Gefängnis ohne Alternative?

Kommentar: Software-Monopole - Der Alltag im goldenen Käfig

Unser Betriebsystem ist Windows. Das iPhone haben wir ständig dabei. Über Facebook kommunizieren wir mit unseren Freunden. Ein großer Marktanteil der Internetwirtschaft ist fest in den Händen einiger weniger Unternehmen. Was bedeutet das für die Nutzer? Und was sind eigentlich offene Standards?

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Am Document Freedmon Day will die Free Software Foundation über offene Standards informieren (Bild: Free Software Foundation)
Am Document Freedmon Day will die Free Software Foundation über offene Standards informieren (Bild: Free Software Foundation)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Betriebssysteme
  2. 2Geschlossene Systeme
  3. 3Soziale Netzwerke
  4. 4Offene Standards und Schnittstellen
  5. 5Datenportabilität
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Betriebssysteme

Windows ist für die überwältigende Mehrheit der Computernutzer das beliebteste Betriebssystem. Die meisten Nutzer haben sogar nie ein anderes Betriebssystem aktiv genutzt. Zwar konnte Apple in den vergangenen Jahren seine Position stärken, die meisten Nutzer setzen aber weiterhin auf die bewährten Fenster - im Gegensatz zu Linux-Nutzern, die nach wie vor zu einer kleinen Minderheit gehören. 

Windows hat beinahe eine Monopolstellung auf dem Markt. Und das hat bei Betriebssystemen gewisse Nebeneffekte: Die meisten Spiele und Programme sind nur für Windows verfügbar. Die meisten Viren und Trojaner leider auch. Microsoft hat zudem beim Preis für sein Hauptprodukt weitgehend freie Hand.

Geschlossene Systeme

Android-Nutzer sitzen zum größten Teil in einem goldenen Google-Käfig, ebenso wie Apple-Nutzer, die ohne ihr iTunes verloren sind. Auch Windows will bei Windows 8 das Prinzip eines zentralen Software-Stores übernehmen. Die Unternehmen geben dabei an, es gäbe durch eine Kontrolle über die Zulassung neuer Software mehr Sicherheit für die Nutzer.

Dies kann sich bei genauerer Betrachtung jedoch auch als Nachteil für die Nutzer erweisen. Bestimmte Apps könnten beispielsweise abgelehnt werden, weil sie dem Interesse der Konzerne entgegen stehen. In dem digitalen Supermarkt für Software haben die Anbieter das Hausrecht. Einige Spieleplattformen wie Steam haben deshalb schnell reagiert, als Windows ankündigte, zukünftig ein Store-System nutzen zu wollen. Ab sofort investieren sie mehr Geld in die Entwicklung von Linux-Kompatibilität ihrer Software, um dem App-Zwang zu entgehen.

Nicht umsonst erfeut sich auch die Android-Root- und iOS-Jailbreak-Szene im Netz immer größerer Beliebtheit.

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