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Internetkriminalität: Was ist dran an den Cybercrime-Zahlen? Sex, Lügen und Studien

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In zahlreichen Studien zeigen Softwareanbieter Jahr für Jahr wie wichtig ihre Produkte sind und präsentieren immer neue Zahlen für das Ausmaß von Internetkriminalität. Wenn man die Zahlen jedoch genauer unter die Lupe nimmt, kommt man ins Stutzen. Das Geschäft mit dem Cybercrime boomt offensichtlich. Aber anders, als vielleicht manch einer denkt.

Zwischen 23,5 Milliarden und einer Billion Euro sollen jährlich Nutzern an Schaden durch Internetkriminalität entstehen. Dies behaupten zumindests Sicherheits-Software-Hersteller wie McAfee oder Symantec. Zum Vergleich: Die UN schätzt den jährlichen Umfang des weltweiten Drogenmarkts auf mehrere hundert Milliarden Euro. Mit Cybercrime lässt sich also mitunter mehr verdienen als mit dem Verkauf von illegalem Rauschgift. Kann das stimmen?

Die Angst vor Cybercrime nimmt zu, verdeutlicht eine Bitkom-Umfrage. (Quelle: Bitkom)

Was ist Cybercrime?

Während die einen Studien lediglich den "harten Kern" der Online-Kriminalität berücksichtigen und sich auf Betrug bei Online-Banking, Spam und Phishing konzentrieren, haben andere Studien ein eher weites Verständnis vom Begriff Cybercrime. Ein Beispiel: Die meisten Banküberfälle werden mit dem Auto verübt. Niemand würde aber auf die Idee kommen, Banküberfälle in die Statistik für Verkehrsdelikte zu packen, da das Auto eben alltägliches Fortbewegungsmittel ist. Kritiker sehen ähnliche Probleme bei der Abgrenzung von Cybercrime gegenüber Betrugsdelikten. Die Grenze wird in vielen Ländern unterschiedlich gezogen, wenn es um offizielle Polizeistatistiken geht.

Unterstelltes Eigeninteresse

Viele der Studien zu Cybercrime werden von Sicherheitsunternehmen oder Innenministerien finanziert. Hier kann man natürlich bemängeln, dass diese Institutionen ein gewisses Eigeninteresse daran haben können, die Bedrohungslage möglichst dramatisch zu schildern. Denn je größer die Bedrohung durch Cybercrime wahrgenommen wird, desto mehr Geld wird für IT-Sicherheitsprodukte ausgegeben und desto mehr Geld fließt auch in den Etat von staatlichen Sicherheitsbehörden. Unabhängige Studien, die nicht von Unternehmen querfinanziert werden, sind rar. Trotzdem schaffen es Studien von IT-Sicherheitsanbietern immer wieder in die Schlagzeilen der IT-Magazine ohne kritisches Hinterfragen der Studienmethoden. Schließlich verkaufen sich Schlagzeilen mit bedrohlichen Cybercrime-Szenarien gut, denn immer neue Rekordzahlen wecken das Interesse der Leser.

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