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Huawei Ascend P2 im Test
Downloads mit bis zu 150 Megabit pro Sekunde

von Jan Kluczniok
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LTE-Advanced unterstützen aktuell nur Top-Modelle wie das Samsung Galaxy Note 3 und das bereits seit Mai erhältliche Huawei Ascend P2, das es mittlerweile deutlich unter dem Herstellerpreis gibt. Eine preiswerte Alternative für Highspeed-liebende Internet-Fans? Netzwelt macht den Test.

Das Huawei Ascend P2 ist bereits seit Mai auf dem deutschen Markt. Aber erst jetzt gibt es auch die passenden Mobilfunknetze für das LTE-Advanced-Smartphone. Ein für Nutzer erfreulicher Nebeneffekt: Das Ascend P2 gibt es inzwischen deutlich unter dem Herstellerpreis. Ein Highspeed-Surf-Smartphone zum kleinen Preis also? Der netzwelt-Test verrät, ob das Ascend P2 ein echtes Schnäppchen ist.

Design und Verarbeitung

Das Design des Ascend P2 entspricht weitestgehend dem des Vorgängers. So besitzt es wieder ein abgerundetes Display, das nahtlos ins Gehäuse übergeht - schick! Der Bildschirm ist zwar von 4,3 auf 4,7 Zoll gewachsen, dennoch liegt das Ascend P2 weiterhin bequem in der Hand. Kein Wunder: Es ist gerade einmal 1,9 Millimeter breiter als das Ascend P1. In der Höhe hat das Ascend P2 dagegen um 7,2 Millimeter zugelegt.

Huawei Ascend P2

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Das Ascend P2 ist trotz größeren Displays nur unwesentlich größer als der Vorgänger (rechts). (Bild: netzwelt)

Der Einschaltknopf befindet sich weiterhin am oberen Rand des Smartphones, was problematisch ist. Denn um ihn zu erreichen, muss der Nutzer die Finger ganz schön strecken. Beim Ausüben von Druck auf die Taste drückt der Nutzer oftmals aus Versehen auf der Gegenseite gleich die Lautstärketasten mit. Das rutschige Kunststoffgehäuse erhöht dabei die Gefahr eines Sturzes.

Erhältlich ist das Ascend P2 in Schwarz oder Weiß.

Hardware

Huawei verbaut im Ascend P2 einen HD-Bildschirm mit sogenannter In-Cell-Technologie. Hierbei werden die Bildschirm- und die Touchschicht in einer Schicht zusammengefasst. Dadurch wird die Blickwinkelabhängigkeit reduziert: Egal wie netzwelt das Ascend P2 drehte und wendete, Farbverfälschungen waren nicht zu erkennen. Dass die Technik auch für verminderte Reflexionen sorgt, konnte der Test allerdings nicht bestätigen. Das Ascend P2 spiegelt deutlich. Die Reflexionen stören die ansonsten auch bei direkter Sonneneinstrahlung gute Ablesbarkeit.

Dafür trumpft das neue Display mit der Magic Touch genannten Technik auf. Sie ermöglicht, das Smartphone auch mit Handschuhen zu bedienen - sogar mit dickeren Lederhandschuhen funktioniert Magic Touch, wie sich im Test zeigte. Allerdings stößt die Technik ähnlich wie beim Nokia Lumia 920 an ihre Grenzen, sobald Präzision bei den Fingereingaben gefragt ist. Längere Mails mit Handschuh würde netzwelt nicht tippen wollen - die Fehlerquote ist zu hoch.

Als Prozessor fungiert Huaweis eigener Quad-Core-Chip K3V2. Er taktet im Ascend P2 mit 1,5 Gigahertz, und ihm steht ein Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der Chip stammt aus dem Jahr 2012 und enttäuschte im Test. Im Browserbenchmark Sunspider war das Ascend P2 mit einer Zeit von durchschnittlich 3.124,2 Millisekunden weit entfernt von den aktuellen Spitzenmodellen der Konkurrenz. Zum Vergleich: Apples iPhone 5s schafft den Test in 409 Millisekunden. Sichtbar wird der Mangel an Rechenleistung nicht nur in Benchmarks: Auch beim Spielen von Dead Trigger oder Riptide GP kam der K3V2 ins Stocken - kleine Ruckler waren die Folge.

Der interne Speicher des Ascend P2 fasst 16 Gigabyte, durch das System sind ab Werk davon knapp vier Gigabyte belegt. Für die Daten des Nutzer bleiben noch rund 12 Gigabyte übrig. Erweitern lässt sich der Speicher nicht.

Das Huawei Ascend P2 unterstützt alle drei in Deutschland genutzten LTE-Frequenzen. Mehr noch: Das Gerät ist bereits kompatibel zur Erweiterung LTE Cat 4, auch LTE-Advanced, genannt. Theoretisch sind mit dem Ascend P2 also Downloads mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 Megabit pro Sekunde möglich. Dazu müssen die Netze aber auch LTE-Advanced unterstützen. Das tun bislang nur das Vodafone- und das Telekom-Netz - allerdings noch nicht flächendeckend.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Huawei Ascend P2 ist gut, erreicht aber nicht ganz das Niveau von aktuellen Spitzenmodellen wie dem Apple iPhone 5s. Gesprächspartner sind klar verständlich, die Stimmen klingen mitunter aber etwas zu hell. Die Geräuschfilterung könnte zudem besser sein.

Über verpasste Anrufe informiert das Huawei Ascend P2 mit einer Status-LED, die sich neben der Frontkamera befindet. Sie fällt klein aus und ist daher eher unauffällig. Mitunter können Nutzer also Benachrichtigungen dennoch übersehen.

Der Akku des Huawei Ascend P2 bietet eine Kapazität von 2.420 Milliamperestunden. Im AnTuTu-Akkutest erreicht das P2 402 Punkte. Ein durchschnittlicher Wert. Nutzer sollten mit einer Akkuladung problemlos durch den Tag kommen. Bei intensiverer Nutzung sind wesentlich längere Laufzeiten allerdings nicht drin.

Multimedia

Huawei stattet das Ascend P2 mit einer 1,3-Megapixel-Front- und einer 13-Megapixel-Hauptkamera aus. Die 13-Megapixel-Kamera lieferte im Test durchwachsene Ergebnisse: Die Aufnahmen waren ausgesprochen scharf und wiesen nur ein geringes Rauschen auf. Dafür wirkten die Farben oftmals blass und ausgewaschen. Zu den besten Kamera-Smartphones kann das Ascend P2 daher nicht gerechnet werden (s. Mediengalerie).

Huawei Ascend P2 - Testfotos

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Holzhafen Hamburg (Bild: netzwelt)

An der rechten Seite weist das Ascend P2 einen Kamera-Button auf. Mit ihm ruft der Nutzer schnell die Kamera-App auf. Bei geöffneter Kamera-App dient der Knopf als Auslöser. Wie bei einer richtigen Kamera arbeitet er zweistufig: Ein leichter Fingertipp fokussiert den Bildausschnitt, ein kräftiger Druck löst schließlich aus. Leider lässt sich, anders als beim Windows Phone des Herstellers Ascend W1, die Kamera nicht aus dem Stand-by-Betrieb oder bei gesperrtem Smartphone über die Taste aufrufen.

In Sachen Klang verdient sich das Ascend P2 Bestnoten. Der Lautsprecher ist kräftig, und übersteuert auch bei voller Lautstärke nicht. Auch der Klang bei angeschlossenen Kopfhörern ist ordentlich. Dem Musik-Player fehlt zwar ein Sleeptimer, aber dafür wartet das Ascend P2 mit der Möglichkeit auf, UKW-Radioprogramme zu empfangen.

Software

Das Ascend P2 läuft mit Android 4.1. Statt wie bislang Stock Android setzt Huawei auf seinem Smartphone aber nun eine eigene Nutzeroberfläche ein. Emotion UI nennt der Hersteller diese. Sie erinnert stark an Apples iOS. Einen App Drawer gibt es nicht, stattdessen werden alle Apps auf dem Startbildschirm abgelegt und können von dort auch direkt wieder deinstalliert werden. Das Aussehen kann dank diverser Themes mit wenigen Handgriffen geändert werden, dank vorgegebener Profile lassen sich auch Lautstärke und Co. direkt an die Umgebung anpassen. Was im Vergleich zum anderen Top-Modell Ascend P6 auffällt, sind Zusatzfunktionen wie der StartUp- oder der Berechtigungsmanager.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Huawei Ascend P2 lautet 449 Euro.

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netzwelt
5.8
Huawei Ascend P2
Vorteile
  • LTE-Advcanced
  • solides Nutzungserlebnis
Nachteile
  • Netzbetreiber bieten noch kein LTE-Advcanced an
  • rutschiges Gehäuse
  • Speicher nicht erweiterbar

LTE-Advcanced für die Masse

Das Huawei Ascend P2 ist ein solider Allrounder, der aufgrund der Unterstützung für LTE-Advcanced und den vergleichsweise niedrigen Straßenpreis vor allem für preisbewusste 4G-Nutzer interessant ist. Da die vom Ascend P2 theoretisch unterstützten Datenraten in der Praxis zumeist nicht erreichbar sind.


Einzelergebnisse
Smartphones sind Gebrauchsgegenstände. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns für ein praxisnahes Testschema entschieden. Ziel ist es Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist. Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Falls eines der Kritieren im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.
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Design und Verarbeitung
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Ausstattung und Bedienung
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Sprachqualität
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Akkulaufzeit
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Multimedia
6
Einsortierung
Huawei Ascend P2 von Huawei wurde als Smartphone abgelegt. Das Produkt wurde in die Smartphone-Bestenlisten Alle Smartphones, Die besten Smartphones bis 200 Euro und Die besten Smartphones bis 300 Euro aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Handy, Android, MWC, Smartphone, Kurztest, Huawei, LTE, Review, MWC 2013, Android 4.1 Jelly Bean, Huawei Ascend P2 und Huawei Ascend .
Kommentare zu diesem Artikel

LTE-Advanced unterstützen aktuell nur Top-Modelle wie das Samsung Galaxy Note 3 und das bereits seit Mai erhältliche Huawei Ascend P2, das es mittlerweile deutlich unter dem Herstellerpreis gibt. Eine preiswerte Alternative für Highspeed-liebende Internet-Fans? Netzwelt macht den Test.

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  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Schneller als das Netz erlaubt: Huawei Ascend P2 im Kurztest

    Der Kurztest wurde zu einem ausführlichen Testbericht erweitert.

    Grüße aus der Redaktion.
article
37359
Huawei Ascend P2 im Test
Huawei Ascend P2 im Test
Mit dem Ascend P2 präsentiert Huawei ein vergleichsweise günstiges LTE-Advanced-Smartphone. Doch kann es gegen die hochpreisige Konkurrenz bestehen? Der netzwelt-Test liefert die Antwort.
http://www.netzwelt.de/news/95276-huawei-ascend-p2-test.html
2013-09-27 16:55:01
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/huawei-ascend-p2-produktbild-114426.png
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Huawei Ascend P2 im Test