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Offline-Karten: Alternativen zu Google Maps für iOS und Android
Vergleich

von Marthe Rennert Uhr veröffentlicht

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Der erste Urlaubstag und schon verlaufen. Keine Ahnung, wo der nächste Bus fährt? Mit den mobilen Offline-Karten soll das nicht mehr passieren. Doch welche App ist am besten? Netzwelt hat getestet.

Karten-Apps sind treue Begleiter auf jedem Smartphone. Sie versprechen dem Nutzer einfache Bedienbarkeit und natürlich Orientierung. Vorbei sind die Zeiten sperriger, überteurter Faltkarten. Doch welche App bietet die meisten Funktionen und ist ihr Geld wert, wo es doch Google Maps als kostenlose Alternative gibt? Netzwelt hat drei Anbieter verglichen.

Alternativen zu Google Maps? Netzwelt hat drei Anbieter verglichen. (Quelle: Google)

Offline unterwegs

Eine fremde Stadt erkunden - einfach drauf los, man wird schon irgendwo ankommen. Notfalls kauft man sich am Kiosk einen Stadtplan. Und plötzlich steht man an der Autobahnauffahrt. Wohlgemerkt: Ohne Auto. Wem das Motto „der Weg ist das Ziel“ zu riskant ist, sollte sein Handy mit einer der vielen Offlinekarten-Apps ausrüsten. Netzwelt hat die Anbieter City Maps 2Go, Mapswithme und ForeverMap2 miteinander verglichen. Alle sind kostenpflichtig für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar, basieren auf OpenStreetMaps und bieten nette Gimmicks on top.

Grundsätzlich funktionieren die Karten nach dem gleichen Prinzip: Eine ausgewählte Karte wird über die App heruntergeladen, wozu eine WLAN-Verbindung nötig - und sinnvoll ist: 60 Megabyte für München würden zu viel Traffic verbrauchen. Ebenso viel Platz wird natürlich auch auf der Speicherkarte in Anspruch genommen. Je nach Anbieter können weitere Funktionen geladen werden, zum Beispiel Wikipedia-Artikel oder beliebte Point of Interests. Ist alles vorbereitet, können sämtliche Funktionen offline genutzt werden. Die Karten lassen sich nach Adressen und Orten durchsuchen oder zeigen mithilfe der GPS-Standortbestimmung die nächstgelegenen Attraktionen an. Sie bieten also gerade im Ausland einen hohen Mehrwert: Keine Roaming-Gebühren, ein ständig verfügbarer Stadtführer und Tipps für alle, die planlos unterwegs sind.

City Maps 2Go

Die interaktive App hält - laut Hersteller - Karten für jedes Gebiet auf der Welt bereit. Sollte man sich beispielsweise im tiefsten Alaska aufhalten und doch keine entsprechende Karte finden, verspricht der Hersteller, diese innerhalb weniger Tage nachzuliefern. Wer so lange warten möchte, kann die Schneelandschaft wenigstens mit seinen Freunden teilen - der Ulmon Hub Cloud Service macht‘s möglich. Setzt allerdings eine Internetverbindung voraus, die in Alaska oder ähnlich schwach besiedelten Gebieten nicht zwangsläufig gegeben ist. Wohl dem, der in weiser Voraussicht den Wikipedia-Reiseführer WikiPlus zur App installiert hat - so wird’s nicht langweilig.

Offline unterwegs und trotzdem alle Infos zur Hand. Mit City Maps 2Go.

Der Preis von 2,39 Euro für dieses Add-on ist im Vergleich zu den vielen kostenlosen Offline-Wikipedia-Apps allerdings nicht gerechtfertigt. Es reicht aber auch schon die Liste der Millionen Points of Interests (POI), um zur nächsten Touristeninformation zu finden. Nur Karten sollte man lesen können, denn einen Routenplaner bietet City Maps 2Go nicht an. Schade. Dafür kann man sich wie einst Hänsel und Gretel seinen Weg markieren: Statt Steinchen setzt man aber heutzutage Stecknadeln auf die Karte und auch seine Lieblings-Location lässt sich mit Smiley und Kommentar bewerten.

Kompatibel ist das Programm mit Android 2.3 oder höher, iPhone, iPod touch und iPad mit iOS 4.3 oder höher. Die App kann an dieser Stelle für Android und iOS heruntergeladen werden.

Der Preis im Play Store beträgt 1,99€, im Apple Store kann die Anwendung für 1,79 Euro gekauft werden. Eine Lite-Version ist kostenlos verfügbar, allerdings ist nach dem Download einer Karte auch schon Schluss.

Seit Version 4.5 kann der Nutzer nach Hotels und deren Verfügbarkeit suchen. Neben der Entfernung zeigen die Ergebnisse auch Preise und Bewertungen an. Die Suchfunktion erfordert allerdings erneut eine Internetverbindung, da die Daten aktuell von Booking.com bezogen werden.

Insgesamt bringt Maps2go alles mit, was eine digitale Karte für unterwegs leisten soll. Besonders die Wikipedia-Artikel sind Gold wert, wenn man planlos durch eine unbekannte Stadt irrt. Einzig die Grafik könnte schicker sein – die schnöden Farben wirken langweilig. Sie lenken allerdings auch nicht vom Wesentlichen ab: den Karten.

Mapswithme

Endlich keine grauen Balken mehr. Die Entwickler von Mapswithme haben ganze Arbeit geleistet und der App einen Turboantrieb verpasst. Einmal das gewünschte Kartenmaterial geladen, lässt es sich fix rein- und rauszoomen – bis zu kleinen Details wie Hausnummern. Das gefällt. Die Farben erinnern an Google Maps und sind angenehm nüchtern. Weniger ist hier mehr.

Praktisch: Die Karten können auch im Hintergrund geladen werden. Bei eingehenden Anrufen oder beim Beenden der App werden sie nicht vorzeitig geschlossen.

Keine grauen Balken mehr versprechen die Entwickler von Mapswithme. (Quelle: Maps with me Blog)

Wer sich nur orientieren will und keine konkreten Adressen in der Karte sucht, kann sich getrost auch mit der Lite-Version durchschlagen, die alle POIs vorbildlich darstellt: Toiletten, Supermärkte oder Cafés werden mit hübschen schwarzen Symbolen angezeigt und heben sich übersichtlich von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Parkplätzen ab. Gute Orientierung ist garantiert. Allerdings gilt auch hier: Man muss seinen Weg selbst finden, denn einen Routenplaner oder eine Navigationsfunktion gibt es nicht - auch nicht in der Pro-Version.

Wer es eilig hat, ist mit Mapswithme am besten dran - so schnell wie in dieser App werden die Karten in keiner anderen geladen. Und allen, die es mit der Orientierung nicht so haben, hilft der Verfolgungsmodus: er koordiniert sich von selbst an der jeweils eingeschlagenen Richtung und dreht die Karte automatisch mit. Damit kann man sich gar nicht mehr verlaufen.

Und was braucht man? Android 2.1 und höher oder wahlweise ein iPhone, iPad oder iPod touch mit iOS 4.3  und neuer. Bei Interesse geht's hier zum kostenlosen Download.

Sowohl für den Urlaub als auch im Alltag eignet sich diese App hervorragend. Nutzer müssen 3,80 Euro investieren, wenn sie auch Adressen suchen wollen. Sehr viel Mehrwert hat man im Gegensatz zur Lite-Version allerdings nicht - daher ist das kostenlose Angebot schon ausreichend.  

ForeverMap2

Auf den ersten Blick macht ForeverMap2 einen guten Eindruck. Aufgeräumt ist es, die Darstellung schlicht und übersichtlich. Allerdings könnte man meinen, die App ist nur für Fastfood- und Medikamentenjunkies gemacht - außer Burger King und der nächsten Apotheke werden nämlich kläglich wenige POIs und Details angezeigt. Man kann trotzdem alles finden, wenn man sich durch die vielen Kategorien scrollt.

Endlich: Ein Routenplaner. Leider der einzige Vorteil bei ForeverMap2.

Freud und Leid liegen bei ForeverMap dicht beieinander. Im Vergleich zu den hier vorgestellten Apps ist sie die einzige, in der man seinen Weg nicht selbst finden muss. Das erledigt der Routenplaner. Zuverlässig, schnell, offline. Na endlich. Aber dann das: Für 1,79 Euro bei Apple bzw. 0,79 Euro bei Google Play ist lediglich eine Länderkarte inklusive. Alle weiteren Karten müssen zugekauft werden. Eine einzige Stadt kostet schon 79 Cent, ein Land 2,99 Euro und die Abdeckung eines Kontinents saftige 5,99 Euro. Wer den weltweiten Kartensatz möchte, muss rund zehn Euro auf den Tisch legen.

Immerhin: sämtliche Karten-Updates sind kostenlos und man kann selbst entscheiden, ob man die Karten auf dem internen Speicher oder der SD-Karte ablegt.

Insgesamt eine noch unausgereifte App, die nicht immer zuverlässig arbeitet. Und obwohl hier ein Routenplaner integriert ist, muss das Urteil lauten: zu wenig Mehrwert für zu viel Geld. Wer sich das Ganze trotzdem einmal anschauen möchte: Benötigt wird Android 2.3 oder höher bzw. mindestens iOS 3.1. Der Download für Android und iOS findet sich an dieser Stelle.

Fazit

Wer optisch hohe Ansprüche an die Kartendarstellung hat, sollte bei Google Maps bleiben, denn alle hier vorgestellten Apps kommen mit einer recht schlichten Grafik daher und bieten keine Satellitenansicht. Nur Mapswithme hat es schick gemacht - man kann sich prima orientieren und findet dank der vielen POIs alle relevanten Orte in der Nähe. Nicht so bei Forever Map2, bei der man neben ständiger Suche auch mit dem Bezahlen beschäftigt sein dürfte. Die beste Alternative zu Google Maps ist nach dem netzwelt-Test City Maps 2Go. 2011 wurde die Anwendung zur "Best App Ever" vom gleichnamigen Initiator in der Kategorie Navigation gewählt. Und auch die - laut Entwickler - siebenstelligen Nutzerzahlen sprechen für sich.

Obwohl es Google Maps mittlerweile wieder für alle Apple-Nutzer gibt, hat netzwelt hier einige kostenlose Alternativen zu Apple-Maps bereitgestellt.

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Mit einem Handy und einer App für Offline-Karten sollte man sich im Urlaub nie wieder verlaufen. Doch welcher Anbieter ist am besten? Netzwelt hat getestet.
http://www.netzwelt.de/news/95505-offline-karten-alternativen-google-maps-ios-android.html
2013-03-26 14:41:39
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2013/alternativen-google-maps-netzwelt-drei-anbieter-verglichen-bild-google-18607.jpg
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