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Fitbit Flex im Test
Direkte Konkurrenz zum Jawbone Up

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Fitbit Flex ist seit Kurzem in Deutschland erhältlich und steht hierzulande in direkter Konkurrenz zum Jawbone Up. Die Kombination aus Schrittzähler und Aktivitätstracker zieht in Sachen Design den Kürzeren, liegt in anderen Punkten aber klar vorn.

Fitbit Flex ist der neueste Schrittzähler und Aktivitätstracker des gleichnamigen US-amerikanischen Herstellers. Direkter Konkurrent ist das Jawbone Up, das in puncto Design klar vorne liegt. In anderen Bereichen wiederum mach das Fitbit-Armband das Rennen. Der netzwelt-Test zeigt warum.

Genau wie Nike und Jawbone will es nun auch Fitbit mit einem Aktivitätstracker als Armband auf dem Markt versuchen. Bisher hatte der US-amerikanische Hersteller nur Clips im Angebot. Die Fitness-Gadget-Konkurrenz wächst dabei stetig. Auch LG präsentierte auf der CES in las Vegas Anfang des Jahres ein entsprechendes Gerät. Auf dem deutschen Markt gestaltet sich der Wettbewerb allerdings noch übersichtlich. Der einzige direkte Konkurrent ist Hersteller Aliph mit dem Jawbone Up.

Funktionen

Genau wie Up zählt Flex die zurückgelegten Schritte und schätzt die verbrauchten Kalorien. Dafür greift der Tracker - wie sein Konkurrent - auf einen 3-Achsen-Beschleunigungssensor und entsprechende Algorithmen zurück. Das Fitbit-Armband misst zudem noch die zurückgelegte Distanz und gibt Auskunft über das allgemeine AktivitätsIevel. Allerdings sammelt es nicht die erklommenen Stufen wie noch der Vorgänger Ultra.

Auch für die Messung der Schlafphasen lässt sich Flex nutzen. Allerdings muss der Träger den Tracker manuell auf die Nachtruhe vorbereiten. Fitbit Flex merkt also nicht selbst, ob sein Träger liegt. Die Qualität des Schlafs wird anhand der Bewegung des Trägers gemessen. Bewegt er sich viel, geht das Armband von Leichtschlaf aus, bewegt er sich nicht dementsprechend von Tiefschlaf.

Fitbit Flex im Test

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Die Funktionen haben sich im Vergleich zu den Vorgängern Zip und One nicht verändert. (Bild: netzwelt)

Wer will, kann Flex auch als stillen Wecker nutzen. Das Armband vibrierte im Test zuverlässig zur vorher konfigurierten Zeit. Absolute Genauigkeit ist jedoch weder bei der Schritt- noch bei der Schlafanalyse zu erwarten.

Genauigkeit

Fitbit selbst betont auf seiner Webseite immer wieder, dass der Tracker eine Tendenz veranschaulicht und präzise Messwerte nicht das Ziel sind. Im netzwelt-Test divergierten die gezählten von den tatsächlichen Schritten in der Regel um etwa zehn Längen.

Allerdings bietet Fitbit mehr Möglichkeiten als andere Hersteller, den Tracker zu konfigurieren und beispielsweise mit der individuellen Schrittlänge zu füttern. Im Test führte dies tatsächlich zu einem anderen Ergebnis, für mehr Präzision sorgte die Konfiguration aber nicht.

Schlechte Verarbeitung

Speziell das erste Anlegen des Fitbit Flex gestaltet sich schwierig. Der Verschluss besteht aus Plastik und lässt sich nur mit sehr viel Kraft in die vorgesehenen Löcher im Gummiarmband pressen. Nach mehrmaligem Gebrauch wird das Anlegen einfacher. Spaß macht es dennoch nicht. Wenigstens hält der sperrige Verschluss.

Das Armband wirkt zudem auch im Neuzustand, als ob es bereits im Einsatz war. Generell ist das Design - speziell im direkten Vergleich zum Jawbone Up - klobig. Zwischen LED-Anzeige und Armband entstanden beim Einlegen des Trackers unschöne Spaltmaße, die bei längerer Verwendung dauerhaft bleiben könnten. Da sich der Tracker leicht entnehmen lässt, können Nutzer zwar bei Bedarf ein neues Armband kaufen, der Formfaktor ändert sich jedoch nicht. Fitbit bietet derzeit nur ein Modell in unteschiedlichen Farben an. Netzwelt empfand das Gadget am Arm am Ende eines Tages als störend. Personen, die normalerweise keine Armbänder tragen, dürfte dies ähnlich sehen.

Genau wie Up ist Flex wasserfest und kann problemlos unter der Dusche getragen werden. Einen Tauchgang oder einen Besuch im Schwimmbad überlebt der Tracker jedoch nicht. Viele der Minuspunkte die Flex beim Design sammelt macht das Gerät im Bereich Konnektivität wieder wett. Vor allem, da im Gegensatz zu Up auch kabellose Verbindungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Kabellose Verbindung

Im Vergleich zu seinen Vorgängern Zip und One besitzt Flex nicht nur Bluetooth 4.0, sondern auch NFC. Außerdem kann der Tracker nicht nur mit dem Smartphone oder Tablet, sondern mithilfe eines USB-Dongles auch mit PC oder Mac verbunden werden. Der Datentransfer gelingt allerdings nur über Bluetooth oder USB und nicht via NFC. Mittels letzterem lässt sich lediglich die Fitbit-App aufrufen - schade.

Genau wie Up besitzt Flex keine Anzeige, weshalb der Blick in die zugehörige Anwendung für iOS und Android die einzige Möglichkeit ist, um sich unterwegs seines Fortschritts zu vergewissern (Fitbit weist folgende Geräte als kompatibel aus). Die kleinen LEDs des Armbands zeigen lediglich, wie viel Prozent des Tagesziels bereits erreicht wurden. Wer mehr wissen will, muss die App oder das Dashboard im Browser aufrufen und somit zwangsläufig sein Handy aus der Tasche ziehen - während des Sports ziemlich nervig. Immerhin: Das Ziel lässt sich individuell konfigurieren, wodurch der Nutzer wenigstens den für ihn wichtigsten Wert im Auge behalten kann.

Software

Ein großer Vorteil gegenüber dem Jawbone-Konkurrenten ist die Desktop-Version der Fitbit-App. Nutzer können also auch am großen Bildschirm ihre Daten verwalten und nicht nur per Smartphone oder Tablet, wie es beim Up der Fall ist.

Beim Dashboard-Design orientiert sich Fitbit an Windows 8 und setzt auf große Flächen, die für Übersicht sorgen. Jedenfalls in der US-Version, die hier getestet wurde. Die deutsche Variante wird Fitbit zufolge noch im Juni aktualisiert.

Wie bisher auch, lassen sich in der Browser-Version wie auch in der App Trainingsziele festlegen und die eigene Ernährung im Auge behalten. Der Nutzer erhält zudem diverse Statistiken, etwa über seine aktivsten Stunden, zurückgelegten Schritte sowie Auszeichnungen für besondere Leistungen. Für eine zusätzliche Gebühr von 50 US-Dollar im Jahr kann der Nutzer zudem weitere Statistiken abrufen und sich mit gleichaltrigen Fitbit-Nutzern vergleichen sowie detaillierte Trainingspläne erstellen.

Persönliche Fortschritte können natürlich auch mit Freunden geteilt werden. Eine eigene Community wie eine Schnittstelle zu Facebook ist vorhanden. Verbindungen zu Konkurrenzplattformen wie Runkeeper oder Runtastic allerdings nicht.

Das neue Dashboard-Design orientiert sich an Windows 8. (Quelle: Screenshot fitbit.com)

Lokalisiertes Lebensmittelarchiv

Im Vergleich zum letzten Test während des Marktstarts des Fitbit Ultra hat sich vor allem die Lebensmitteldatenbank des Herstellers stark verbessert. Diese ist nun für den deutschen Markt lokalisiert, sodass zahlreiche hierzulande gängige Nahrungsmittel wie beispielsweise Vollkornbrot vertreten sind.

In diesem Punkt hat Jawbone definitiv das Nachsehen, da typisch deutsche Produkte in der Datenbank des Herstellers meist noch fehlen. Dafür bietet die Up-App die Möglichkeit, Mahlzeiten mit einem Foto festzuhalten, was bei Fitbit fehlt.

Akku-Laufzeit

Hersteller Fitbit zufolge hält der Flex-Akku fünf Tage lang durch. Im Test musste der Tracker schon etwas früher wieder an sein USB-Aufladegerät. Grund hierfür dürfte auch der ständige Aufbau einer Funkverbindung sein.

Alle 15 Minuten versucht Flex seine Daten zu senden. Findet er einen Empfänger, also ein synchronisiertes Smartphone oder den Dongle, sogar jede Minute. Wer seinen Akku schonen will, sollte also die Bluetooth-Funktion des synchronisierten Geräts ausstellen.

Fazit

In puncto Preis ist der Sieger schnell ermittelt. Denn Flex ist bereits für 30 Euro weniger als Up zu haben. 99,95 Euro kostet das Armband bei Fitbit. Allerdings macht sich die Einsparung an den Materialien und der Verarbeitung des Armbands bemerkbar.

Dafür bekommen Flex-Nutzer die Option, ihr Dashboard am Rechner einzusehen sowie eine lokalisierte Nahrungsmitteldatenbank. Wer sich also nicht allzu sehr an dem klobigen Design stört, darf zugreifen. Vor dem Kauf sollten Sie Fitbit Flex aber unbedingt testweise anlegen.

Einen umfangreichen Test zum Konkurrenten Jawbone Up finden Sie hier. Ob es unbedingt ein Tracker sein muss oder vielleicht auch der Kauf einer Sport-App reicht, lesen Sie in unserer Kaufberatung.

Kommentare zu diesem Artikel

Fitbit Flex ist seit Kurzem in Deutschland erhältlich und steht hierzulande in direkter Konkurrenz zum Jawbone Up. Die Kombination aus Schrittzähler und Aktivitätstracker zieht in Sachen Design den Kürzeren, liegt in anderen Punkten aber klar vorn.

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  • Elle schrieb Uhr
    AW: Ausprobiert: Fitbit Flex auf der CeBIT 2013

    Mein Fitbit - Flex hat überhaupt keine Probleme im Schwimmbad. Laut Dokumentation muss er das auch aushalten
  • Unregisterd schrieb Uhr
    AW: Ausprobiert: Fitbit Flex auf der CeBIT 2013

    Hi! Von wann ist dieser Artikel eigentlich? Der erste Kommentar ist vom 06.03.13, angeblich ist der Artikel aber vom 17.06. Ich hätte da einige Fragen. Ich habe den One und möchte auf ein Armband umsteigen. Beim Up stört mich das fehlende Bluetooth, beim Flex stört mich die App, die mir absolut nicht gefällt. Und genau da fangen die Fragen an. Ich nutze den One und die iPhone App. Hier stehen im Artikel einige Dinge, die ich komisch finde. Zum Beispiel die Schlafphasen. Mein One zeigt nur "Aufgewacht" und "Schlafen" an. Auch die Schrittlänge kann ich nicht bearbeiten. Und eine Verbindung zu Runtastic zum Beispiel ist sehr wohl möglich. Meine Frage ist jetzt, ob das Flex tatsächlich andere Funktionen wie das One hat oder ob der Artikel schon so alt ist, dass er nicht mehr ganz aktuell ist. Wer schön, wenn ich noch eine Antwort bekommen könnte. Danke schon mal im Vorraus!
  • igrowdigital schrieb Uhr
    AW: Ausprobiert: Fitbit Flex auf der CeBIT 2013

    Die automatische Schlaferkennung bieten derzeit nur die in Deutschland noch nicht erhältlichen Geräte von Basis und Bodymedia welche abgesehen von diesem Vorteil noch etwas unausgereift sind. Mit dem Nike Fuelband, dem Jawbone Up und dem Fitbit Flex habe ich alle Tracker fürs Handgelenk getestet. Der Flex kommt meiner Meinung nach im Vergleich ganz gut weg. Hier mein Testbericht: http://igrowdigital.com/de/2013/06/fitbit-flex-den-schrittztahler-an-die-hand-genommen/
  • Arne schrieb Uhr
    AW: Ausprobiert: Fitbit Flex auf der CeBIT 2013

    Ich benutze den Up jetzt seit ende Mai und so etwas wie "Vollkornbrot" war von Anfang an drin. Zwischen zeitlich war die Datenbank sogar auf Deutsch also gehe ich davon aus das die Entwickler noch dabei sind die Struktur so umzustellen das die unterschiedlichen Sprechen gut unterstütz werden können. Bis jetzt bereue ich es nicht mir den Up gekauft zu haben.
  • Annika D. schrieb Uhr
    AW: Ausprobiert: Fitbit Flex auf der CeBIT 2013

    @Skylight: Da hast Du natürlich Recht. Danke für den Hinweis und entschuldige bitte den Fehler. Viele Grüße aus der Redaktion.
  • Skylight schrieb Uhr
    AW: Ausprobiert: Fitbit Flex auf der CeBIT 2013

    In eurem Artikel gibt es einen kleinen Fehler. Bereits der Fitbit One verfügt über die Weckfunktion via Vibration, die ist beim Flex also nichts neues.

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Fitbit Flex im Test
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Seit Kurzem ist Fitbits neuester Schrittzähler und Aktivitätstracker Flex auf dem Markt. Netzwelt hat sich das Armband angeschaut.
http://www.netzwelt.de/news/95346-fitbit-flex-test.html
2013-06-17 17:38:09
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/clickto-unterstuetzt-neben-windows-mac-os-x-bild-netzwelt9085.jpg
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