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Kommentar: Wie Samsung Apple und Microsoft überholt Erfolgsrezept Android

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Die Fronten haben sich verschoben: Längst ist Samsung an Apple und Co. vorbeigezogen. Doch ohne sein Betriebssystem Android wäre Samsung niemals so erfolgreich geworden.

Mit der Vorstellung von Samsungs Galaxy S4 wird der Hightech-Riese endgültig zum ebenbürtigen Konkurrenten für Apple. Der Erfolg des südkoreanischen Unternehmens ist aber vor allem auf ein Produkt zurückzuführen, das gar nicht von Samsung stammt.

Samsung präsentiert das Samsung Galaxy S4 in der Radio City Music Hall.

Was hat das Unternehmen Apple aus dem Jahr 2013 mit Mercedes Benz aus 1980 gemeinsam? Eine ganze Menge. Vor allem die marktführende Position, die überlegene Produktqualität, die hohen Preise - und das starke Image. Mercedes galt als Paradebeispiel erstklassigen Autobaus, Apple ist Vorbild für für makellosen Hightech.

Apple-Fans und Apple-Gegner

Der Vergleich mit Mercedes-Benz zeigt schon, worauf diese Argumentation hinausläuft. Mercedes-Benz ist immer noch erfolgreich, aber der Glanz von einst ist weg. In der Oberklasse tummeln sich heute auch BMW und Audi. Dass manche Experten heute schon einen langsamen Niedergang Apples voraussagen, hat auch etwas mit dem oben erwähnten Image zu tun, und das ist eine weitere Parallele zu Mercedes-Benz.

Denn vielen Autofahrern galt Mercedes damals schon als protziger Schlitten für die Bonzen der Wirtschaftswunder-Ära. "Beim Mercedes ist die Vorfahrt eingebaut", so lautete damals ein abfälliger Spruch. Auch Apple hat zunehmend Imageprobleme. Viele halten den Nobelhersteller heute für eine geheimnistuerische und arrogante Sekte, die ihre Kunden entmündigt. Das Image von Apple hält also auch viele potenzielle Kunden fern.

Der größte Noname-Konzern der Welt

Das ist auch einer der Gründe, warum gerade Samsung in den letzten zwei Jahren zum Hauptkonkurrenten aufgestiegen ist. In der Hightech-Geschichte war Samsung nie ein besonders auffälliger Player. Anders als Sony (Walkman), Microsoft (Windows), Motorola (Razr) oder Apple (iPhone) haben die Koreaner vor dem ersten Galaxy nie ein besonders imageträchtiges Produkt entworfen. Der Konzern galt zwar als technisch kompetent und solide, aber spektakulär? Nein. Jeder kennt die CEOs von Apple, Sony oder Microsoft. Wer kennt schon den Chef von Samsung? Möglicherweise liegt das auch daran, dass Samsung als koreanisches Unternehmen immer eine gewisse kulturelle Distanz zu den USA oder zu Europa hatte.

Samsung ist so etwas wie der größte Noname-Konzern der Welt. Gegenüber Apple ist das aber ein Vorteil, weil Samsung keine Feinde hat. Und keine Feinde sind immerhin potenzielle Kunden.

Aber das allein erklärt natürlich nicht den Erfolg der Galaxy-Smartphones und Tablets. Eine Grundlage des Erfolgs ist zweifellos die Produktqualität. Die Samsung-Entwickler haben bei den Smartphones ganze Arbeit geleistet. Wer einmal ein Telefon wie das Samsung Galaxy S3 Mini auch nur fünf Minuten in der Hand gehabt hat, weiß: Die Dinger sind gut.

Samsung hat laut Zahlen des Marktforschungsunternehmens Gartner 2012 fast 385 Millionen Smartphones verkauft. Apple dagegen "nur" 130 Millionen Geräte. Der Vergleich hinkt natürlich, weil Apple praktisch nur ein iPhone zu bieten hat, und Samsung eine ganze Reihe von Smartphones. Trotzdem zeigen die Zahlen die schiere Marktmacht Samsungs.

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Mehmet Toprak
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