Entschleunigung durch die Exzentriker mit den Samtpfoten

Verkehrte Netzwelt: Die geheime Video-Botschaft der Katze

Katzenvideos sind überall. Auf Facebook, auf Video, auf News-Portalen. Ist die Miezekatze einfach nur süß? Will sie nur Bandbreite fressen? Oder will sie uns etwas sagen? Verkehrte Netzwelt auf den Spuren einer versteckten Botschaft.

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Voll Süüüß! Katzen im Internet. (Bild: netzwelt)
Voll süüüß! Katzen im Internet. (Bild: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Die Katzenindustrie
  2. 2Verschwörung der Tigerstaaten
  3. 3Das geheime Motiv der Katze
  4. 4Das entschleunigte Leben
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Ist sie nicht reizend? Diese runden Augen, dieses flauschige Fell, dieses Näschen. Wahrlich, die Katze im Internet verzaubert Tag für Tag Millionen von Menschen. Wie schafft sie das bloß? Dumme Frage. Kein Wesen ist so anmutig und gleichzeitig so lässig, kein Wesen ist so flauschig und gleichzeitig so rätselhaft. Ja, selten weiß man, was die Katze denkt. Man weiß es eigentlich nur, wenn sie vor dem Kühlschrank steht und maunzt.

Die Katzenindustrie

Die Katze ist keine Katze mehr, sie ist eine digitale Industrie. Mit Klickraten, von denen jedes Online-Portal nur träumen kann. Auf YouTube zieht sie Millionen von Menschen in ihren Bann. Die sitzen hypnotisiert vor dem PC und blicken lächelnd auf Katzen, die die Kühlschranktür öffnen, Katzen, die in einen leeren Karton springen oder Katzen, die mit dem Baby kuscheln. Das Tier beansprucht aber nicht nur unsere Aufmerksamkeit, sondern auch viel Bandbreite, viel Speicherplatz und sehr viel Zeit.

Gäbe es diese Katzenvideos nicht, die Serverfarmen der Provider wären wahrscheinlich nur noch zur Hälfte ausgelastet, die Hersteller von Festplatten würden auf ihren Beständen sitzen bleiben und die Kupferkabel würden nicht einmal warm werden. Die Menschen dagegen hätten wieder mehr Zeit für richtige Arbeit oder wenigstens sinnvolle Tätigkeiten, wenn sie dem Bann des Wesens mit den grünen Augen und tapsigen Pfoten entronnen wären.