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Saugroboter Deebot D68 im Test
Achtung Chaos!

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Der Roboter-Hersteller Ecovacs bietet mit dem Deebot D68 einen vergleichsweise günstigen Saugroboter an. Trost des niedrigen Preises erledigt er seinen Job aber überraschenden gründlich. Ein lohnender Kauf also?

Der Saugroboter Deebot D68 von Hersteller Ecovacs ist zwar mit weniger Extras als sein großer Bruder D76 ausgestattet, dennoch hinterließ der automatische Staubsauger im Test einen soliden Eindruck. Besonders in Anbetracht seines günstigen Preises.

Äußerlich sind kaum Unterschiede zwischen dem Deebot D68 und D76 auszumachen. Wurde der Deebot D76 von Ecovacs noch unter dem Label Vort Robotics vertrieben, prangt beim neuen Modell D68 nun das Hersteller-eigene Label auf dem Gehäuse des Saugroboters. Die Verarbeitung ist gelungen. Klappernde Bauteile oder hässliche Spaltmaße sind nicht zu finden.

Beim Lieferumfang zeigen sich dann allerdings die ersten gravierenden Differenzen. So besitzt der D68 keine automatische Absaugstation wie sein großer Bruder und lässt sich auch nicht zu einem Handstaubsauger umfunktionieren. Allerdings zeigte sich im Test des D76, dass der Roboter als manueller Staubsauger nicht wirklich taugt und das umfangreiche Zubehör daher weitestgehend überflüssig ist.

Der Deebot D68 ist also von diesen nutzlosen Extras und zum Glück auch der nervigen Sprachausgabe des Vorgängers befreit. Dadurch sinkt der Preis um 250 Euro und die Kosten-Nutzen-Rechnung verbessert sich. Ein guter Tausch!

Die integrierte Software arbeiten beim D68 und D76 nach dem gleichen Prinzip. Entsprechend müssen sich Käufer des D68 mit dem Chaos-Prinzip der Saughilfe anfreunden.

Das Chaos

Startet der Deebot von seiner Ladestation im Auto-Modus fährt er zunächst geradeaus und zwar so lange, bis er auf ein Hindernis trifft. Erreicht er beispielsweise eine Wand, rammt er diese leicht, macht kehrt und fährt in die entgegengesetzte Richtung weiter.

Bemerken die Sensoren besonders viel Schmutz, unterbricht der Roboter seine geradlinige Bewegung und fährt eine Weile vor und zurück, beginnt eine Spirale oder auch eine Fächer-Form abzufahren - theoretisch. Im Test erschien die Auswahl der einzelnen Modi recht willkührlich. Oft schien es, dass der Punktmodus nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wird.

Schmutz und Dreck

Beim genaueren Prüfen zeigte sich, die Staubsensoren befinden sich nicht unter dem Gerät, wo sie den Boden abtasten könnten, sondern am Eingang zum Staubbehälter. Ist dieser voll, sind auch die Infrarotsensoren verschmutzt und registrieren Dreck, wo mitunter gar keiner liegt.

Irgendwann setzt der Saugroboter seine geraden Bahnen dann weiter fort. Seine Bahnen zieht er so lange bis sich die Akkuleistung nach rund 50 Minuten dem Ende neigt. Besonders effizient ist die chaotische Arbeitsweise nicht.

Deebot D68 im Test

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Der D68 reinigt den Boden im Chaos-Prinzip. (Bild: netzwelt)

Weder navigiert der Roboter geschickt durch den Raum, noch lernt er dazu, wenn er ein Zimmer mehrmals abgefahren ist. Der gesamte Saugvorgang wie auch die automatische Rückkehr zur Ladestation basiert auf dem Zufallsprinzip. Es kann also durchaus vorkommen, dass bestimmte Ecken eines Raumes unbefahren bleiben, während andere drei bis vier Mal gesaugt werden. Der Weg nach Hause dauert abhängig von der größe des Raumes ebenso lange. Sollten die Infrarot-Sensoren des D68 nicht rechtzeitig die der Ladestation kreuzen, kann es zudem sein, dass der Roboter gar nicht zurückfindet. Grundsätzlich gilt: Je verwinkelter der zu befahrene Bereich, desto schwieriger wird es für den Deebot.

Sollte der 505 x 137 x 419 Millimeter große und 9,6 Millimeter hohe Staubsauger mal unter einem Schrank oder Sofa stehen bleiben, können Nutzer mithilfe der beigelegten Fernbedienung den Roboter aus seiner misslichen Lage befreien, ohne das große Möbelrücken zu beginnen. Im Test funktionierte die manuelle Steuerung jedoch nur mäßig und hatte einige Aussetzer.

Die Praxis

Im Test war der Roboter besonders schwierigen Bedingungen ausgesetzt. Gleich zwei Treppen stellten akute Absturzgefahr dar. Der Raum war zudem voller zu umfahrender Gegenstände und schräger Wände. Der Saugroboter machte seine Sache im Auto- wie auch im Intensiv-Modus trotzdem überraschend gut. Kein Bereich blieb ungesaugt und vor Abgründen stoppte er zuverlässig. Im Rand-Modus arbeitete er sich geduldig an den Kanten und Leisten des Testgeländes voran.

Der D68 lässt sich zudem auf bestimmte Saugzeigten programmieren, sodass der Roboter auch in Abwesenheit arbeiten kann. Eine nützliche Funktion, speziell da der Deebot mit 65 db(A) ähnlich laut ist wie ein gewöhnlicher Staubsauger. Vorher sollen Sie jedoch darauf achten, das keine zerbrechlichen Gegenstände oder Kabel in Reichweite sind.

Die Saugleistung

Hersteller Ecovacs zufolge beträgt die Saugleistung des Roboters 30 Watt. In der Praxis ging die Saugleistung des Deebot in Ordnung. Den gröbsten Schmutz wie Wollmäuse, Fussel, Hundehaare, Staub und kleine Steinchen vom Streusalz auf den Straßen nimmt er mit und zwar nicht nur auf Parkett oder Laminat, sondern auch Kurzflor-Teppichen und Bodenplatten. Die beim D68 verlängerten Seitenborsten des Geräts, die der Hauptrolle den Schmutz zu wischen, sind definitiv eine Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger. 

Saugroboter-Neulingen sei jedoch gesagt, besenrein arbeiten automatische Staubsauger nicht. Egal weches Modell, nie wird der Boden so sauber, wie bei einer manuellen Reinigung. Generell sollten Sie sich gut überlegen, ob sich eine Anschaffung eines Staubsauger-Roboters für Sie lohnt. Eine entsprechende Kaufberatung finden Sie hier.

Die Reinigung

Schon alleine aufgrund der oben erwähnten Anbringung der Staubsensoren, empfiehlt es sich, den Roboter nach jedem Saugvorgang zu reinigen. Die Kapazität der Staubbox ist mit 700 Millilitern recht begrenzt und könnte schon beim zweiten Durchgang überquillen. Besonders lange Haare erschweren die Reinigung und beeinträchtigen die Leistung des Saugers. Sie legen sich nämlich besonders gerne um die Aufhängung der Hauptrolle. Mitunter verbringt der Anwender also einen Teil der Zeit, die er durch das automatische Saugen spart, wieder mit der Reinigung seines Helferleins.

Fazit

Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 299 Euro bekommt der Käufer beim Deebot D68 einen funktionstüchtigen Saugroboter, der zwar chaotisch und somit nicht effizient, aber dafür verhältnismäßig gründlich arbeitet. Vorausgesetzt er kommt in alle Ecken des Raumes. Das Preis-Leistungs-Verhältnis geht aber in Ordnung.

Wer mehr von einem automatischen Staubsauger erwartet, muss auch mehr Geld ausgeben. Entsprechende Alternativen zum Deebot D68 finden Sie hier auf netzwelt.

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