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Samsung Chromebook 303C im Test
Legitimer Netbook-Nachfolger mit einigen Eigenheiten

von Michael Knott
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Das Samsung Chromebook 303C könnte man als den legitimen Nachfolger der Netbooks bezeichnen. Vieles macht das Gerät im Test besser, dennoch wirft das günstige Notebook ein paar Fragen auf.

Das ist kein normales Notebook: Das Samsung Chromebook 303c ist nicht nur leichter, sondern mit einem Preis von 299 Euro auch günstiger als die meisten Laptops. Auch beim Betriebssystem schlägt es einen Sonderweg ein. Denn statt eines klassischen Betriebssystems installiert Samsung Chrome OS auf dem Leichtgewicht. Ob dieses Konzept aufgeht, verrät der Testbericht.

Kein Windows, kein Linux und natürlich auch kein Mac OS X: Wer noch nie etwas von Chrome OS gehört hat, gerät beim Aufklappen des Samsung Chromebook 303C ins Stocken. Wo ist der Desktop? Wo die Programme? Gibt es keinen Start-Button? Unter Chrome OS ist zunächst alles ein wenig anders. Es dauert aber kaum länger als ein paar Tage, wenn überhaupt, bis man das selbsterklärende Betriebssystem durchschaut hat. Eine kurze Einführung zu Chrome OS und dessen Kernfunktionen finden Sie hier.

Verarbeitung und Design

Gerade einmal 1.122 Gramm bringt das Chromebook 303C12 A01, so die volle Produktbezeichnung des Testgerätes, auf die Waage. Für ein Notebook der 11,6-Zoll-Klasse ist dies ein guter, wenngleich auch kein Spitzenwert. Zum Vergleich: Das bekannte MacBook Air von Apple bringt es bei gleicher Bildschirmdiagonale auf 1.080 Gramm, verfügt jedoch über das robustere Aluminiumgehäuse. Das Samsung-Chromebook besteht vollständig aus Kunststoff.

Bei der Verarbeitung erlaubt Samsung sich wenige Patzer. Es sind keine auffälligen Spaltmaße zu erkennen und das verwendete Plastik hinterlässt einen robusten Eindruck. Lediglich der Displaydeckel lässt sich nach Geschmack von netzwelt ein wenig zu weit eindrücken. Ein gravierender Schönheitsfehler ist der Bereich unterhalb des Displays, der einen tiefen Blick auf die dahinterliegenden USB-Schnittstellen gewährt.

Anschlussseitig bietet das 303c einen USB-3.0-Anschluss, eine USB-2.0-Schnittstelle sowie einen HDMI-Ausgang auf der Rückseite. Ebenfalls auf der Rückseite verbaut Samsung, ganz der "Alway-On-Philosophie" entsprechend, optional einen SIM-Kartenschacht für das 3G-Modem. Außerdem findet sich an der Gehäuseflanke noch ein SD-Kartenschacht. Im Gegensatz zum Chromebook der Series 5 verfügt das Testgerät jedoch nicht über einen Ethernet-Port. Eine kleine Webcam mit einer Auflösung von 0,3 Megapixel vervollständigt das Ausstattungspaket.

Leistung

Als Haupt-Prozessor kommt ein Exynos 5250 mit integrierter Grafik zum Einsatz. Normalerweise findet man diesen Chipsatz eher in leistungsfähigen Tablet-Computern. Der Dual-Core-Prozessor mit einer Taktrate von 1,7 Gigahertz entpuppte sich im Test jedoch als überraschend gute Wahl, wenn man das Haupteinsatzgebiet des Chromebook betrachtet. Zu nennenswerten Verzögerungen kam es im Test nicht, auch an anspruchsvolleren Spielen aus dem Chrome Web Store verschluckt sich die CPU nicht. Viele gleichzeitig geöffnete Browser-Tabs führen jedoch bisweilen zu langsamen Ladezeiten.

Aus dem Ruhezustand erwacht das Samsung 303C augenblicklich. Sobald man den Display-Deckel anhebt, ist es einsatzbereit. Fährt man das Gerät vollständig herunter, vergehen nach dem Druck auf den Power-Knopf etwa 18 Sekunden, bis das Chromebook von Samsung voll einsatzbereit ist.

Mehr als dürftig erscheint auf den ersten Blick der Speicher: Gerade einmal 16 Gigabyte stehen dem Nutzer zu Verfügung. Immerhin verzichtet Samsung auf die Installation von lästiger Bloatware. Die Höhe des Arbeitsspeichers beträgt zwei Gigabyte. Die geringe Kapazität gehört zum Konzept: Programme landen nur temporär auf dem internen Speicher des Chromebooks. Voluminöse Medien, wie Filme und Foto-Sammlungen, sollen Nutzer in der Cloud, sprich bei Google Drive auslagern. Eine Internetverbindung sollte daher für Chrome OS-Nutzer stets in greifbarer Nähe sein.

Jeder der ein Chromebook neu erwirbt erhält von Google ein Speicher-Volumen von 100 Gigabyte beim Cloud-Dienst Drive. Dieses ist in der Nutzung die ersten zwei Jahre kostenlos und schlägt in den Folgejahren mit knapp fünf US-Dollar im Monat zu Buche.

Display und Tastatur

Klappt man das Display auf, kommt eine angenehm große Chiclet-Tastatur zum Vorschein. Leider wird der maximal mögliche Aufklappwinkel durch eine Wulst, in der die Scharniere untergebracht sind, begrenzt. Der maximale Winkel beträgt daher nur etwa 120 Grad. Der Druckpunkt der Tasten ist nach Geschmack von netzwelt sehr gut.

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Das Display des Samsung Chromebook 303C misst 11,6 Zoll. (Bild: netzwelt)

Die einzeln aufgehangenen Drücker liefern exaktes Feedback und angenehmen Hub, sodass schnelles und treffsicheres Tippen möglich ist. Leider sind die Tasten nicht beleuchtet, was das Arbeiten im Dunkeln erschwert. Dafür sind Sondertasten vorhanden, die im Alltag die Arbeit ungemein erleichtern. Die Extra-Drücker zum Seitenblättern, Seiten-Refresh oder zur Vollbilddarstellung würden auch anderen Notebooks gut zu Gesicht stehen. Besonders groß fallen die Steuerung- und Alt-Tasten aus. Außerdem bietet das Gehäuse den Handballen trotz der kompakten Größe genügend Raum, um diese bequem beim Schreiben abzulegen.

Wenig auszusetzen gibt es auch am Trackpad. Mit einer Diagonalen von elf Zentimetern bietet es ausreichend Raum für die Finger. Die Druckpunkte sind exakt, zudem unterstützt es Zwei-Finger-Gesten, ab Werk jedoch nicht die Pinch-To-Zoom-Geste.

Das wird mobile Anwender freuen: Das Samsung-Chromebook verfügt über einen mit LED hintergrundbeleuchteten, entspiegelten Monitor, der auch das Arbeiten im Freien erlaubt. Die Auflösung beträgt 1.366 x 768 Bildpunkte. Leider fallen die Blickwinkel verhältnismäßig klein aus und es kommt schnell zu Farbverfälschungen, wenn man aus einem ungünstigen Blickwinkel auf die 11,6 Zoll große Anzeige blickt. Im Test war das Chromebook für eine Arbeitszeit von knapp über sechs Stunden, bei mittlerer Bildschirmhelligkeit gut, bevor es wieder nach einer Steckdose verlangte.

Samsung bietet das Chromebook 303C mit und ohne UMTS-Modul an. Die UMTS-Version kostet mit 349 Euro 50 Euro mehr. Zu bedenken gilt bei beiden Versionen: Nutzer sollten sich vor dem Kauf mit dem Google-Betriebssystem Chrome OS vertraut machen.

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Samsungs Chromebook läuft nicht mit Windows und auch nicht mit Linux sondern mit Chrome OS. Ob das gut geht, verrät der Testbericht.
http://www.netzwelt.de/news/95447-samsung-chromebook-303c-test.html
2013-03-19 08:09:05
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/samsung-chromebook-303c-produktbild-114937.jpeg
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