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Android-Stick TVPeCee MMS-874.Dual-Core im Test
Für 100 Euro

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Ein Zweikern-Prozessor sollte es schon sein: Der Android-Stick TVPeCee hat ausreichend Rechenleistung für den Multimedia-Spaß am Fernseher. Schön: Android 4.1 ist bereits installiert. Leider kann der WLAN-Durchsatz des Sticks nicht überzeugen.

Wie alle Android-Sticks funktioniert der vom Elektronikhändler Pearl importierte TVPeCee MMS-874.Dual-Core nur an einem Fernseher oder einem anderen Gerät mit HDMI-Anschluss. Voraussetzung, um Inhalte aus dem Internet anzuzeigen, ist - ohne weiteres Zubehör - ein bestehendes WLAN-Netz. Der Mini-Rechner ist bei Pearl für rund 100 Euro zu haben.

Das Gerät ist genauso groß wie der erst kürzlich getestete Stick von Hama: zehn Zentimeter lang und vier Zentimeter breit. Das Design wirkt wie beim Hama-Rechner etwas klobig: Statt aber fast das gesamte Gehäuse mit Kühlrippen auszustatten, sind vier Mini-Kühlungsschächte beim TVPeCee-Stick auf der Vorder- und Rückseite verteilt. Schön sieht das nicht aus.

Der Android-HDMI-Stick TVPeCee MMS-874.Dual-Core zusammen mit Zubehör. Die Funktastatur befindet sich nicht im Lieferumfang.

Android-Version

Der Hersteller legt seinem Stick ein USB-Netzteil bei, sowie ein USB-Kabel, das zur Verbindung mit dem Stick dient. Außerdem mit im Lieferumfang: eine HDMI-Verlängerung, sodass der Stick mehr Platz bei der Verbindung mit dem Fernseher hat. Eine Fernbedienung fehlt, der Kauf einer Funktastatur empfiehlt sich. Pearl bietet etwa das Eingabegerät MFT-2402.TP für 30 Euro an, das auch im Test zur Bedienung  eingesetzt wurde.

Android ist in der Version 4.1 alias Jelly Bean vorinstalliert. Das bringt in der Handhabung mehr Geschwindigkeit als bei Variante 4.0 des Google-Betriebssystems, die auf den bereits getesteten TizzBird N1 und dem Hama Internet TV Stick bereitsteht. Der Startbildschirm des TVPeCee besitzt einen Programmlauncher am oberen rechten Displayrand. Die Android-Icons am unteren Anzeigerand ergänzt der Hersteller um einen Button zum Ausschalten des Gerätes. Insgesamt ist das Bedienungsdesign sehr reduziert, lässt sich aber mit Bordmitteln - etwa mit anderen Hintergrundbildern - etwas aufhübschen.

  • Pearl liefert ein USB-Kabel zum Anschluss an das ebenfalls beiliegende Netzteil mit. Die Funktastatur muss extra angeschafft werden. (Bild: netzwelt)
  • Der seitliche microSD-Kartenschlitz ist ein wenig sperrig verbaut. Nachrüstbar sind Karten mit bis zu 32 Gigabyte. (Bild: netzwelt)
  • Der micro-USB-Anschluss dient zum Verbinden mit dem Netzteil. Über den USB-Anschluss daneben werden weitere Eingabegeräte angeschlossen. Per Hub lassen sich die Anschlüsse vervielfachen. (Bild: netzwelt)
  • Die Funktastatur MFT.-2402.TP ist nicht im Lieferumfang inbegriffen. Die Anschaffungskosten in Höhe von 30 Euro lohnen sich aber. (Bild: netzwelt)
  • Der Empfänger der Funktastatur muss am Stick angeschlossen werden. Zu finden ist der Adapter auf der Rückseite des Eingabegerätes. (Bild: netzwelt)
  • Auf der Vorder- und Rückseite befinden sich kleine Kühlungsrippen. (Bild: netzwelt)
  • Nach dem Einschalten dauert es ein wenig bis Android auf dem Fernseher zur Verfügung steht. (Bild: Screenshot)
  • Das Videoportal mit angemeldetem Google-Konto.(Bild: Screenshot)
  • Komfortabel: Jede Audio-App auf iOS-Geräten leitet Signale per Apples Funkprotokoll an den Stick und damit an den Fernseher weiter. (Bild: Screenshot)
  • In den Einstellungen der AirPlay DMR-App lässt sich die AirPlay-Wiedergabe steuern. (Bild: Screenshot)
  • Auch Videos lassen sich per AirPlay auf dem Fernseher wiedergeben. Auf dem iOS-Gerät wird das Zielgerät entsprechend angegeben. (Bild: Screenshot)

Dual-Core-Chip

Der eingebaute Cortex A9 Dual-Core-Chip mit einer Taktfrequenz von 1,6 Gigahertz verleiht dem Stick Flügel im Vergleich zu den spärlich ausgestatteten Vergleichsgeräten von TizzBird und Hama. Das macht sich auf dem Papier in den AnTuTu-Benchmark-Ergebissen bemerkbar, wo der TVPeCee 8.027 Punkte erreichte.

Auch in der Praxis zeigt sich der Leistungszuwachs: Mit dem Dual-Core-Chip im Gepäck läuft die Bedienung runder und flüssiger. Das gilt auch für die HD ready- und Full HD-Videowiedergabe, wenn sie von einer MicroSD-Karte oder einem USB-Speicher erfolgt. Am USB-Anschluss des Sticks kann übrigens ein Hub mit externer Stromversorgung angeschlossen werden, sodass eine größere Festplatte, eine Maus oder eine Tastatur als Peripheriegeräte andocken können. MicroSD-Karten akzeptiert der Stick bis zu einer Speicherkapazität von 32 Gigabyte.

Software

Auf dem Mini-Rechner sind eine Reihe an Anwendungen vorinstalliert. Zum Beispiel Youtube, das Antivirenprogramm G Data Security, Google Mail oder Spiegel Online. Weitere Software findet ihren Weg auf den Stick über den Google Play Store. Dank der großzügigen Auswahl ist man eigentlich nicht genötigt, im Internet nach Installationsdateien zu suchen. Wenn doch, muss in den Sicherheitseinstellungen die Erlaubnis gegeben werden, Programme aus anderen Quellen installieren zu dürfen. Ab Werk ist dieser Parameter deaktiviert.

Wer per Android-Stick im Web surfen will, kann den vorinstallierten Android-Browser oder alternative Programme wie Dolphin, Firefox oder Chrome nutzen. Die optional erhältliche Funktastatur ist dafür bestens geeignet, weil sich mit den Page Up- und Down-Tasten relativ flüssig über eine Webseite navigieren lässt. Außerdem kann man über die eingebaute Touch-Oberfläche schneller Links aufrufen. Alternativ dienen eine herkömmliche Tastatur und Maus als Steuerzentrale. Für solche und andere Peripherie benötigt man allerdings einen USB-Verteiler, da am Stick selbst nur ein USB-Anschluss vorhanden ist. Eine Smartphone-App gibt es nicht als Fernbedienungs-Variante. Bluetooth wird ab Werk nicht unterstützt, kann aber wie bei den meisten Android-Sticks per Adapter nachgerüstet werden.

Spiele und Audio

Dank der Dual-Core-CPU liefen Android-Spiele wie Angry Birds oder das Jump'n'Run-Adventure Cordy 2 flüssig. Die Bedienung mit der Funktastatur von Pearl ist machbar, aber etwas gewöhnungsbedürftig. Ohnehin sind viele Android-Spiele auf die Smartphone- oder Tablet-Touchscreens optimiert, sodass einige Funktionen auf der Mattscheibe nicht bedient werden können. Hier gilt es auszuprobieren, welches Game am Fernseher spielbar ist und für welches eine Tastatur ausreicht. Alternativ kann man es mit einem Extra-Controller versuchen - für den zusätzliche Kosten anfallen.

Dank des Google Play Store stehen auch Streaming-Apps wie Spotify zur Auswahl. Der Sound wird per HDMI weitergereicht, andere Audioausgänge stehen nicht zur Auswahl. Anwender können den Sound also nicht abgreifen und diesen etwa an ihren Receiver weiterleiten - bei Audiounterhaltung mit dem TVPeCee muss der Fernseher angeschaltet bleiben.

WLAN

Wie bei allen Android-Sticks gelangen Anwender standardmäßig per WLAN ins Internet. Der TVPeCee unterstützt laut Hersteller n-Verbindungen bis maximal 150 Megabit pro Sekunde. In der Praxis erreichte netzwelt durchschnittlich 11,8 Megabit pro Sekunde. Dabei befand sich der WLAN-Router nur einen Raum weiter. Beim Betrieb am Desktop-Rechner, noch weiter vom Hotspot entfernt, bekamen wir schon kein Signal mehr.

Die Wiedergabe von Netzwerkfreigaben oder von Medien auf NAS-Systemen stellen dank der UPnP-Unterstützung für den TVPeCee kein Problem dar. Der vorinstallierte Dateiexplorer greift bei Bedarf auf die Dateien zu. Auch UPnP-Apps können problemlos angewendet werden - sie dienen als Kontrollpunkte, die sämtliche UPnP-Server im Netzwerk finden und Datenströme an den Fernseher weiterleiten. Der TVPeCee unterstützt übrigens von Haus aus Apple AirPlay. Alternativ kann das Feature nur über einige Android-Apps nachgerüstet werden. Das ist aber längst nicht so komfortabel.

Fazit

Der TvPeCee zeigt wie alle bereits getesteten Android-HDMI-Sticks Mängel beim WLAN-Durchsatz. Deshalb sollte der Router in der Nähe stehen. Bei der Bedienung, bei Spielen und der Videowiedergabe verrichtet der Dual-Core-Chip einen guten Dienst. Der TVPeCee ist deshalb die bessere Wahl als der TizzBird N1 oder der Internet TV Stick von Hama.

Über weitere Android-Sticks für die Hosentasche können Sie sich hier auf netzwelt informieren.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit seinem Dual-Core-Chip bringt der Android-Stick TVPeCee MMS-874 ausreichend Leistung für Multimedia im Wohnzimmer mit. Allerdings zeigt das Gerät beim WLAN-Durchsatz Schwächen.

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  • Tobias Claren schrieb Uhr
    AW: Android-Stick: Minirechner TVPeCee von Pearl im Test

    XBMC?

    ICh berichtete davon, dass DreamDroid (welches als Videoplayer eine App wie Daroon, Wondershare usw. nutzt) bei start eines HD-Streams von Vu+ oder Dreambox (Enigma2) das Video nicht flüssig spielt. Am PC aus dem Webbrowser heraus gestartet (Stream in Mediaplayer, VLC usw.) läuft es flüssig.

    Eines der schnelleren Geräte als Galaxy Tab 10.1 ist nicht zum Testen da.
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Android-Stick: Minirechner TVPeCee von Pearl im Test

    ... ruckeln bzw. der Stream bleibt stehen. ...

    Eventuell ist das Problem bei der Wiedergabe über die Geräte die Software-Architektur der App. Du könntest in dem Zusammenhang mal XBMC ausprobieren: www.netzwelt.de/download/16595-xbmc-app-android-apk.html

    Weitere Informationen zu XBMC findest Du in diesem Artikel: www.netzwelt.de/news/95627-xbmc-12-1-frodo-media-player-software-android-hdmi-sticks.html
  • Tobias Claren schrieb Uhr
    AW: Android-Stick: Minirechner TVPeCee von Pearl im Test

    Hallo.

    Kann das Gerät auch HDTV wiedergeben? Also z.B. ARD, ZDF, RTL HD, usw.. Das Galaxy S und das Galaxy Tab 10.1 ruckeln bzw. der Stream bleibt stehen. Mir geht es um die Nutzung der App DreamStreamoid oder DreamDroid. Im Browser des PC kann man es besser wiedergeben, das heißt es müsste am Android-Wiedergabegerät liegen. Seltsamerweise schaffen die beiden Geräte wohl 1080p-Videos, aber die 1080i-Streams von den TV-Sendern sind ein Problem. Kein Problem sind aber die SD-Sender.

    Einziger Nachteil dieses Szenario wäre die Bedienung, denn das ist eine App wo man nicht mal eben die Sender wechselt. Die App startet den Stream in einem externen Video-Player Man muss den Stream beenden, und dann den nächsten Sender wählen. Da muss ich mal die Programmierer der Apps fragen ob man nicht eine Fernbedienmöglichkeit integrieren könnte. Z.B. von einem anderen Android-Gerät.....
  • netzwatt schrieb Uhr
    AW: Android-Stick: Minirechner TVPeCee von Pearl im Test

    Coole Sache, man kann dann mit Fernseher Surfen ;)

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http://www.netzwelt.de/news/95474-android-stick-tvpecee-mms-874-dual-core-test.html
2013-03-25 14:46:51
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Android-Stick TVPeCee MMS-874.Dual-Core im Test