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Canon Legria HF G25 im Test: Spitzen-Camcorder für Hobbyfilmer
Lichtstarkes Objektiv, gute Bilder

von Mehmet Toprak Uhr veröffentlicht

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Der Legria HF G25 Camcorder von Canon eignet sich fast perfekt für ambitionierte Hobbyfilmer. Neben der exzellenten Bildqualität, einem lichtstarken Objektiv und vieler Einstellungsmöglichkeiten trüben nur kleine Mängel den Spaß mit der Kamera.

Canons neuer Camcorder für ambitionierte Hobbyfilmer macht fast alles richtig. Die Legria HF G25 bietet exzellente Bildqualität, ein lichtstarkes Objektiv und viele manuelle Einstellmöglichkeiten. Nur ein paar Mängel trüben den Spaß mit dem Camcorder-Flaggschiff.

Der Camcorder bietet viele Einstellungsmöglichkeiten für Hobbyfilmer. (Quelle: Canon)

Filme drehen kann man heute mit jeder Digicam. Doch wenn man das Ergebnis später auf dem PC-Bildschirm betrachtet, setzt Ernüchterung ein. Der Zoom ist unberechenbar, die Bilder körnig und der Sound unangenehm plärrend. Keine Spur von Kinofeeling. Camcorder oder auch digitale Spiegelreflexkamera mit Videofunktion bieten hier schon wesentlich mehr. Doch ambitionierte Hobbyfilmer wollen noch höher hinaus. Sie wünschen eine Bildqualität, die auch auf einem 46-Zoll-Fernsehgerät beeindruckt, robuste Verarbeitung, gute Tonqualität, praxisnahe Bedienung und vor allem: viele Einstellmöglichkeiten für Fokus, Belichtung und Brennweite.

All das verspricht Canons Spitzenmodell bei den Consumer-Camcordern, die Legria HF G25. Die Nachfolgerin der G10 erfreut zunächst einmal durch eine schöne Preissenkung. Während Canon für die 2011 vorgestellte G10 noch 1.499 Euro verlangte, kostet die G25 vergleichsweise moderate 1.099 Euro.

Höhere Lichtempfindlichkeit

Die G25 lockt daneben schon mit dem ein oder anderen Merkmal aus der Profiklasse, wie zum Beispiel dem gleichen Bildsensor, der auch in den professionellen Camcorder-Modellen XF100 beziehungsweise XF300 verbaut wird. Der 1/3-CMOS-Sensor liefert effektiv 2,07 Millionen Pixel und gestattet Aufnahmen in Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel.

Gegenüber dem Vorgängermodell soll sich der Bildsensor HD CMOS Pro vor allem durch eine um 20 Prozent verbesserte Lichtempfindlichkeit auszeichnen.

Canon Legria HF G25: Für Hobbyfilmer

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Das lichtstarke Objektiv mit 10fach-Zoom bietet 1:1,8 als größte Blendenöffnung. (Bild: Canon)

Zum hohen Anspruch des Camcorders gehört auch das Objektiv. Mit einer maximalen Blendenöffnung von 1:1,8 gehört es zu den lichtstärksten bei den Consumer-Camcordern. Der 10fach-Zoom reicht von 30,4 bis 304 Millimeter (entsprechend Kleinbild). Das deckt den Bereich zwischen einem deutlichen Weitwinkel und starkem Tele ab. Das Objektiv wird mit einem Kunststoffdeckel geschützt, auch die aufsetzbare Streulichtblende hat eine Klappe, die das Objektiv vor Staub schützt.

PDF-Handbuch zum Ausdrucken

Der erste Schritt nach dem Auspacken und Inbetriebnehmen der Legria HF G25 führt aber idealerweise in den Copyshop. Denn ein gedrucktes Handbuch liegt nicht bei und wer sich zügig in die Funktionsvielfalt des Camcorders einarbeiten will, hat sicher keine Lust, ständig auf dem PC-Bildschirm durch das 193-seitige PDF zu scrollen. Besser ist es da, sich das Handbuch ausdrucken zu lassen.

Der Camcorder hat zwar viel Zubehör, doch ein gedrucktes Handbuch fehlt. (Quelle: Canon)

Tipp: Alle wichtigen Infos zur Bedienung des Camcorders stehen in den Kapiteln 3 ("Aufnahme") und 4 ("Benutzerdefinierte Einstellungen"). Wer sich nur diese zwei Kapitel ausdrucken und binden lässt, bekommt eine handliche Bedienanleitung, die man auch unterwegs mitnehmen kann. Das Handbuch verdient übrigens ein Lob. Es ist lesefreundlich und übersichtlich gestaltet und dazu noch verständlich geschrieben. Keine Selbstverständlichkeit im Zeitalter der schnellen Lokalisierungen von Produkten und Software.

Aufnahmen im Automatik-Modus

Die ersten Aufnahmen macht man in der Regel im Automatik-Modus. Hier zeigt sich schnell die überlegene Bildqualität der Legria. Natürliche Farben, schöne Kontraste, feinste Auflösung - auf einem großen 46-Zoll-LCD-Fernseher betrachtet, ist kaum ein Unterschied zum "echten" Fernsehen auszumachen. Wenn da nicht die Sache mit der Schärfe wäre. So muss der Autofokus immer wieder pumpen, um das Motiv in der Bildmitte scharf zu kriegen. Vor allem bei schnell bewegten Objekten wie beispielsweise dem Hund, der in unberechenbaren Sprüngen durchs Bild jagt, hat die Fokustechnik ihre Grenzen. Auch glänzende Motive oder Gegenlicht machen dem Autofokus zu schaffen. Bei einer Digicam ist das auch nicht anders.

Der Bildstabilisator hingegen leistet ganze Arbeit. Selbst bei Telebrennweiten bleibt die Legria HF G25 sehr ruhig. Laut Canon ist dafür der neue intelligente Bildstabilisator zuständig, der sogar erkennt, um welche Art des Verwackelns es sich handelt. Der Anwender kann die Stärke wählen, mit der der Stabilisator arbeitet. Wenn man beispielsweise im Gehen filmt, gleicht der "dynamische Modus" Verwacklungen aus. Hält man die Kamera ruhig im Stehen, reicht schon der "Standard-Modus". Ist die Kamera auf einem Stativ montiert, schaltet man den Bildstabilisator am besten ab.

Auch Aufnahmen bei Dämmerung gelingen erstaunlich gut. Die Bilder zeigen zwar deutliches Rauschen, doch auch ohne Videoleuchte entstehen erstaunlich brauchbare Aufnahmen.

Bedienung via Sensorbildschirm

Die Bedienung erfolgt auf dem Touchdisplay mit stattlichen 8,8 Zentimeter (3,5 Zoll) Diagonale. Sonys vergleichbarer Edel-Camcorder HDR-PJ780VE bietet nur ein 7,5-Zentimeter-Display. Canon bezeichnet das Display ausdrücklich als Sensorbildschirm, der auf Fingerdruck reagiert. Wer den Komfort eines kapazitiven Touchscreens von seinem Smartphone gewohnt ist, muss sich an diesen Bildschirm erst noch gewöhnen. Anders als bei kapazitiven Touchscreens muss man mit dem Finger relativ fest auf das Display drücken, um eine Aktion auszulösen. Der mitgelieferte kleine Touchpen aus Kunststoff hilft zwar beim präzisen Navigieren durch Menüs und Optionen, wirkt aber für eine 1.000-Euro-Kamera doch ein bisschen billig. Mancher Hobbyfilmer wird sich da eher ein Steuerkreuz oder einen kleinen Joystick zur Einstellung der Optionen wünschen.

Die Bedienung erfolgt mittels Touchdisplay. (Quelle: Canon)

Den Nachteil des Sensorbildschirms merkt man spätestens beim Scharfstellen. Prinzipiell stellt die Legria auf das Motiv in der Mitte scharf. Im Automatik-Modus sind zusätzlich die Funktionen Gesichtserkennung sowie Touch & Track aktiviert. Das Gesicht, das die Kamera als Hauptmotiv erkennt, wird durch einen weißen Rahmen gekennzeichnet. Tippt man den Rahmen auf dem Display mit dem Finger an, dann folgt der Autofokus immer der jeweiligen Person. Mit Touch & Track markiert man ein beliebiges Objekt, das der Camcorder scharfstellen soll. So kann man während der Aufnahme die Schärfeebene zwischen verschiedenen Objekten wechseln.

Doch das Herumtippen auf dem Display während laufender Aufnahme sorgt dafür, dass der Camcorder und damit auch der Bildausschnitt wackelt.

Abgesehen davon funktioniert der Autofokus im Test gut. Schwierigkeiten gibt es, wenn das scharf zu stellende Objekt zu weit weg steht oder die Lichtverhältnisse ungünstig sind. Einstellen lässt sich auch, wie schnell der Fokus arbeiten soll. In der Einstellung "Medium Autofokus" etwa wird die Schärfenachführung weniger ruckartig und weicher.

Bei der Bildrate hat man die Wahl zwischen "50i", dem fürs klassische PAL-Fernsehen üblichen Zeilensprungverfahren mit 50 Halbbildern pro Sekunde oder "PF25", also 25 Vollbildern pro Sekunde. Einen 50p-Modus mit 50 Bildern pro Sekunde sucht man allerdings vergebens. Damit könnte man bei Sportaufnahmen besonders flüssige Bewegungsabläufe erzielen und Zeitlupensequenzen basteln. Wer großen Wert auf 50p legt, sollte sich als Alternative die mit 1399 Euro allerdings deutlich teurere Sony HDR-PJ780VE ansehen.

Dem Modus mit 25 Bildern pro Sekunde empfiehlt der Hersteller, wenn man beim Filmen den "Kino-Look" erzielen will, sprich flüssig ablaufende Bilder und Bewegungen. Verstärken lässt sich der Kino-Look noch in der Einstellung "Cinema", die wiederum durch acht verschiedene Effektfilter ergänzt wird. Hobbyfilmer werden beim Filmen aber in erster Linie darauf achten, ein in Schärfe und Belichtung möglichst hochwertiges Ausgangsmaterial zu bekommen, und erst in der Videobearbeitung am PC die Kiste mit den Effekten aufmachen.

Der interne Speicher ist mit 32 Gigabyte so reichlich bemessen, dass man die zwei weiteren SD-Karten-Slots in vielen Fällen gar nicht benötigt. Denn selbst bei höchster Qualität passen knapp drei Stunden Videomaterial in den Speicher. Überflüssig sind die SD-Karten-Slots deshalb aber nicht. Ist der interne Speicher voll, kann man weitere Aufnahmen mit der ersten und dann mit der zweiten Speicherkarte machen. Mit zwei 32-Gigabyte-Karten ergibt sich so eine Gesamtaufnahmezeit von annähernd neun Stunden in höchster Auflösung. Daneben kann man ein Video aber auch auf zwei Speicherkarten gleichzeitig ablegen. Interessant ist diese Funktion bei besonders wichtigen Aufnahmen, so hat man gleich eine Sicherungskopie.

Speicherkarten sind im Lieferumfang nicht enthalten. Neben SDHC nimmt der Camcorder auch SDXC oder einfache SD-Karten auf. Wer sich eine SD-Karte anschafft, sollte darauf achten, dass diese ausreichend schnell ist, also mindestens Class 6 oder 10 beherrscht, die entsprechende Kennzeichnung findet sich auf der Speicherkarte.

An den PC anschließen lässt sich die G25 etwa über den USB 2.0-Anschluss. Zum Übertragen der Videoclips wäre ein schneller USB 3.0-Anschluss die bessere Wahl gewesen. Außerdem verfügt der Legria noch über die üblichen Ausgänge wie HDMI, AV-Out, Component, eine 3,5 Millimeter Klinkenbuchse für ein externes Mikrofon, einen Kopfhöreranschluss, sowie eine Remote-Buchse für Fernbedienungen.

Eine Fernbedienung findet sich ebenfalls im Lieferumfang. Mit dieser lässt sich auch der Zoom steuern. Praktisch ist das beispielsweise, wenn man sich selbst aufnehmen möchte, beispielsweise, um eine Reportage anzumoderieren. In so einem Fall würde man den Camcorder auf einem Stativ befestigen, das Display um 180 Grad drehen, so dass man sich selbst sehen kann, das Stereomikrofon auf Mono oder Zoom stellen, den Camcorder mit der Fernbedienung starten und die Brennweite während der Aufnahme möglicherweise verändern. Die Fernbedienung muss dazu aber Sichtkontakt mit einem entsprechenden Sensor auf dem Display haben.

Der Automatik-Modus liefert in den meisten Situationen gute Bilder, doch den kreativen Möglichkeiten des Camcorders wird er natürlich nicht gerecht. Wer diese nicht braucht, holt sich lieber einen Camcorder für 500 Euro. Hobbyfilmer werden also schnell ausprobieren, was der Manuell-Modus zu bieten hat.

Manuelle Einstellmöglichkeiten

Die Zoomwippe agiert in der Standardeinstellung ziemlich nervös. Hier bietet der Camcorder die sehr praxisnahe Möglichkeit, die Zoomgeschwindigkeit in mehreren Stufen einzustellen. In der schnellsten Einstellung rast der Zoom in vier Sekunden vom maximalen Weitwinkel bis zum vollen Tele. In der langsamsten Stufe benötigt er dafür vier Minuten und 45 Sekunden. Nicht nur die Zoomgeschwindigkeit kann man regulieren, man kann auch die Einstellung variabel wählen, hier bleibt die Zoomgeschwindigkeit nicht konstant, sondern wird durch mehr oder weniger starken Druck auf den Zoomhebel geregelt. Mit einiger Übung gelingen hier professionell wirkende sanfte Zoom-Fahrten.

Die Intensität des Zooms kann manuell eingestellt werden. (Quelle: Canon)

Zusätzlich kann man in der Option "Soft-Zoom" den Zoom auch so einstellen, dass er unmerklich langsam startet und ebenso langsam endet. So erreicht man ein extrem weiches und gleitendes Zoomen. Hobbyfilmer wissen solche Optionen zu schätzen.

Viele Optionen beim Scharfstellen

Zum Fokussieren per Hand lässt sich auch der große Scharfstellring am Objektiv nutzen. Eigentlich die ideale Lösung für feinfühliges und präzises Einstellen. Der Scharfstellring ist aber leider ziemlich schwergängig.

Als weitere Hilfestellung zum Scharfstellen bietet die Legria HF G25 die Möglichkeit, die Bildschirmmitte zu vergrößern und zusätzlich eine so genannte Peaking Funktion. Diese hebt die Objektkonturen im Fokus in den Farben Rot, Gelb und Blau hervor und erleichtert auf diese Weise das Scharfstellen. Wem das nicht genügt, der stellt den Bildschirm auf Schwarzweiß, so werden die Konturen noch deutlicher.

Ebenfalls sinnvoll ist die Möglichkeit, den Fokus auf eine bestimmte Entfernung zu fixieren. Stellt man dann während der Aufnahme mit dem Scharfstellring auf ein anderes Motiv scharf, kann man einfach durch Tippen auf die Option "Set" wieder zur voreingestellten Schärfeposition zurückkehren.

Optionen für die Belichtung

Bei der Einstellung der Belichtung bietet die Legria als optische Hilfe das Zebramuster. Das eingeblendete Muster zeigt überbelichtete Bereiche an, die man so ohne weiteres nicht auf dem Display erkennen würde. Anschließend kann man die Belichtung korrigieren. Für die manuelle Belichtung tippt man auf dem Display auf das Motiv, das optimal belichtet werden soll. Eigentlich ist das eher eine halbautomatische Belichtung, da die Kombination aus Verschlusszeit und Blende immer noch von der Kamera gewählt wird.

Auch die Belichtung kann mit dem Camcorder eingestellt werden. (Quelle: Canon)

Doch auch eine vollständig manuelle Steuerung der Belichtung erlaubt die HF G25. Dabei stellt man Blende und Verschlusszeit separat ein. Für Videofilmer, die ganz bewusst bestimmte Effekte erzielen wollen, ein wichtiges Feature.

Im Prinzip steuert der Nutzer die grundlegenden Parameter wie Tiefenschärfe und Belichtung auch nicht anders als bei einer digitalen Spiegelreflexkamera. Anwender, die schon eine Canon-Digicam haben, werden sich in den Menüs schnell zurechtfinden, da Canon bei der Legria dieselben oder sehr ähnliche Symbole verwendet wie bei den Digicams.

Die zahlreichen und praxisnahen Steuermöglichkeiten beim Zoomen, Scharfstellen und Belichten gehören zu den Funktionen, die die Legria für ambitionierte Hobbyfilmer interessant machen. Mit ein wenig Übung und Know-how lassen sich damit schöne, handgemachte Effekte erzielen.

Frei belegbare Tasten und Wahlrad

Doch damit nicht genug der Einstellmöglichkeiten und Optionen. Eine praktische Ergänzung im Alltag ist beispielsweise das griffgünstig positionierte Wahlrad, mit dem sich Einstellungen wie Tonaufnahmepegel, Blende oder Verschlusszeit während der Aufnahme verstellen lassen. Auf dem Monitor befinden sich zudem zwei weitere Tasten, denen sich bestimmte Funktionen zuordnen lassen. Beispielsweise könnte man hier eine Taste für das Umschalten zwischen automatischer und manueller Fokussierung reservieren. So erspart man sich das umständliche Navigieren in Menüs und Untermenüs.

Parameter wie Helligkeit, Kontrast, Farbtiefe und Schärfe lassen sich im Manuell-Modus ebenfalls frei einstellen. Das kann im Einzelfall nützlich sein, wenn man schon bei der Aufnahme weiß, in welche Richtung man die Farbgebung des Videoclips schieben will.

Ebenfalls einsetzbar ist ein ND-Filter (Graufilter), der bei sehr hellem Tageslicht hilft, die Blende offen zu halten, wenn eine geringe Schärfentiefe erwünscht ist.

Kurze Akkulaufzeit

Eine Schwachstelle der Legria ist die kurze Betriebszeit des mitgelieferten Akkus BP-808. Der hält bei normaler Nutzung maximal zwei Stunden durch, reicht also keinesfalls für einen Tagesausflug. Aufladen lässt sich der Akku nur an der Kamera. Währenddessen man nicht filmen kann, es sei denn, man bleibt zu Hause und hängt die Legria ans Netzteil. Wer den Camcorder aber intensiv nutzt, wird deshalb kaum darum herumkommen, ein externes Ladegerät sowie einen zweiten oder vielleicht sogar dritten Akku anzuschaffen. Der BP-808 kostet in Onlineshops knapp 60 Euro. Als Extra-Zubehör bietet Canon auch leistungsstärkere Akkus wie den BP-827 für satte 118 Euro. Der hält laut Hersteller im Aufnahmemodus MXP ("optimale Bildqualität") und gleichzeitiger Verwendung des Displays immerhin bis zu 345 Minuten lang durch. Durch Abschalten des Displays und Verwendung des elektronischen Suchers lassen sich dann noch einmal bis zu 15 Minuten gewinnen.

Der Akku der Kamera ist leider etwas schwach auf der Brust. (Quelle: Canon)

Tonstudio im Camcorder

Die integrierten Stereomikrofone liefern im Praxistest einen sauberen Klang, auch Zoom- oder Fokussiergeräusche des Objektivs sind nicht zu hören. Wie bei einem mobilen Audiorekorder lässt sich die Richtcharakteristik der Mikrofone an die jeweilige Aufnahmesituation anpassen. Bei Interviews oder Moderationen wählt man dann eine stark nach vorne konzentrierte Aufnahmecharakteristik. Bei Naturaufnahmen hingegen wird der Aufnahmewinkel so weit eingestellt, dass die Mikrofone die Geräusche von allen Seiten aufnehmen, "Wald und Vögel" heißt die entsprechende Option. Für die Aufnahme von Dialogszenen oder Interviews ist die Option "Sprache" vorgesehen.

Optionen zur Geräuschreduzierung, etwa zur Unterdrückung von Windgeräuschen oder dröhnendem Straßenlärm, sind ebenfalls an Bord. Daneben kann man den Tonpegel und die verschiedenen Frequenzbereiche wie in einem Audio-Equalizer regeln. Sogar ein Mix aus dem Ton eines externen Mikros und dem integrierten Mikro ist machbar.

Mit den integrierten Mikrofonen und bei geschickter Wahl der jeweiligen Audio-Optionen lässt sich für die meisten Aufnahmen eine sehr gute Tonqualität, inklusive guter Sprachverständlichkeit erreichen. Wer mehr will, schließt über die 3,5 Millimeter-Klinkenbuchse ein externes Kondensatormikrofon an. XLR-Stecker und 48 Volt-Phantomspeisung wie bei professionellen Camcordern, kann die Legria natürlich nicht bieten. Canon selbst bietet diverse externe Mikrofone, darunter ein Richtmikrofonen und ein Funkmikrofon an.

Effekte und Cinema-Modus

Zusätzlich zum Automatik-Modus und den zahlreichen manuellen Einstellmöglichkeiten finden sich in der Legria HF G25 aber auch eine Reihe von Effektfiltern. Damit lässt sich der so genannte "Cinema-Look" auf die Videos anwenden. So kann man seinen Film beispielsweise wie einen alten Kinofilm aussehen lassen oder die Farbsättigung erhöhen. Nach Auswahl des Filters kann man zusätzlich Kontrast, Weichzeichnung oder Farbtiefe verändern und so letztlich innerhalb der Kamera ein einfaches Color-Grading vornehmen.

Aufnahmen können mit verschiedenen Effektfiltern versehen werden. (Quelle: Canon)

Sogar den Titel für das Video gibt der Anwender bei Bedarf in der Kamera ein, dazu muss er mit dem mitgelieferten Touchpen die entsprechenden Buchstaben auf einer Soft-Tastatur eintippen.

Fazit: Hohe Bildqualität, durchdachte Funktionen, schwacher Akku

Der Legria HF G25 ist ein gelungener Camcorder für Hobbyfilmer. Sie beeindruckt durch hohe Bildqualität und macht auch bei Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen eine gute Figur. Die zahlreichen praxisnahen Einstellmöglichkeiten bei Belichtung, Fokus und Zoom lassen keine Wünsche offen. Nicht optimal ist die Bedienung über den Sensorbildschirm, da dieser einen relativ festen Druck erfordert. Schmerzlich vermisst wird auch ein 50p-Modus.

Gemessen an der gebotenen Qualität und Funktionsvielfalt ist der Preis von 1.100 Euro noch in Ordnung. Bei intensiver Nutzung des Camcorders ist aber die Anschaffung eines externen Ladegeräts und eines zweiten Akkus erforderlich. Weiteres sinnvolles Zubehör wären Tasche, Videoleuchte, externes Mikrofon (mit Windschutz), Graufilter und Stativ. Die genannten Teile gibt es mit Ausnahme des Stativs von Canon. Dank standardisierter Anschlüsse und Gewindemaße kann man aber auch beliebige Produkte von Drittherstellern wählen.

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Der Legria HF G25 Camcorder von Canon eignet sich fast perfekt für ambitionierte Hobbyfilmer. Neben der exzellenten Bildqualität, einem lichtstarken Objektiv und vieler Einstellungsmöglichkeiten trüben nur kleine Mängel den Spaß mit der Kamera.

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Canon Legria HF G25 im Test: Spitzen-Camcorder für Hobbyfilmer
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Mit der Legria HF G25 hat Canon eine Camcorder für Hobbyfilmer vorgestellt.
http://www.netzwelt.de/news/95521-canon-legria-hf-g25-test-spitzen-camcorder-hobbyfilmer.html
2013-03-27 09:56:19
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2013/camcorder-bietet-viele-einstellungsmoeglichkeiten-hobbyfilmer-bild-canon-18616.jpg
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