Verkehrte Netzwelt: Die geheime Video-Botschaft der Katze

Verschwörung der Tigerstaaten

Vielleicht stecken China oder die Tigerstaaten Singapur, Südkorea, Taiwan und Hongkong dahinter. Ein Motiv hätten sie. Die befinden sich im harten Wettbewerb mit Europa. Deshalb produzieren sie solche Katzenvideos, um die Wirtschaft in der westlichen Welt auszubremsen. Oder es handelt sich um Industriespionage. Während der tierliebe IT-Administrator des europäischen Konzerns selig lächelnd auf dem Bildschirm zusieht, wie eine Miezekatze ihre Milch schlabbert, schleicht sich unbemerkt ein Trojaner aus Peking ins Netzwerk.

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Aber wir sollten auf das wohlfeile Asia-Bashing verzichten. Die haben wahrscheinlich mehr Angst vor uns als wir vor ihnen. So wie der Hund mehr Angst vor der Katze hat als die vor ihm. Auch dafür gibt es zahlreiche Videobeispiele.

Das geheime Motiv der Katze

Möglicherweise ist es die Katze selbst, die mit Absicht den Menschen verführt. Eine schlaue Bestie, die uns ablenken und verzaubern will. Damit wir endlich aufhören, immer nur dem hässlichen Geld und der Produktivität nachzujagen. Damit wir entspannen, entschleunigen und den Moment genießen. Und womit kann man besser entschleunigen als beim Anblick einer Katze, die sich auf der Wohnzimmercouch räkelt?

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Das entschleunigte Leben

Endlich weniger arbeiten, endlich nicht mehr produktiv sein, das ist es was die Katze uns verspricht. Und der Glaube an das Wirtschaftswachstum ist doch ohnehin längst passé. Nicht nur bei Katzenliebhabern. Auch Hundefreunde sinnieren beim täglichen Spaziergang mit ihrem - vielleicht nicht ganz so coolen, dafür aber sehr treuen - Gefährten darüber nach, wie man nachhaltig leben könnte. Ihr Hund weiß das übrigens schon. Wie natürlich auch die Katze. Hund und Katze kennen das Geheimnis des entschleunigten Lebens und die Magie des Hier und Jetzt.

Vielleicht ist genau das die Botschaft der flauschigen Sphinx mit den Schnurrhaaren. Ihre Video-Botschaften auf Youtube sollen uns vom Wahn der Arbeitswelt befreien. Dann haben wir auch wieder mehr Zeit für uns - und für die Katze. Am Ende steht sie in der Küche vor der Kühlschranktür, fixiert uns mit ihren grünen Augen - und dann endlich wissen wir genau, was sie will.