnete Entwicklung zu einer irgendwie besseren Welt jederzeit scheitern kann.


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